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Das Konzept der Freude und des Lebens bei Kohelet

Titel: Das Konzept der Freude und des Lebens bei Kohelet

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 31 Seiten , Note: 2

Autor:in: Magister. FU Belin Yong-Mie Shin (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Am Anfang dessen, was man heute Moralphilosophie nennt, steht der Verdacht, die Moral gehe auf Kosten des Glücks. Es waren die griechischen Sophisten, die Zweifel aufbrachten, ob sich das moralische Verhalten für den Einzelnen auch wirklich lohne. Sie lehrten die Standards der Moral als eine Konvention zu verstehen, die auch anders ausfallen könnte.
Aus dem Verlangen nach einer Begründung wurde nun festgestellt, dass das Wort „gut“ in diesem Zusammenhang mehrere Bedeutungen haben kann. Es kann z. B. für die Einzelnen das `Nützliche´ bedeuten, für eine soziale Gemeinschaft aber ein `Tugendhaftes´. Mit dieser Unterscheidung standen die griechischen Denker direkt vor dem Problem, ob das Gerechte überhaupt das Nützliche sei, ob das gute Leben notwendigerweise ein gerechtes Leben bzw. das Gerechte notwendigerweise ein gutes Leben sei, ob es denn überhaupt gut sei, sich den sozialen Regeln einer bestimmten Moral zu unterwerfen und ob sich die Moral für das Glücksstreben des Einzelnen überhaupt lohne.
Mit diesen Fragestellungen zwischen dem guten und gerechten Leben, zwischen Glück und Moral begann also ein bis heute andauerndes Verhängnis der Philosophie in ihrer kritischen Reflexion über die Grundlage der Moral einerseits und in der begrifflichen Begründung zwischen Glück und Moral andererseits.
Die moderne Ethik seit Kant hat sich weitgehend damit begnügt, Bedingungen eines guten Lebens zu markieren, die für alle geschaffen und von allen respektiert werden sollten. Sie wollte aber dabei mit einem Glücksbegriff, der oft gefährlich oder aussichtslos schien, möglichst auskommen: Die Idee des Richtigen sollte die sozial erlaubte Form des Glücksstrebens vorgeben aber der Rest sollte der Regie des Individuums überlassen werden.(2) Diese Zurückhaltung der modernen Ethik gegenüber einer Glückslehre führt dazu, dass sie auf einem Auge blind bleibt. Die gegenwärtige Ethik bemühte sich daher um die Aufhebung dieser Blindheit und will die tragende Stellung eines qualifizierten Glücksbegriffs für die gesamte Ethik und Sozialphilosophie deutlich machen. [...]
Um einen formalen Begriff des Glücks herzustellen, wäre es also absurd, wenn man eine rein formale Analyse des Glücks betreiben möchte. Es wäre inhaltlos. Sie muss für inhaltliche Konkretisierung offen sein. In diesem Sinne, wenn die antiken Hochkulturen inhaltliche Materiale dafür durchgearbeitet haben, dann könnten Sie bestimmt geistigen Schatz für einen inhaltvollen Glücksbegriff bieten. [...]

--

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Liber Ecclesiastes

II. Thema, Stil und Struktur des Buches Qoh

III. Glückslehre bei antiken Hockkulturen im Vergleich mit Kohelet

III-1 Altorientalische und ägyptische Glückslehre und Kohelet

III-2 Hellenistische Glückslehre und Kohelet

III-3 Kohelet im israelischen- jüdischen Kontext

III-4 Glückslehre bei Kohelet

III-4-1 Freude als höchstes Gut

III-4-2 Gottesfurcht

III-4-3 Konzept der Freude bei Kohelet

III-4-4 Carpe- Diem

III-4-4-1 Carpe-Diem bei Epikur und Kohelet

IV. Konzept des Lebens bei Kohelet

V. Resumee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das biblische Buch Kohelet im Kontext antiker Glückslehren, um das spezifische Verständnis von Freude und Leben bei Kohelet herauszuarbeiten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich Kohelets Sichtweise von der traditionellen israelischen Weisheit sowie von hellenistischen Philosophien abgrenzt und durch eine theologische Fundierung als „Gabe Gottes“ ein eigenständiges anthropologisches Konzept bildet.

  • Vergleich der Glücksvorstellungen altorientalischer Kulturen, der hellenistischen Philosophie und Kohelets.
  • Analyse der zentralen Motive Gottesfurcht und Freude bei Kohelet.
  • Untersuchung der Rezeption und Bedeutung der „Carpe-Diem“-Philosophie im Koheletbuch.
  • Erarbeitung eines anthropologischen Konzepts des Lebens als „Atem“ (Ruach).
  • Einordnung der Theologie Kohelets innerhalb der jüdischen Weisheitstradition.

Auszug aus dem Buch

III-1 Altorientalische und ägyptische Glückslehre und Kohelet

Das babylonische Gilgamesch- Epos erzählt, wie Gilgamesch durch den Tod seines Freundes Enkidu in eine Schwermut verfällt, rastlos und klagend die Erde auf der Suche nach dem Leben (Glück) durchstreift. Am Ende der Welt begegnet er dann einer anmutigen Göttin, Schankwirtin Siduri. Sie rät ihm, die rastlose Suche nach etwas, was nur utopisch sei, aufzugeben und seine Aufmerksamkeit vielmehr auf das Verwirklichbare zu richten.

