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Zur Shop-Startseite › Psychologie - Medienpsychologie

Navigationsverhalten und kognitive Landkarten im Hypertext

Titel: Navigationsverhalten und kognitive Landkarten im Hypertext

Diplomarbeit , 2002 , 190 Seiten , Note: sehr gut

Autor:in: Mag. Marc Hollenstein (Autor:in)

Psychologie - Medienpsychologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit sollen die beiden Konzepte der kognitiven Landkarten von Lynch und Downs & Stea in Bezug auf ein Hypertextdokument einander gegenübergestellt werden. Wesentliche Kernpunkte die geklärt werden sollen, sind der Zusammenhang von Navigationsverhalten, kognitive Abbildung des Hypertextes und das Lösen virtuell räumlicher Probleme.
Der wesentlichste Unterschied der beiden Konzepte besteht darin, dass Downs & Stea als einziges Kriterium das räumliche Verhalten und Problemlösen sehen, anhand dessen man kognitive Landkarten messen könne. Lynch hingegen hat zur Messung kognitiver Landkarten eine andere Methode angewandt. Er ließ seine Untersuchungspersonen den Aufbau von verschiedensten Städten nachzeichnen. Downs & Stea kritisieren dies, da sie der Ansicht sind, dass es sich dabei um eine andere Fähigkeit handelt, die wesentlich von der Fertigkeit des „Zeichnen Könnens“ abhängig ist, also von einer (fein)motorischen Fertigkeit. Sie begründen das damit, dass es zu großen interindividuellen Unterschieden in der Qualität der Zeichnungen gekommen ist.
Zeglovits (1999) konnte in seiner Diplomarbeit die Existenz kognitiver Landkarten in Hypertextdokumenten nachweisen. In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwieweit die Qualität der kognitiven Landkarten auf das Navigationsverhalten zurückgeführt werden kann. Können bestimmte Elemente der Navigation ausfindig gemacht werden, die als Kriterium zur Erfassung von kognitiven Landkarten geeignet sind? Sind überhaupt Zusammenhänge auffindbar? Kann die Theorie von Lynch oder jene von Downs & Stea das Lösen räumlicher Probleme bzw. die Lösung von Aufgaben (Informationssuche) in einem Hypertextdokument besser erklären? Dies sind nur einige Fragen, die mit dieser Diplomarbeit geklärt werden sollen.
Außerdem wird die Weberfahrung noch als ein weiteres Kriterium herangezogen, da in vergangenen Studium wesentliche Unterschiede zwischen erfahrenen Usern und unerfahrenen Usern nachgewiesen werden konnten. Es scheint auch intuitiv naheliegend, dass Erfahrung – wie in den meisten Lebensbereichen – ein wesentliches Kriterium darstellt. Zu klären gilt es in dieser Arbeit, welche Elemente der Navigation Rückschlüsse auf die Weberfahrung des Users geben, inwieweit die Erfahrung auf die qualitative Ausbildung von kognitiven Landkarten einwirkt und inwieweit sie zur Lösung räumlicher Probleme zweckdienlich ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Aufbau der Arbeit

