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Sanierung und Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften im Südraum Leipzig

Title: Sanierung und Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften im Südraum Leipzig

Examination Thesis , 2008 , 129 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Andre Bien (Author)

Geography / Earth Science - Regional Geography

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Summary Excerpt Details

Die Bergbaulandschaften, wie sie sich heute im Mitteldeutschen Revier entwickelt haben, sind längst keine "Mondlandschaften" oder "Katastrophenregionen" mehr. Die ersten massiven Veränderungen dieser Gegenden wurden durch den Braunkohletagebau verursacht. Neben Eingriffen in den Naturhaushalt waren damit auch Umgestaltungen der sozialen und wirtschaftlichen Situation der Bevölkerung verbunden. Mit der raschen Einstellung fast aller Tagebaue, der Stilllegung der weiterverarbeitenden Betriebe und der Sanierung der Bergbauhinterlassenschaften fand wiederum ein Eingriff statt. Für die Menschen vor Ort war jener häufig gekennzeichnet durch den Zusammenbruch der wirtschaftlichen Strukturen und Verlust ihrer Arbeitplätze.
In der Summe bieten die Tagebaulandschaften heute großflächig zusammenhängende Bereiche, die sich durch geringe Zerschneidung und wenige Störungen kennzeichnen. Aus Naturschutzsicht bedeutet die Sanierung ein erneutes Überprägen inzwischen gewachsener Strukturen mit dem Ziel, überwiegend forst- und landwirtschaftliche Nutzflächen herzustellen.
Durch ausgedehnte Sanierungstätigkeiten in den stillgelegten Braunkohletagebauen der ostdeutschen Reviere richtete man diese Gegenden allmählich für eine Nachnutzung her. In den entstehenden Seenlandschaften werden besondere Potenziale für Erholung und Tourismus gesehen. Dabei wird eine hohe Verantwortung an die Gemeinden weitergegeben, selbst individuelle Gestaltungs- und Entwicklungskonzepte zu erstellen und umzusetzen. Denn die entstehende Seenlandschaft und die großflächigen Aufforstungen bieten, neben dem in weiten Teilen heute schon greifbaren Gewinn an Umwelt- und Lebensqualität, vor allem neue wirtschaftliche Perspektiven als gewinnbringende Ressource für Wertschöpfung und Erholung.

