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Zur Shop-Startseite › Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Haben mystische Erfahrungen einen Bezug zur Realität?

Titel: Haben mystische Erfahrungen einen Bezug zur Realität?

Magisterarbeit , 2008 , 84 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Markus Asano (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werde ich das Thema ‚mystische Erfahrung’ von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachten. Ausgehend von der Tatsache, dass Menschen behaupten, sie hätten Erfahrungen dieser Art gemacht, stellen sich folgende Fragen, die ich behandeln werde: Erstens: Was ist überhaupt eine mystische Erfahrung? Zweitens: Gibt es diese Erfahrungen? Gibt es Menschen, die Erfahrungen dieser Art machen? Oder gehören sie ins Reich der Märchen? Wenn es diese Erfahrungen geben sollte: Drittens: Wie ereignen sie sich? Wie passiert es, dass jemand eine mystische Erfahrung hat? Und viertens: Haben mystische Erfahrungen einen Bezug zur Realität? Oder sind sie wie Psychosen, die für den Betreffenden durchaus wirkliche Erfahrungen sind, aber keinen Bezug zur Realität haben?

Zur Klärung der Frage, ob mystische Erfahrung einen Bezug zur Realität hat, werde ich die Sinneserfahrung zum Vergleich heranziehen und die Kriterien für die Gültigkeit von Sinneserfahrung herausarbeiten. Diese Kriterien werde ich dann auf mystische Erfahrung anwenden. Erfüllt die mystische Erfahrung diese Kriterien? Es wird sich im Laufe dieser Arbeit zeigen, dass dem so ist. Mystische Erfahrung erfüllt die Gültigkeitskriterien, die für die Sinneserfahrung gelten. Das bedeutet, mystische Erfahrung hat denselben epistemischen Status wie Sinneserfahrung.

Das zeigt allerdings noch nicht, ob mystische Erfahrung einen Bezug zur Realität hat. Es könnte auch der Fall sein, dass Sinneserfahrung keinen Bezug zur Realität hat. Deshalb werde ich im letzten Teil (Kapitel E) die Sinneserfahrung genauer untersuchen und sie mit der mystischen Erfahrung vergleichen. Hier wird sich zeigen, dass wir bei der normalen Sinneswahrnehmung nicht einfach aus unseren Augen schauen, sondern, dass der Wahrnehmungsprozess äußerst komplex ist und unsere Vorstellungen von der Welt einen bedeutenden Einfluss auf unsere Wahrnehmung haben. „ … we … experience our interpretations....“

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. EINLEITUNG

B. VORÜBERLEGUNGEN

1. Analyse der normalen Wahrnehmung

2. Was ist mystische Erfahrung?

3. Gibt es solche Erfahrungen überhaupt?

4. Wie ereignen sich mystische Erfahrungen?

C. Wie kann gezeigt werden, ob mystische Erfahrung einen Bezug zur Realität hat?

1. Können wir unseren Sinnen trauen?

2. Wie kann die Sinneswahrnehmung bewiesen werden?

I. Einfache empirische Argumente

II. Descartes’ a-priori - Argument

III.Das Evolutions-Argument

3. Unter welchen Bedingungen erkennen wir die Gültigkeit der Sinneswahrnehmung an?

D. Anwendung der Kriterien der Sinneswahrnehmung auf mystische Erfahrung.

1 Gibt es Gründe, die gegen die Zuverlässigkeit von mystischer Erfahrung sprechen?

I. Mystische Erfahrung kann psychologisch erklärt werden

II. Mystische Erfahrungen können nicht in der Sprache wiedergegeben werden

III. Nur wenige Menschen haben mystische Erfahrungen

2. Gibt es Gründe, die für die Zuverlässigkeit von mystischer Erfahrung sprechen?

I. Vorüberlegungen

II. Schwierigkeiten der Untersuchung

i. Verschiedene Interpretationen einer Erfahrung?

ii. Begriffe

III. Einwand

IV. Empirische Untersuchung

i. Taoismus

ii. Buddhismus

iii. Vedanta

iv. Meister Eckhart

v. Transpersonale Psychologie

3. Konklusion

E. VERGLEICH SInneswahrnehmung / Mystische Wahrnehmung

1. Analyse der normalen Sinneswahrnehmung

2. Sinneserfahrung im Vergleich zur mystischen Erfahrung

3. Kritik von Seiten des Konstruktivismus

4. Resümee

F. SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht wissenschaftlich, ob mystische Erfahrungen einen Bezug zur Realität aufweisen oder ob sie als reine Illusion zu betrachten sind. Dabei wird die mystische Erfahrung in einen erkenntnistheoretischen Vergleich zur normalen Sinneswahrnehmung gesetzt, um festzustellen, ob sie einen vergleichbaren epistemischen Status besitzt.

