In der heutigen Zeit, wo vielfältige Faktoren das Gesundheitswesen beeinflussen, sind Veränderungen unabdingbar. Kostendruck im Gesundheitswesen und demographische Verschiebungen sind Gründe für diese Veränderungen in allen Industriestaaten und somit auch in der Schweiz. In der obligatorischen Krankenpflegeversicherung der Schweiz stiegen die Leistungen von 15’478 Mio. SFr. im Jahre 2000 auf 19’140 Mio. SFr. im Jahre 2004. Die Zunahme der Kosten vom Jahr 2003 zum Jahr 2004 bedeutet eine Steigerung um 6,8% (BAG, 2006). Genau dieser Anstieg zeigt einen Ausblick in die Zukunft. Verursacht werden diese Kosten durch eine erhöhte Lebenserwartung und damit durch die steigende Zahl langlebiger Menschen (Höpflinger, 2003), chronisch kranker und behinderter Menschen, Änderungen in dem System „Familie“ und Veränderungen des sozialen Netzwerkes (Spirig, Petry, Kesselring, & De Geest, 2001). Das gesamte Schweizer Gesundheitswesen steht, genau wie alle anderen Industriestaaten, neuen großen Herausforderungen gegenüber.
Die Aufgaben in der Kranken- und Alterspflege werden komplexer und damit steigen die Anforderungen an professionelle Pflegende. Sie müssen sich immer mehr marktwirtschaftlichen Gesetzen unterwerfen (Linderman, 2000), stets neue Pflegetechniken anwenden und müssen bei wachsendem Wissensstand auf dem Laufenden bleiben. Zukünftige Schwerpunkte in der Praxis und Forschung sind: klinische Pflege, auf Evidenz basierte Pflege, Familienpflege, Gesundheitsförderung, Genetik und Umweltveränderungen (Hinshaw, 2000). Diese Veränderungen verlangen von den Pflegenden neue Kompetenzen und ein erweitertes Wissen und stellen neue Ansprüche an die Ausbildung. Eine Möglichkeit, diesen neuen und zukünftigen Anforderungen an die Pflege gerecht zu werden, beschreibt Advanced Nursing Practice (in der Folge ANP genannt).
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Bedeutung des Critical Care Outreach – System
Bedeutung des Critical Care Outreach – System
Situation an meinem Arbeitsplatz
ANP in der Intensivpflege am Universitätsspital Zürich
1. Präintensivpflege
3. Postintensivpflege
Das Kontinuum der erweiterten Intensivpflege
Fazit
Abgrenzung gegenüber anderen Berufsgruppen
Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einführung von Advanced Nursing Practice (ANP) in der Schweizer Intensivpflege, um durch ein Critical Care Outreach-System die Qualität der Patientenversorgung zu steigern, Mortalitätsraten zu senken und die Kontinuität der Pflege über den Intensivstationsaufenthalt hinaus zu sichern.
- Implementierung von Advanced Nursing Practice (ANP)
- Bedeutung von Critical Care Outreach-Systemen
- Frühzeitige Identifikation von Patienteninstabilität
- Optimierung der Entlassungsplanung und Follow-up-Strategien
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Leadership in der Pflege
Auszug aus dem Buch
Bedeutung des Critical Care Outreach - System
Lange hat man der Rettungskette in einem Spital sehr wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Critical Care Outreach: zielt auf eine spitalweite Zusammenarbeit in der Pflege kritischer kranker Patienten und Notfallpatienten ab. Häufig bestehen Mängel im frühzeitigen Erkennen von Notfallsituationen bzw. im Erkennen von Anzeichen einer physiologischen Instabilität auf der Allgemeinen Abteilung. Die Ärzte sind sehr spezialisiert in ihrer Fachrichtung und durch den immer höher werdenden Arbeitsaufwand steht vielfach sehr wenig Zeit zur Verfügung, um Symptome der klinischen Verschlechterung zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Interventionen der Reanimationsteams erfolgen vielfach dann, wenn es für Hilfe schon zu spät ist (Valentin A., 2005). Die Erfolgsquote besteht auch nur bei 17-24 % (Gwinnutt, Columb, & Harris, 2000; Skogvoll, Isern, Sangolt, & Gisvold, 1999). Oftmals sind Pflegefachkräfte diejenigen, die Zeichen einer aufkommen Notfallsituation oder Instabilität erkennen und erkennen müssen. Critical Care Outreach ist eine organisatorische Annäherung innerhalb des Spitals, um für alle kritisch kranken Patienten eine optimale Behandlung, Betreuung und Pflege, unabhängig ihres Aufenthaltsortes spitalweit zu sichern.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Beschreibt den ökonomischen und demografischen Druck im Schweizer Gesundheitswesen und führt ANP als strategische Antwort auf die komplexer werdenden Anforderungen in der Pflege ein.
