Diese Projektarbeit beschäftigt sich mit den „Erklärungsansätzen für Personalveränderungen im deutschen Bankensektor unter Berücksichtigung veränderter Wettbewerbsbedingungen am Beispiel der Deutschen Bank“. Im Rahmen des dualen Studiums bei der Deutschen Bank Privat- und Firmenkunden AG beschäftigen den Autor die Personalveränderungen im Bankenbereich bereits seit langer Zeit. Die persönliche Relevanz ist der ausschlaggebende Grund und hat sein Interesse an diesem Themenfeld geweckt.
Die Gründe für die Personalveränderungen reichen von der Digitalisierung über neue Wettbewerber bis hin zum veränderten Kundenverhalten und Stellen die Banken vor große Herausforderungen. Diese Herausforderungen werfen die Frage auf, ob dieser Trend überhaupt aufzuhalten ist und die Banken sich in dem dauerhaften Spannungsumfeld aus diversen Anforderungen strategisch richtig aufstellen können.
Das Ziel wird es sein, genau diese Frage zu beantworten und Ursachen für die Personalveränderungen im deutschen Bankensektor herauszustellen. Im Anschluss werden die Konsequenzen dieser Veränderungen mit den Reaktionen, welche die nachhaltige Existenz der Banken sichern sollen, ins Verhältnis gesetzt. Zudem werden sich entwickelnde, zukünftige Trends und Veränderungen betrachtet und eine Prognose bezüglich der daraus resultierenden Entwicklungen abgeleitet.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Methoden und Konzeption der Untersuchung
2. Struktur des deutschen Bankensektors
2.1 Das Drei-Säulen-System
2.1.1 Wissenschaftliche Definition
2.1.2 „Overbanked“- Phänomen - Konsolidierung der deutschen Kreditinstitute
2.1.3 Personalveränderungen im deutschen Bankensektor
2.2 Auswirkungen der Finanzkrise 2008 auf die Struktur
2.2.1 Entwicklung und Folgen der Finanzkrise
2.2.2 Betroffenheit deutscher Kreditinstitute
2.2.3 Europäische Kreditinstitute im internationalen Vergleich
3. Ursachen im Bankensektor am Beispiel der Deutschen Bank
3.1 Außerbetriebliche Faktoren
3.1.1 Verschärfte Regulatorik nach der Finanzkrise 2008
3.1.2 Verändertes Kundenverhalten im Rahmen der Digitalisierung - Generationswandel
3.1.3 Markteintritt von FinTechs und anderen neuen Wettbewerbern
3.2 Innerbetriebliche Faktoren
3.2.1 Verschlechterte Ertragslage durch die Niedrigzinsphase
3.2.2 Rechtliche Nachwirkungen der früheren Geschäftspraktiken
3.2.3 Change Management in der Finanzbranche
4. Auswirkungen der Ursachen auf den deutschen Bankensektor
4.1 Personalveränderungen und Maßnahmen am Beispiel der Deutschen Bank
4.1.1 Personalabbau in der Deutschen Bank
4.1.2 Umfunktionierung der Mitarbeiter
4.1.3 Veränderungen der Nachwuchsprogramme und Neueinstellungen
4.2 Zukunftsaussichten und Prognosen der Personalveränderungen
4.2.1 Die digitale Revolution vom Berufsbild des Bankers
4.2.2 Spezialisierung vs. Generalisierung des Personals
4.2.3 Strukturveränderung in der Personalzusammensetzung
5. Ergebnisse und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Ursachen für den strukturellen Personalabbau und die Veränderung der Beschäftigungsbedingungen im deutschen Bankensektor, unter besonderer Berücksichtigung der Deutschen Bank, um auf Basis der veränderten Wettbewerbsbedingungen zukünftige Entwicklungstrends abzuleiten.
- Analyse des deutschen Drei-Säulen-Bankensystems und dessen Konsolidierungsprozesse.
- Untersuchung externer Einflussfaktoren wie Regulatorik, Digitalisierung und neue Wettbewerber (FinTechs).
- Bewertung innerbetrieblicher Faktoren wie Niedrigzinsumfeld und Change Management.
- Darstellung von Maßnahmen der Deutschen Bank zur strategischen Personalanpassung.
- Prognose zur Entwicklung des Berufsbildes des "Bankers 3.0".
Auszug aus dem Buch
3.1.3 Markteintritt von FinTechs und anderen neuen Wettbewerbern
Das Wort „FinTech“ setzt sich aus den Wörtern Finanzen & Technologie zusammen und beschreibt eine weitere Nebenwirkung der Digitalisierung. Diese jungen technologischen Unternehmen greifen mit Innovationen in die Wertschöpfungskette verschiedener Finanzdienstleistungen ein. Die Banken müssen mit einer neuen Art von Wettbewerbern konkurrieren und laufen Gefahr, die rasante Geschwindigkeit der Veränderungen nicht mitgehen zu können. Die Produkte der FinTechs zeichnen sich durch schlanke Prozesse, eine kundenfreundliche Gestaltung und eine intuitive Bedienung aus. Sie richten ihr Geschäftsmodell an den neuen Kundenbedürfnissen aus und haben speziell im Bereich des Zahlungsverkehrs viele Marktanteile für sich gewinnen können.
