Diese Arbeit erörtert, wie durch körperliche Aktivitäten auch die mentale Belastbarkeit gefördert wird und so der Betriebssport eine sinnvolle betriebliche Maßnahme der Gesundheitsförderung darstellt, die geeignet ist, dem hohen alltäglichen Arbeitsdruck entgegenzuwirken bzw. diesen zu mindern.
Das Statistische Bundesamt hat im Jahre 2011 460,6 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage mit ungefähr 12,6 Fehltagen je Arbeitnehmer ermittelt. Durch das genannte Arbeitsunfähigkeitsvolumen belaufen sich die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf ungefähr 46 Milliarden Euro, der Ausfall an Bruttowertschöpfung wird auf ca. 80 Milliarden Euro. Nach neuesten Studien der Bertelsmann Stiftung fühlt sich jeder dritte Beschäftigte in Deutschland durch seine Arbeit überfordert. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Eine entscheidende Rolle spielt jedoch der zunehmende Druck im Arbeitsalltag. Nach Angaben der Berufsgenossenschaft "fühlen sich 63,7 % der Arbeitnehmer überfordert, 39,4 % fürchten die Konkurrenz durch Kollegen und 92,8 % bangen um ihren Arbeitsplatz." Zwar lassen die Unternehmen ihren Beschäftigten mehr Spielräume bei der Strukturierung ihres Arbeitsalltags und geben Zielsetzungen vor, trotzdem bleiben deren psychische und physische Belastung sehr hoch. Viele fühlen sich machtlos, da sie nur wenig Einfluss auf die Arbeitsmengen haben. Aus diesem Grund gehen Arbeitnehmer oft an ihre Leistungsgrenze und verfolgen ein zu hohes Arbeitstempo. Außerdem halten viele keine Pausenregelung ein, da sie sonst ihr Arbeitspensum nicht erfüllen können. Bedenklich stimmt, dass ein großer Teil sogar krank zur Arbeit erscheint, um den erhöhten Anforderungen und dem starken Druck gerecht zu werden. Arbeitnehmerinteressen-Verbände und Gesundheitsverbände appellieren an die Unternehmen, Maßnahmen gegen den hohen Druck zu ergreifen, um Arbeitnehmer zu entlasten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Thema & Zielsetzung der Arbeit
2 Gesundheitsförderung & Betriebssport
2.1 Betriebliche Gesundheitsförderung
2.1.1 Definition
2.1.2 Ursprung & heutige Bedeutung
2.2 Betriebssport
2.2.1 Definition
2.2.2 Zahlenmäßige Entwicklung
2.2.3 Formen des Betriebssportes
2.2.3.1Arbeitgeberseitig organisierter Betriebssport
2.2.3.1.1 Bewegungspause am Arbeitsplatz
2.2.3.1.2 Auszubildendensport
2.2.3.1.3 Verbandsungebundener Betriebssport
2.2.3.2Arbeitnehmerseitig organisierter Betriebssport
2.2.3.2.1 Ungebundene Betriebssportgruppen
2.2.3.2.2 Organisierte Betriebssportgemeinschaften
2.2.3.2.3 Betriebsnahe Sportvereine
2.3 Betriebsklima
2.4 Unterschied Motivation & Motiv
2.4.1 Definition
2.4.2 Arten
2.4.2.1Intrinsische Motivation
2.4.2.2Extrinsische Motivation
2.5 Motiv
2.5.1 Definition
3 Motive und Auswirkungen für Arbeitnehmer & Arbeitgeber
3.1 Positive Motive & negative Auswirkungen auf die Arbeitnehmer
3.1.1 Positive Motive der Arbeitnehmer
3.1.2 Negative Auswirkungen für den Arbeitnehmer
3.2 Chancen & Belastungen/ Risiken für den Arbeitgeber
3.2.1 Chancen
3.2.2 Belastungen/ Risiken
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Betriebssport als Instrument der Gesundheitsförderung zur Minderung des alltäglichen Arbeitsdrucks und zur Steigerung des Wohlbefindens im Unternehmen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie sportliche Aktivitäten sowohl psychische als auch physische Belastungen der Mitarbeiter kompensieren und welche Motive sowie Auswirkungen dies für Arbeitnehmer und Arbeitgeber hat.
