In dieser Arbeit wird der auszulegende Text Markus 4,35-41 aufgrund seines Mikro- und Makrokontextes untersucht und abgegrenzt. Er wird in Sinnesabschnitte gegliedert und es werden dazu Unterschiede in der Tradition und in der Redaktion des Auszuges dargelegt. Zusätzlich wird er einer Textgattung zugeordnet und ein prägnanter Begriff, Glaube, erläutert und bestimmt.
Zunächst wird die Perikope der Sturmstillung des Markus-Evangeliums interpretiert. Hierzu soll die vormarkinische Überlieferung und anschließend die markinische Überlieferung betrachtet werden, welche aus einer Interpretation des Textes an sich und einer Interpretation des Textes im Gesamtzusammenhang des Markusevangeliums und seiner Theologie besteht. Im synoptischen Vergleich wird die zu untersuchende Perikope des Markusevangeliums zu der im Matthäusevangelium und anschließend zu der im Lukasevangelium betrachtet. Dabei ist durch die Zwei-Quellen-Theorie vorausgesetzt, dass Mt und Lk den Text des Mk zur Vorlage hatten.
"Die Stillung des Sturmes" ist eine Perikope, die im vierten der 16 Kapitel des Markusevangeliums steht. Das Evangelium lässt sich grob in drei Teile gliedern. Die vorliegende Perikope gehört hierbei zum ersten Hauptteil, welcher das Wirken Jesu innerhalb und außerhalb von Galiläa thematisiert (Mk 1,1-Mk 8,26). Der zweite Teil beschreibt den Weg Jesu zur Passion (Mk 8,27-Mk 10, 52). Der letzte Abschnitt behandelt Jesus in Jerusalem (Mk 11,1-Mk 16,20).
Inhaltsverzeichnis
1. Text
2. Analyse des Textes
2.1 Abgrenzung und Kontext
2.2 Ausformulierte Gliederung des Textes
2.3 Abgrenzung von Tradition und Redaktion
2.4 Gattungsbestimmung der vormarkinischen Überlieferung
2.5 Begriffsbestimmung bzw. religionsgeschichtliche Analyse
3. Interpretation
3.1 Interpretation der vormarkinischen Überlieferung
3.2 Interpretation des markinischen Textes
3.2.1 Interpretation des Textes an sich
3.2.2 Interpretation des Textes im theologischen Gesamtrahmen des Mk
4. Synoptischer Vergleich
4.1 Interpretation der Mt-Parallele (Mt 8,23-27)
4.2 Interpretation der Lk-Parallele (Lk 8, 22-25)
5. Zusammenfassung und Bündelung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Perikope der „Stillung des Sturmes“ (Mk 4,35-41) tiefgehend exegetisch zu analysieren, ihre gattungsspezifischen Merkmale als Wundergeschichte zu bestimmen und sie in den redaktionellen sowie theologischen Gesamtzusammenhang des Markusevangeliums einzuordnen.
- Strukturelle Analyse und Gattungsbestimmung der Perikope
- Unterscheidung zwischen vormarkinischer Tradition und markinischer Redaktion
- Exegese des Begriffs „Glaube“ im Kontext der Erzählung
- Theologische Einordnung: Messiasgeheimnis und Jüngerunverständnis
- Synoptischer Vergleich mit den Parallelstellen bei Matthäus und Lukas
Auszug aus dem Buch
2.1 Abgrenzung und Kontext
„Die Stillung des Sturmes“ ist eine Perikope, die im vierten der 16 Kapitel des Markusevangeliums steht. Das Evangelium lässt sich grob in drei Teile gliedern. Die vorliegende Perikope gehört hierbei zum ersten Hauptteil, welcher das Wirken Jesu innerhalb und außerhalb von Galiläa thematisiert (Mk 1,1-Mk 8,26). Der zweite Teil beschreibt den Weg Jesu zur Passion (Mk 8,27-Mk 10, 52). Der letzte Abschnitt behandelt Jesus in Jerusalem (Mk 11,1-Mk 16,20).
