Vor allem ausgelöst durch den brutalen Bürgerkrieg in Syrien, aber auch durch die unsichere politische Lage in Syriens Nachbarstaaten, wie der Türkei, kam es im Jahr 2015 zu überdurchschnittlich starken Flüchtlingsströmungen, vor allem in die EU. Dies wurde durch die Reaktion Angela Merkels auf die ankommenden Flüchtlinge noch verstärkt. Da sie meinte, dass Deutschland keine Flüchtlinge zurückschicken wird, nahmen dies viele Flüchtlinge, allerdings nicht nur aus Syrien, sondern auch aus anderen fern östlichen und nordafrikanischen Ländern, zum Anlass in die EU und nach Deutschland zu flüchten, weil ihnen dort Asyl so gut wie sicher war (Die Presse 2015).
Zusätzlich zu diesen extremen Entwicklungen ist Deutschland bereits seit vielen Jahren ein beliebtes Einwanderungsland, welches besonders durch sein gut ausgebautes Wohlfahrtssystem punkten kann. Die Wirtschaft läuft gut, es gibt viele Arbeitsplätze und die politische Lage ist stabil (Wirtschaftswoche 2014a). Zusätzlich dazu gibt es in Deutschland eine Arbeitslosenversicherung, welche sowohl für Deutsche, aber auch für AusländerInnen, sehr attraktiv ist (Handelsblatt 2018).
Deutschland stößt langsam an seine Grenzen was die Aufnahme und die Integration von Ausländern angeht und gleichzeitig gibt es im Land eine immer älter werdende Bevölkerung, eine geringe Geburtenrate und einen starken Mangel an Fachkräften in bestimmten Industrien. Bereits in der Mitte des 20. Jahrhunderts holte sich Deutschland ausländische Arbeitskräfte ins Land, um die offenen Stellen mit billigen Arbeitskräften zu besetzen und gleichzeitig die Arbeitslosigkeit in den Herkunftsländern der GastarbeiterInnen zu senken (Weinzierl et al. 2015).
Doch ist auch solch ein Programm jetzt vorstellbar, um die Migrationsproblematik in Deutschland zu lösen? Welche Handlungsmöglichkeiten hat Angela Merkel nun, um mit dieser Situation umzugehen? Zu diesen Fragen soll in der folgenden Ausarbeitung Stellung genommen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wohlstand und Attraktivität Deutschlands
3. Deutschlands Probleme und Merkels Handelsalternativen
4. Lösungsansätze
4.1. Erfordernis der weiterführenden Integration
4.2. Bevölkerungswachstum erhöhen
4.3. Fachkräftemangel beseitigen
4.4. Arbeitsversicherung überarbeiten
5. Probleme der Migration
5.1. Gastarbeiter damals vs. Migranten heute
5.2. Integrationskosten
5.3. Billige Arbeitskräfte
5.4. Heimatüberweisungen und Konsum
6. Konkrete Empfehlungen
7. Conclusio
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Herausforderungen Deutschlands in Bezug auf Migrationspolitik, demografischen Wandel und Arbeitsmarktattraktivität. Ziel ist es, Handlungsmöglichkeiten für die deutsche Regierung unter Angela Merkel aufzuzeigen, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Integration zu optimieren, ohne dabei den Wohlfahrtsstaat zu überlasten.
- Analyse des demografischen Wandels und der niedrigen Geburtenrate in Deutschland.
- Evaluation der Integrationskosten und ökonomischen Auswirkungen von Zuwanderung.
- Untersuchung von Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel durch Qualifizierung und Bildung.
- Diskussion von Reformen der Arbeitslosenversicherung zur Steigerung der Arbeitsproduktivität.
- Ableitung konkreter politischer Empfehlungen zur Steuerung der Migration.
Auszug aus dem Buch
4.2. Bevölkerungswachstum erhöhen
Wie bereits ausführlich in Kapitel 3 beleuchtet, hat Deutschland mit einer niedrigen Geburtenrate bei einer gleichzeitig alternden Bevölkerung zu kämpfen. Dies ist in den Industrielauten kein seltenes Problem und wird oftmals mit der modernen Empfängnisverhütung in Verbindung gebracht, die in Industrieländern verbreiteter ist als in Entwicklungsländern (Mankiw, 2011, S.277). Die Produktionsformel des Solow-Modells macht aber deutlich, dass der wirtschaftliche Gesamtoutput eines Landes mit dessen Bevölkerungswachstum zusammenhängt:
Y = F(K, L x E x [n + g])
Das Produkt L x E bezeichnet das in Effizienzeinheiten gemessenen Arbeitsvolumen, das sowohl die Anzahl der Beschäftigten als auch deren Arbeitseffizienz berücksichtigt, und in direkter Beziehung zum Gesamtoutput Y steht. Eine Erhöhung der Effizienz E hätte dabei die gleichen Auswirkungen auf den Gesamtoutput Y wie eine Erhöhung der Anzahl der Beschäftigten L. Die Anzahl der Beschäftigten hängt wiederum von der Rate n, die für das Bevölkerungswachstum steht, ab (Mankiw 2011, 285).