2 Gedächtnis und Raumvorstellung

2.1 Sensorische Gedächtnis

2.2 Kurzzeitgedächtnis

2.3 Langzeitgedächtnis

2.4 Informationsrepräsentation im Gedächtnis

2.5 Raumvorstellung

3 Kognitive Landkarten – cognitive maps

3.1 Grundlegendes

3.1.1 Indizien für die Existenz kognitiver Karten

3.1.2 Realer und kognitiver Raum

3.1.3 Fokaler und globaler Raum

3.1.4 Virtueller Raum

3.1.5 Kognitive Karten im Spielfilm

3.1.6 Kognitive Karten im World Wide Web (WWW)

3.1.7 Kartenwissen und Straßenwissen

3.1.8 Physiologischen Grundlagen

3.2 Cognitive maps nach Lynch (1948)

3.2.1 Lynchs Untersuchung

3.2.2 Elemente von cognitive maps

3.2.3 Beziehung zwischen den Elementen

3.2.4 Die äußere Gestalt der Stadt

3.3 Cognitive maps nach Downs & Stea (1982)

3.3.1 Begriffsbestimmung – Kognitives Kartieren und kognitive Karten

3.3.2 Haupteigenschaften des kognitiven Kartierens

3.3.2.1 Kognitives Kartieren als interaktiver Prozess

3.3.2.2 Die Selektivität beim kognitiven Kartieren

3.3.2.3 Die Welt verstehen - Strukturierungsvermögen

3.3.3 Abbildungen (Repräsentationen)

3.3.3.1 Die Inhalte von Abbildungen (Repräsentationen)

3.3.3.2 Die Form der Abbildungen (Repräsentationen)

3.3.3.3 Kartenherstellung

3.3.4 Kognitives Kartieren und räumliches Verhalten

3.3.5 Die Lösung räumlicher Probleme

3.3.5.1 Das Wo

3.3.5.2 Das Was und das Wann

3.3.5.3 Wegsuche

3.4 Weitere Konzepte und Erkenntnisse

3.5 Medientheoretische Ansatz

4 Hypertext im World Wide Web

4.1 Definition und Begriffsabgrenzung

4.2 Aufbau von Hypertexten

4.2.1 Knoten und links

4.2.2 Organisationsstruktur von Hypertexten

4.3 Navigation und Orientierung

4.3.1 Begriffsbestimmung

4.3.2 Navigationsstrategien, Navigationsverhalten und „lost-in-hyperspace“

4.3.3 Räumliche Orientierung und Repräsentation

4.3.4 Informationszugriff

4.4 Human factors und Hypertext

4.5 Experten und Novizen

4.6 Browser

5 Hypothesen und Forschungsfragen

5.1 Hypothesen

5.1.1 Allgemeine Hypothesen

5.1.2 Computer- und Interneterfahrung

5.1.3 Kognitive Landkarten – cognitive maps

5.1.4 Suchbedingung - Problemlösen

5.1.5 Geschlechtsunterschiede

6 Methode

6.1 Untersuchungsdesign

6.1.1 Versuchsplan

6.1.2 Aufbau des Experiments

6.1.3 Untersuchungsmaterialien

6.1.3.1 Geräte

6.1.3.2 Website

6.1.3.3 LGT-3 (Lern- und Gedächtnistest, Bäumler 1974)

6.1.3.4 3DW (Dreidimensionaler Würfeltest, Gittler 1990)

