Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine Reflexion des Verständnisses von Frieden in "De civitate Dei".
„si vis pacem para bellum“, "[w]enn du Frieden willst, rüste zum Krieg." Dieses Zitat des römischen Anwalts, Politikers, Philosophen und Schriftstellers Marcus Tullius Cicero in seiner 7. Philippischen Rede 43 v. Chr. vor dem römischen Senat, ist bis heute wirkmächtig geblieben. [...] Die Schrift »De civitate Dei« des Kirchenvaters Augustinus greift dieses Zitat auf. Dabei sind Ordnung und Frieden die wesentlichen Themen dieser Abhandlung. Ordnung und Frieden in einer Welt, die gerade ins Gegenteil zu stürzen drohte....
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung: Friedensverständnisse im Kontrast
1.1 Popkulturelle Rezeption von „si vis pacem para bellum“
1.2 Transzendente vs. immanente Weltdeutungen
1.3 Augustins „De civitate Dei“ als theologisches Korrektiv
2. Analyse der Friedenskonzepte
2.1 Anthropologische Wirklichkeit und die Rolle des Krieges
2.2 Spiritualisierung und Internalisierung: Civitas Dei und civitas terrena
2.3 Geistliche Unterscheidung nach Ignatius von Loyola
3. Fazit und Ausblick: Selbstzentriertheit versus Selbsttranszendenz
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der machtpolitischen Maxime „si vis pacem para bellum“ und Augustins theologischem Friedensverständnis in „De civitate Dei“, um aufzuzeigen, wie ein spirituell fundierter Friedensbegriff Alternativen zum Kreislauf von Gewalt und Rache bietet.
- Rezeption des Cicero-Zitats im zeitgenössischen US-Kino
- Gegenüberstellung von immanenter Weltdeutung und augustinischer Transzendenz
- Die Zweireichelehre (civitas Dei vs. civitas terrena) als Modell für Ordnung und Frieden
- Die psychologische Dimension der Selbsttranszendenz als Überwindung der Selbstzentriertheit
Auszug aus dem Buch
si vis pacem para bellum?
„si vis pacem para bellum“, "[w]enn du Frieden willst, rüste zum Krieg." Dieses Zitat des römischen Anwalts, Politikers, Philosophen und Schriftstellers Marcus Tullius Cicero in seiner 7. Philippischen Rede 43 v. Chr. vor dem römischen Senat, ist bis heute wirkmächtig geblieben. So etwa im amerikanischen Kino. Hier flimmerte 2004 „The Punisher“ über die Kinoleinwände. Der Plot ist schnell erzählt: Bei einem missglückten Einsatz Frank Castles, eines verdeckten FBI-Ermittlers, wird der Sohn eines Unterweltbosses getötet. Frank Castle möchte seinen gefährlichen Beruf, seiner Familie zuliebe aufgeben und ein nunmehr geordnetes, friedliches Leben führen. Doch es kommt anders. Der Unterweltboss sinnt auf Rache für seinen verstorbenen Sohn. Er lässt Castles ganze Familie, darunter Frau und Kind, töten. Castle selbst überlebt schwerverletzt. Seines Lebenssinns beraubt sinnt er wiederum auf Rache. „Frank Castle is dead. Call me 'The Punisher'!“, so ein Zitat Frank Castles an dieser Stelle im Film. Sein Credo ab sofort: „si vis pacem para bellum“! Die Geschichte nimmt ihren Lauf; am Ende sind wiederum die ganze Familie des Unterweltbosses sowie der Boss selbst tot, getötet durch Selbstjustiz eines »Bestrafers«, der gegen Ende des Films als eine Art »dunkler Superheld« auftritt, der eine neue Bestimmung, einen neuen Lebenssinn entdeckt zu haben scheint. Ob aus dieser neuen Ordnung im Leben des »Superhelden« tatsächlich auch Frieden erwachsen kann, bleibt trotz Anneliese Felbers Befund, wonach Friede dort herrscht, wo auch Ordnung ist, fraglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problemstellung: Friedensverständnisse im Kontrast: Dieses Kapitel führt in die Problematik der gewaltbasierten Friedenssicherung ein und kontrastiert aktuelle popkulturelle Darstellungen mit der klassischen antiken Maxime.
2. Analyse der Friedenskonzepte: Hier werden die augustinische Theologie und ihre spirituelle Weiterentwicklung durch Ignatius von Loyola analysiert, um eine Alternative zum dualistischen Weltbild aufzuzeigen.
3. Fazit und Ausblick: Selbstzentriertheit versus Selbsttranszendenz: Das Kapitel schließt mit einer Synthese, die argumentiert, dass echte Ordnung durch Selbsttranszendenz anstatt durch gewaltsame Selbstbehauptung erreicht wird.
Schlüsselwörter
Augustinus, De civitate Dei, Frieden, Krieg, Cicero, si vis pacem para bellum, Ordnung, Spiritualität, Ignatius von Loyola, Selbsttranszendenz, Selbstzentriertheit, Gerechtigkeit, Eschatologie, Theologie, Gewalt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das klassische Zitat „si vis pacem para bellum“ und vergleicht dessen heutige popkulturelle Rezeption mit Augustins tiefgreifenderem Verständnis von Frieden und Ordnung in „De civitate Dei“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen politische Philosophie, antike Theologie, Filmwissenschaft sowie die Psychologie der Spiritualität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass der rein machtpolitische Friedensbegriff durch eine transzendente Sichtweise korrigiert werden muss, um gesellschaftliche und persönliche Friedensfähigkeit zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theologische und geisteswissenschaftliche Analyse, die primär- und sekundärliterarische Quellen sowie filmische Beispiele interpretiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der anthropologischen Wirklichkeit des Krieges, der Spiritualisierung von Ordnung und Frieden durch Augustinus und der Unterscheidung der Geister bei Ignatius von Loyola.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Augustinus, Friede, Krieg, Selbsttranszendenz, Ordnung, Gewalt und das „De civitate Dei“.
Wie unterscheidet Augustinus zwischen „civitas Dei“ und „civitas terrena“?
Augustinus nutzt diese Bilder, um das Leben „nach dem Fleisch“ (selbstzentriert) dem Leben „nach dem Geist“ (auf Gott ausgerichtet) gegenüberzustellen, um Frieden als innere, spirituelle Qualität zu definieren.
Welche Rolle spielt die „Selbsttranszendenz“ bei Augustinus?
Selbsttranszendenz ist die Fähigkeit des Menschen, sich mit anderen und Gott zu verbinden, was den notwendigen Kontrast zur destruktiven Selbstzentriertheit darstellt und friedliches Zusammenleben ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Riedel (Autor:in), 2020, Augustins Verständnis vom Frieden in »De civitate Dei«. Eine kurze Reflexion, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/935044