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Die 'Elegie' Walthers von der Vogelweide im Vergleich mit früherer Kreuzzugslyrik

Titel: Die 'Elegie' Walthers von der Vogelweide im Vergleich mit früherer Kreuzzugslyrik

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 20 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Philipp Robens (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Gedicht Walthers von der Vogelweide owê war sint verswunden alliu miniu jâr stellt einen der „am häufigsten besprochenen und interpretierten Texte der mittelhochdeutschen Literatur“ dar. Die thematische Vielfalt des Gedichts und der Bilderreichtum Walthers, sowie die schwierige Einordnung in das Gesamtœuvre des Dichters haben Generationen von Altgermanisten beschäftigt.
Ziel dieser Arbeit kann und soll es deshalb nicht sein, einen weiteren Interpretationsansatz zu liefern oder kritisch Stellung zu den bisherigen Forschungsergebnissen zu nehmen. Vielmehr soll ein Aspekt, nämlich der Kreuzzugsaufruf, herausgegriffen und anhand vorwaltherscher Kreuzlieder auf Kontinuitäten und Differenzen untersucht werden.
Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit kann nur in eingeschränkter Form das gesamte Gedicht, das wegen seiner schwermütigen Stimmungslage auch als ‚Elegie’ bezeichnet wird, betrachtet werden.
Die literarische „Gattung“ Kreuzlied und damit die Einordnung der hier zu behandelnden Lieder ist nicht unumstritten, da sich die Zugehörigkeit nicht durch äußere Form, sondern allein durch den Inhalt manifestiert. Die Forschung spricht sich deshalb mehrheitlich gegen eine eigene Gattung des Kreuzliedes aus. Gleichzeitig ist die Kreuzzugsthematik oftmals mit der Minneproblematik verknüpft, so dass eine Einordnung in die Gattung Minnesang gängig ist. In dieser Arbeit werden unabhängig von der Frage einer eigenständigen Gattung sämtliche Lieder mit einem Bezug zum Kreuzzug, wie bei Lieske vorgeschlagen, als Kreuzlieder bezeichnet.
Die Kategorie Kreuzlieder ist – wenngleich vielfach weniger überliefert als der traditionelle Minnesang – eine sehr unterschiedliche Lieder und Autoren in sich vereinigende Kategorisierung. Der am Anfang dieser Arbeit stehende Überblick über die Kreuzlieder vor Walthers ‚Elegie’ muss deshalb nur relativ allgemein bleiben und beschränkt sich auf die Werke Friedrichs von Hausen, Albrechts von Johansdorf, Hartmanns von Aue und Reinmars des Älteren.
Im Anschluss daran soll eine Darstellung der ‚Elegie’ den daran anknüpfenden Vergleich anhand einzelner Kreuzlied-Aspekte einleiten. Im letzten Kapitel werden abschließend die Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik der Arbeit

2 Frühe Kreuzlieder vor Walther von der Vogelweide

3 Die ‚Elegie’ Walthers von der Vogelweide

4 Vergleich der ‚Elegie’ mit der früheren Kreuzzugslyrik

4.1 Form und Aufbau

4.2 Minneproblematik

4.3 Politik

4.4 Religiösität

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das berühmte Gedicht „owê war sint verswunden“ von Walther von der Vogelweide im Vergleich zur vorausgehenden mittelhochdeutschen Kreuzzugslyrik, um Kontinuitäten und Differenzen im Hinblick auf den Kreuzzugsaufruf herauszuarbeiten.

  • Analyse des Werks „owê war sint verswunden“ als Alterswerk und politisches Dokument.
  • Untersuchung der formalen und inhaltlichen Abgrenzung zu früheren Kreuzliedern.
  • Darstellung der Verknüpfung von Minneproblematik, Gesellschaftskritik und religiöser Hinwendung.
  • Bewertung der spezifischen politischen Positionierung gegenüber dem Vatikan und dem Stauferkaiser.
  • Einordnung von Walthers Kreuzzugsdichtung in die Tradition und Evolution des Genres.

Auszug aus dem Buch

Die ‚Elegie’ Walthers von der Vogelweide

Die Bezeichnung ‚Elegie’ für Walthers späte Dichtung owê war sint verswunden alliu miniu jar ist irreführend, da diese antike Form der Dichtung in der volkssprachlichen Poetik des Mittelalters nicht anzutreffen ist. Geprägt wurde der Begriff erst durch die Forschung des 19. Jahrhunderts aufgrund des klagenden, schwermütigen Tones, der das Werk auszeichnet.

