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Der Heide in "Wilhalm von Wenden" von Ulrich von Etzenbach

Eine kurze Untersuchung

Title: Der Heide in "Wilhalm von Wenden" von Ulrich von Etzenbach

Term Paper , 2019 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Myron Christidis (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll die Darstellung des Heidentums in Ulrichs von Etzenbach Wilhalm von Wenden näher untersucht werden. Dabei soll bewiesen werden, dass die Protagonisten Wilhalm und Bene sich, stellvertretend für ihr Volk, stets vorbildlich und tugendhaft benehmen und so dem zeitgenössischen negativen Bild der Heiden nicht entsprechen, dass es keinen Unterschied macht, ob sie Heiden oder Christen sind. Nach einer kurzen Kontextualisierung des Werks wird dazu zunächst das Volk des Wendenlandes in seiner Gesamtheit betrachtet, bevor Wilhalm selbst und seine Frau Bene gesondert beleuchtet werden.

Die mittelalterliche Welt lebte nach einem starken und beinahe unerschütterlichen Paradigma, welches ihren Blick auf benachbarte Länder und Kulturen formte. Dieses Paradigma trug einen außerordentlich großen Teil zur Entwicklung der Einstellung des mittelalterlichen Europas gegenüber Ausländern, Fremden, Außenseitern und Nonkonformisten bis ins späte 16. und 17. Jahrhundert bei und bestimmt vielleicht noch immer unseren Blick auf fremde Kulturen, die nicht im Christentum begründet sind.

Basierend auf dieser Tradition betrachtete die westliche Welt die Heiden, und dabei speziell Muslime, als eine Macht, die es nach Gottes Wille zu bekämpfen und vernichten galt. So beginnt Albrecht Classen seinen Aufsatz über die Entstehung der Toleranz, in dem er unter anderem Ulrichs von Etzenbach Wilhalm von Wenden auf Spuren eben dieses Paradigmas untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Heiden in der mittelalterlichen Dichtung

3. Die Heiden im Wilhalm von Wenden

3.1 Das Heidenvolk des Wendenlandes

3.2 Wilhalm - der edle Heide

3.3 Bene – die tugendhafte Herzogin

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung des Heidentums in Ulrichs von Etzenbach "Wilhalm von Wenden". Ziel ist der Nachweis, dass die Protagonisten Wilhalm und Bene als "gesinnungshaft Christen" agieren und trotz ihres heidnischen Glaubens ein vorbildliches, tugendhaftes Verhalten zeigen, welches den zeitgenössischen negativen Stereotypen widerspricht.

  • Kontextualisierung des Heidentums in der mittelalterlichen Literatur
  • Analyse des heidnischen Wendenvolkes als idealisierte Gesellschaft
  • Untersuchung der herrschaftlichen und ethischen Vorbildfunktion Wilhalms
  • Darstellung der tugendhaften und politisch agierenden Herzogin Bene
  • Reflexion über das Verhältnis von Konversion und moralischer Charakterzeichnung

Auszug aus dem Buch

3.2 Wilhalm - der edle Heide

Der Grund für die schlussendliche Bekehrung seines Volkes ist der junge Herzog Wilhalm. Trotz seines geringen Alters erfährt dieser als Sohn eines edel heiden (WW, V. 108) den Respekt und die Hochachtung seiner Gefolgsleute, als ob im wîsheit volliu maht und aldiu jâr sîn gegeben (WW, V. 138f). Wilhalm und auch seine Frau Bene erhalten bereits zu Beginn einen Vorbildcharakter, der Erzähler lässt sie „vom ersten Auftritt an als politische wie ethische Lichtgestalten erscheinen“26. So schreibt er über Wilhalm:

er wante sîn gemüete / an wirdîcliche güete; / zuht sô wolde er minnen, / sîn kintheit ranc mit sinnen (WW, V. 143-146).

Wilhalm ist trotz seines polytheistischen Glaubens die Verkörperung eines christlichen Fürsten, er trägt ein süezez herze in heidenschaft (WW, V. 653). Dabei gibt es durchaus negative Lesarten des Charakters, der zweifellos auch fragwürdige Entscheidungen trifft. Classen argumentiert, dass er sich sowohl seinem Land als auch seiner Frau gegenüber extrem unverantwortlich verhält, indem er sie im Stich lässt, um seine persönliche Ziele zu verfolgen27. Wilhalm verlasse Bene recht achtlos, ausgenommen des Goldes, welches er ihr zurücklässt28. Ohne Benes Einfluss, so Classen weiter, hätte er ferner keinen Erfolg bei der Konversion der Heiden seines Landes gehabt, eine Konversion, zu der Bene gezwungen ist, da Wilhalm beschließt, sie andernfalls wieder zu verlassen29.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das mittelalterliche Paradigma gegenüber dem Fremden und führt in die Fragestellung ein, wie Ulrich von Etzenbach dieses durch die Darstellung seiner Protagonisten dekonstruiert.

