Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Fensterblicke in der Literatur. "Bodentiefe Fenster" von Anke Stelling als Paradigma literarischer Fenstermotivik in der post-bürgerlichen Ära

Titel: Fensterblicke in der Literatur. "Bodentiefe Fenster" von Anke Stelling als Paradigma literarischer Fenstermotivik in der post-bürgerlichen Ära

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Viktoria Merk (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Fensterblicke haben lange Zeit keine besondere Beachtung in der Literaturwissenschaft erhalten. Erst in den letzten Jahren wurde es immer mehr zu einem zentralen kulturwissenschaftlichen Interessengebiet. Im Verlauf der Jahre hat sich die Art und Weise der Fenstermotivik verändert. Die vorliegende Arbeit untersucht die Motivik des Fensterblickes in der Gegenwartsliteratur. Wie werden Fensterszenen in der Literatur der post-bürgerlichen Ära dargestellt und wie können diese gedeutet werden? Auch stellt sich die Frage danach, ob sich die Fenstermotivik der literarischen Traditionslinie von Fensterblicken fügt oder ob sie sich gewandelt hat. Hierzu soll Anke Stellings Roman "Bodentiefe Fenster" als paradigmatisches Beispiel dienen. Nicht nur die Art und Weise des Erzählens, sondern auch die Rolle des Individuums in der Gesellschaft ist einem spezifischen Kontext unterworfen, was sich letztendlich in der Darstellung der Fensterszenen niederschlägt. Inwiefern dies der Fall ist, wird in der Analyse der vorliegenden Arbeit anhand eines Close-Readings Verfahren verdeutlicht. Argumentiert wird zum einen auf einem soziologischen Ansatz, der das Individuum in Verhältnis zu seiner sozialen Stellung setzt, und zum anderen auf einer psychologischen Deutungsebene, die das Innenleben der Protagonistin fokussiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bodentiefe Fenster

2.1 Haus – Raum – Fenster – Rahmen

2.2 Unter ständiger Beobachtung: Der Fensterblick als ,Durchsicht‘

2.3 Die Gemeinschaft hinter den Fenstern

3 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Motivik des Fensterblickes in der Gegenwartsliteratur, insbesondere anhand von Anke Stellings Roman "Bodentiefe Fenster". Ziel ist es zu analysieren, wie Fensterszenen in der post-bürgerlichen Ära dargestellt und gedeutet werden können, und inwiefern sich die Fenstermotivik gewandelt hat oder in die literarische Tradition einfügt.

  • Die Funktion und Bedeutung bodentiefer Fenster als Beobachtungsdispositiv
  • Soziologische und psychologische Ansätze zur Analyse des Fensterblickes
  • Die Darstellung von Mutterschaft und gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen
  • Die Entlarvung des Wohnumfeldes als Statussymbol und Spiegel der Identitätskrise
  • Kritik an Machtmechanismen und gesellschaftlicher Vereinsamung im modernen Wohnkontext

Auszug aus dem Buch

Unter ständiger Beobachtung: Der Fensterblick als ,Durchsicht‘

Fenster können als Wahrnehmungsdispositiv verschiedene Funktionen erfüllen. Man kann sowohl von innen heraus durch ein Fenster schauen als auch von außen in Bewohntes hineinblicken. In Bodentiefe Fenster wird die erstmalige Nennung der Fenster in dem Roman mit einem Beobachtungs- und Bedrohungscharakter eingeführt: „‚Ja, wir haben’s schon schön hier‘, sagt sie. ‚Reizende Kinder waren das, die Kinder von deinen Freunden, ich hab‘ sie im Garten beobachtet‘. Wir haben Balkons nach hinten raus und überall riesige Fenster.“ (BF 16; Hvh. VM) Weiter heißt es zudem: „Missgünstig spähen die Nachbarn durch ihre bodentiefen Fenster.“ (BF 145) Hier wird das Beobachtungmoment sehr deutlich und als erstes Merkmal in Zusammenhang mit den „riesigen Fenster“ betont. Dementsprechend können die Fenster als eine Interpretationsmöglichkeit als Beobachtungsdispositiv gedeutet werden.

Im weiteren Verlauf der Erzählung nimmt das Bedrohungs- und Beobachtungsmoment größere Ausmaße an und wird immer stärker thematisiert.

Im Schlafzimmer bauscht sich die Gardine. […] Wir haben bodentiefe Fenster, das hat man jetzt so im Neubau. Die bodentiefen Fenster standen nie zur Diskussion. Sie sind dreifach verglast und entsprechen unseren hohen, ökologischen Standards, für die automatische Belüftung sind sie mit Ventilatoren ausgestattet, aber heute Nacht ist es so warm, dass Hendrik sie einfach aufgerissen hat. Sieht sicher schön aus von außen, wie die Vorhänge winken. Überhaupt sieht das Haus von außen genau so aus, wie man’s heutzutage haben will. Aber die bodentiefen Fenster erschweren ehrlich gesagt, das Einrichten, zumindest, wenn man nicht schon bei der Grundrisserstellung wusste, wer wo schlafen soll und mit wie vielen Menschen und Möbeln man einzieht. Die Fenster verlangen ein schlüssiges Gesamtkonzept.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die literaturwissenschaftliche Bedeutung des Fenstermotivs ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen anhand des Romans „Bodentiefe Fenster“.

