Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit folgenden Fragen: Wie wirken sich die Maßnahmen der KAP, die die pflegerische Führungsebene betreffen, auf die Motivation der pflegerischen Führungskräfte in deutschen Krankenhäusern aus? Müssen diese eventuell modifiziert werden, um eine Motivationssteigerung zu erreichen? Dies führt zum Ziel dieser Hausarbeit, dem Aussprechen von Empfehlungen zur motivationsfördernden Umsetzung der KAP in Bezug auf die pflegerische Führungsebene in deutschen Krankenhäusern.
Durch den über Jahre hinweg entstandenen Pflegenotstand, die zunehmende subjektive Belastung der Mitarbeiter in der Krankenpflege, die tendenziell höher ist als bei anderen Berufsgruppen und die Tendenz aus der Pflege zu flüchten, stellt sich zunehmend die Frage nach der Motivation der Mitarbeiter, in diesem Beruf zu bleiben oder diesen zu ergreifen. Selbst wenn die Politik die Problematik in der Pflege längst erkannt hat, bedeutet dies nicht, dass diese trotz verschiedenster, sonstiger Einflussfaktoren auch eine Verbesserung herbeiführen kann.
Durch die Konzertierte Aktion Pflege (KAP) der Bundesregierung, die in Zusammenarbeit mit Entscheidungsträgern der verschiedenen Institutionen in denen Pflege stattfindet, werden Veränderungen verschiedener Art angestrebt. Diese erstrecken sich auch auf den Bereich der pflegerischen Führungsebene
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung, Zielsetzung und Fragestellung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition Hierarchie
2.2 Pflegerische Hierarchie im Krankenhaus
2.3 Definition Motivation
2.3.1 Die Zwei-Faktoren-Theorie
2.3.2 Das Job Characteristics Model
2.3.3 Verteilungsgerechtigkeit / Ungleichheitstheorie
2.3.4 Konsequenzen aus den inhaltstheoretischen Ansätzen
3 Methodisches Vorgehen
4 Merkmale von Führungskräften in der Pflege und dazu passenden Anreize
4.1 Merkmale von Führungskräften
4.2 Persönlichkeitsmerkmale von Pflegenden
4.3 Passende Anreize für Führungskräfte in der Pflege
5 Konzertierte Aktion Pflege und die Motivation der Führungskräfte
5.1 Maßnahmen der konzertierten Aktion Pflege für Führungskräfte und ihre Wirkung laut Motivationsmodellen
5.2 Anreize der Konzertierten Aktion Pflege und die Übereinstimmung mit den Motiven der pflegerischen Führungskräfte
6 Widersprüche der Motivationsmodelle und Anreize für Führungskräfte
7 Schlussteil
7.1 Interpretation der Erkenntnisse
7.2 Handlungsempfehlung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der "Konzertierten Aktion Pflege" (KAP) auf die Arbeitsmotivation von pflegerischen Führungskräften in deutschen Krankenhäusern. Ziel ist es, auf Basis psychologischer Motivationsmodelle Empfehlungen für eine motivationsfördernde Umsetzung der KAP-Maßnahmen innerhalb der pflegerischen Führungsebene zu entwickeln.
- Analyse pflegerischer Hierarchiestrukturen im Krankenhaus
- Anwendung von Motivationsmodellen (Herzberg, Hackman & Oldham, Adams)
- Bestimmung der Persönlichkeitsmerkmale von Pflege-Führungskräften
- Evaluation der KAP-Maßnahmen hinsichtlich ihrer Anreizwirkung
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Motivationssteigerung
Auszug aus dem Buch
2.3 Definition Motivation
Motivation ist ein Produkt aus einem personenbezogenen Motiv und einem aus einer Situation gegebenen Anreiz. Wenn beide Komponenten thematisch zusammen passen, ergibt sich hieraus ein zielführendes Verhalten (siehe Abbildung 1). Motivation umfasst hierbei den gesamten Organismus, sowohl willkürliche als auch unwillkürliche Funktionen (vgl. Rothermund, Eder, 2011, S. 93). Bei den Motiven unterscheidet man zwischen den drei Motivklassen Leistung, Macht und Anschluss/Bindung (vgl. Rothermund, Eder, 2011, S. 95). Eine zusätzliche Unterscheidung findet durch die Aufteilung in implizite und explizite Motive statt.
