Die Ursache für die Einführung des Nahverkehrsplans ist das Regionalisierungsgesetz, welches am 27. Dezember 1993 innerhalb der Gesetze zur Neuordnung des Eisenbahnwesens erlassen wurde. Das „Gesetz zur Regionalisierung des Personennahverkehrs“ trat am 1. Januar 1996 durch Artikel vier des Eisenbahnneuordnungsgesetzes in Kraft. Vordergründig dient diese Verordnung zur Sicherstellung einer ausreichenden Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im ÖPNV und versteht sich als Aufgabe der Daseinsvorsorge. Des Weiteren wird der ÖPNV definiert. Das heißt, dass die Mehrheit der zu befördernden Personen eine Reiseweite von 50km oder eine Reisezeit von einer Stunde nicht überschreiten dürfen. Außerdem regelt das Gesetz die Finanzierung des ÖPNV und dessen Überprüfung. Die ersten Generationen der Nahverkehrspläne mussten bis Ende 1998 erstellt werden.
Am Anfang der Arbeit werden die rechtlichen Grundlagen zum Nahverkehrsplan dargestellt und die wichtigsten Grundkenntnisse vermittelt. In dieser Ausarbeitung steht die Analyse des Nahverkehrsplans der Stadt Chemnitz im Mittelpunkt, daher müssen vorerst die Richtlinien vom Freistaat Sachsen erläutert werden. Durch die Betrachtung der Stadt Chemnitz und der Organisationsstruktur des Nahverkehrsplans, wird die Voraussetzung für die folgende Analyse und Bewertung des Nahverkehrsplans geschaffen. Am Ende folgt eine kurze Zusammenfassung. Diese Arbeit wurde in dieser Form untergliedert, um sich anfangs mit der Thematik vertraut zu machen und das Grundlagenwissen zu sichern, welches dann im Hauptteil zum besseren Verständnis erforderlich ist.
Die Zielstellung dieser Arbeit besteht darin, über allgemeine Grundkenntnisse des NVP zu informieren und einen Überblick über die Qualität des Nahverkehrsplans der Stadt Chemnitz zu vermitteln.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Nahverkehrsplan
2.1 Rechtliche Aspekte
2.2 Wichtige Grundlagen
3 Richtlinien zur Erstellung von Nahverkehrsplänen in Sachsen
3.1 Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums
3.2 ÖPNVG im Freistaat Sachsen
4 Vorbemerkungen zum Nahverkehrsplan der Stadt Chemnitz
4.1 Die Stadt Chemnitz
4.2 Organisationsstruktur
5 Analyse des Nahverkehrsplans der Stadt Chemnitz
5.1 Bestandsaufnahme
5.2 Bewertung der Bestandsaufnahme
5.3 Verkehrsprognose ÖPNV
5.4 Gestaltung des ÖPNV
5.5 Vernetzung einzelner Verkehrsträger
5.6 Verkehrsinfrastruktur
5.7 Finanzierung des ÖPNV
5.8 Überblick der Bewertung in tabellarischer Form
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse und kritischen Bewertung des aktuellen Nahverkehrsplans der Stadt Chemnitz unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben auf Landes- und Bundesebene. Das primäre Ziel ist es, den Qualitätsstatus des vorliegenden Plans zu ermitteln und dessen Eignung als Planungsinstrument für die zukünftige Entwicklung des öffentlichen Personennahverkehrs zu prüfen.
- Rechtliche Grundlagen und Richtlinien zur Nahverkehrsplanung in Sachsen
- Strukturelle Analyse und Bewertung der Bestandsaufnahme des Chemnitzer Nahverkehrsplans
- Untersuchung der Verkehrsinfrastruktur und Netzkonzeption
- Kritische Würdigung der Finanzierungsaspekte und der Vernetzung der Verkehrsträger
Auszug aus dem Buch
5.6 Verkehrsinfrastruktur
Die Verkehrsinfrastruktur wird ausreichend dargestellt. Seit 1998 sind das Strecken- und Liniennetz stark angewachsen. Die Anzahl der Haltestellen beläuft sich auf etwa 500 Stück, wobei ein Zuwachs von ca. 30% zu verzeichnen ist. Allerdings existieren im Stadtbahnnetz nur etwa 60 Stadtbahn-Haltestellen, wobei auch hier eine Steigerung von 20% zu verzeichnen ist. Im Jahr 2007 soll eine Verknüpfungsstelle zwischen dem Stadtbahnnetz der CVAG und dem Netz der DB AG im Hauptbahnhof Chemnitz geschaffen werden. Außerdem ist eine neue Wendeschleife für das „Chemnitzer Modell“ geplant. Ein wichtiges Projekt ist folgend die Grunderneuerung der gesamten Gleisanlage. Des Weiteren steht der behindertengerechte Ausbau einiger Haltestellen und die Erneuerung zweier Betriebshöfe an. Zur Leitung und Steuerung der betrieblichen Abläufe werden unter anderem die Erweiterung der Fahrgastinformationen, die Umrüstung des Funksystems und die Weichen- und Betriebshoffernsteuerung vorgenommen. Gleichermaßen soll im Jahr 2009 der Ersatz von stationären Fahrscheinverkaufsautomaten erfolgen.