Beispielsweise hat das Unternehmen PayPal es geschafft, auf dem Gebiet E-Commerce ein Online-Zahlungsverkehrsmonopol zu errichten und sich gegenüber traditionellen Banken durchgesetzt. Jedoch ersetzen die meisten FinTechs lediglich Teile der Wertschöpfungsketten und nur wenige Ausnahmen versuchen, die Bank komplett zu substituieren. Das bekannteste Unternehmen aus dieser Kategorie ist N26, welches sich zunächst über ein mobiles Girokonto definiert hat und sein Produktsortiment jetzt immer mehr mit herkömmlichen Bankdienstleistungen erweitert. Viele FinTechs tun sich aber besonders im Kreditgeschäft schwer und sind nicht in der Lage, die breite Produktpalette einer Bank darzustellen. Dementsprechend vertrauen Kunden bei gewissen Anliegen wie der Altersvorsorge weiterhin auf die Expertise einer Bank. Als Konsequenz entstehen immer mehr Kooperationen zwischen FinTechs und herkömmlichen Banken.
Sie werden nicht mehr als Bedrohung, sondern als Chance für eine schnellere Integration digitaler Prozesse angesehen. Dadurch können FinTechs auf eine breite Kundenmasse zugreifen und die Banken schaffen es besser, sich an die neuen Kundenbedürfnisse anzupassen sowie ihre Strukturen zu digitalisieren. Eine größere Gefahr für die traditionellen Banken geht von den großen Internetunternehmen wie Google, Apple, Facebook und Amazon aus. Sie versuchen durch den bereits vorhandenen breiten Kundenstamm, andere Geschäftsfelder zu erobern und Finanzdienstleistungen anzubieten. Das ursprüngliche Kerngeschäft der Unternehmen wird mit Finanzdienstleistungen verknüpft und soll ein bequemes Ökosystem für den Kunden schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, der Relevanz des Wandels in der Bankenbranche sowie der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2. Struktur des deutschen Bankensektors: Erläuterung des Drei-Säulen-Modells und Analyse der massiven Auswirkungen der Finanzkrise 2008 auf die Marktstruktur.
3. Ursachen im Bankensektor am Beispiel der Deutschen Bank: Analyse der außerbetrieblichen Faktoren wie Regulierung und Digitalisierung sowie innerbetrieblicher Herausforderungen wie der Niedrigzinsphase und notwendigem Change Management.
4. Auswirkungen der Ursachen auf den deutschen Bankensektor: Konkrete Untersuchung der Personalstrategien, des Personalabbaus und der Zukunftsprognosen für das Berufsbild des Bankers bei der Deutschen Bank.
5. Ergebnisse und Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über die Ursachen von Personalveränderungen und das Fazit zur Notwendigkeit einer adaptiven Unternehmens- und Personalstruktur.
Schlüsselwörter
Bankensektor, Deutsche Bank, Personalveränderungen, Finanzkrise, Konsolidierung, Digitalisierung, FinTechs, Niedrigzinsphase, Change Management, Regulatorik, Banker 3.0, Spezialisierung, Strukturwandel, Personalabbau, Wettbewerbsbedingungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen und Auswirkungen von Personalveränderungen im deutschen Bankensektor, unter besonderer Berücksichtigung der Deutschen Bank vor dem Hintergrund sich wandelnder Wettbewerbsbedingungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Struktur des deutschen Bankensystems, die Folgen der Finanzkrise 2008, die Auswirkungen der Digitalisierung und regulatorische Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Ursachen für Personalveränderungen zu identifizieren, die daraus resultierenden Konsequenzen für die Banken zu analysieren und Prognosen für zukünftige Entwicklungen im Personalbereich zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine umfassende Literaturanalyse durchgeführt, die wissenschaftliche Quellen, aktuelle Studien sowie Geschäfts- und Personalberichte der Deutschen Bank einbezieht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert außerbetriebliche (Regulatorik, neue Wettbewerber) und innerbetriebliche Ursachen (Ertragslage, Change Management) und stellt diese in den direkten Bezug zu konkreten Personalmaßnahmen der Deutschen Bank.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Bankensektor, Konsolidierung, Digitalisierung, Personalabbau und die Transformation zum "Banker 3.0".
Welche Rolle spielen FinTechs für die Deutsche Bank?
FinTechs werden zunehmend als Chance für Kooperationen gesehen, um die Digitalisierung der Bankstrukturen voranzutreiben und neue, kundenfreundliche Produkte zu integrieren.
Wie verändert sich das Berufsbild des Bankers?
Das Berufsbild wandelt sich vom klassischen Bankangestellten zum "Banker 3.0", der neben Fachwissen verstärkt IT-Kompetenzen, Flexibilität und eine hohe Veränderungsbereitschaft mitbringen muss.
- Arbeit zitieren
- Justin Kelly (Autor:in), 2018, Der deutsche Bankensektor. Struktur und Personalveränderungen durch veränderte Wettbewerbsbedingungen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/912331