Als die Amerikaner am 6. April 1917 in den ersten Weltkrieg eintraten, betonten sie bereits, dass es
ihnen hauptsächlich darum ginge, den Frieden zu sichern. So bemühten sie sich auch nach Ende
des ersten Weltkriegs weiter um die internationale Friedenssicherung.
Zur konkreten Umsetzung äußerte sich der damalige amerikanische Präsident Woodrow Wilson auf
der Pariser Friedenskonferenz (18.01.1919-21.01.1919) mit seinem 14-Punkte Plan. In diesen
wurden nicht nur die Kriegsziele Amerikas deutlich, sondern auch eine Reihe von Bedingungen, die
die demokratische Friedenssicherung in Europa sichern sollten. Eine Bedingung war beispielsweise
das Ende der Geheimdiplomatie. Der 14. Punkt war jedoch einer der wichtigsten, er enthielt die
Forderung nach einer Gründung eines überstaatlichen Zusammenschlusses, eines Völkerbundes.
Dieser sollte künftig die Beziehungen zwischen den Völkern friedlich regeln, um gewaltvolle
Auseinandersetzungen zu vermeiden. Allerdings schien es dabei so, als ob sich die USA zunächst
keine Gedanken über mögliche negative Auswirkungen eines solchen Bundes machen würden.
Anders reagierten die Franzosen und Engländer, die frühzeitig Studien in Auftrag gaben, um
mögliche negative Auswirkungen des Völkerbundes aufzudecken. Zudem arbeiteten beide schon an
einem konkreten Satzungsentwurf. Als die Engländer dann im März 1918 ihre Studie, die von
Lord Phillimore geleitet wurde, beendeten und auch die Franzosen ihren Bericht, für den Léon
Bourgeois mitverantwortlich war, kurze Zeit später abgeschlossen, war Woodrow Wilson förmlich
dazu gezwungen sich intensiver mit seinem Gedanken des Völkerbundes und dessen konkreten
Aufbau zu machen. Folglich beauftragte er Colonel House, einen seiner Vertrauten, einen
Satzungsentwurf im Namen der Amerikaner anzufertigen. Letztendlich legten die USA zwei
Entwürfe vor, in denen nicht nur die politische Unabhängigkeit, sondern auch die territoriale
Integrität der einzelnen Mitgliedsstaaten gefordert wurde. Dieser Gedanke ist sicherlich als
Erweiterung der Monroe-Doktrin, die die bisherige Außenpolitik der USA gut widerspiegelt,
anzusehen. Die beiden amerikanischen Entwürfe befassten sich zudem noch mit der Frage der
Abrüstung. Ein Staat solle nur so viele Waffen, Truppen, etc. besitzen, wie für die Garantie der
inneren Sicherheit erforderlich seien. Seien nicht mehr Waffen erforderlich, so solle abgerüstet
werden.
Inhaltsverzeichnis
1. These
2. These
3. These
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Völkerbund in der Zwischenkriegszeit. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von US-Präsident Woodrow Wilson auf die Gründung des Bundes, die Gründe für das Scheitern des US-Beitritts sowie die Dynamik der begrenzten Kooperation trotz diplomatischer Distanz kritisch zu analysieren.
- Die Rolle Woodrow Wilsons bei der Entstehung des Völkerbundes
- Der Konflikt zwischen Wilson und dem US-Senat um die Ratifizierung des Versailler Vertrags
- Die Vereinbarkeit der US-Außenpolitik (Monroe-Doktrin) mit einer Mitgliedschaft im Völkerbund
- Die pragmatische Zusammenarbeit bei internationalen Krisen, insbesondere in der Mandschurei
- Die Entwicklung der Hoover-Stimson-Doktrin als Reaktion auf Aggressionen
Auszug aus dem Buch
1. These
Präsident Thomas Woodrow Wilson wollte Amerika nach dem ersten Weltkrieg zu einer globalen Friedensmacht machen.
