Gibt es einen Grund, warum bestimmte Unternehmen Dividende zahlen und andere wiederum nicht? Dividendenzahlungen sind im Bereich der Forschung seit vielen Jahren ein Mysterium für Ökonomen. Eine Vielzahl von namenhaften Wissenschaftlern befasst sich mit der Frage, warum Firmen Dividenden zahlen und welche Firmencharakteristika dabei eine entscheidende Rolle einnehmen. Diese, sowohl für Unternehmen als auch für Anteilseigner und potentielle Investoren substantielle Fragestellung konnte bis zum heutigen Zeitpunkt nicht in vollem Umfang beantwortet werden.
Die Relevanz der Thematik lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: Bereits im Jahr 1999 wurden mehr als 350 Milliarden Dollar von Unternehmen zur Dividendenausschüttung oder Aktienrückkäufen aufgebracht. Darüber hinaus müssen sich börsennotierte Firmen kontinuierlich mit der dynamischen Frage befassen, ob sie Dividenden zahlen beziehungsweise nicht zahlen. Innerhalb des gesamten Lebenszyklus eines Unternehmens, nimmt diese Entscheidung viele interne Ressourcen in Anspruch und ist somit von hoher Relevanz.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird auf Basis aktueller Forschungsergebnisse und empirischer Untersuchungen dargestellt, welche Determinanten einen Einfluss auf die Dividendenausschüttung von Unternehmen haben und wie sich ein solcher Einfluss gegebenenfalls erklären lässt. Darüber hinaus wird untersucht, wie sich die Charakteristika der Unternehmen sowie Dividendenausschüttungen grundsätzlich über die Zeit entwickelt haben. Diese Arbeit fokussiert sich auf das länderspezifische Beispiel des vereinigten Königreichs (UK) im Zeitraum von 1990 bis 2017.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungskontext
3. Datenauswahl/Datenbeschreibung
4. Determinanten und Neigung der Dividendenzahlung am Beispiel des vereinigten Königreichs
4.1 Univariate Analyse
4.2 Multivariate Analyse
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis empirischer Analysen, welche Determinanten einen Einfluss auf die Dividendenzahlung von Unternehmen haben und wie sich diese Einflüsse über die Zeit verändern. Dabei fokussiert sich die Untersuchung auf das länderspezifische Beispiel des Vereinigten Königreichs im Zeitraum von 1990 bis 2017.
- Analyse der zentralen Determinanten für Dividendenzahlungen (Profitabilität, Firmengröße, Wachstumspotenzial, erwirtschaftetes Eigenkapital).
- Untersuchung der zeitlichen Entwicklung von Firmencharakteristika im Vereinigten Königreich.
- Vergleich von Unternehmen, die Dividenden zahlen (Zahler), mit solchen, die keine Dividenden ausschütten (Nicht-Zahler).
- Überprüfung gängiger Finanztheorien wie der Signalling-, Clientèle-, Lebenszyklus- und Catering-Theorie anhand der empirischen Daten.
Auszug aus dem Buch
2. Forschungskontext
Die Grundlage der in dieser Arbeit behandelten Thematik liefern Miller und Modigliani in den Jahren 1958 und 1961 (Miller und Modigliani, 1961; Modigliani und Miller, 1958). Die zentrale Aussage ihrer These, dass in friktionslosen Märkten mit einer festgelegten Investitionspolitik alle realisierbaren Kapitalstrukturen und Dividendenentscheidungen optimal sind, wird bis zum heutigen Zeitpunkt viel diskutiert. Nach Miller und Modigliani (1961) hat die Dividendenzahlung eines Unternehmens somit in friktionslosen Märkten keinen Einfluss auf den Firmenwert. Auf dieser Basis stellt sich die Frage, warum Firmen Dividenden zahlen und kontinuierlich Ressourcen investieren, um die Frage zu beleuchten, in welcher Höhe und Art sie diese ausschütten sollten.