2 Bodentiefe Fenster: Dieses Kapitel analysiert die Funktion der bodentiefen Fenster als Beobachtungsdispositiv, als Statussymbol und als Ausdruck der Identitätskrise der Ich-Erzählerin in einem prekarisierten sozialen Gefüge.

2.1 Haus – Raum – Fenster – Rahmen: Hier wird die Wohnsituation der Protagonistin im Kontext eines gescheiterten Gemeinschaftsprojekts untersucht, wobei die bodentiefen Fenster als Elemente wahrgenommen werden, die Schutz und Orientierung eher verhindern als bieten.

2.2 Unter ständiger Beobachtung: Der Fensterblick als ,Durchsicht‘: Dieser Abschnitt beleuchtet den Bedrohungscharakter des Fensterblickes und zeigt auf, wie das Individuum sich gesellschaftlichem Druck und ständiger Beobachtung ausgesetzt fühlt.

2.3 Die Gemeinschaft hinter den Fenstern: Dieses Kapitel dekonstruiert das Ideal der Gemeinschaft als reine Illusion und thematisiert das Scheitern des antikapitalistischen Gegenmodells sowie die Einsamkeit der Protagonistin.

3 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach der Roman eine fundamentale Gesellschaftskritik übt, und regt weitere Analysen an, etwa unter Heranziehung der Foucaultschen Theorie des Panoptismus.

Schlüsselwörter

Fenstermotivik, Gegenwartsliteratur, Anke Stelling, Bodentiefe Fenster, Identitätskrise, Beobachtungsdispositiv, Gesellschaftskritik, Mutterschaft, soziale Distinktion, Entfremdung, Privatraum, Post-bürgerliche Ära, Überwachung, Rollenzuschreibung, Machtmechanismen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die literarische Bedeutung des Fenstermotivs in Anke Stellings Roman „Bodentiefe Fenster“ und wie dieses Motiv als Spiegel gesellschaftlicher Zustände in der post-bürgerlichen Ära fungiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Entfremdung des Individuums, die Kritik an modernen Wohnformen, die gesellschaftlichen Anforderungen an Mutterschaft sowie die psychische Belastung durch ständige soziale Beobachtung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu ergründen, wie die Fensterszenen im Roman gedeutet werden können und ob sie die in der Tradition stehende Reflexionsfunktion erfüllen oder einen Wandel der literarischen Fenstermotivik markieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf ein Close-Reading-Verfahren, ergänzt durch soziologische und psychologische Analyseansätze zur Untersuchung von Raum, Gesellschaftsstrukturen und Identitätsbildung.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Wohnsituation (Haus/Raum), die Funktion des Fensterblicks als ,Durchsicht‘ und ständige Beobachtung sowie die Dekonstruktion des Gemeinschaftsideals.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese wissenschaftliche Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Fenstermotivik, Beobachtungsdispositiv, post-bürgerliche Ära, gesellschaftliche Entfremdung, Statussymbol, Rollenzuschreibung und die Dekonstruktion von Privatsphäre.

Warum werden die Fenster im Roman von der Protagonistin häufig negativ bewertet?

Die Fenster werden als „verflucht“ wahrgenommen, da sie einerseits das Einrichten erschweren und andererseits als eine Art personifizierte Kontrollinstanz fungieren, die keine Privatsphäre bietet und der Protagonistin das Gefühl gibt, unter ständiger Beobachtung durch die Außenwelt zu stehen.

In welchem Zusammenhang steht die "Durchsicht" mit der psychischen Verfassung der Erzählerin?

Die "Durchsicht" symbolisiert die zunehmende Transparenz und Ausleuchtung der privaten Sphäre, wodurch der Protagonistin der schützende Reflexionsraum fehlt, was zu einer Zunahme ihrer Unsicherheit, Identitätsverlust und schließlich zum psychischen Zusammenbruch führt.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Fensterblicke in der Literatur. "Bodentiefe Fenster" von Anke Stelling als Paradigma literarischer Fenstermotivik in der post-bürgerlichen Ära
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,0
Autor
Viktoria Merk (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V920630
ISBN (eBook)
9783346241368
ISBN (Buch)
9783346241375
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anke Stelling Bodentiefe Fenster Fensterblicke in der Literatur Fenstermotivik post-bürgerlich Gegenwartsliteratur Frauenliteratur Haus Raum Gesellschaftskritik Frauenrollen Status
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Viktoria Merk (Autor:in), 2019, Fensterblicke in der Literatur. "Bodentiefe Fenster" von Anke Stelling als Paradigma literarischer Fenstermotivik in der post-bürgerlichen Ära, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/920630
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  26  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum