Migration ist sowohl in der Bundesrepublik Deutschland, als auch in Frankreich kein neues Phänomen. In dieser Seminararbeit wird der Frage nachgegangen, welche Unterschiede in Frankreich und in Deutschland hinsichtlich der Ausländerpolitiken ersichtlich sind und woher diese Unterschiede, trotz der vielen Gemeinsamkeiten der beiden Staaten, herrühren. Der Schwerpunkt der Untersuchung ist darauf ausgerichtet zu klären, ob es in der politischen Kultur Frankreichs und Deutschlands mehr integrative oder überwiegend ausschließende Elemente, Denkweisen oder Ideologien zu verzeichnen gibt und wie sich diese auf die Ausländerpolitik des jeweiligen Landes auswirken. Auch wird stark thematisiert, wie der soziale Wandel sowie die fortschreitenden Prozesse der Globalisierung, diese Elemente beeinflusst haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Ausländerpolitik der Bundesrepublik Deutschland
2.1. Historischer Hintergrund
2.2. Derzeitige Regelungen
3. Die Ausländerpolitik Frankreichs
3.1. Historischer Hintergrund
3.2. Derzeitige Regelungen
4. Die politische Kultur Frankreichs und ihre Wirkung auf die französische Migrationspolitik.
4.1. Zur Legitimität der politischen Ordnung
4.2. Die Kollektivität der Kommunikation zwischen Bürgern und Staat und die Intensitätsgrade politischen Dissenses.
5. Die deutsche politische Kultur im Kontext der Ausländerpolitik
5.1. Zur Legitimität der politischen Ordnung
5.2. Die Kollektivität der Kommunikation zwischen Bürgern und Staat, die Intensitätsgrade politischen Dissenses und die Rolle der Eliten
6. Schlussbetrachtungen
8. (Anlage 1) Landratsamt Schwäbisch Hall - Ausgleichs- und Eingliederungsamt -
9. (Anlage 2) Loyalitätserklärung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss die politischen Kulturen Frankreichs und Deutschlands auf die jeweilige Ausländerpolitik der beiden Staaten haben. Dabei steht die Frage im Zentrum, warum trotz ähnlicher sozioökonomischer Herausforderungen in beiden Ländern unterschiedliche politische Ansätze und Integrationsmodelle gewählt werden.
- Analyse des historischen Hintergrunds der Ausländerpolitik in beiden Staaten
- Vergleichende Untersuchung der politischen Kultur und deren Auswirkung auf die Migration
- Rolle der politischen Eliten im Entscheidungsprozess
- Diskussion über Integrationskonzepte und nationale Identität
- Einfluss von Globalisierung und sozialem Wandel auf politische Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
4.2. Die Kollektivität der Kommunikation zwischen Bürgern und Staat und die Intensitätsgrade politischen Dissenses.
Im Folgenden sind zwei weitere wesentliche Merkmale der französischen politischen Kultur und deren Verhältnis zur Ausländerpolitik Frankreichs zu untersuchen. Zum einen wäre hier die geringe Bereitschaft der Franzosen, sich freiwillig in Vereinen und Verbänden zu organisieren zu nennen, zum anderen muss der hohe Intensitätsgrad politischen Dissenses und seine Wirkung auf die Ausländerpolitik Frankreichs angeführt werden.
Die Bürger verweigern weitgehend die Mediatisierung ihrer Präferenzen durch repräsentative Verbände. Diese ablehnende Haltung seitens der Bevölkerung lässt sich bis zu den Zeiten der französischen Revolution zurückverfolgen. Auch erhebt der Staat, in diesem Kontext die Regierung und die politischen Eliten, den Anspruch, das Allgemeininteresse zu vertreten, welches gegenüber den partikularen Interessen gesellschaftlicher Gruppen behauptet werden muss. Zudem bildete der Republikanismus bisher die philosophische und ideologische Grundlage der Ablehnung jeglicher intermediärer Gruppen zwischen der Bevölkerung und dem Staat.
