In vorliegender Arbeit möchte ich mich damit beschäftigen, wie sich die nonverbale Klassenführung auf Unterrichtstörungen auswirkt und welche Handlungsmöglichkeiten bestehen. Bevor ich auf die genannten Kapitel eingehe, befasse ich mich im anschließenden Kapitel zunächst näher mit dem Begriff „Classroom Management“. In den darauffolgenden Kapiteln folgt zunächst eine Auseinandersetzung mit Begriff „Unterrichtsstörungen“ und ihren Ursachen und Folgen, um mich darauf mit der nonverbalen Kommunikation und ihren Eigenschaften zu beschäftigen. Abschließend folgt noch ein Fazit zu vorliegender Arbeit.
Als Kommunikationsmittel und Träger kultureller Inhalte spielt die Sprache eine zentrale Rolle im menschlichen Leben. Es ist jedoch leicht für uns, die Tatsache zu übersehen, dass die verbale Sprache ein junges Phänomen in der menschlichen Evolution ist. Wir wissen oft nicht, dass es andere Formen der menschlichen Kommunikation gibt, die viel älter und damit fest in unserem Verhaltensrepertoire verankert sind und die wir ständig nutzen. Die wohl bekannteste Formulierung des aus Österreich stammenden und in den USA tätigen Psychologen und Kommunikationsforschers Paul Watzlawick ist: „Man kann nicht nicht nicht kommunizieren“ (https://www.paulwatzlawick.de/axiome.html, 2018). Das bedeutet, dass wir immer Nachrichten an die Umgebung senden und welche aus ihr empfangen, auch wenn wir die Kommunikation durch Stille oder den Blick eine andere Richtung explizit vermeiden wollen. Gerade in diesem Moment senden wir Signale, die so viel heißen können wie „Bleib weg von mir“.
In der Schule verhält sich dies nicht anders. Durch nonverbale Signale können sowohl Lehrpersonen als auch SuS Informationen über ihr Gegenüber gewinnen. Weiterhin geben sie Aufschluss über die Gefühle des Anderen. Darüber hinaus kann unter anderem Köpersprache Glaubwürdigkeit vermitteln und verbale Aussagen unterstreichen. Werden diese nonverbalen Signale richtig interpretiert und vor allem zielgerichtet im Unterricht eingesetzt, können sie im Hinblick auf Unterrichtsstörungen präventiv und auch proaktiv wirken und so zu einem positiven Klassenklima beitragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Classroom Management
2.1. Definition
2.2. Erläuterungsansätze
2.2.1. Ansatz Kounin
2.2.2. Ansatz Evertson
3. Unterrichtsstörungen
3.1. Definition Unterrichtsstörung
3.1.1. Formen von Unterrichtsstörungen
3.1.2. Ursachen von Unterrichtsstörungen
4. Nonverbales Classroom Management
4.1. Nonverbale Kommunikation
4.2. Bereiche der nonverbalen Kommunikation
4.3. Nonverbale Strategien zur Beeinflussung von Unterrichtsstörungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der nonverbalen Kommunikation auf Unterrichtsstörungen und analysiert, welche pro-aktiven Handlungsmöglichkeiten Lehrpersonen zur Verfügung stehen, um ein positives Klassenklima zu fördern. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Gestaltung nonverbaler Signale, wie Mimik, Gestik und Distanzverhalten, Unterrichtsstörungen präventiv entgegengewirkt werden kann.
- Grundlagen und Definitionen von Classroom Management
- Systematische Einordnung und Ursachen von Unterrichtsstörungen
- Analyse nonverbaler Kommunikationsbereiche im Schulalltag
- Strategien für ein nonverbales Classroom Management (Anker-Methoden)
- Möglichkeiten zur präventiven Störungsminimierung
Auszug aus dem Buch
4.2. Bereiche der nonverbalen Kommunikation
Wie bereits erwähnt wird nicht nur verbalsprachlich kommuniziert, sondern auch nonverbal, bei dem zahlreiche Ausdrucksphänomene eine wichtige Rolle spielen. Kennzeichnend für die verbale als auch nonverbale Kommunikation ist, dass das primäre Medium zur Nachrichtenvermittlung der Mensch ist. Die Absicht wird hier jedoch nicht durch gesprochene Worte, sondern zum einen durch Visuelle nonverbalen Botschaften wie Mimik, Blickkontakt, Gestik, Kopf- und Körperhaltung, Kopf- und Körperorientierung, räumliche Distanz und zum anderen durch Nonverbale vokale Signale wie stimmliche Merkmale, Pausen, Sprechtempo, Betonungen und Staffage (Kleidung, Benehmen, etc.) zum Ausdruck gebracht.
