1 Einleitung
Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer mehr auseinander. Einzelne Menschen und ganze Familien geraten zunehmend häufiger in Abwärtsspiralen aus Überschuldung und Arbeitslosigkeit. Daraus entstehen psychische und soziale Probleme. Im weiteren Verlauf zerbrechen traditionelle soziale Netze und die Motivation und der Antrieb sich zu integrieren schwindet kontinuierlich. In Einzelfällen führt diese aussichtslose Lage sogar zum Wohnungsverlust, also zum Verlust eines Existenzbedürfnisses. Gerade an diesem Punkt stehen die Wohnungsunternehmen in der Verantwortung. Es liegt in ihrem Verantwortungsbereich präventiv tätig zu werden.
Es geht nicht allein darum auf soziale Einzelprobleme zu reagieren, sondern es müssen nachhaltige Strukturen in Nachbarschaften und Problemquartieren entwickelt werden. Auf Grundlage dieser entwickelten Strukturen müssen Maßnahmen und Beiträge für den Erhalt des sozialen Friedens geleistet werden. An diesem Punkt kommt das Sozialmanagement der Wohnungsunternehmen ins Spiel. Ziel dieser Semesterarbeit ist es, die Wichtigkeit, Vorteilhaftigkeit und die Unerlässlichkeit eines Sozialmanagements für ein Wohnungsunternehmen auch anhand praxisbezogener Beispiele darzustellen und zu verdeutlichen.
Im ersten Abschnitt wird eine Allgemeine Betrachtung mit allem dem Sozialmanagement zugehörigen Aufgaben und Anforderungen vorgenommen. Diese Betrachtung wird durch ein Praxisbeispiel der „SAGA GWG“ ergänzt. Im zweiten Abschnitt wird auf den Aufbau und die Organisation des Sozialen Managements Bezug genommen, d.h. von der Ist – Analyse bis hin zur Implementierung. Im dritten Abschnitt konzentriert sich die Arbeit auf das Sozialmanagement bei Modernisierungsmaßnahmen, da diesem Teilbereich eine immer größere Bedeutung zugeteilt wird. In einem abschließenden Teil wird ein Resümee gezogen, sowie die entscheidenden Kernbereiche der zukünftigen Handlungserfordernisse aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Einordnung des Sozialmanagements
2.1 Welche Aufgaben soll Sozialmanagement bewältigen und bewirken?
2.2 Sozialmanagement am Beispiel von „SAGA GWG“
2.3 Bedingungen an Sozialmanagement
2.3.1 Demographische Entwicklung und gesellschaftliche Trends
2.3.2 Wohnungsunternehmen als Bindeglied zwischen Stadt, Regional und Sozialplanung
3 Aufbau und Organisation des Sozialen Managements
3.1 Bestandsaufnahme und Ist-Analyse
3.2 Zieldefinition und bestimmen des strategischen Ansatzes
3.3 Instrumente des Sozialen Managements
3.4 Implementierung
4 Sozialmanagement bei Modernisierungsmaßnahmen
4.1 Strategische Ausrichtung bei Modernisierungsmaßnahmen
4.2 Modernisierungsbegleitende Maßnahmen
5 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Semesterarbeit untersucht die Relevanz und strategische Implementierung von Sozialmanagement in Wohnungsunternehmen, um angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen wie demografischem Wandel und sozialer Segregation langfristig die Mieterzufriedenheit sowie die Vermietbarkeit der Bestände zu sichern.
- Grundlagen und Aufgaben des Sozialmanagements in der Wohnungswirtschaft
- Praxisbeispiel der SAGA GWG zur sozialen Quartiersentwicklung
- Methoden der Ist-Analyse und Zieldefinition für Wohnungsunternehmen
- Strategien und Instrumente zur sozialen Mieterbetreuung und Konfliktlösung
- Sozialmanagement als Begleitung bei Modernisierungsprozessen
Auszug aus dem Buch
Sozialmanagement am Beispiel von „SAGA GWG“
SAGA GWG hat ein soziales, aber auch ein wirtschaftliches Interesse daran, dass das Zusammenleben in einigen Problemstadtteilen funktioniert. Potentielle Mieter die eine Wohnung suchen, machen evtl. Abstriche bei der Wohnungsgröße, der Anzahl der Räume oder dem Preis der Wohnung. Selten jedoch wenn es um die Soziale Sicherheit, oder das Wohnumfeld geht. Im Rahmen des Sozialen Managements ist es wichtig, Kindern Freizeitbeschäftigungen zu bieten, örtliche Initiativen zu unterstützen, oder Kulturveranstaltungen zu unterstützen.