Diese unterentwickelten sozialen Vermittlungsstrukturen Frankreichs, welche zu den schwächsten aller westlichen Länder gehören, sind auch der wesentliche Grund, warum gewaltsamer Protest gegen unpopuläre Regierungsmaßnahmen keinesfalls die Ausnahme darstellt. Weder Parteien, noch Gewerkschaften, ebenso wenig wie den sektoralen Gruppen ist es bisher gelungen, ihre politische Klientel dauerhaft an sich zu binden. Meist sind die Interessengruppen dazu gezwungen, ihrem Vertretungsanspruch durch Lärm und Wut Ausdruck zu verleihen, um bei staatlichen Stellen Gehör zu finden, pflegt doch die französische Ministerialbürokratie im Verhältnis zu den gesellschaftlichen Adressaten keinen konsultativen Stil.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und soziale Ausgangslage der Migration in Deutschland und Frankreich ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der politischen Kultur auf die Ausländerpolitik.
2. Die Ausländerpolitik der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historischen Rahmenbedingungen der Zuwanderung in Deutschland seit dem Kaiserreich sowie über die aktuellen rechtlichen Regelungen, insbesondere im Kontext des neuen Zuwanderungsgesetzes.
3. Die Ausländerpolitik Frankreichs: Hier wird die lange Tradition Frankreichs als Einwanderungsland beleuchtet und aufgezeigt, wie sich die Haltung gegenüber Zuwanderern insbesondere ab den 1970er Jahren restriktiver gestaltete.
4. Die politische Kultur Frankreichs und ihre Wirkung auf die französische Migrationspolitik.: Das Kapitel analysiert den Einfluss des französischen Republikanismus und der nationalen Identität auf die Integration und den Umgang mit Protesten im Bereich der Migrationspolitik.
5. Die deutsche politische Kultur im Kontext der Ausländerpolitik: Diese Analyse untersucht den Einfluss der verfassungszentrierten deutschen Kultur und die Rolle der politischen Eliten im Vergleich zur französischen Situation.
6. Schlussbetrachtungen: Die Ergebnisse der Kapitel werden zusammengeführt, um die ursprüngliche Fragestellung zu beantworten und einen Ausblick auf die Bedeutung nationalstaatlicher Konzepte in einer globalisierten Welt zu geben.
8. (Anlage 1) Landratsamt Schwäbisch Hall - Ausgleichs- und Eingliederungsamt -: Dieses Dokument dient als ergänzendes Anschauungsmaterial zur Einbürgerungspraxis und zum Verständnis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
9. (Anlage 2) Loyalitätserklärung: Ein Beispiel für die in Deutschland geforderten Loyalitätserklärungen im Rahmen des Einbürgerungsprozesses.
Schlüsselwörter
Ausländerpolitik, politische Kultur, Migration, Deutschland, Frankreich, Integration, Assimilation, nationale Identität, Zuwanderungsgesetz, politische Eliten, Republikanismus, Verfassungspatriotismus, soziale Ausgrenzung, politische Partizipation, Ethnozentrismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Einflüsse der politischen Kulturen Frankreichs und Deutschlands auf die jeweilige Ausländerpolitik dieser Staaten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind historische Migrationsverläufe, aktuelle Gesetzesänderungen zur Zuwanderung sowie die theoretische Analyse politischer Kultur und deren Auswirkungen auf staatliches Handeln.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Welchen Einfluss hat die politische Kultur Frankreichs und Deutschlands auf die Ausländerpolitik des jeweiligen Staates?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen vergleichenden politikwissenschaftlichen Ansatz, der historisch-genetische und strukturelle Aspekte der politischen Kultur in den beiden Ländern analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Migrationsgeschichte und der aktuellen Regelungen beider Staaten sowie die anschließende kulturtheoretische Analyse, die mit der aktuellen Politik verknüpft wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ausländerpolitik, politische Kultur, Integration, Assimilation und nationale Identität charakterisiert.
Warum spielt die Idee der "Nation" in Frankreich eine so große Rolle für die Migration?
In Frankreich diente die republikanische Idee der Nation über Jahrzehnte als verbindendes Element, um Zuwanderer unterschiedlicher Herkunft in die Gesellschaft zu assimilieren.
Wie unterscheidet sich die Rolle der deutschen Eliten im Vergleich zu Frankreich?
Der Autor argumentiert, dass französische Eliten distanzierter, aber oft kompetenter bei langfristigen Zielsetzungen agieren, während deutsche Eliten stärker als "Makler" sozialer Interessen agieren, um Wählerstimmen zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Politologe Terry Daniel Meincke (Autor:in), 2005, Welchen Einfluss haben die politischen Kulturen Frankreichs und Deutschlands auf die Ausländerpolitik der jeweiligen Staaten?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/91829