  • Phänomenologie und Definition der mystischen Erfahrung
  • Erkenntnistheoretische Untersuchung der Sinneswahrnehmung und ihrer Gültigkeit
  • Psychologische und neurologische Aspekte mystischer Zustände
  • Vergleichende Analyse verschiedener mystischer Traditionen (Taoismus, Buddhismus, Vedanta, Christliche Mystik)
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Konstruktivismus

Auszug aus dem Buch

3. Gibt es solche Erfahrungen überhaupt?

Aber gibt es solche Erfahrungen überhaupt? Gibt es Menschen, die die zuvor definierte mystische Erfahrung wirklich gemacht haben? Ist es möglich, bei Bewusstsein zu sein, ohne dass das Bewusstsein einen Inhalt hat? Oder sind dies nur Phantasien, Mythen, Träume, Projektionen, Poesie? In einer Vielzahl von Berichten behaupten Menschen, dies erfahren zu haben: Meister Eckhart schreibt: „All die verschiedenen Dinge sind nicht Teile – sondern das Eine selbst.“ Und bei Chuang Tzu finden wir den Satz: „Alle Dinge und ich sind eins.“ Sowohl Eckhart als auch Chuang Tzu beschreiben eine Erfahrung der Einheit – Subjekt und alle Objekte sind eins.

Aber handelt es sich wirklich um Erfahrungen? Oder haben wir es hier mit theoretischen Überlegungen zu tun? Weder Chuang Tzu, noch Eckhart schreiben explizit: „Ich habe erfahren, dass …“.

Zusammenfassung der Kapitel

A. EINLEITUNG: Hinführung zum Thema durch die philosophische Grundsatzfrage nach der Wirklichkeit und die Einordnung der mystischen Erfahrung als eigene Erkenntnisquelle.

B. VORÜBERLEGUNGEN: Analyse der menschlichen Wahrnehmung und Definition der mystischen Erfahrung als Zustand jenseits von Subjekt-Objekt-Trennung und Sprache.

C. Wie kann gezeigt werden, ob mystische Erfahrung einen Bezug zur Realität hat?: Untersuchung der Grenzen der Sinneswahrnehmung und Suche nach Kriterien, die als Prüfmaßstab für die Gültigkeit von Wahrnehmung dienen können.

D. Anwendung der Kriterien der Sinneswahrnehmung auf mystische Erfahrung.: Überprüfung der mystischen Wahrnehmung anhand der zuvor erarbeiteten Kriterien unter Einbeziehung empirischer Berichte aus verschiedenen Traditionen.

E. VERGLEICH SInneswahrnehmung / Mystische Wahrnehmung: Gegenüberstellung der normalen, durch Vorwissen gefilterten Sinneswahrnehmung mit der vermeintlich unmittelbaren mystischen Erfahrung.

F. SCHLUSSWORT: Zusammenfassung der Erkenntnisse, dass die mystische Erfahrung den gleichen erkenntnistheoretischen Status wie die Sinneswahrnehmung beanspruchen kann.

Schlüsselwörter

Mystische Erfahrung, Realitätsbezug, Sinneswahrnehmung, Subjekt-Objekt-Trennung, Einheitserfahrung, Bewusstsein, Erkenntnistheorie, Konstruktivismus, Religion, Transpersonale Psychologie, Meditation, Phänomenologie, Unmittelbarkeit, Erkenntnis, Sein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die philosophische und erkenntnistheoretische Frage, ob mystische Erlebnisse als realitätsbezogene Wahrnehmungen gelten können oder lediglich subjektive Illusionen sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung spannt einen Bogen von der Analyse der normalen Sinneswahrnehmung über die neurologischen Grundlagen bis hin zu den Berichten und philosophischen Systemen bedeutender Mystiker verschiedener Weltreligionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu zeigen, dass die mystische Wahrnehmung einen vergleichbaren epistemischen Status einnimmt wie die Sinneswahrnehmung, da für beide Wahrnehmungsformen keine absoluten, nicht-zirkulären Beweise ihrer absoluten Richtigkeit existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen vergleichenden, phänomenologischen Ansatz, ergänzt durch Erkenntnisse aus der Neuropsychologie und der Transpersonalen Psychologie, um die Zuverlässigkeit mystischer Erfahrungen zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Definition der mystischen Erfahrung, der Kritik am Wahrheitsgehalt durch den Konstruktivismus und dem Vergleich zwischen der normalen, filterabhängigen Alltagswahrnehmung und der mystischen Erfahrung der Einheit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind die Einheitserfahrung, die Aufhebung der Subjekt-Objekt-Dualität, das „reine Bewusstsein“ sowie die kritische Hinterfragung des Konstruktivismus in Bezug auf unmittelbare Erfahrungen.

Kann man mystische Erfahrungen durch Drogen reproduzieren?

Die Arbeit diskutiert den Einsatz von Substanzen wie LSD, kommt jedoch zu dem Schluss, dass Drogen keine „Pillen für die Erleuchtung“ sind, da sie lediglich als Verstärker wirken und eine echte mystische Erfahrung weitergehende Voraussetzungen erfordert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Interpretation und Erfahrung?

Der Autor argumentiert, dass die „reine Erfahrung“ (pure experience) jenseits von Sprache und Denken liegt, während die Interpretationen der Mystiker erst nachträglich durch kulturelle und religiöse Kontexte geformt werden.

Ende der Leseprobe aus 84 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Haben mystische Erfahrungen einen Bezug zur Realität?
Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,0
Autor
Markus Asano (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
84
Katalognummer
V91857
ISBN (eBook)
9783638049375
ISBN (Buch)
9783638944052
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Haben Erfahrungen Bezug Realität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Asano (Autor:in), 2008, Haben mystische Erfahrungen einen Bezug zur Realität?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/91857
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Leseprobe aus  84  Seiten
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