Dadurch wird die Grundlage für das erfolgreiche vermieten der Wohnungen geschaffen. Der größte Schüler-Musik-Talentwettbewerb aus Hamburg, mit Namen „Ohrensausen“ wird im Stadtteil Hamm von Lehrern, Eltern und Schülern organisiert. Im Einzugsgebiet der Schule wohnen in den etwa 4.000 Wohnungen von SAGA GWG rund 10.000 Menschen. Diese Veranstaltung soll die Nachbarn zusammenführen, für Integration sorgen und eine positive Grundstimmung vermitteln. SAGA GWG organisiert oft Stadtteilfeste oder kleine Mieterfeste. Dieses ist eine gute Möglichkeit die verschiedenen Kulturen zwanglos zusammenzubringen.
Die daraus resultierenden Ziele sind eine friedlichere Nachbarschaft, die Stärkung des freiwilligen Engagements, ein besseres Image und eine Verbesserung des Stadtteillebens. Es werden Kulturvereine und Kunstausstellungen unterstützt. Dadurch steigt die Identifikation der Bewohner mit den jeweiligen Stadtteilen, des weitern wird das Verantwortungsgefühl, die Mitwirkung / Bestimmung, die Integration aller Bewohnergruppen und die nachbarschaftliche Kommunikation verbessert. Positiven Folgen sind Mieterinitiativen, die Projekte planen und so eigenständig zur sozialen Weiterentwicklung beitragen. Es entsteht eine Art Sozialmanagement durch Mieter.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende soziale Spaltung und definiert die Verantwortung von Wohnungsunternehmen, durch präventives Sozialmanagement zur Stabilität von Quartieren beizutragen.
2 Begriffliche Einordnung des Sozialmanagements: Dieses Kapitel definiert Sozialmanagement als notwendige Ergänzung zur baulichen und kaufmännischen Kompetenz, um Mieterzufriedenheit und ein stabiles soziales Klima zu gewährleisten.
3 Aufbau und Organisation des Sozialen Managements: Es werden die prozessualen Schritte von der Bestandsaufnahme bis zur Implementierung im Unternehmen erläutert, inklusive der Entscheidung zwischen Eigenleistung oder externer Vergabe.
4 Sozialmanagement bei Modernisierungsmaßnahmen: Der Fokus liegt auf der sozialen Begleitung von Umbaumaßnahmen, um Ängste der Mieter abzubauen und die soziale Struktur während der Modernisierung zu erhalten.
5 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit unterstreicht, dass Sozialmanagement ein unverzichtbares, zukunftsorientiertes Geschäftsfeld ist, dessen Erfolg eng mit der wirtschaftlichen Prosperität des Wohnungsunternehmens verknüpft bleibt.
Schlüsselwörter
Sozialmanagement, Wohnungswirtschaft, Mieterzufriedenheit, Quartiersentwicklung, Bestandsaufnahme, Ist-Analyse, Modernisierungsmaßnahmen, Demographischer Wandel, Konfliktmanagement, Soziale Sicherheit, Wohnumfeld, Prävention, Stadtteilentwicklung, Mieterbetreuung, Sozialverträglichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Semesterarbeit?
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und den Nutzen von Sozialmanagement in Wohnungsunternehmen als strategisches Instrument zur Bewältigung sozialer Herausforderungen in Wohngebieten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die fachliche Einordnung des Sozialmanagements, dessen praktische Organisation, die Anwendung in Quartierskonzepten sowie die soziale Begleitung von Modernisierungsvorhaben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Wichtigkeit und Vorteilhaftigkeit eines professionellen Sozialmanagements aufzuzeigen, um langfristig die Vermietbarkeit und die Identifikation der Mieter mit ihrem Wohnumfeld zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie der Auswertung von praxisbezogenen Fallbeispielen, insbesondere dem Modell der SAGA GWG.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die organisatorische Implementierung (von der Analyse bis zur Umsetzung) sowie spezifische Handlungsfelder bei baulichen Modernisierungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Sozialmanagement, Mieterzufriedenheit, Quartiersentwicklung, Demographischer Wandel und Prävention stehen im Zentrum der inhaltlichen Betrachtung.
Wie trägt die SAGA GWG zur sozialen Stadtentwicklung bei?
Durch die Förderung von lokalen Initiativen, Kulturveranstaltungen und Sportprogrammen schafft das Unternehmen Orte der Begegnung, was die Identifikation der Mieter stärkt und Konflikte präventiv mindert.
Warum ist Sozialmanagement bei Modernisierungen so wichtig?
Modernisierungen können bei Mietern, insbesondere bei älteren Menschen, Ängste vor Mietsteigerungen oder Verdrängung auslösen; Sozialmanagement minimiert diese Belastungen durch frühzeitige Kommunikation und begleitende Betreuung.
- Quote paper
- Rene Heyda (Author), 2008, Einführung und zukünftige Bedeutung des Sozialmanagements in einem Wohnungsunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/91687