Miller und Modiglianis Theorie galt lange Zeit als unangefochtenes Fundament, wird jedoch im Verlauf der Zeit mehr und mehr hinterfragt. De Angelo und De Angelo (2006) zeigen beispielsweise, dass die Dividendenzahlung bezüglich des Firmenwerts nicht irrelevant ist und sich die Investitionsentscheidung nicht als einzige Determinante in friktionslosen Märkten anführen lässt. Die Autoren lösen sich von der Annahme, dass der gesamte „Free Cash Flow“ einer Periode investiert werden muss. Die Theorie der beiden Wissenschaftler findet in weiteren Studien Unterstützung. Beispielsweise stellen Brav, Graham, Harvey und Michaely (2005) in ihrer Untersuchung heraus, dass Führungskräfte von mehr als 380 börsennotierten Unternehmen ebenfalls der Meinung sind, dass die Dividendenentscheidungen in realen Märkten eine wichtige Rolle für den Firmenwert einnehmen und nicht irrelevant sind (Brav, Graham, Harvey und Michaely, 2005).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, warum Unternehmen Dividenden zahlen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, fokussiert auf den britischen Markt.
2. Forschungskontext: In diesem Kapitel werden grundlegende Finanztheorien wie die Miller-Modigliani-Theorie, Signalling, Clientèle, Lebenszyklus und Catering diskutiert und in den aktuellen Forschungsstand eingeordnet.
3. Datenauswahl/Datenbeschreibung: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess der Datengewinnung aus der Compustat Global Datenbank und die methodische Bereinigung des Datensatzes für die empirische Analyse.
4. Determinanten und Neigung der Dividendenzahlung am Beispiel des vereinigten Königreichs: Das Hauptkapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse der univariaten und multivariaten Analysen zu den Einflüssen auf die Dividendenausschüttung.
4.1 Univariate Analyse: Dieser Abschnitt analysiert die deskriptiven Unterschiede und Durchschnittswerte zwischen Dividenden-Zahlern und Nicht-Zahlern anhand der gewählten Indikatoren.
4.2 Multivariate Analyse: Hier werden logistische Panelregressionen verwendet, um die isolierten Effekte verschiedener Determinanten auf die Entscheidung zur Dividendenzahlung zu prüfen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen und bewertet diese im Kontext der in Kapitel 2 diskutierten Theorien.
Schlüsselwörter
Dividendenpolitik, Dividendenzahlung, Unternehmensfinanzierung, Firmencharakteristika, Profitabilität, Firmengröße, Wachstumspotenzial, Lebenszyklustheorie, Signalling-Theorie, Clientèle-Effekt, Catering-Theorie, empirische Analyse, Vereinigtes Königreich, Kapitalstruktur, Panelregression.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Dividendenzahlung von börsennotierten Unternehmen und analysiert, welche betriebswirtschaftlichen Kennzahlen die Entscheidung zur Ausschüttung beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen Profitabilität, Firmengröße, Wachstumschancen und der Eigenkapitalausstattung in Bezug auf die Dividendenentscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu identifizieren, welche Determinanten die Neigung von Unternehmen im Vereinigten Königreich zur Dividendenzahlung zwischen 1990 und 2017 erklären können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine empirische quantitative Analyse durchgeführt, die univariable Vergleiche sowie multivariate logistische Panelregressionen nutzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Im Hauptteil werden die Datensätze beschrieben, die Unterschiede zwischen zahlenden und nicht-zahlenden Firmen verglichen und statistische Regressionsmodelle zur Identifikation von Einflussfaktoren angewendet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Dividendenpolitik, empirische Analyse, Unternehmenscharakteristika und verschiedene Finanzmarkttheorien wie die Lebenszyklus- oder Signalling-Hypothese.
Welche Bedeutung hat das Vereinigte Königreich als Beispiel in dieser Arbeit?
Das Vereinigte Königreich dient als länderspezifischer Fall, um die beobachtbaren Trends bei der Dividendenausschüttung in einem hochentwickelten Finanzmarkt über einen Zeitraum von 27 Jahren zu validieren.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Zahlern" und "Nicht-Zahlern"?
Diese Unterscheidung erfolgt anhand einer binären Dummy-Variablen, die in den statistischen Modellen den Status der Dividendenzahlung für jedes Unternehmen pro Geschäftsjahr abbildet.
- Arbeit zitieren
- Felix Meyer (Autor:in), 2018, Evidenzen der Dividendenpolitik am länderspezifischen Beispiel des vereinigten Königreichs, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/899740