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Die Typologie des Unbekannten

Vom Anderen zum Fremden

Title: Die Typologie des Unbekannten

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 21 Pages , Grade: 2

Autor:in: David Liebelt (Author)

Philosophy - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Jede Gesellschaft, die ihren Teilnehmern als komplex, unübersichtlich und diffus erscheint, muss in ihren Fundamenten stets bedroht sein, da sie nicht verstanden, sondern in ihrer Struktur nur erahnt werden kann. Sicherlich, das Erahnen kann zur scheinbaren Sicherheit ‚aufgeplustert‘ und stetig verinnerlicht werden, - dies geschieht dann mittels Weltanschauungen, Ideologien oder Religionen, die mit ihrem normativen Absolutheitsanspruch nicht hinterfragbare Wahrheiten verkünden und damit eine ebenso nicht hinterfragte Gültigkeit aufweisen. Problematisch aber wird es, wenn Weltanschauungen wegfallen oder einfach nur kritische Fragen nach Wesensart und Gültigkeit scheinbar bekannter Sachverhalte gestellt werden – dann nämlich wird der Mangel an objektiver Klarheit einsichtig. Man frage etwa nach dem unbeschränkten Fundament einer zivilisatorischen Gesellschaft:
‚Warum darf ich nicht morden?‘
Pragmatisch kann diese Frage ohne weiteres geklärt werden – ein Pragmatismus, der jedoch nicht aus einer systematischen Grundlagen-Ethik resultiert, sondern eben nur aus einem Ethik-Konsens, der sich mit wandelnden Zeiten, Voraussetzungen und Mentalitäten schneller ändern könnte, als uns lieb ist. Und aus diesem latenten Gefühl schwammiger Ethik- und Zivilisationsfundamente resultiert ein ebenso latentes Gefühl ständiger Bedrohung. Darum auch versucht jede Gesellschaft aus der Abgrenzung zu anderen Gesellschaftsformen ihre eigene Identität zu gewinnen , und zwar derart, dass sie die ‚Anderen‘ offen oder verdeckt diskreditiert, um dadurch die eigene Lebens- und Organisationsform als gut und erfolgreich zu beschreiben. Interessant ist nun, dass die philosophische Perspektive eine Verschiebung von dem „Anderen“ zu dem „Fremden“ in Philosophie, Theologie, Sozialwissenschaften, Psychologie, außerdem Anthropologie und Ethnologie ebenso Sprachwissenschaft sowie in einer ganzen Reihe anderer wissenschaftlicher Disziplinen erfahren hat. Die Seminararbeit möchte nun anhand mehrerer Aufsätze den begriff- und philosophiegeschichtlichen Weg vom ‚Anderen‘ zum ‚Fremden‘ skizzieren. Die These soll dabei sein, dass es das ‚Fremde‘ vor Descartes nicht gab – wenn es auch bereits mancherlei Tendenzen zu ihm zu verzeichnen gibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das ‚Andere‘ in der Antike > Michael Krämer

Israel

Griechenland

Rom

III. Das ‚Andere‘ im Mittelalter > Franz Martin Wimmer

Der Barbar

Der Exote

Der Heide

Kurze Bilanz

IV. Vom ‚Anderen‘ zum ‚Fremden‘ > Ralf Schlechtweg-Jahn

authentischer Zugang > Objektivität

systematisch-wissenschaftliche Teil > Methodik

Kurze Bilanz

V. Entdeckung der ‚Fremdheit‘ > Descartes, Kant und Hegel

VI. Vollendung der ‚Fremdheit‘ > Waldenfels

VII. Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den begriffs- und philosophiegeschichtlichen Wandel vom „Anderen“ hin zum „Fremden“. Ziel ist es aufzuzeigen, dass das Konzept des „Fremden“ in der heutigen Form vor Descartes nicht existierte und sich erst durch die neuzeitliche Subjektivierung entwickelte.

  • Pragmatische Umgangsweisen mit dem „Anderen“ in Antike und Mittelalter.
  • Die wissenschaftliche Erfindung des „Fremden“ durch die Philosophie der Neuzeit.
  • Der Wandel der Wahrnehmungsmuster anhand des historischen Falls Hans Staden.
  • Die erkenntnistheoretische Verankerung des Fremdheitsbegriffs bei Descartes, Kant und Hegel.
  • Die phänomenologische Perspektive von Bernhard Waldenfels als Vollendung des Diskurses.

Auszug aus dem Buch

authentischer Zugang > Objektivität

Stadens Bericht ist eines der ersten Bücher überhaupt, in dem ein Europäer einfach beschreibt, was er sieht. Gerade in den Details zeigt sich Staden als ein sachorientierter Beobachter, der das beschreibt, was er erblickt, ohne sich irgendwelchen übergeordneten Ordnungskriterien verpflichtet fühlen zu müssen, wie die genauen Beschreibungen von Kleidung, Tier- und Pflanzenwelt etc. zeigen: „Stadens Wahrnehmungsordnungen scheinen so beschaffen zu sein, daß sie einen relativ offenen Blick auf die materiellen Details der fremden Kultur ermöglichen, gegenüber den allgemeineren gesellschaftlichen Ordnungsprinzipien hingegen weitgehend in europäischen Mustern verhaftet bleiben.“