„Gilgamesch, wohin läufst du? Das Leben, das du suchst, wirst du nicht finden! Als die Götter die Menschen erschufen, teilten sie den Tod der Menschheit zu und nahmen das Leben für sich in die Hand. Du, Gilgamesch dein Bauch sei voll, (...)Feiere täglich ein Freudenfest! Tanz und spiel bei Tag und Nacht! Deine Kleidung sei rein, gewaschen dein Haupt, mit Wasser sollst du gebadet sein! Schau den Kleinen an deiner Hand, die Gattin freu sich auf deinem Schoß! Solcherart ist, was den Menschen zu tun bleibt!“

Hier wurde also gemahnt, auf flüchtige Augenblicke aufmerksam zu werden, und es wurde davor gewarnt, das Glück zu verschlafen, mit dem Hinweis auf den Tod. Die Aufforderung zum Fest versteht sich daher in einem elegischen Hintergrund von Verzweiflung und Depression aus dem tiefen Bewusstsein des Todes.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die philosophische Problemstellung zwischen Moral und Glück und führt in die Notwendigkeit ein, das Buch Kohelet vor dem Hintergrund antiker Glückslehren exegetisch zu analysieren.

I. Liber Ecclesiastes: Dieses Kapitel gibt einen allgemeinen Überblick über das Buch Kohelet, seine Gattung innerhalb der Weisheitsliteratur, Fragen der Autorschaft, Entstehungszeit und die problematische Kanonisierung.

II. Thema, Stil und Struktur des Buches Qoh: Es werden literarische Modelle wie das Zitatenmodell und das Kompositionsmodell vorgestellt, um die Spannungen und Widersprüche im Buch Kohelet methodisch zu verstehen und eine Systematik aufzuzeigen.

III. Glückslehre bei antiken Hockkulturen im Vergleich mit Kohelet: Dieses Hauptkapitel setzt Kohelet in den Vergleich mit altorientalischen, ägyptischen und hellenistischen Glückslehren und beleuchtet die Einflüsse und Abgrenzungen.

IV. Konzept des Lebens bei Kohelet: Das Kapitel definiert das Leben bei Kohelet über den Begriff des „Atem“ (Ruach) als Gabe Gottes, der den einzig dauernden Gewinn im irdischen Leben darstellt.

V. Resumee: Das abschließende Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und charakterisiert Kohelets Glückslehre als eine eigenständige jüdische Antwort auf die Frage nach dem menschlichen Glück.

Schlüsselwörter

Kohelet, Glückslehre, Weisheitsliteratur, Freude, Gottesfurcht, Carpe Diem, biblische Anthropologie, hellenistische Philosophie, Lebensatem, Schöpfungstheologie, Antike, Judentum, Religionskritik, Lebenssinn, Vergänglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept der Freude und des Lebens im biblischen Buch Kohelet und setzt dieses in den Kontext zeitgenössischer antiker Glücksvorstellungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Glückslehre, die Auseinandersetzung mit hellenistischer Philosophie, das Konzept der Gottesfurcht sowie die Frage nach dem Sinn des menschlichen Daseins.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, wie Kohelet das menschliche Glück als „Gabe Gottes“ definiert und wie er sich dabei von traditionellen jüdischen und hellenistischen Ansätzen abhebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen exegetischen Ansatz, der literarkritische Analysen (wie das Zitaten- und Kompositionsmodell) sowie kulturgeschichtliche Vergleiche einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die antiken Glückslehren, die Gottesfurcht bei Kohelet, das Konzept der Freude als höchstes Gut sowie die Carpe-Diem-Motivik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kohelet, Glückslehre, Freude, Gottesfurcht, Carpe Diem und Schöpfungstheologie charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Kohelets Gottesbild von der traditionellen Weisheit?

Kohelet entwirft einen Gott, der sich jeder menschlichen Verfügung entzieht; Freude ist bei ihm keine Belohnung für rechtes Tun, sondern eine unverdiente Gabe Gottes.

Inwiefern spielt der „Atem“ (Ruach) eine zentrale Rolle für das Lebensverständnis?

Der Lebensatem ist für Kohelet das einzig Beständige, das den Menschen auszeichnet und nach dem Tod zu Gott zurückkehrt, womit er die Antwort auf die Frage nach dem „Gewinn“ liefert.

Was bedeutet „Minimalistische Glückstheorie“ in diesem Kontext?

Der Begriff beschreibt, dass das Glück bei Kohelet als eine empfängliche Haltung verstanden wird, die nicht für alle Menschengleichermaßen realisierbar ist, da sie die Bereitschaft zur Freude als Offenbarung Gottes erfordert.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das Konzept der Freude und des Lebens bei Kohelet
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Seminar für katholische Theologie )
Veranstaltung
HS: „Warum Glück keine biblische Kategorie ist
Note
2
Autor
Magister. FU Belin Yong-Mie Shin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
31
Katalognummer
V90233
ISBN (eBook)
9783638071192
ISBN (Buch)
9783638957014
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzept Freude Lebens Kohelet Glück Kategorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magister. FU Belin Yong-Mie Shin (Autor:in), 2003, Das Konzept der Freude und des Lebens bei Kohelet, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/90233
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Leseprobe aus  31  Seiten
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