Das Gedicht ist nur in der Mannessischen Liederhandschrift komplett überliefert. Teile der ersten Strophe finden sich auch in der Würzburger Liederhandschrift, Teile der dritten Strophe im Fragment wx. Es besteht überwiegend aus sechstaktigen Langversen. Die Forschung hat sie mehrheitlich als 16 paargereimte Sechstakter mit männlicher Kadenz und dreitaktigem Refrain gedeutet. Um diese Struktur durchgehend erscheinen zu lassen, sind zahlreiche Konjekturen notwendig geworden. Dies – verbunden mit der schwierigen Überlieferungslage – und die unterschiedliche Ausdeutung von biographischen und historischen Anspielungen im Text, sowie den daraus resultierenden Datierungsfragen, macht die ‚Elegie’ zu einem der in der Forschung heftig umstrittenen Liedern Walthers.

Alle Strophen beginnen und enden mit dem Ruf owê, was somit zwischen den Strophen II und III zusätzlich zu einer Dopplung und damit einhergehenden Verstärkung des klagenden Charakters des Gedichtes führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung in die Thematik der Arbeit: Diese Einführung erläutert die Bedeutung des Gedichts und legt den Fokus der Untersuchung auf den Kreuzzugsaufruf sowie die Abgrenzung zu vorwaltherschen Kreuzliedern.

2 Frühe Kreuzlieder vor Walther von der Vogelweide: Das Kapitel bietet einen Überblick über das Genre des Kreuzliedes und die Entwicklung bei Dichtern wie Friedrich von Hausen und Albrecht von Johansdorf.

3 Die ‚Elegie’ Walthers von der Vogelweide: Hier wird der kritische Forschungsstand zum Werk dargelegt, insbesondere hinsichtlich der Struktur, Überlieferung und inhaltlichen Thematik.

4 Vergleich der ‚Elegie’ mit der früheren Kreuzzugslyrik: In diesem Hauptteil werden formale Aspekte, die Minneproblematik, politische Zusammenhänge und religiöse Motive kontrastiv analysiert.

5 Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und unterstreicht Walthers Autonomie sowie die Einzigartigkeit der vorliegenden Dichtung im literarischen Kontext.

Schlüsselwörter

Walther von der Vogelweide, Elegie, Kreuzzugslyrik, Kreuzlied, Minnesang, Mittelalter, Friedrich von Hausen, Albrecht von Johansdorf, Kreuzzugsaufruf, höfische Welt, Weltabkehr, Religion, Gott, Politik, Sittenverfall

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert das Gedicht „owê war sint verswunden“ von Walther von der Vogelweide und vergleicht es mit der vorangegangenen Kreuzzugslyrik, um Besonderheiten in Form und Inhalt aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen den Wandel der Minneproblematik, den Einfluss historisch-politischer Ereignisse und die religiöse Fundierung der Kreuzzugsidee.

Welches wissenschaftliche Ziel verfolgt der Autor?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Walther durch die Integration politischer und religiöser Diskurse von der Gattungstradition abhebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt einen vergleichenden textanalytischen Ansatz, der die „Elegie“ mit den Werken zeitgenössischer und früherer Minnesänger gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse, die Darstellung der Minne-Konflikte, die Einordnung in den politischen Kontext der Stauferzeit und die Erläuterung der religiösen Motivation.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Kreuzzugslyrik, Walther von der Vogelweide, Gattungstradition, Minneabkehr und politische Spruchdichtung beschreiben.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Kaisers im Werk?

Der Autor interpretiert die „Elegie“ als eine mögliche Parteinahme für den Stauferkaiser Friedrich II. und als Kritik am Vatikan angesichts der politischen Turbulenzen.

Warum wird das Gedicht als „Elegie“ bezeichnet und ist dies korrekt?

Die Bezeichnung stammt aus der Forschung des 19. Jahrhunderts; der Autor merkt an, dass der Begriff für mittelalterliche volkssprachliche Poetik eigentlich unzutreffend ist.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die 'Elegie' Walthers von der Vogelweide im Vergleich mit früherer Kreuzzugslyrik
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
"Literatur am Ende"
Note
2,0
Autor
Philipp Robens (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V92467
ISBN (eBook)
9783638063661
ISBN (Buch)
9783638950787
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Elegie Walthers Vogelweide Vergleich Kreuzzugslyrik Literatur Ende
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Robens (Autor:in), 2007, Die 'Elegie' Walthers von der Vogelweide im Vergleich mit früherer Kreuzzugslyrik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/92467
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Leseprobe aus  20  Seiten
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