Excerpt


Gliederung

1. Einstieg

2. Physisch- Geographische Einordnung

2.1 Das Landschaftsbild vor und nach der Braunkohle- Landschaftswandel

2.2 Geologie des Leipziger Südraumes

2.2.1 Die Erd- und Urgeschichte der Leipziger Tieflandsbucht

2.2.2 Das Tertiär- Braunkohlezeitalter

2.2.3 Das Quartär- geologische Neuzeit

2.3 Kohle

2.3.1 Definition

2.3.2 Kohleförderung

2.3.3 Kohlenutzung vs. Umweltschutz

2.3.4 Braunkohle- mehr als nur ein Brennstoff

2.4 Bodenverhältnisse

2.4.1 Ausgangsbedingungen natürlicher und veritzter Böden

2.4.2 Natürliche Böden

2.4.3 Bergbaubedingte Devastierung der Böden

2.4.4 Kippböden- Zusammensetzung und Eigenschaften

2.5 Klima

2.6 Hydrologie und Wasserhaushalt

2.7 Vegetation

2.8 Relief

3. Braunkohlebergbau in Deutschland

3.1 Lagerstätten in Deutschland

3.2 Die Unternehmen

4. Der Südraum Leipzig

4.1 Die Historische Entwicklung des Braunkohleabbaus von ihren Anfängen bis 1949

4.2 Der Kulturraum zu DDR Zeiten

4.2.1 Allgemein

4.2.2 Braunkohlebergbau zu DDR-Zeiten

4.2.3 Umweltschäden

4.3 Rekultivierung der Braunkohleindustrie nach 1990

4.3.1 Ausgangssituation

4.3.2 Neuordnung und Privatisierung

4.4 Ergebnisse der Braunkohlesanierung im Zeitraum 1993-2000

5. Exkurs: Raumordnungsplanung im Südraum Leipzig

5.1 Die Entwicklung der Braunkohleplanung bis 1989/1990

5.1.1 Anfänge der Planung im Zeitraum 1920-1945

5.1.2 Nachkriegsentwicklungen bis 1960

5.1.3 Konsolidierung 1960-1975

5.1.4 Staatliches Autarkiestreben 1975-1989

5.2 Die Braunkohlenplanung in Westsachsen seit 1990

5.2.1 Gesetzlicher Rahmen und energiepolitische Vorgaben

5.2.2 Die Struktur der Braunkohlenplanung in Westsachsen (Abb 26)

6. Das Entstehen der nordwestsächsischen Seenplatte

6.1 Nutzungspräferenzen an Bergbaurestseen: Tourismus, Industrie und Naturschutz

6.1.1 Tourismus als Wirtschafts- und Integrationsfaktor in der Region

6.1.2 Modernisierung und Revitalisierung von Industriestandorten

6.1.3 Naturschutz in der Region

6.2. Gesellschaftliche Umwälzungen

6.2.1 Veränderung des regionalen Arbeitsmarktes

6.2.2 Braunkohlebergbau als siedlungsbildender Faktor

7. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Südraum Leipzig im Kontext der Sanierung und Revitalisierung ehemaliger Braunkohleabbaugebiete umfassend vorzustellen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich der tiefgreifende Wandel von einer bergbaulich geprägten Industrielandschaft hin zu einer neuen Seenlandschaft vollzieht und welche ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Auswirkungen dieser Prozess für die Region hat.

  • Physisch-geographische Grundlagen und Landschaftswandel
  • Die historische Entwicklung des Braunkohlebergbaus
  • Sanierungsstrategien und der Aufbau einer neuen Seenlandschaft
  • Wirtschaftlicher Strukturwandel und Folgen für die regionale Siedlungsstruktur

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Landschaftsbild vor und nach der Braunkohle- Landschaftswandel

Der Südraum Leipzig (Abb.3) zählt zu dem verdichteten Raum um das Oberzentrum Leipzig im Ballungsraum Leipzig- Halle- Dessau. Je nach Literaturgrundlage und Eingrenzungskriterien fallen die Angaben über die Größe des Betrachtungsraumes relativ unterschiedlich aus. In der vorliegenden Arbeit wird bei den Größenangaben der Landkreis Leipziger Land als Maßstab verwendet. Darin leben auf einer Gesamtfläche von 752 km² ca. 146.816 Einwohner (Stand: 31.Dezember 2006) Dies entspricht einer Bevölkerungsdichte von 195 Einwohnern je km². Einem Wert der, trotz des deutlichen Rückgangs gegenüber dem Ausgangsniveau 1990 um etwa 9%, eindeutig über dem Mittelwert der Bundesrepublik Deutschland von 231 Einwohnern pro km² liegt. (Berkner 2004: 11)

Die ganze Region des Südraums Leipzig wurde erst vor annähernd 1000 Jahren gerodet und nutzbar gemacht. Ein dichtes Netz von Kleinstädten und Dörfern entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten und prägte die agrarisch genutzte Kulturlandschaft nachhaltig. Es entwickelten sich nutzbare Böden mit hohem Ertragspotential. Man bezeichnete diese Gegend auch als „harmonische Landschaft“, die gekennzeichnet war durch den Wechsel von Acker- und Auenlandschaften, kleinen Wäldern und dem Vorteil der unmittelbaren Nähe zur Messestadt Leipzig. M. Luther, J. S .Bach, G. Silbermann und F. Schiller sind nur einige herausragende Persönlichkeiten, die sich in dieser Gegend von der Natur und ihrer Landschaft inspirieren ließen.

Vor den bergbaulichen Eingriffen bestand die Landschaft der Leipziger Tieflandsbucht aus einem ebenen bis flachwellige Gebiet eiszeitlicher Ablagerungen. Dadurch konnten sich die Täler der Weißen Elster, Pleiße, und Whyra als flache und breite Täler einschneiden. Die Landschaften aus eiszeitlichen Ablagerungen trugen fruchtbare Felder, die Talauen wiederum bestanden aus herrlichen Wiesen und dichten Auenwäldern. Diese von der jüngsten Erdgeschichte geformten Landschaftstypen sind aber nur noch lokal erhalten geblieben, zum Beispiel die Auenlandschaft im Whyratal bei Borna.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einstieg: Das Kapitel beschreibt den Wandel der Bergbaulandschaften von einstigen Industrieregionen hin zu neuen Erholungsräumen und thematisiert die Herausforderungen der Rekultivierung.