Staden war sich zu jedem Zeitpunkt bewusst, dass er bei den Tupinamba auf dünnem Eis stand. Um sein Leben zu retten, versucht Staden sie daher beständig davon zu überzeugen, dass er kein Portugiese sei. Erst bezeichnete er sich als Deutschen, womit die ‚Wilden‘ aber nichts anzufangen wussten, dann als Franzosen: „Diese Taktik ist zunächst auch erfolgreich, nur leider befindet sich bei den Tupinamba ein gefangener Indianer vom Stamm der Carios, die mit den Portugiesen verbündeten sind, und dieser behauptet, Staden bei den Portugiesen gesehen zu haben, was Stadens Position bei den Tupinamba schwer erschüttert. Dieser Gefangene nun erkrankt, und wird deshalb von den Tupinamba getötet und gegessen. Staden versucht zunächst, dies zu verhindern, indem er die Indianer vor der möglichen Ansteckung warnt.“ Hier, wie auch an vielen vergleichbaren Stellen, inszeniert Staden sich selbst in der Rolle des Missionars, der die Indianer von den schlimmsten Verfehlungen abzubringen sucht. Aber seine Argumente greifen nicht und der Gefangene wird gegessen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert das latente Gefühl gesellschaftlicher Bedrohung und führt in die philosophische Verschiebung vom „Anderen“ zum „Fremden“ ein.

II. Das ‚Andere‘ in der Antike > Michael Krämer: Das Kapitel analysiert, wie antike Gesellschaften durch mythische und sakrale Orientierungssysteme das „Andere“ pragmatisch in ihre Welt integrierten.

III. Das ‚Andere‘ im Mittelalter > Franz Martin Wimmer: Hier wird untersucht, wie Kategorien wie Barbaren, Exoten und Heiden als Wahrnehmungskatalog dienten, um die Entdeckung neuer Welten einzuordnen.

IV. Vom ‚Anderen‘ zum ‚Fremden‘ > Ralf Schlechtweg-Jahn: Anhand des Reiseberichts von Hans Staden wird der Übergang zu einer objektiveren, auf Beobachtung basierenden Beschreibung fremder Kulturen dargelegt.

V. Entdeckung der ‚Fremdheit‘ > Descartes, Kant und Hegel: Dieses Kapitel arbeitet heraus, wie die moderne Philosophie durch die Konstruktion des Subjekts die Voraussetzung für eine strikte Trennung von Eigenem und Fremdem schuf.

VI. Vollendung der ‚Fremdheit‘ > Waldenfels: Bernhard Waldenfels' Phänomenologie wird als Ansatz präsentiert, das Fremde nicht als zu überwindende Grenze, sondern als konstitutives „Anderswo“ zu begreifen.

VII. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die neuzeitliche Fixierung auf ein Subjekt die Auseinandersetzung mit dem Fremden maßgeblich geprägt und begrenzt hat.

Schlüsselwörter

Fremdheit, Das Andere, Wahrnehmungskatalog, Subjekt, Descartes, Kant, Hegel, Phänomenologie, Hans Staden, Erkenntnistheorie, Bernhard Waldenfels, Objektivität, Selektion, Kulturwissenschaft, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den philosophiegeschichtlichen Wandel in der Wahrnehmung und Konzeptualisierung von Fremdheit, ausgehend von der Antike bis hin zur modernen Phänomenologie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Wahrnehmungsmuster, die Rolle des Subjekts in der neuzeitlichen Philosophie sowie den Übergang von pragmatischen Abgrenzungsmechanismen zu einer systematischen Wissenschaftlichkeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist der Nachweis, dass der Begriff des „Fremden“ in seiner heutigen Bedeutung eine Erfindung der Neuzeit ist, die untrennbar mit der Entstehung des kartesianischen Subjektbegriffs verknüpft ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophiegeschichtliche und kulturwissenschaftliche Analysemethode, die historische Fallbeispiele (wie Hans Staden) mit der Analyse zentraler philosophischer Texte verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker und mittelalterlicher Pragmatik, die Analyse von Hans Stadens Reisebericht als Wendepunkt zur Objektivität sowie die philosophische Grundlegung der Fremdheit bei Descartes, Kant, Hegel und Waldenfels.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Fremdheit, das Andere, Subjektivität, Erkenntnistheorie, Phänomenologie und das Identitätskonzept.

Welche Rolle spielt Hans Staden in der Argumentation des Autors?

Staden dient als Fallbeispiel für eine frühe „Objektivität“, bei der der Beobachter versucht, seine Beobachtungen von tradierten Fabelwelt-Schemata zu lösen, was als Vorläufer der modernen wissenschaftlichen Fremdwahrnehmung gewertet wird.

Warum wird laut Waldenfels der Begriff des „Fremden“ heute anders betrachtet?

Waldenfels interpretiert das Fremde als ein „Anderswo“, das sich durch eine „Nachträglichkeit“ auszeichnet und nicht länger in eine geschlossene, subjektzentrierte Ordnung eingepasst werden kann.

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Details

Title
Die Typologie des Unbekannten
Subtitle
Vom Anderen zum Fremden
College
University of Freiburg  (Husserl-Archiev Freiburg)
Course
Interdisziplinäres HS Die Figur des Fremden und der Prozess des Übersetzens
Grade
2
Author
David Liebelt (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V90597
ISBN (eBook)
9783638048071
ISBN (Book)
9783638956635
Language
German
Tags
Typologie Unbekannten Interdisziplinäres Figur Fremden Prozess
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Liebelt (Author), 2007, Die Typologie des Unbekannten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/90597
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