Der Bestand an Stadtbahnwagen umfasst 54 Triebwagen und elf Beiwagen. Hier ist eine Reduzierung von mehr als 50% gegenüber dem Jahr 1998 festzustellen. Die Anschaffung moderner Variobahnen mit Klimaanlage und Niederflureinstieg soll den Komfort der ÖPNV-Nutzer steigern. Des Weiteren betreibt die CVAG gegenwärtig insgesamt 100 Stadtbusse, wobei hier ein Verlust von etwa 40% gegenüber dem Jahr 1998 vorhanden ist. Von den insgesamt 100 Bussen, sind 58 Gelenkbusse, 40 Standardlinienbusse und zwei Kleinbusse. Knapp 25% der Standardlinienbusse und 50% der Gelenkbusse sind klimatisiert. 5% der Gelenkbusse werden mit Erdgas angetrieben. Von 2006 bis 2010 ist keine Erweiterung des Stadtbahnfuhrparks, aber Ersatzinvestitionen in behindertengerechte Niederfluromnibusse geplant.
Wie anhand der Menge an geplanten Infrastrukturmaßnahmen erkennbar ist, hat die Stadt Chemnitz hier erhöhten Nachholbedarf. Das Kapitel Verkehrsinfrastruktur behandelt alle Kriterien der Richtlinien zur Erstellung von Nahverkehrplänen in Sachsen sehr ausführlich. Jedoch wird auch hier der Aspekt der Barrierefreiheit im ÖPNV zu stark außer Sichtweite gelassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt die rechtlichen Ursprünge der Nahverkehrsplanung durch das Regionalisierungsgesetz vor und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Nahverkehrsplan: Erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Rolle des Nahverkehrsplans als Planungsinstrument für Aufgabenträger.
3 Richtlinien zur Erstellung von Nahverkehrsplänen in Sachsen: Beschreibt die spezifischen sächsischen Anforderungen, insbesondere die Verordnung des Staatsministeriums und das ÖPNVG.
4 Vorbemerkungen zum Nahverkehrsplan der Stadt Chemnitz: Bietet einen Überblick über die Stadt Chemnitz und die organisatorische Struktur des lokalen Nahverkehrsplans.
5 Analyse des Nahverkehrsplans der Stadt Chemnitz: Untersucht im Detail die Bestandsaufnahme, Prognosen, Netzgestaltung, Vernetzung, Infrastruktur und Finanzierung.
6 Fazit: Resümiert die Ergebnisse der Analyse und kritisiert insbesondere den Mangel an Struktur und die Vernachlässigung der Barrierefreiheit.
Schlüsselwörter
Nahverkehrsplan, ÖPNV, Stadt Chemnitz, Regionalisierungsgesetz, PBefG, ÖPNVG, Verkehrsinfrastruktur, Stadtbahn, Verkehrsnetz, Bestandsaufnahme, Finanzierung, Verkehrsplanung, Mobilität, Daseinsvorsorge, Chemnitzer Modell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und bewertet den Nahverkehrsplan der Stadt Chemnitz hinsichtlich seiner inhaltlichen Qualität und seiner Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben im Freistaat Sachsen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die gesetzlichen Grundlagen, die Bestandsaufnahme des ÖPNV-Angebots, die Verkehrsinfrastruktur, die Netzkonzeption sowie die Finanzierungsstrukturen des öffentlichen Nahverkehrs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob der Nahverkehrsplan der Stadt Chemnitz ein effektives und strukturiertes Planungsinstrument darstellt, das den Anforderungen an eine moderne Verkehrsplanung gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Methode, bei der der Nahverkehrsplan anhand von Kriterien aus der sächsischen Verordnung und dem ÖPNVG kritisch geprüft und bewertet wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der einzelnen Kapitel des Nahverkehrsplans, von der Bestandsaufnahme bis hin zur Finanzierung und Bewertung in tabellarischer Form.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Nahverkehrsplan, ÖPNV, Verkehrsplanung, Chemnitzer Modell, Infrastruktur, Mobilität und gesetzliche Rahmenbedingungen.
Warum wird die Barrierefreiheit im Fazit kritisiert?
Die Autorin/der Autor bemängelt, dass das Thema Barrierefreiheit trotz seiner hohen gesellschaftlichen Relevanz im vorliegenden Nahverkehrsplan nur sehr oberflächlich behandelt wird.
Welche Rolle spielt die BPV Consult GmbH bei der Erstellung?
Die BPV Consult GmbH war maßgeblich an der Erstellung des Nahverkehrsplans der Stadt Chemnitz für den Zeitraum 2006 bis 2010 beteiligt.
Wie schneidet die Netzkonzeption in der Bewertung ab?
Die Entwicklung des Strecken- und Liniennetzes wird als präzise herausgearbeitet bewertet, während andere wichtige Kriterien aufgrund mangelnder Struktur teilweise in den Hintergrund treten.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2007, Analyse und Bewertung des Nahverkehrsplans der Stadt Chemnitz, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/90760