2. Die Heiden in der mittelalterlichen Dichtung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene literarische Konzepte der "Heidenschaft", von dämonisierenden Modellen bis hin zu Ansätzen eines gleichwertigen Nebeneinanders.

3. Die Heiden im Wilhalm von Wenden: Der Hauptteil analysiert das Wendenland als politisch-ethische Idealwelt und untersucht die Protagonisten Wilhalm und Bene in ihrem Handeln.

3.1 Das Heidenvolk des Wendenlandes: Es wird dargelegt, dass das Volk der Wenden bereits vor ihrer Bekehrung zivilisierte, tugendhafte und christlich anmutende Strukturen aufweist.

3.2 Wilhalm - der edle Heide: Die Analyse konzentriert sich auf die Figur Wilhalms, der trotz seines polytheistischen Glaubens als vorbildlicher, "süezes herze" tragender Herrscher gezeichnet wird.

3.3 Bene – die tugendhafte Herzogin: Das Kapitel würdigt Bene als starke, politisch kluge Herrscherin, die den Roman durch ihre intellektuelle und ethische Ebenbürtigkeit zum "Frauenroman" qualifiziert.

4. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass die Konversion der Protagonisten keine inhaltliche Veränderung ihrer makellosen Charaktere erzwingt, da sie bereits zuvor "gesinnungshaft Christen" waren.

Schlüsselwörter

Wilhalm von Wenden, Ulrich von Etzenbach, Heidentum, Mittelalterliche Dichtung, Konversion, Tugendhaftigkeit, Geschlechterrollen, Toleranz, Höfischer Roman, Wendenland, Herrschaftsorganisation, Christentum, Literaturwissenschaft, Bene, Ritterepik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Ulrich von Etzenbach in seinem Roman "Wilhalm von Wenden" das Heidentum darstellt und inwieweit die heidnischen Protagonisten den gängigen mittelalterlichen Vorurteilen gegenüber Andersgläubigen entsprechen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen Christen und Heiden, die Konzeption von Toleranz in der höfischen Epik, die politische Rolle der Frau und das Idealbild eines christlichen Herrschers.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu beweisen, dass die Protagonisten Wilhalm und Bene trotz ihres heidnischen Status als moralische Vorbilder agieren, die bereits vor ihrer Konversion christliche Werte internalisiert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Berücksichtigung der Fachliteratur (u.a. von Albrecht Classen und Mathias Herweg) interpretiert und in den historischen Kontext einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst das soziale und politische Umfeld des Wendenlandes sowie die individuellen Charakterisierungen von Wilhalm und Bene als "Lichtgestalten".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Konversion, Heidentum, Tugendhaftigkeit, Frauenroman und das zeitgenössische Paradigma der Toleranz.

Warum wird der Roman von manchen als "Frauenroman" bezeichnet?

Der Autor stützt sich auf die Interpretation von Albrecht Classen, der argumentiert, dass Bene den Protagonisten nicht nur ebenbürtig ist, sondern durch ihre Klugheit und Stärke als Herrscherin oft sogar überragt.

Wie geht der Autor mit dem Widerspruch um, dass Wilhalm seine Frau verlässt?

Die Arbeit reflektiert dies kritisch: Während das Verhalten aus heutiger Sicht als rücksichtslos erscheint, wird es im mittelalterlichen Kontext als Ausdruck der absoluten Priorisierung Gottes und des Glaubens legitimiert.

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Details

Title
Der Heide in "Wilhalm von Wenden" von Ulrich von Etzenbach
Subtitle
Eine kurze Untersuchung
College
University of Göttingen
Grade
1,3
Author
Myron Christidis (Author)
Publication Year
2019
Pages
15
Catalog Number
V930096
ISBN (eBook)
9783346255976
ISBN (Book)
9783346255983
Language
German
Tags
Wilhalm von Wenden Ulrich von Etzenbach Heide
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Myron Christidis (Author), 2019, Der Heide in "Wilhalm von Wenden" von Ulrich von Etzenbach, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/930096
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