In dieser Arbeit soll das Thema Cybermobbing als modernes gesellschaftliches Gewaltphänomen bei Kindern und Jugendlichen behandelt werden. Konkret sollen der Stellenwert des Cybermobbings sowie Möglichkeiten bezüglich der Thematik in der Jugendsozialarbeit behandelt werden.
Hierfür sollen zunächst die wichtigsten Begrifflichkeiten erläutert werden. Anschließend werden die Gründe und Auswirkungen von Cybermobbing dargestellt. Im nächsten Kapitel wird die Thematik hinsichtlich der Jugendsozialarbeit erörtert. Es folgen Präventionsmaßnahmen, Konzepte zur Prävention sowie Interventionsmaßnahmen und Konzepte zur Intervention bei Cybermobbing. Abschließend wird auf Postventionsmaßnahmen und die Rechtslage bei Cybermobbing eingegangen.
Im modernen Zeitalter gehören Internet, Laptops, Tablets und Smartphones zur Grundausstattung unserer Gesellschaft. Auch bei Kindern und Jugendlichen gehören diese digitalen Medien zum gemeinsamen kulturellen und sozialen Leben. Neben positiven Auswirkungen wie Erreichbarkeit, Informationsangebote und Kommunikationsmöglichkeiten birgt die Digitalisierung aber auch Risiken wie z.B. Cybermobbing, Fake News, Internetsucht und Spielsucht.
Dementsprechend nehmen digitale Medien immer mehr Einfluss auf Kinder und Jugendliche. Gerade soziale Netzwerke und Messenger wie Facebook, WhatsApp, Instagram, YouTube, Twitter und Snapchat sind große Bestandteile des täglichen Lebens und der Kommunikation. Durch diese Entwicklung entstehen Gewaltphänomene wie das Cybermobbing, welches eine neue Form der Gewalt darstellt.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2018 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, ist etwa jeder fünfte Jugendliche schon Opfer von Cybermobbing geworden, dabei sind Jungen mit 22% häufiger betroffen als Mädchen mit 15%. Dass Cybermobbing kein Bagatelldelikt ist, sondern zu Ausgrenzung, Minderwertigkeit, Ängsten, im schlimmsten Fall zum Suizid führen kann, ist hinlänglich bekannt. Dadurch entsteht für die Jugendsozialarbeit ein neues Arbeitsfeld, in welchem das Hauptaugenmerk auf der Prävention, der Intervention und der Postvention von Cybermobbing liegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Definitionen Mobbing und Cybermobbing
3. Gründe für Cybermobbing
4. Auswirkungen des Cybermobbings
5. Stellenwert und Möglichkeiten der Jugendsozialarbeit im Hinblick auf Cybermobbing
5.1. Präventionsmaßnahmen
5.1.1. Konzepte zur Prävention bei Cybermobbing
5.2. Interventionsmaßnahmen
5.2.1. Konzepte zur Intervention bei Cybermobbing
5.3 Postventionsmaßnahmen
6. Rechtslage bei Cybermobbing
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das moderne Gewaltphänomen Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen und beleuchtet dabei den Stellenwert sowie die spezifischen Handlungsfelder der Jugendsozialarbeit bei der Prävention, Intervention und Nachsorge.
- Phänomenologie und Ursachen von Cybermobbing
- Psychosoziale Auswirkungen auf Betroffene
- Präventionsansätze und Medienkompetenzförderung
- Systemische Interventionskonzepte in pädagogischen Kontexten
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Beratungsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
3. Gründe für Cybermobbing
Im Vergleich zu dem normalen Mobbing können die Gründe für Cybermobbing vielfältiger Natur sein. Durch den Einsatz von digitalen Medien kann das normale Mobbing, beispielsweise in der Schule, in der Freizeit in Form von Cybermobbing fortgesetzt werden (vgl. Felling 2014: 6).
Täterinnen und Täter können aus Langeweile, Spaß, Minderwertigkeitsgefühlen, Neid, Wut oder aus Rache handeln. Oftmals besteht innerhalb der Lebenswelt der Täterinnen und Täter eine Normalität aus aggressivem Umgang mit ihren Mitmenschen. Durch das Cybermobbing können diese sich überlegen fühlen, dadurch Macht ausüben und ihre Stellung innerhalb der Peergroup stärken, beziehungsweise Ihre Schwächen kompensieren (vgl. Kretschmer u.a. 2018: 19).
