Ein gut durchdachtes und auf das jeweilige Zielland ausgerichtetes Rechnungslegung- und Controllingsystem kann ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen sein, die einen Teil ihrer Produktion ins Ausland verlagern möchten.
Deswegen befasst sich die vorliegende Arbeit mit der Einführung eines Rechnungslegungssystems in einer neu aufgebauten chinesischen Niederlassung eines deutschen mittelständischen Unternehmens.
Dazu wird zunächst die externe Rechnungslegung in ihrer zeitlichen Entwicklung in China im Vergleich zu den Rechnungslegungsnormen in Deutschland betrachtet. Darauffolgend werden allgemeine und bewertungsspezifische Unterschiede zwischen den beiden Rechnungslegungssystemen herausgearbeitet. Als Fazit dieser Arbeit werden die wesentlichen Herausforderungen der externen Rechnungslegung dargestellt, mit denen sich deutsche Unternehmen in China konfrontiert sehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Externe Rechnungslegung in China und Deutschland
2.1 Allgemeines Verständnis externer Rechnungslegung
2.2 Rechnungslegungsstandards und ihre zeitliche Entwicklung
2.2.1 Handelsgesetzbuch (HGB) in Deutschland
2.2.2 Chinese Accounting Standards (CAS) in China
2.3 Wichtige Unterschiede zwischen Deutschland und China
2.3.1 Allgemeine Unterschiede zwischen dem HGB und CAS
2.3.2 Bewertungsunterschiede zwischen HGB und CAS
3. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Herausforderungen bei der Einführung eines externen Rechnungslegungssystems für eine neue chinesische Niederlassung eines deutschen mittelständischen Unternehmens. Ziel ist es, durch den Vergleich der deutschen und chinesischen Standards die wesentlichen Hürden und Unterschiede aufzuzeigen, um deutschen Unternehmen eine fundierte Basis für ihre strategischen Entscheidungen beim Markteintritt in China zu bieten.
- Historische Entwicklung der Rechnungslegungsstandards in Deutschland (HGB) und China (CAS).
- Gegenüberstellung der grundlegenden Zielsetzungen (Gläubigerschutz vs. Investorenschutz).
- Regulatorische Unterschiede und Anforderungen an die Buchhaltungspraxis vor Ort.
- Bewertungsspezifische Divergenzen am Beispiel von Fertigungsaufträgen und Sachanlagevermögen.
- Implikationen für das Controlling und die Personalqualifikation bei ausländischen Tochterunternehmen.
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Allgemeine Unterschiede zwischen dem HGB und CAS
Dem Grundsatz nach bezieht sich das HGB auf den Gläubigerschutz, welcher sich aus dem allgemeinen Vorsichtprinzip heraus ergibt.22 Der Gläubigerschutz beinhaltet alle Rechtsbestimmungen und Vorgaben, die das Ziel verfolgen alle bereits vorhandenen und möglichen Gläubiger eines Unternehmens zu schützen.23 Bei den CAS steht vorrangig der Investorenschutz im Fokus. Es wird daraus abgeleitet, dass die CAS in einem hohen Maße mit den IFRS übereinstimmen24 und die IFRS vorrangig den Investorenschutz verfolgen.25
Für deutsche KMU stellen die CAS daher ein den tatsächlichen Umständen entsprechendes Unternehmensbild dar. Mit Blick auf die Übernahme von chinesischen Unternehmen ist der fair-presentation Ansatz als positiv zu bewerten. Bei der Integrierung eines chinesischen Einzelabschlusses in einen u.U. notwendigen deutschen Konzernabschluss wird es, durch die verschiedenen Grundsätze, zu Differenzen in der Überleitung kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, ein effizientes Rechnungslegungs- und Controllingsystem für deutsche Mittelständler in China zu etablieren, und skizziert den methodischen Vergleich der beiden Systeme.
2. Externe Rechnungslegung in China und Deutschland: Dieses Hauptkapitel erläutert die unterschiedliche historische Entstehung und die kulturell begründeten Ansätze der Rechnungslegungssysteme in beiden Ländern.
3. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Herausforderungen zusammen, insbesondere die Notwendigkeit von qualifiziertem Personal und den erhöhten Aufwand bei der Integration chinesischer Abschlüsse in den deutschen Konzernabschluss.
Schlüsselwörter
Externe Rechnungslegung, HGB, CAS, KMU, Gläubigerschutz, Investorenschutz, China, Markteintritt, Controlling, Jahresabschluss, Fertigungsaufträge, Sachanlagevermögen, Bilanzierung, Rechnungslegungsstandards, Tochterunternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, mit denen deutsche mittelständische Unternehmen konfrontiert sind, wenn sie ein externes Rechnungslegungssystem für eine Tochtergesellschaft in China aufbauen müssen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Vergleich zwischen dem deutschen HGB und den chinesischen CAS, die regulatorischen Unterschiede sowie spezifische Bewertungsunterschiede in der Bilanzierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, deutschen Unternehmen ein tieferes Verständnis für die Differenzen im Rechnungswesen zu vermitteln, um den Markteintritt in China strategisch besser planen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine deskriptive Vergleichsanalyse, die auf der Auswertung relevanter Literatur und gesetzlicher Rahmenbedingungen beider Nationen basiert.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil beleuchtet die historische Entwicklung der Standards, vergleicht grundlegende Konzepte wie den Gläubigerschutz versus Investorenschutz und analysiert konkrete Abweichungen bei komplexen Sachverhalten.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie externe Rechnungslegung, HGB, CAS, Controlling, Investorenschutz und Bilanzierung geprägt.
Warum spielt das Controlling bei der Auswahl der Markteintrittsform eine Rolle?
Da die Art der Markteintrittsform (z.B. eigenes Tochterunternehmen vs. Joint Venture) entscheidet, wie viel Einfluss das Controlling auf die Datenhoheit und die Wahl der Rechnungslegungsmethoden ausüben kann.
Welche spezifische Herausforderung ergibt sich bei der Buchhaltungssoftware?
In China unterliegt die Buchhaltungssoftware strengen Regulierungen durch die Finanzverwaltung, inklusive Registrierungspflichten und der zwingenden Verwendung chinesischer Sprache, was für deutsche Unternehmen einen Mehraufwand bedeutet.
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- Anonym (Author), 2016, Herausforderungen externer Rechnungslegung für deutsche Mittelständler in China, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/921741