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Hans Sachs' Adaption von Giovanni Boccaccios "Il Decamerone". Einzelanalyse des Fastnachtspiels "Der gross Eiferer, der sein Weib Beicht höret."

Title: Hans Sachs' Adaption von Giovanni Boccaccios  "Il Decamerone". Einzelanalyse des Fastnachtspiels "Der gross Eiferer, der sein Weib Beicht höret."

Term Paper , 2020 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: David Prelle (Author)

Literature - Comparative Literature

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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit analysiert die Adaption von Boccaccios fünfter Novelle des siebten Tages in Hans Sachs' "Der Eifersüchtige". Konkret soll die Frage beantwortet werden, wie die Adaption gelingt und was man durch diese über Sachs' Arbeitsprozess, seine Person und seine Moralvorstellungen erfahren kann. Diese Analyse ist von besonderem Interesse, da Sachs und seinen Inspirator nicht nur Ländergrenzen, sondern beinahe zwei Jahrhunderte trennen. Boccaccio schreibt Prosa und prägt die Novelle, während Sachs in Reimform schreibt und sowohl Dramen wie auch Lieder verfasst.

Die Unterschiede zwischen den beiden Schriftstellern sind groß. Was könnte unvereinbarer sein als der "Decamerone" und Hans Sachs' Moralvorstellung? Dennoch sind die beiden durch Sachs' Adaption miteinander verbunden. Auf welche Weise wirken sich diese Unterschiede jedoch auf die Adaption aus? Wie gelingt der Genrewechsel? Diesen Fragen sollen nach einem allgemeinen Überblick über das Verhältnis von Sachs und Boccaccio beispielhaft an einer bestimmten Novelle nachgegangen werden, indem der Adaptionsprozess dargestellt wird.

Das "Dekameron" von Giovanni Boccaccio inspirierte namhafte literarische Größen in ganz Europa: Shakespeare, Chaucer, Rabelais; in Deutschland allein unter anderem Goethe, Lessing und den Meistersänger Hans Sachs. Dabei ist die Relevanz von Boccaccio für Hans Sachs und seine Dichtung nicht zu unterschätzen. Kein anderer deutschsprachiger Autor hat sich in diesem Umfang an Boccaccios Werk auf Grundlage der deutschen Übersetzung abgearbeitet.

Seit 1894 wurde immer wieder die Verbindung zwischen Sachs und Boccaccio, sowie die Einflüsse von zweiterem auf ersteren und seine Werke untersucht, nachgeforscht, wie Sachs den Stoff bearbeitete und wo sich etwa Bearbeitungsdifferenzen zwischen verschiedenen Gattungen auftun. Grundsätzlich ist der Fokus der Untersuchungen aber meist allgemeinerer Natur. Diese Arbeit nimmt es sich deswegen zur Aufgabe, eine Einzelanalyse zu leisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Adaptionen des Dekameron durch Hans Sachs

3. Realisierung der Adaption

3.1 Transformation

3.2 Kondensation

3.3 Selektion

3.4 Deviation

3.5 Assimilation

3.6 Interpretation

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Adaption von Giovanni Boccaccios Novelle aus dem Dekameron durch Hans Sachs. Im Fokus steht dabei die Transformation des Stoffes in die Gattung des Fastnachtspiels, insbesondere am Beispiel von "der groß Eyferer, der sein Weib Beicht höret". Ziel ist es, die spezifischen Anpassungsmechanismen von Sachs zu analysieren.

  • Vergleich zwischen Boccaccios Novellistik und Hans Sachs' Dramatik
  • Analyse der narrativen und formalen Transformationsprozesse
  • Untersuchung der moralisierenden Adaptionsstrategien
  • Bedeutung der Gattungsmerkmale des Fastnachtspiels für die Inhaltsanpassung
  • Reflektion über das "Warum" der Adaption durch den Autor

Auszug aus dem Buch

3.1 Transformation

„Transformation bedeutet: die Umformung von Prosa in Vers“ und ist somit die offensichtlichste Veränderung, die die Adaption von Hans Sachs beinhaltet. Ohne auch nur ein Wort gelesen zu haben, verdeutlicht der bloße Anblick der beiden Texte anschaulich Unterschiede: Viele Zeilenumbrüche bei Sachs und Großbuchstaben am Zeilenanfang, der Reimform geschuldet, dagegen beim Prosaform schreibenden Boccaccio große Schreibblöcke, die der Strukturierung der Novelle dienen. Sachs schreibt stringent – bis auf wenige Ausnahmen – im Knittelvers, ist in seiner künstlerischen Gestaltung weniger frei als Boccaccio es war. Im Falle eines Fastnachtspiels bedeutet Transformation nicht nur die Umformung in Vers, sondern auch die Anpassung an eine Aufführung, schließlich ist das Fastnachtspiel performativer Natur und der geschriebene Text nicht die eigentliche Rezeptionsform. Das bedeutet, dass die Transformationsleistung auch aus dem Umschreiben der Novelle in Dialoge und Monologe, sowie Nebentexte wie beispielsweise Regieanweisungen besteht.