Nachfolgend werden für das bessere Verständnis der nonverbalen Kommunikation einige einzelne, auf das Classroom Management bezogene Bereiche, näher erläutert:
Mimik: Als Mimik werden alle Bewegungen, egal ob gewollt oder nicht, der Gesichtsmuskulatur bezeichnet. Betracht man das Gesicht im Bezug auf nonverbale Kommunikation ist es das Körperteil, dass die höchste Ausdruckskraft hat. Menschen vermitteln mit ihrer Mimik ihre gegenwärtige Gefühlslage an ihre Umwelt bzw. Gesprächspartner. Weiterhin dient sie als Grundlage für sie Einschätzung der Persönlichkeit des Gegenübers.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der nonverbalen Kommunikation im schulischen Kontext ein und erläutert die Relevanz der präventiven Klassenführung bei Unterrichtsstörungen.
2. Classroom Management: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Klassenführung und stellt die maßgeblichen Ansätze von Kounin und Evertson vor, die den Grundstein für einen organisierten Unterricht bilden.
3. Unterrichtsstörungen: Hier werden verschiedene Definitionen und Kategorisierungen von Unterrichtsstörungen sowie deren vielfältige Ursachen innerhalb des schulischen Systems analysiert.
4. Nonverbales Classroom Management: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen nonverbaler Kommunikation und deren spezifische Bereiche, um daraus effektive, präventive Strategien für den Unterricht abzuleiten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die unterstützende Rolle nonverbaler Signale und die Bedeutung frühzeitiger, pro-aktiver Maßnahmen für den Unterrichtsalltag zusammen.
Schlüsselwörter
Classroom Management, Klassenführung, Unterrichtsstörungen, Nonverbale Kommunikation, Mimik, Gestik, Proxemik, Prävention, Pro-aktive Maßnahmen, Lehrerverhalten, Klassenklima, Anker-Methoden, Störungsvermeidung, Schülerverhalten, Lehr-Lern-Prozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung nonverbaler Signale im Schulalltag und deren Einfluss auf die Klassenführung und die Reduzierung von Unterrichtsstörungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Classroom Management, die Definition und Ursachen von Unterrichtsstörungen sowie konkrete Bereiche der nonverbalen Kommunikation wie Mimik, Gestik und räumliche Distanz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch gezielten Einsatz nonverbaler Kommunikation Störungen präventiv beeinflussen und ein lernförderliches Klassenklima schaffen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der verschiedene pädagogische Ansätze und empirische Untersuchungen zum Classroom Management zusammengeführt und ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Klassenführung, eine tiefgehende Analyse von Störungen sowie die detaillierte Darstellung nonverbaler Strategien wie Anker-Methoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Classroom Management, nonverbale Kommunikation, Unterrichtsstörungen, Prävention und pro-aktive Maßnahmen.
Welche Rolle spielt der Ansatz von Kounin?
Der Ansatz von Kounin ist zentral, da er wichtige Prinzipien wie Allgegenwärtigkeit, Überlappung und Gruppenfokus liefert, die für ein effektives Klassenmanagement unerlässlich sind.
Wie definiert die Arbeit das Konzept der "Anker"?
Ein Anker wird als ein Stimulus definiert, der im Unterricht immer wieder die gleiche Reaktion (z.B. Ruhe oder Konzentration) hervorruft, um Lernphasen effizienter zu gestalten.
Wie unterscheidet sich die "öffentliche Zone" von der "Intimdistanz"?
Während die öffentliche Zone für Ansprachen an die gesamte Klasse genutzt wird (ca. 3-4 m), ist die Intimdistanz (0-60 cm) privater Natur und sollte im Unterrichtsverlauf nur in begründeten Ausnahmen betreten werden.
Welche Bedeutung haben pro-aktive Maßnahmen?
Pro-aktive Maßnahmen sind entscheidend, da sie Probleme bereits im Keim ersticken, bevor sie eskalieren, und somit eine bessere Lernumgebung schaffen als reaktive Sanktionen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2017, Classroom Management. Der Einfluss der nonverbalen Klassenführung auf Unterrichtsstörungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/936640