Die deutsche Regierung könnte nun Anreize setzen, um die Geburtenrate der deutschen Frauen zu erhöhen. Mit den Modellen ElterngeldPlus, Mehrlingsbonus, Partnerschaftsbonus sowie der (geteilten) Elternzeit gibt es bereits einige Anreize und Erleichterungen (littleBigheart 2017; karrierebibel.de 2015). Vielen Frauen ist aber ebenso die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig, da sie empfinden, dass sie sich für eine Sache entscheiden müssen: Heutzutage studieren immer mehr Frauen und wollen nicht, dass ihre Ausbildung umsonst war – deshalb fokussiert man sich auf die Karriere und bekommt unter Umständen keine Kinder, wenn man das Gefühl hat, sich nicht ausreichend um die Kinder kümmern zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den Kontext der Flüchtlingskrise 2015 und die ökonomischen sowie demografischen Herausforderungen für Deutschland.
2. Wohlstand und Attraktivität Deutschlands: Analysiert die historischen Faktoren für Deutschlands wirtschaftliche Stärke und die Attraktivität als Einwanderungsland.
3. Deutschlands Probleme und Merkels Handelsalternativen: Erläutert die Problematik der Geburtenrate, den Fachkräftemangel und mögliche politische Strategien Angela Merkels.
4. Lösungsansätze: Diskutiert Integrationsstrategien, Maßnahmen zur Erhöhung des Bevölkerungswachstums, die Beseitigung des Fachkräftemangels und Reformen der Arbeitsversicherung.
5. Probleme der Migration: Beleuchtet Herausforderungen wie Integrationskosten, kulturelle Barrieren und die Problematik von Billiglohnkonkurrenz.
6. Konkrete Empfehlungen: Präsentiert politische Handlungsempfehlungen zur Steuerung der Migration und zur Förderung der eigenen Staatsbürger.
7. Conclusio: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, ökonomische Stabilität mit sozialer Verantwortung in Einklang zu bringen.
Schlüsselwörter
Deutschland, Migration, Flüchtlingskrise, Wohlstand, Fachkräftemangel, Geburtenrate, Integration, Arbeitsmarkt, Arbeitslosenversicherung, Bevölkerungswachstum, ökonomische Strategie, Gastarbeiter, EU-Politik, Humankapital, Sozialstaat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen der Migrationspolitik auf Deutschland im Kontext eines alternden Wohlfahrtsstaates.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem demografischen Wandel, dem Fachkräftemangel, den Kosten der Integration und der Reformfähigkeit des deutschen Arbeitsmarktes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, politische Handlungsmöglichkeiten für die deutsche Regierung zu evaluieren, um den Wohlstand zu sichern und Integrationsprozesse effizienter zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine ökonomische Analyse auf Basis von Datenquellen und makroökonomischen Modellen wie dem Solow-Modell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der aktuellen Probleme Deutschlands, diskutiert Lösungsansätze und beleuchtet kritische Aspekte der Migration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Migration, Fachkräftemangel, Wohlstand, Integration, Arbeitsmarkt und Bevölkerungswachstum sind die zentralen Begriffe.
Warum wird im Dokument zwischen EU-Bürgern und Nicht-EU-Bürgern unterschieden?
Aufgrund ähnlicher Rechts- und politischer Systeme innerhalb der EU wird die Integration von EU-Bürgern als kosteneffizienter und einfacher angesehen als die von Nicht-EU-Bürgern.
Welche Rolle spielt die Arbeitslosenversicherung in den Reformvorschlägen?
Die Autoren schlagen vor, das System zu reformieren, indem Prämien für eine schnelle Jobsuche gezahlt werden, um die friktionelle Arbeitslosigkeit zu senken.
- Arbeit zitieren
- BSc (WU) M.A. Katharina Feigl (Autor:in), Maria Pulay (Autor:in), Marlene Reumann (Autor:in), Julia Stumpf-Fekete (Autor:in), 2018, Einwanderungspolitik in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/925391