- Grundlagen der betrieblichen Gesundheitsförderung
- Differenzierung und Formen des Betriebssports
- Psychologische Aspekte von Motivation und Motiven
- Nutzen und Risiken für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
- Stellenwert von Unternehmenskultur und Arbeitsbedingungen
Auszug aus dem Buch
2.2.3.1 Arbeitgeberseitig organisierter Betriebssport
Diese Form des Betriebssportes teilt sich in drei verschiedene Kategorien auf:
2.2.3.1.1 Bewegungspause am Arbeitsplatz
Die Bewegungspause am Arbeitsplatz wird folgendermaßen definiert: „Unter einer Bewegungspause ist eine kurze Arbeitsunterbrechung von etwa 5 bis 15 Minuten Dauer zu verstehen.“ Ausgewählte Betriebe haben es sich zur Aufgabe gemacht anhand des Präventivmodells Bewegungspause spezielle Bewegungsübungen für ihre Belegschaften zu entwickeln und diese täglich anzubieten. Die Teilnahme an der Bewegungspause ist für die Arbeitnehmer freiwillig und „kann sowohl in der bezahlten und der unbezahlten Pause in Praxis vertreten sein.“ Die Übungen sind relativ simpel und zügig am Arbeitsplatz durchzuführen. Meistens geht es um Mobilisation des Kopfes, der Arme, der Schultern, des Rückens und der Beine oder um dementsprechendes Dehnen der Muskeln. Die einzelnen Partien sollen nur für ein paar Sekunden beansprucht und drei bis fünf Mal wiederholt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt das hohe Niveau an Arbeitsunfähigkeitstagen und den wachsenden Druck im Arbeitsalltag als Ausgangslage für die Notwendigkeit betrieblicher Maßnahmen.
2 Gesundheitsförderung & Betriebssport: Definiert die Begriffe betriebliche Gesundheitsförderung und Betriebssport, erläutert deren Entwicklung sowie die verschiedenen Organisationsformen und psychologischen Hintergründe der Motivation.
3 Motive und Auswirkungen für Arbeitnehmer & Arbeitgeber: Analysiert die Beweggründe der Arbeitnehmer für die Teilnahme am Sport sowie die Chancen und steuerlichen Vorteile für Arbeitgeber bei gleichzeitiger Betrachtung potenzieller Risiken.
4 Fazit: Resümiert, dass Betriebssport ein wirksames Element zur Gesundheitsförderung ist, das trotz organisatorischer und finanzieller Aufwände langfristig das Wohlbefinden und die Identifikation mit dem Unternehmen steigert.
Schlüsselwörter
Betriebssport, Gesundheitsförderung, Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Motivation, Arbeitsalltag, Bewegungspause, Unternehmenskultur, Leistungsfähigkeit, Belastung, Prävention, Stress, Teamentwicklung, betriebliche Gesundheitsförderung, Arbeitsunfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit untersucht, inwieweit Betriebssport als Instrument der betrieblichen Gesundheitsförderung dazu beitragen kann, den Arbeitsdruck zu mindern und die Gesundheit der Mitarbeiter zu erhalten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben den theoretischen Grundlagen der betrieblichen Gesundheitsförderung behandelt die Arbeit die verschiedenen Organisationsformen des Betriebssports, die Abgrenzung von Motiv und Motivation sowie die Vor- und Nachteile für beide Parteien im Arbeitsverhältnis.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch sportliche Aktivitäten mentale und körperliche Blockaden gelöst werden können, um so das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz nachhaltig zu steigern.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Studien und statistischer Daten zur Entwicklung des Betriebssports in Deutschland basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil beleuchtet?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition des Betriebssports, die Unterscheidung zwischen arbeitgeber- und arbeitnehmerseitigen Organisationsformen sowie eine detaillierte Analyse der positiven und negativen Auswirkungen für Beschäftigte und Unternehmen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Betriebssport, Gesundheitsförderung, Motivation, Arbeitsbedingungen, Leistungsbereitschaft und Prävention.
Warum spielt die Unterscheidung von Motiv und Motivation eine Rolle?
Diese Differenzierung ist essentiell, um zu verstehen, warum Mitarbeiter bestimmte sportliche Angebote annehmen oder ablehnen und welche psychologischen Prozesse dabei im Hintergrund wirken.
Welche steuerlichen Aspekte für Unternehmen werden erwähnt?
Die Arbeit weist auf §3 Nr. 34 EStG hin, nach dem Unternehmen bis zu 500 Euro pro Mitarbeiter und Jahr lohnsteuerfrei für zertifizierte Maßnahmen der Gesundheitsförderung investieren können.
- Quote paper
- Friedrich Schmitz (Author), 2015, Gesundheitsförderung durch Betriebssport. Kann auch die mentale Belastbarkeit gefördert werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/931856