Bedeutung des Critical Care Outreach – System: Erläutert die Notwendigkeit spitalweiter Systeme zur Früherkennung instabiler Patienten, um Mortalität zu senken und die Qualität der Versorgung zu verbessern.
Situation an meinem Arbeitsplatz: Analysiert den aktuellen Stand am Universitätsspital Zürich, wo ein strukturiertes Critical Care Outreach-System bisher fehlt, und identifiziert dies als Optimierungspotenzial.
ANP in der Intensivpflege am Universitätsspital Zürich: Definiert die Rolle der ANP-Spezialistin als verbindendes Glied zwischen Abteilungen und Intensivpflege in drei Phasen.
1. Präintensivpflege: Fokus auf das frühzeitige Erkennen von Instabilitäten und die Implementierung von Notfallteams mittels evidenzbasierter Alarmkriterien.
3. Postintensivpflege: Konzentriert sich auf eine sichere Entlassungsplanung und Follow-up-Besuche zur Senkung der Readmissionsraten.
Das Kontinuum der erweiterten Intensivpflege: Beschreibt das Zusammenwirken der drei Phasen zu einem in sich geschlossenen Versorgungsprozess mit nachgewiesenen Vorteilen für Patienten.
Fazit: Resümiert die Notwendigkeit der Spezialisierung und interdisziplinären Zusammenarbeit, um die Pflege zukunftsfähig und wissenschaftlich fundiert zu gestalten.
Abgrenzung gegenüber anderen Berufsgruppen: Unterscheidet ANP-Spezialistinnen von generalistischen Pflegeexperten durch den stärkeren Fokus auf klinische Praxis und universitäres Spezialwissen.
Ausblick in die Zukunft: Betont, dass ANP ein wesentlicher Beitrag ist, um dem Kostendruck zu begegnen und die Patientenbetreuung langfristig zu sichern.
Schlüsselwörter
Advanced Nursing Practice, ANP, Intensivpflege, Critical Care Outreach, Patienteninstabilität, Patientensicherheit, Mortalität, Notfallteam, Pflegequalität, Evidenzbasierte Pflege, Entlassungsplanung, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Gesundheitswesen, Schweiz, Spezialisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Einführung von Advanced Nursing Practice (ANP) in der Schweizer Intensivpflege als moderne Antwort auf steigende Anforderungen und Komplexität im Gesundheitswesen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Implementierung von Critical Care Outreach-Systemen, die Frühidentifikation von instabilen Patienten sowie die Etablierung spezialisierter Pflegerollen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, durch eine ANP-Spezialistin die Kontinuität und Qualität in der Intensiv- und Notfallpflege am Universitätsspital Zürich signifikant zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und -analyse aktueller Studien zu Critical Care Outreach-Systemen sowie der Ableitung eines praxisorientierten Modells.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die drei Phasen der Prä-, Intensiv- und Postintensivpflege sowie die Einordnung der ANP-Rolle in ein interdisziplinäres Versorgungskontinuum.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Advanced Nursing Practice, Critical Care Outreach, Patientensicherheit, Evidenzbasierte Pflege und die interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Wie grenzt sich die ANP-Spezialistin von anderen Pflegeexperten ab?
Die Abgrenzung erfolgt primär durch den hohen Anteil an klinischer Praxis sowie das spezialisierte, universitäre Fachwissen, das über rein generalistische Expertise hinausgeht.
Welchen Vorteil bietet das Konzept für das Spital?
Die Implementierung verspricht eine Senkung der Spitalsterblichkeit, eine Reduktion ungeplanter Readmissionen sowie eine Kostensenkung durch vermiedene Intensivpflegetage.
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- Joachim König (Author), 2005, ANP in der Intensivpflege: Eine neue Herausforderung in der Schweiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/91111