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Ein Epos, zwei Welten?

Die Randbezirke der nibelungischen Welt

Titel: Ein Epos, zwei Welten?

Hausarbeit , 2008 , 16 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexander Winnefeld (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit untersucht die 'Topographie' des Nibelungenliedes und setzt sich dabei kritisch mit dem von Jan-Dirk Müller herausgearbeiteten Gegensatz von 'höfischer' und 'heroischer' Welt auseinander.
Sie untersucht die Angaben zu geographischer Position und gesellschaftlicher Ordnung in Bezug auf die Randorte Isenstein, Niderlant und Nibelungenland und hinterfragt, inwiefern sich die Beschaffenheit der Länder tatsächlich in die von Müller entworfene 'Untergangsstruktur' integrieren lässt.

Einleitung:
Die Welt des Nibelungenliedes zerfällt, so Jan-Dirk Müller in seiner Studie „Spielregeln für den Untergang“, in zwei Zonen: zum einen die höfische, die Worms und Xanten ebenso wie Bechelaren und Etzelnburc umfasse; und auf der anderen Seite in jene „fremdartige“, heroische Welt, wie sie dem Leser auf Isenstein oder im Nibelungenland begegne. Diese Welten seien klar abgrenzbar und würden nur zwei mal überschritten werden - einmal, als Isenstein quasi kolonisiert, in die höfische Zone überführt werde, und dann ein zweites mal, als die mythische Welt zurückschlage und die höfische ‚überwuchere’ und schließlich ins Verderben ziehe .
Bei allem Wert, den Müllers Werk als Plädoyer gegen den Ausschließlichkeitsanspruch sagengeschichtlicher Herangehensweisen hat, so scheint er mir an dieser Stelle doch genau in die Falle der Sinnunterstellung hereinzulaufen, vor der Joachim Heinzle gewarnt hat. Es ist richtig, dass nicht jede Ungereimtheit im Nibelungenlied ein Fehler ist, dass uns die „nibelungische“ Art des Erzählens z.T. einfach sehr fremd ist; Müller scheint mir jedoch vor allem im Detail dem Bearbeiter (oder den Bearbeitern) des Nibelungenliedes eine zu sehr an neuzeitlichen Maßstäben orientierte Verfügungsgewalt über den Stoff zuzuschreiben, wenn er den aus verschiedenen Traditionen zusammengeflossenen Text als bis ins Kleinste durchorganisiertes Zeichensystem liest.
Ziel dieser Arbeit soll es nun sein, die Länder des Nibelungenliedes nach Lage wie nach Sitten, unabhängig von einer Gesamtdeutung des Epos, zu beschreiben, und aufzuzeigen, ob und wie sich die nibelungische Welt im Detail aufgliedert. In Anbetracht des beschränkten Umfanges geschieht dies hauptsächlich mit Blick auf die ‚Randzonen’ der Erzählung, allerdings mit der Gegenfolie der im Mittelpunkt der Erzählung stehenden Höfe von Worms und Etzelnburc.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Ein Epos, zwei Welten?

1.1 Das „Wuchern“ des Nibelungennamens

2. Nibelungische Randorte

2.1 Ez was ein küneginne gesezzen über sê – Island

2.2 Nidene bî dem Rîne – Niderlant

2.3 Ze Norwaege in der marke – Das Nibelungenland

2.4 Das Verschwimmen der Randzonen: Das Nibelungenland und Niderlant ab der 12. Aventiure

2.5 Andere Randgebiete

3. Abschlussbetrachtung - Eine alternative Topographie des Nibelungenliedes

4. Literaturverzeichnis

4.1 Textausgaben

4.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die topographische Struktur des Nibelungenliedes und stellt die These von Jan-Dirk Müller, wonach die Welt des Epos strikt in zwei gegensätzliche Zonen – eine höfische und eine heroisch-mythische – unterteilt sei, in Frage. Ziel ist es, die Länder des Nibelungenliedes nach Lage und Sitten zu analysieren und aufzuzeigen, dass die sogenannte "Randzone" des Epos nicht zwangsläufig mythisch geprägt, sondern ebenfalls höfisch überformt ist.

  • Kritische Analyse der Zweiteilung der nibelungischen Welt (Zentren vs. Randzonen)
  • Pragmatische Untersuchung der geographischen Bestimmbarkeit von Orten wie Island, Niderlant und dem Nibelungenland
  • Untersuchung des Personal- und Sittenbildes an den Nebenschauplätzen
  • Hinterfragung der Deutung des "Wucherns" des Nibelungennamens
  • Diskussion der Konfusion bei der Namensgebung und der Handlungslogik im Text

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung: Ein Epos, zwei Welten?

Die Welt des Nibelungenliedes zerfällt, so Jan-Dirk Müller in seiner Studie „Spielregeln für den Untergang“, in zwei Zonen: zum einen die höfische, die Worms und Xanten ebenso wie Bechelaren und Etzelnburc umfasse; und auf der anderen Seite jene „fremdartige“, heroische Welt, wie sie dem Leser auf Isenstein oder im Nibelungenland begegne. Diese Welten seien klar abgrenzbar und würden nur zwei mal überschritten werden - einmal, als Isenstein quasi kolonisiert, in die höfische Zone überführt werde, und dann ein zweites mal, als die mythische Welt zurückschlage und die höfische ‚überwuchere’ und schließlich ins Verderben ziehe.