6.1.3.5 Zeichnen von Wiens Innerer Stadt

6.1.3.6 Fragebogen

6.1.3.7 Sonstige Utensilien

6.2 Versuchsdurchführung

6.2.1 Voruntersuchung

6.2.2 Hauptuntersuchung

6.2.3 Probleme

7 Ergebnisse

7.1 Allgemeine Hypothesen

7.1.1 Hypotheseprüfung A (HA)

7.1.2 Hypothesenprüfung B (HB)

7.1.3 Hypothesenprüfung C (HC)

7.2 Interneterfahrung

7.2.1 Hypothesenprüfung 1.1

7.2.2 Hypothesenprüfung 1.2

7.2.3 Hypothesenprüfung 1.3

7.2.5 Hypothesenprüfung 2.1

7.2.6 Hypothesenprüfung 2.2a

7.2.7 Hypothesenprüfung 2.2b

7.2.8 Hypothesenprüfung 2.3a

7.2.9 Hypothesenprüfung 2.3b

7.2.10 Hypothesenprüfung 2.4

7.2.11 Hypothesenprüfung 2.5

7.2.12 Hypothesenprüfung 3.1 und 3.2

7.3 Kognitive Landkarten – cognitive maps

7.3.1 Hypothesenprüfung 4.1

7.3.2 Hypothesenprüfung 4.2

7.3.3 Hypothesenprüfung 4.3a & 4.3b

7.3.4 Hypothesenprüfung 4.4

7.4 Suchbedingung - Problemlösen

7.4.1 Hypothesenprüfung 5.1a & 5.1b

7.4.2 Hypothesenprüfung 5.1c

7.4.3 Hypothesenprüfung 5.2a & 5.2b

7.4.4 Hypothesenprüfung 5.2c

7.4.5 Hypothesenprüfung 6.1a & 6.1b

7.4.6 Hypothesenprüfung 6.2c

7.5 Geschlechtsunterschiede

7.5.1 Hypothesenprüfung G1

7.5.2 Hypothesenprüfung G2

7.5.3 Hypothesenprüfung G3

7.5.4 Hypothesenprüfung G4a & G4b

7.6 Kontrollvariablen – LGT-3, 3DW

7.7 Übersicht Ergebnisse

8 Interpretation

8.1 Allgemeines

8.2 Interneterfahrung

8.3 Navigationsverhalten, Kognitive Landkarten und Suchbedingung

8.4 Zusammenfassung der Ergebnisse

9 Kritik und Anmerkungen

9.1 Kritik zur Untersuchung

10 Zusammenfassung

10.1 Inhaltliche Ziele

10.2 Forschungsdesign

10.3 Ergebnisse

10.4 Kritik, Anmerkungen

11 Literaturverzeichnis

11.1 online-Quellen

12 Anhang

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Anwendbarkeit der Konzepte kognitiver Landkarten nach Lynch sowie Downs & Stea im Kontext von Hypertextdokumenten. Das primäre Forschungsziel besteht darin, den Zusammenhang zwischen Navigationsverhalten, der kognitiven Abbildung von Hypertextstrukturen und der Lösung virtuell räumlicher Probleme zu analysieren, wobei zusätzlich der Einfluss der Internet-Erfahrung sowie geschlechtsspezifische Unterschiede betrachtet werden.

  • Vergleich der kognitiven Konzepte von Lynch und Downs & Stea in digitalen Umgebungen.
  • Analyse des Navigationsverhaltens als Indikator für kognitive Landkarten.
  • Untersuchung des Einflusses von Computer- und Internet-Erfahrung auf die Repräsentationsqualität.
  • Evaluierung der Effektivität verschiedener Navigationsstrategien bei der Problemlösung.
  • Einfluss von Kontrollvariablen wie Gedächtnisleistung und Raumvorstellung.

Auszug aus dem Buch

Die Lösung räumlicher Probleme

Alle Lebewesen, die sich fortbewegen, sind vor räumliche Problem gestellt. Für jedes räumliche Problem benötigt man zweierlei Informationen über die Umwelt: das WO oder die Kenntnis des Standorts einer Sache oder Person und das WAS, oder die Kenntnis, welche Dinge oder Personen sich an einem bestimmten Standort befinden. Die Informationen über das Wo und Was ergänzen sich gegenseitig.

3.3.5.1 Das Wo

Downs & Stea definieren „Das Wo“ wie folgt: „Wo sich etwas oder jemand befindet“ (Downs & Stea, 1982, S.64). Von entscheidender Rolle ist also der Standort. Um eine Standort zu charakterisieren, reicht die Identifikation durch einen Namen nicht aus. Es bedarf einer Standortbeschreibung. Es gibt dafür zwei Formen:

1. die Zustandsbeschreibung und

2. die Verlaufsbeschreibung.

In der Zustandsbeschreibung eines Standorts wird mit Hilfe eines bekannten und allgemeinverständlichen Koordinatensystem mitgeteilt, wo sich etwas befindet. Eine Verlaufsbeschreibung enthält eine Reihe von Anweisungen, mit deren Hilfe wir zu einem bestimmten Standort gelangen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt die Forschungsfrage nach der Anwendbarkeit kognitiver Landkarten auf Hypertexte und erläutert den Aufbau der Untersuchung.

2 Gedächtnis und Raumvorstellung: Bietet einen Überblick über Gedächtnissysteme, Informationsspeicherung und die Bedeutung der Raumvorstellung für das Navigationsverhalten.