2. Physisch- Geographische Einordnung: Hier werden die naturräumlichen Gegebenheiten des Leipziger Südraums, inklusive Geologie, Boden, Klima und Hydrologie, im Kontext des landschaftlichen Wandels analysiert.

3. Braunkohlebergbau in Deutschland: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Bedeutung der Braunkohle als heimischer Energieträger, ihre Gewinnung und die damit verbundenen ökologischen Probleme.

4. Der Südraum Leipzig: Das Kapitel betrachtet die historische Entwicklung des Abbaus, den Kulturraum zu DDR-Zeiten und die nach 1990 eingeleitete Sanierung sowie deren Ergebnisse.

5. Exkurs: Raumordnungsplanung im Südraum Leipzig: Hier wird die historische und aktuelle Planung der Braunkohle- und Nachnutzungsvorhaben in Sachsen analysiert.

6. Das Entstehen der nordwestsächsischen Seenplatte: Dieses Kapitel erläutert die Flutungskonzepte für ehemalige Tagebaue sowie die verschiedenen Nutzungspräferenzen wie Tourismus, Naturschutz und industrielle Ansiedlungen.

7. Resümee: Das Kapitel fasst die Herausforderungen des Landschaftsumbaus zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten für das Leipziger Neuseenland.

Schlüsselwörter

Braunkohle, Bergbaufolgelandschaft, Südraum Leipzig, Rekultivierung, Leipziger Neuseenland, Strukturwandel, Sanierungsbergbau, Tourismus, Naturschutz, Raumordnung, Bodenverhältnisse, Landschaftsumbau, Energiepolitik, Siedlungsentwicklung, Wassernutzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Strukturwandel im Südraum Leipzig, der durch den Braunkohlebergbau maßgeblich geprägt wurde und nun den Übergang zu einer neuen Seenlandschaft durchläuft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die geographische Einordnung der Region, die Geschichte des Braunkohleabbaus, die ökologischen und sozialen Folgen des Bergbaus sowie Strategien zur Sanierung und touristischen Nachnutzung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den umfassenden Wandel der Region zu dokumentieren und zu analysieren, wie aus ehemaligen industriellen Abbaugebieten eine nachhaltig gestaltete Seenlandschaft entwickelt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Monographien, Fachartikel und regionalplanerischer Dokumente, ergänzt durch eigene Vor-Ort-Recherchen des Autors.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die geologischen Grundlagen, die historische Entwicklung bis 1949, die Phase des Bergbaus zu DDR-Zeiten sowie der Rekultivierungsprozess ab 1990 detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Braunkohle, Leipziger Neuseenland, Rekultivierung, Strukturwandel und Bergbaufolgelandschaft charakterisiert.

Welche Rolle spielen die Seen für die Region?

Die entstehenden Seen fungieren als zentrale Elemente der Nachnutzung, die nicht nur der touristischen Erschließung dienen, sondern auch einen Beitrag zur Wiederherstellung eines selbstregulierenden Wasserhaushalts und zur ökologischen Aufwertung leisten sollen.

Wie geht die Arbeit mit den sozialen Folgen des Bergbaus um?

Die Arbeit thematisiert kritisch die Auswirkungen der bergbaubedingten Umsiedlungen, den Verlust von Heimat durch Überbaggerung und die damit verbundenen Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung.

Was ist das Besondere am Fallbeispiel Heuersdorf?

Heuersdorf wird als Fallbeispiel für den Konflikt zwischen wirtschaftlichen Interessen der Braunkohleindustrie und dem Wunsch der Bewohner nach Erhalt ihres Wohnortes sowie der kulturellen Identität, symbolisiert durch den Umzug der Kirche, dargestellt.

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Details

Title
Sanierung und Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften im Südraum Leipzig
College
Dresden Technical University
Grade
1,5
Author
Andre Bien (Author)
Publication Year
2008
Pages
129
Catalog Number
V94158
ISBN (eBook)
9783640118014
ISBN (Book)
9783640118113
Language
German
Tags
Sanierung Revitalisierung Bergbaufolgelandschaften Südraum Leipzig
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andre Bien (Author), 2008, Sanierung und Revitalisierung von Bergbaufolgelandschaften im Südraum Leipzig, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/94158
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