Bei impliziten Motiven handelt es sich um meist unterbewusste Motive, für deren Messung spezielle Methoden verwendet werden müssen. Bei expliziten Motiven handelt es sich um bewusste Motive, die durch Eigenbeobachtung erfasst werden können (vgl. Nerdinger, 2017, S. 8). In der Arbeitspsychologie wird vor allem das Handeln von Personen in Organisationen betrachtet. Für diesen Bereich ist von besonderer Bedeutung welche Anreize für die Motivationssteigerung der Mitarbeiter genutzt werden können und somit zu einer Leistungssteigerung führen (vgl. Nerdinger, 2017, S 10). Um zu identifizieren welche Maßnahmen motivationsfördernd für die pflegerische Führungsebene sind, wird im Rahmen dieser Arbeit betrachtet, welche Persönlichkeitsmerkmale Führungskräfte aufweisen, um hieraus zu schließen, welche Maßnahmen der KAP sich als passende Anreize für die Motive der Führungskraft erweisen. Zusätzlich werden die Maßnahmen auf ihre generelle Wirksamkeit auf die Motivation untersucht. Dies geschieht durch die Bewertung auf Grund verschiedener Motivationsmodelle.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung, Zielsetzung und Fragestellung: Das Kapitel führt in den Pflegenotstand ein und leitet daraus die Forschungsfrage zur Wirkung der KAP auf die Motivation pflegerischer Führungskräfte ab.
2 Theoretischer Hintergrund: Es werden grundlegende Definitionen von Hierarchie und Motivation erläutert sowie relevante Motivationsmodelle (Herzberg, Hackman & Oldham, Adams) vorgestellt.
3 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt die durchgeführte systematische Literaturanalyse zur Beantwortung der Forschungsfrage.
4 Merkmale von Führungskräften in der Pflege und dazu passenden Anreize: Die Arbeit beleuchtet die Persönlichkeitsmerkmale von Führungskräften und Pflegenden, um daraus geeignete Anreize für die Zielgruppe abzuleiten.
5 Konzertierte Aktion Pflege und die Motivation der Führungskräfte: Die Maßnahmen der KAP werden unter Anwendung der zuvor definierten Motivationsmodelle kritisch bewertet.
6 Widersprüche der Motivationsmodelle und Anreize für Führungskräfte: Hier werden Limitationen und Unschärfen in der theoretischen Anwendung der Motivationsmodelle auf die KAP diskutiert.
7 Schlussteil: Die zentralen Erkenntnisse werden zusammengefasst und in konkrete Handlungsempfehlungen zur motivationsfördernden Umsetzung der KAP überführt.
Schlüsselwörter
Konzertierte Aktion Pflege, Motivation, pflegerische Führungskräfte, Krankenhaus, Arbeitsmotivation, Hierarchie, Zwei-Faktoren-Theorie, Job Characteristics Model, Verteilungsgerechtigkeit, Persönlichkeitsmerkmale, Führungskompetenz, Partizipation, Pflegenotstand, Personalführung, Gesundheitsförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie die Maßnahmen der "Konzertierten Aktion Pflege" die Motivation von Führungskräften in der Krankenpflege beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Motivationspsychologie, Krankenhausmanagement, Hierarchiestrukturen in der Pflege und die Bewertung politischer Maßnahmen für das Gesundheitswesen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Ableitung von Handlungsempfehlungen, wie die KAP-Maßnahmen so gestaltet werden können, dass sie die Motivation pflegerischer Führungskräfte gezielt steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, bei der aktuelle Motivationsmodelle auf die Handlungsvorgaben der KAP angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Motivationsmodelle erarbeitet, Merkmale von Führungskräften analysiert und die Maßnahmen der KAP an diesen Modellen gespiegelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Begriffe wie Motivation, Konzertierte Aktion Pflege, Führungsebene im Krankenhaus und psychologische Anreizsysteme.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "aus der Pflege kommenden" Führungskräften und externen Managern wichtig?
Die Untersuchung zeigt, dass Führungskräfte mit Pflegehintergrund oft ein kongruentes Persönlichkeitsprofil aufweisen, während bei fachfremden Führungskräften andere Motivationsfaktoren für den Erfolg entscheidend sind.
Welche Rolle spielt die "Sandwich-Position" für die Motivation der Führungskräfte?
Die Sandwich-Position zwischen Top-Management und operativen Mitarbeitern birgt hohes Konfliktpotenzial, das bei der Implementierung neuer Anforderungen durch die KAP berücksichtigt werden muss.
- Arbeit zitieren
- Stephanie Bengner (Autor:in), 2020, Arbeitsmotivation von pflegerischen Führungskräften in deutschen Krankenhäusern. Die Auswirkungen der Konzertierten Aktion Pflege (KAP), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/915913