Des Weiteren findet oftmals ein Rollentausch statt, wodurch vorherige Mobbingopfer selbst zu Tätern werden, sogenannte „Täter-Opfer“ (vgl. Malti/Perren 2008: 71). Impulsives Handeln kann ein weiterer Grund für Cybermobbing sein, da Täter oftmals ihre Emotionen nicht unter Kontrolle haben. Dabei können sie Ihre Aggressionen nicht steuern und erfahren spontan Entlastung (vgl. Kretschmer u.a. 2018: 19). In der Zeit von digitalen Medien können Bilder oder Screenshots von Chatverläufen dauerhaft gespeichert und damit öffentlich verbreitet werden. Hierdurch können persönliche, teils intime Bilder oder auch Videos, ohne das Wissen über die Auswirkung oder Böswilligkeit, ins Netz gestellt werden (vgl. http://cyberhelp.eu/de/introduction/causes).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der Relevanz digitaler Medien im Lebensalltag von Jugendlichen und der damit verbundenen Entstehung von Gewaltphänomenen wie Cybermobbing.
2. Definitionen Mobbing und Cybermobbing: Theoretische Abgrenzung der Begriffe unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Merkmale wie Anonymität und Dauerhaftigkeit.
3. Gründe für Cybermobbing: Analyse der Motive von Täterinnen und Tätern sowie Erläuterung der Dynamik des Rollentauschs zwischen Opfer und Täter.
4. Auswirkungen des Cybermobbings: Aufzeigen der schwerwiegenden psychischen und sozialen Folgen, bis hin zu psychosomatischen Symptomen und Suizidalität.
5. Stellenwert und Möglichkeiten der Jugendsozialarbeit im Hinblick auf Cybermobbing: Erläuterung des gesetzlichen Auftrags und der handlungstheoretischen Basis der Jugendsozialarbeit im Bereich der Cybermobbing-Prävention.
5.1. Präventionsmaßnahmen: Fokus auf sensibilisierende und aufklärende Maßnahmen sowie die Stärkung von Sozial- und Medienkompetenz.
5.1.1. Konzepte zur Prävention bei Cybermobbing: Detaillierte Darstellung eines fünfphasigen Präventionsprogramms und der Dimensionen der Medienkompetenz.
5.2. Interventionsmaßnahmen: Überblick über schlichtende und vermittelnde Strategien bei akuten Konfliktfällen.
5.2.1. Konzepte zur Intervention bei Cybermobbing: Beschreibung systemischer Interventionsansätze in sieben Schritten zur Deeskalation und Verhaltensänderung.
5.3 Postventionsmaßnahmen: Darstellung der Nachsorge für Beteiligte und der Bedeutung der Rehabilitation zur zukünftigen Vermeidung.
6. Rechtslage bei Cybermobbing: Einordnung von Cybermobbing in den strafrechtlichen Kontext und Erläuterung rechtlicher Interventionsmöglichkeiten.
7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Notwendigkeit einer flächendeckenden Unterstützung durch Jugendsozialarbeit zur Bewältigung digitaler Gewaltrisiken.
Schlüsselwörter
Cybermobbing, Jugendsozialarbeit, Medienkompetenz, Gewaltprävention, Schulsozialarbeit, Intervention, Bystander-Effekt, Lebensweltorientierung, digitale Gewalt, Täter-Opfer-Dynamik, psychosoziale Folgen, soziale Netzwerke, Jugendhilfe, Konfliktlösung, Zivilcourage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Cybermobbing als modernem Gewaltphänomen bei Kindern und Jugendlichen und untersucht, wie die Jugendsozialarbeit darauf reagieren kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen Definitionen, Ursachen, psychische Auswirkungen, Präventions-, Interventions- und Postventionskonzepte sowie die rechtliche Einordnung von Cybermobbing.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Stellenwert und die Möglichkeiten der Jugendsozialarbeit darzustellen, um junge Menschen vor Cybermobbing zu schützen und bei Vorfällen unterstützend zu wirken.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis aktueller Studien (wie der JIM-Studie) und fachspezifischer Literatur pädagogische Handlungsfelder strukturiert.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse des Phänomens selbst und eine detaillierte Ausarbeitung der methodischen Vorgehensweise der Jugendsozialarbeit in Schule und Jugendhilfe.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Cybermobbing, Prävention, Intervention, Medienkompetenz und Jugendsozialarbeit beschreiben.
Welche Rolle spielt der sogenannte Bystander-Effekt in diesem Kontext?
Der Bystander-Effekt bezeichnet das Phänomen, dass unbeteiligte Zuschauer bei Cybermobbing-Angriffen nicht eingreifen, was die Täter bestärken und die Opfer zusätzlich belasten kann.
Warum wird im Bereich der Postvention häufig auf die Psychologie verwiesen?
Da Cybermobbing massive psychische Störungen auslösen kann, stößt die Sozialarbeit an ihre Grenzen und muss bei schweren Fällen die Vermittlung an klinische oder therapeutische Psychologie anstreben.
Was zeichnet die systemische Interventionsstrategie bei Cybermobbing aus?
Die systemische Intervention arbeitet in sieben klar definierten Schritten, die von der Opferidentifikation und Analyse bis hin zur Verhaltensänderung durch Empathieförderung und Nachsorge reichen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Cybermobbing als modernes Gewaltphänomen bei Kindern und Jugendlichen. Stellenwert und Möglichkeiten der Jugendsozialarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/944784