Als die Amerikaner am 6. April 1917 in den ersten Weltkrieg eintraten, betonten sie bereits, dass es ihnen hauptsächlich darum ginge, den Frieden zu sichern. So bemühten sie sich auch nach Ende des ersten Weltkriegs weiter um die internationale Friedenssicherung.
Zur konkreten Umsetzung äußerte sich der damalige amerikanische Präsident Woodrow Wilson auf der Pariser Friedenskonferenz (18.01.1919-21.01.1919) mit seinem 14-Punkte Plan. In diesen wurden nicht nur die Kriegsziele Amerikas deutlich, sondern auch eine Reihe von Bedingungen, die die demokratische Friedenssicherung in Europa sichern sollten. Eine Bedingung war beispielsweise das Ende der Geheimdiplomatie. Der 14. Punkt war jedoch einer der wichtigsten, er enthielt die Forderung nach einer Gründung eines überstaatlichen Zusammenschlusses, eines Völkerbundes. Dieser sollte künftig die Beziehungen zwischen den Völkern friedlich regeln, um gewaltvolle Auseinandersetzungen zu vermeiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. These: Dieses Kapitel erläutert Woodrow Wilsons Bestreben, durch den 14-Punkte-Plan und die aktive Mitgestaltung der Völkerbundssatzung die USA als führende Friedensmacht zu etablieren.
2. These: Hier wird analysiert, wie innenpolitische Widerstände und die Furcht vor einer Aufgabe der Monroe-Doktrin dazu führten, dass der US-Senat die Ratifizierung des Versailler Vertrags verweigerte.
3. These: Dieser Abschnitt beschreibt die begrenzte und interessengeleitete Zusammenarbeit der USA mit dem Völkerbund, beispielhaft dargestellt an der Mandschurei-Krise und der Hoover-Stimson-Doktrin.
Schlüsselwörter
Amerika, Völkerbund, Woodrow Wilson, Versailler Vertrag, Monroe-Doktrin, Friedenssicherung, Mandschurei-Krise, Außenpolitik, Senat, Cabot Lodge, 14-Punkte-Plan, Diplomatie, Isolationismus, Hoover-Stimson-Doktrin, internationale Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das politische und diplomatische Verhältnis der USA zum Völkerbund in der Ära der Weimarer Republik und der Nachkriegszeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind der Einfluss Wilsons auf die Satzung des Bundes, der Ratifizierungsstreit im US-Senat und die praktische, wenn auch begrenzte, Kooperation bei asiatischen Konflikten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Überprüfung dreier Thesen, die Wilsons Rolle als Gründungsvater, die Gründe für das Fernbleiben der USA und das Ausmaß der späteren Zusammenarbeit bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente und fachwissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Wilsons Friedensbemühungen, die Gründe für das Scheitern des Beitritts und die Krisenkooperation in der Mandschurei.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Völkerbund, Monroe-Doktrin, Friedenssicherung, Ratifizierung und die Hoover-Stimson-Doktrin.
Warum war der Völkerbund für Wilson so bedeutend?
Wilson sah im Völkerbund das zentrale Instrument, um künftige gewaltvolle Auseinandersetzungen durch internationale Zusammenarbeit und Demokratisierung der Außenpolitik zu verhindern.
Welche Rolle spielte Cabot Lodge bei der Ablehnung des Völkerbundes?
Lodge führte die republikanische Senatsmehrheit an und sorgte durch seine Kritik an der Einschränkung der US-Souveränität und der Monroe-Doktrin maßgeblich für die Ablehnung des Versailler Vertrags.
Inwiefern arbeiteten die USA trotz Nichtmitgliedschaft mit dem Völkerbund zusammen?
Die USA kooperierten punktuell, etwa durch Informationsaustausch in der Mandschurei-Krise oder diplomatische Unterstützung bei Aggressionen, betonten dabei jedoch stets ihre Unabhängigkeit von den Beschlüssen des Bundes.
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- Anna Hillebrand (Author), 2007, Amerika und der Völkerbund, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/90007