Das Kapitel, in welchem die zu untersuchende Perikope steht, startet mit einer Einleitung, bei der Jesus beginnt, „am Meer zu lehren“ (Mk 4,1) und den Menschen von verschiedensten Gleichnissen zu erzählen. So spricht er beispielweise vom „Gleichnis vom Sämann“ (Mk 4,3-9), vom „Gleichnis vom Wachsen der Saat“ (Mk 4,26-29) oder auch vom „Gleichnis vom Senfkorn“ (Mk 4,30-34), woran sich die zu untersuchende Perikope anschließt. Nach dem Erzählen der Gleichnisse beschließt Jesus, mit seinen Jüngern an das andere Ufer zu fahren, wobei inhaltlich die Textgattung der Gleichnisse abgeschlossen wird und die Geschichte der Sturmstillung beginnt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Text: Dokumentation des biblischen Quelltextes der Perikope aus Mk 4,35-41 als Grundlage der Untersuchung.
2. Analyse des Textes: Untersuchung des Mikro- und Makrokontextes, der textuellen Gliederung, der redaktionsgeschichtlichen Schichten, der Gattungsbestimmung sowie eine begriffliche Klärung des Glaubensbegriffs.
3. Interpretation: Differenzierte Auslegung der vormarkinischen Tradition sowie des spezifisch markinischen Textes unter Berücksichtigung des theologischen Gesamtrahmens.
4. Synoptischer Vergleich: Gegenüberstellung der markinischen Erzählung mit den entsprechenden Passagen in den Evangelien des Matthäus und Lukas zur Identifikation von Gemeinsamkeiten und redaktionellen Unterschieden.
5. Zusammenfassung und Bündelung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Reflexion der Bedeutung der Perikope innerhalb der markinischen Theologie.
Schlüsselwörter
Markusevangelium, Sturmstillung, Exegese, Wundergeschichte, Redaktionsgeschichte, Vormarkinische Überlieferung, Glaube, Messiasgeheimnis, Jüngerunverständnis, Synoptischer Vergleich, Matthäusevangelium, Lukasevangelium, Rettungswunder, Christologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der biblischen Erzählung von der „Stillung des Sturmes“ nach Markus 4,35-41.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Gattungsbestimmung als Wundergeschichte, die Differenzierung zwischen Tradition und Redaktion sowie die Einordnung der Erzählung in die Theologie des Markus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Eigenart und die theologische Intention des markinischen Textes durch eine detaillierte Analyse und einen Vergleich mit den synoptischen Parallelen präzise herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden klassische historisch-kritische Methoden, insbesondere die Redaktions- und Traditionsgeschichte, sowie der synoptische Vergleich angewandt.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse des Textes, die hermeneutische Auslegung sowie den vergleichenden Blick auf die Parallelstellen bei Matthäus und Lukas.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit geprägt?
Wichtige Begriffe sind unter anderem das Messiasgeheimnis, das Jüngerunverständnis, die Rettungswunder und der Glaube als Vertrauen auf Gott.
Wie unterscheidet sich die Darstellung bei Matthäus von der bei Markus?
Matthäus kürzt die Erzählung stark, verzichtet auf die Einleitung und zeichnet Jesus als „Herrn“, wobei die Erzählung einen berichtartigen Charakter annimmt.
Inwiefern spielt der Begriff des „Glaubens“ eine Rolle für die Interpretation?
Der Glaube wird im Kontext der Sturmstillung nicht nur als intellektuelles Fürwahrhalten, sondern als existentielles Grundvertrauen in die Macht Gottes interpretiert, das besonders in Krisenzeiten gefordert ist.
- Quote paper
- Nicole Fabian (Author), 2019, Exegese von Mk 4,35-41. Interpretation der vormarkinischen und markinischen Überlieferung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/943434