3 Kognitive Landkarten – cognitive maps: Erläutert die theoretischen Grundlagen der kognitiven Kartierung nach Lynch sowie Downs & Stea und beleuchtet deren Relevanz für medientheoretische Ansätze.

4 Hypertext im World Wide Web: Definiert Hypertexte als Netzwerk von Knoten und Links und diskutiert Probleme wie „lost-in-hyperspace“ sowie Aspekte der Usability.

5 Hypothesen und Forschungsfragen: Leitet die konkreten Fragestellungen ab und formuliert die zu prüfenden Null- und Alternativhypothesen.

6 Methode: Beschreibt das experimentelle Design der online-Untersuchung, die Probandenrekrutierung und die verwendeten Testinstrumente.

7 Ergebnisse: Präsentiert die statistische Auswertung der Hypothesenprüfungen mittels Korrelationen und Gruppenvergleichen.

8 Interpretation: Diskutiert die Ergebnisse im Kontext der psychologischen Theorien und reflektiert über die Rolle der Internet-Erfahrung.

9 Kritik und Anmerkungen: Hinterfragt kritisch die methodischen Ansätze und gibt Anregungen für künftige Forschungsfragen.

10 Zusammenfassung: Fasst die inhaltlichen Ziele, das Forschungsdesign und die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Schlüsselwörter

Kognitive Landkarten, Hypertext, Navigation, Orientierung, Web-Erfahrung, Problemlösen, Raumvorstellung, Gedächtnis, Information Retrieval, Human Factors, kognitives Kartieren, kognitive Repräsentation, Internet-Usability, Mentale Modelle, Explorationsverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Nutzer kognitive Landkarten von Hypertextstrukturen bilden und wie diese Karten das Navigationsverhalten sowie die Problemlösefähigkeit beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung verknüpft kognitive Psychologie mit Web-Usability, insbesondere durch die Anwendung von Theorien zu kognitiven Karten (Lynch, Downs & Stea) auf die Navigation in strukturierten Hypertext-Umgebungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob die Qualität der kognitiven Abbildung einer Website mit dem Navigationsverhalten korreliert und ob Experten von einer solchen kognitiven Strukturierung bei der Suche nach Informationen profitieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde ein empirisches Online-Experiment durchgeführt, bei dem 121 Versuchspersonen eine Homepage erkunden mussten. Die Daten wurden mittels Log-Files und Fragebögen erfasst und statistisch (u.a. Korrelationsanalysen) ausgewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben den theoretischen Grundlagen zu Gedächtnis und Raumvorstellung enthält der Hauptteil eine detaillierte Auseinandersetzung mit Hypertext-Strukturen, Navigationsstrategien und der Rolle der Anwenderexpertise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie kognitive Landkarten, Hypertext-Navigation, mentale Modelle, exploratives Suchverhalten und kognitive Repräsentation beschreiben.

Welche Rolle spielt die Weberfahrung bei der Orientierung?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass erfahrene User (EU) aktiver navigieren, während unerfahrene User (UU) bei der Reproduktion der Webstruktur teilweise bessere Ergebnisse zeigten, möglicherweise aufgrund bewussterer Informationsaufnahme.

Welche Rolle spielen die untersuchten Suchbedingungen?

Die Studie zeigt, dass bei einfachen Suchaufgaben eine kognitive Landkarte hilfreich ist, während bei komplexen Aufgaben der kognitive Aufwand einer vollständigen Repräsentation die Orientierung erschweren kann.

Ende der Leseprobe aus 190 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Navigationsverhalten und kognitive Landkarten im Hypertext
Hochschule
Universität Wien  (Lifem Ludwig Boltzmann Institut für empirsche Medienforschung)
Note
sehr gut
Autor
Mag. Marc Hollenstein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
190
Katalognummer
V9039
ISBN (eBook)
9783638158510
ISBN (Buch)
9783638697675
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Navigationsverhalten Landkarten Hypertext
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Marc Hollenstein (Autor:in), 2002, Navigationsverhalten und kognitive Landkarten im Hypertext, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/9039
Blick ins Buch
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