Der Genrewechsel zieht eine weitere, tiefgreifende Veränderung nach sich: Boccaccio bedient sich eines auktorialen Erzählverhaltens, der Leser wird durch die Novelle geführt, er gewinnt durch die Augen des Erzählers Einblicke in Handlungshintergründe, Motive der Figuren, erhält zeitliche und räumliche Angaben. Die Imagination wird durch die Schilderung des Geschehens unterstützt. Hans Sachs, seinem Fastnachtspiel keinen Herold hinzufügend, welcher eine erklärende Rolle hätte einnehmen können, steht bei der Transformation vor der Aufgabe, inhaltlich relevante Plotelemente und Informationen ohne einen auktorialen Erzähler zu vermitteln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert den historischen und literarischen Kontext zwischen Boccaccio und Hans Sachs und definiert die Fragestellung bezüglich der Adaptionsmethodik.

2. Adaptionen des Dekameron durch Hans Sachs: Dieses Kapitel beleuchtet die enorme Bedeutung von Boccaccios Werk für das Schaffen von Hans Sachs und den Stellenwert dieser Adaptionen in der Forschung.

3. Realisierung der Adaption: Dieser Hauptteil analysiert die sechs von Knape vorgeschlagenen Arbeitsschritte, die den Prozess der literarischen Umgestaltung strukturieren.

3.1 Transformation: Hier wird der Gattungswechsel von Prosa in Vers sowie von der Erzählung zum performativen Fastnachtspiel untersucht.

3.2 Kondensation: Die Untersuchung der inhaltlichen Komprimierung des Originals, um der Kürze des Fastnachtspiels gerecht zu werden.

3.3 Selektion: Fokus auf die Auswahl der plotrelevanten Elemente und das bewusste Auslassen von Teilen der Vorlage.

3.4 Deviation: Analyse der bewussten Abweichungen vom Originaltext, insbesondere zur moralischen Charakterisierung der Figuren.

3.5 Assimilation: Betrachtung der Anpassung an den Zielhorizont, etwa durch die Verlegung des Schauplatzes in den deutschen Sprachraum.

3.6 Interpretation: Erläuterung der zugrundeliegenden Absichten des Autors, insbesondere das Ziel der moralischen Belehrung.

5. Zusammenfassung: Die abschließende Synthese reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und bestätigt die Zweckgebundenheit der Adaption für moralisch-didaktische Zwecke.

Schlüsselwörter

Hans Sachs, Giovanni Boccaccio, Dekameron, Fastnachtspiel, Adaption, Transformation, Kondensation, Selektion, Deviation, Assimilation, Interpretation, Gattungswechsel, Literaturgeschichte, Moral, Handlungshintergrund

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie der deutsche Dichter Hans Sachs Erzählungen aus Boccaccios "Dekameron" in seine eigenen Werke, speziell in Fastnachtspiele, umgestaltet.

Welches zentrale Werk dient als Fallbeispiel?

Als primäres Beispiel dient die fünfte Novelle des siebten Tages aus dem "Dekameron" und deren Adaption zum Fastnachtspiel "der groß Eyferer, der sein Weib Beicht höret".

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische Adaptionsmethodik von Hans Sachs zu entschlüsseln und zu zeigen, wie formale und inhaltliche Transformationen das Ziel der moralischen Belehrung unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf der strukturierten Analyse der sechs Arbeitsschritte nach Joachim Knape: Transformation, Kondensation, Selektion, Deviation, Assimilation und Interpretation.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Sachs durch den Genrewechsel zum Fastnachtspiel gezwungen ist, den auktorialen Erzähler zu ersetzen und wie er durch gezielte Änderungen die Moral des Stücks schärft.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Gattungswechsel, moralische Didaktik, Versdichtung (Knittelvers) und die Transformation von Prosa in performative Dialoge.

Warum adaptiert Hans Sachs Boccaccio gerade in Form eines Fastnachtspiels?

Die Adaption dient vor allem der moralischen Erziehung des Publikums, wobei das Fastnachtspiel mit seiner humoristischen Form und unmittelbaren Wirkung ein ideales Instrument für Sach' didaktische Zwecke darstellt.

Wie unterscheidet sich die Rolle der Ehefrau in der Adaption von der Vorlage?

Sachs stärkt die Rolle der Magd und der Ehefrau im Vergleich zum Original, um die Tugendhaftigkeit der Ehefrau gegenüber dem negativen Verhalten des Ehemannes deutlicher hervorzuheben.

Welche Rolle spielt die Eifersucht in der Interpretation der Arbeit?

Die Eifersucht wird von Sachs als nachteilig und unheilvoll charakterisiert, um sie als "falsch" darzustellen und den Zuschauer durch das moralische Exempel zu belehren.

Wird die Moral des Stücks durch die Adaption verändert?

Ja, Sachs transformiert die Vorlage radikal, um jegliche Ambiguität zu vermeiden und eine eindeutige moralische Lehre zu vermitteln, die der Lebenswirklichkeit seines Nürnberger Publikums nähersteht.

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Details

Title
Hans Sachs' Adaption von Giovanni Boccaccios "Il Decamerone". Einzelanalyse des Fastnachtspiels "Der gross Eiferer, der sein Weib Beicht höret."
College
University of Siegen
Grade
1,0
Author
David Prelle (Author)
Publication Year
2020
Pages
25
Catalog Number
V936374
ISBN (eBook)
9783346269737
ISBN (Book)
9783346269744
Language
German
Tags
Hans Sachs Giovanni Boccaccio Das Dekameron Das Decameron Il Decamerone Der Eifersüchtige Eyferer Novelle Fastnachtspiel Drama Adaption Spiel Novellensammlung Renaissance Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Prelle (Author), 2020, Hans Sachs' Adaption von Giovanni Boccaccios "Il Decamerone". Einzelanalyse des Fastnachtspiels "Der gross Eiferer, der sein Weib Beicht höret.", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/936374
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