Bei allem Wert, den Müllers Werk als Plädoyer gegen den Ausschließlichkeitsanspruch sagengeschichtlicher Herangehensweisen hat, so scheint er mir an dieser Stelle doch genau in die Falle der Sinnunterstellung hereinzulaufen, vor der Joachim Heinzle gewarnt hat. Es ist richtig, dass nicht jede Ungereimtheit im Nibelungenlied ein Fehler ist, dass uns die „nibelungische“ Art des Erzählens z.T. einfach sehr fremd ist; Müller scheint mir jedoch vor allem im Detail dem Bearbeiter (oder den Bearbeitern) des Nibelungenliedes eine zu sehr an neuzeitlichen Maßstäben orientierte Verfügungsgewalt über den Stoff zuzuschreiben, wenn er den aus verschiedenen Traditionen zusammengeflossenen Text als bis ins Kleinste durchorganisiertes Zeichensystem liest. Auch scheint er mir zu oft komplizierte semiotische Deutungen pragmatischen Erwägungen vorzuziehen – als Beispiel sei hier ein Detail genannt, das maßgeblich Müllers These der zwei trennbaren Welten im Nibelungenlied stützt: das „Wuchern“ des Nibelungennamens im zweiten Teil des Epos.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Ein Epos, zwei Welten?: Der Autor stellt die Forschungsfrage und kritisiert Jan-Dirk Müllers These einer strikten Zweiteilung der nibelungischen Welt in höfische und heroische Zonen.

2. Nibelungische Randorte: In diesem Hauptteil werden verschiedene Schauplätze des Epos (Island, Niderlant, Nibelungenland, etc.) analysiert, um zu zeigen, dass diese entgegen Müllers Annahme ebenfalls höfisch geprägt sind.

3. Abschlussbetrachtung - Eine alternative Topographie des Nibelungenliedes: Das Fazit fasst zusammen, dass die Einteilung in Zentren und Randzonen pragmatisch ist und die Welt des Epos durchgehend eine höfisch-moderne Überformung aufweist.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Textausgaben und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur zur Unterstützung der Argumentation.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Topographie, Jan-Dirk Müller, höfische Welt, heroische Welt, Randzonen, Nibelungenland, Niderlant, Isenstein, Gattungsinterferenzen, höfische Überformung, pragmatische Erzählweise, Sagengeschichte, mittelalterliche Literatur, Siegfried

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der geographischen und inhaltlichen Struktur des Nibelungenliedes und untersucht, ob eine strikte Trennung zwischen einer "höfischen" und einer "heroisch-mythischen" Welt, wie sie von Jan-Dirk Müller postuliert wurde, im Text tatsächlich nachweisbar ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die Topographie der nibelungischen Welt, die Charakterisierung der Randzonen sowie die Analyse von Personal und Sitten in den verschiedenen Handlungsorten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass die vermeintlich "heroischen" Orte des Epos ebenso höfisch überformt sind wie die Zentren Worms und Etzelnburc, und eine alternative Einteilung der Welt des Nibelungenliedes vorzuschlagen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor wendet eine textnahe, pragmatische Analyse an, die Müllers semiotische Interpretationen hinterfragt und stattdessen die Handlungslogik des Dichters in den Vordergrund stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung einzelner Randorte, insbesondere Island, dem Niderlant und dem Nibelungenland, sowie der Analyse, wie diese Orte sich im Verlauf der Erzählung (insbesondere ab der 12. Aventiure) verändern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nibelungenlied, Topographie, höfische Welt, heroische Welt, Randzonen und höfische Überformung charakterisiert.

Wie bewertet der Autor das "Wuchern" des Nibelungennamens?

Der Autor interpretiert diesen Umstand nicht als gezielte erzählerische Strategie zur Markierung einer heroischen Sphäre, sondern als mögliches Resultat von Konfusion und Uneinheitlichkeit in der Überlieferung.

Warum kommt der Autor zu dem Schluss, dass das Nibelungenland nicht ausschließlich "heroisch" ist?

Weil der Autor aufzeigt, dass die dortigen Figuren (wie Alberich) auch höfische Funktionen übernehmen und das Land im Verlauf der Handlung eine höfische Struktur aufweist, die der in den burgundischen Zentren ähnelt.

Welche Rolle spielt die "Meile" in der Argumentation des Autors?

Die Entfernungsangaben werden als Beleg dafür angeführt, dass der Dichter eher an einer pragmatischen Darstellung interessiert ist, als an der Konstruktion einer mythisch-vagen "Anderswelt".

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein Epos, zwei Welten?
Untertitel
Die Randbezirke der nibelungischen Welt
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für deutsche Philologie)
Veranstaltung
Aufbauseminar Germanistische Mediävistik
Note
1,3
Autor
Alexander Winnefeld (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V92962
ISBN (eBook)
9783638070232
ISBN (Buch)
9783638955386
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Epos Welten Aufbauseminar Germanistische Mediävistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Winnefeld (Autor:in), 2008, Ein Epos, zwei Welten?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/92962
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Leseprobe aus  16  Seiten
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