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Religion und Ökonomie bei Niklas Luhmann

Title: Religion und Ökonomie bei Niklas Luhmann

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 21 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Francis Müller (Author)

Sociology - Religion

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Summary Excerpt Details

Während Kapitel 2 den historischen Prozess der Differenzierung beschreibt, werden in den folgenden Kapiteln Funktionssysteme und ihre Eigenheiten betrachtet. Wie andere Systeme betrachtet Niklas Luhmann das ökonomisches System als ein kommunikatives Geschehen, für ihn ist "Wirtschaft immer auch ein Vollzug von Gesellschaft" (Luhmann 1994: 8). Das zentrale Merkmal ist Geld, das im Anschluss an Talcott Parsons als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium definiert wird. Es entspricht dem Wesen eines Mediums, dass es neue Kommunikationen herstellen kann (vgl. Luhmann 2005: 25-33). Geld hat damit also einen subversiven Charakter, weil es durch einen binären Code Zahlen/Nichtzahlen auf Stratifizierung basierende Sozialordnungen unterwandert und verändert. Kapitel 3 bringt das Geldtheorem von Viviana Zelizer in Beziehung mit Luhmann: Sie geht davon aus, dass es nicht ein Geld gibt, sondern zahlreiche Gelder, die Ausdruck zahlreicher sozialer Beziehungen sind.

Kapitel 4 behandelt die Religion. Grundsätzlich geht Niklas Luhmann bei der Definition von Religion von einer funktionalistischen Perspektive aus, die auf Emile Durkheim basiert. Bei Durkheim ist Religion eine kollektive Angelegenheit (vgl. Durkheim 1994: 75), bei Luhmann eine kommunikative (vgl. Luhmann 2002: 40) – ein soziales Phänomen ist sie allemal. Durkheim erklärt die Religion anhand von Beobachtungen archaischer Gesellschaften und macht die Unterscheidung zwischen profanem und sakralem Raum zu ihrem universal gültigen Kernmerkmal. Wenn wir aber die moderne Gesellschaft mit Niklas Luhmann als funktional differenziert betrachten, dann verschiebt sich die Unterscheidung von sakral und profan an neue Systemgrenzen. Die Umwelt ist in der archaischen Gesellschaft territorial definiert. Mittels Magie wird die Transzendenz hinein in die Gesellschaft geholt und handhabbar (vgl. Luhmann 1998: 646). In einer funktional differenzierten Gesellschaft verhält sich dies anders: "Was nicht zum System gehört, gehört deshalb zur Umwelt und umgekehrt – es sei denn, dass es überhaupt nicht existiert" (Luhmann 1993: 267). Die Umwelt eines Systems ist somit ein anderes System; eine Fremdreferenz. Es entstehen strukturelle Kopplungen der Systeme – wie zum Beispiel Almosen oder Kirchensteuern, die das religiöse und das ökonomische System koppeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Ausdifferenzierung von Funktionssystemen

3 Wirtschaft als System

4 Religion als System

5 Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Seminararbeit untersucht aus systemtheoretischer Perspektive nach Niklas Luhmann, wie es zur funktionalen Differenzierung der beiden Funktionssysteme Wirtschaft und Religion gekommen ist und wie diese Systeme in der modernen Gesellschaft miteinander in Beziehung stehen.

  • Historische Genese der funktionalen Differenzierung und Modernisierung.
  • Die Rolle des Geldes als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium im Wirtschaftssystem.
  • Funktionalistische Religionsdefinition und die Bedeutung der Transzendenz als Systemumwelt.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Rational-Choice-Ansätzen in der Religionssoziologie.
  • Analyse der Rückkehr der Religion und des religiösen Fundamentalismus in der Moderne.

Auszug aus dem Buch

3 Wirtschaft als System

Max Weber bezeichnete Geld als "das Abstrakteste und 'Unpersönlichste', was es im Menschenleben gibt" (Weber 1988: 544). Georg Simmel definiert Geld "als das Mittel schlechthin" (Simmel 1989: 265). Wie andere Systeme betrachtet Niklas Luhmann das ökonomische System als ein kommunikatives und soziales Geschehen; für ihn ist "Wirtschaft immer auch ein Vollzug von Gesellschaft" (Luhmann 1994: 8). Geld wird, im Anschluss an Talcott Parsons, als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium definiert. Damit grenzen sich Parsons und Luhmann von der klassischen ökonomischen Theorie ab, die davon ausgeht, dass Gewinn maximierend handelnde Individuen eine anthropologische Konstante bilden. Während Parsons die Handlung ins Zentrum seiner Betrachtung stellt, ist dies bei Luhmann die Kommunikation. Geld ist ein Beispiel "von symbolisch generalisierter Sinnbildung schlechthin" (Luhmann 1994: 232). Damit unterscheidet sich Luhmann von Max Weber, der die rationale Wirtschaft durch Geldpreise definiert, die im Interessenkampf der Menschen untereinander auf dem Markt entstehen (vgl. Weber: 1988: 544). Bei Luhmann wird Geld also zum Medium, das die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation überwindet (vgl. Luhmann 2005: 25-33).

Es liegt in der Natur eines Mediums, dass es die Differenz zwischen Alter und Ego überbrückt, indem es Kommunikation in Gang setzt. Geld ist subversiv, weil es durch einen binären Code Zahlen/Nichtzahlen hierarchische Strukturen unterwandert und neue Ordnungen schafft. "[Die Geldform] kappt kommunikativ mögliche Bindungen, und genau das ist die Bedingung der Ausdifferenzierung eines besonderen Funktionssystems der Wirtschaft" (Luhmann 1994: 18).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, warum und wie die funktionalen Systeme Wirtschaft und Religion in der Moderne differenziert werden und welche Rolle Transzendenz sowie ökonomische Prozesse dabei spielen.

2 Die Ausdifferenzierung von Funktionssystemen: Dieses Kapitel erläutert den historischen Prozess des Übergangs von segmentären Gesellschaften zu funktional differenzierten Systemen, wobei das Beispiel des Potlatsch als Gegenmodell zur modernen Ökonomie dient.

3 Wirtschaft als System: Hier wird das ökonomische System als ein kommunikatives Geschehen analysiert, bei dem Geld als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium dient, das Sozialordnungen unterwandert.

4 Religion als System: Dieses Kapitel betrachtet Religion aus einer funktionalistischen Perspektive und analysiert, wie Religion durch die Reduktion von Komplexität Transzendenz als Systemumwelt thematisiert.

5 Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass die Ausdifferenzierung einzelner Systeme die anderer Systeme fördert und Religion in der Moderne nicht verschwunden ist, sondern sich in neue Formen wie den Fundamentalismus transformiert hat.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, funktionale Differenzierung, Wirtschaftssystem, Religionssystem, Geld, Kommunikation, Systemtheorie, Transzendenz, Rational-Choice-Theorie, Moderne, Fundamentalismus, soziale Komplexität, Systemumwelt, Max Weber, soziale Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Religion und Wirtschaft unter Anwendung der Systemtheorie von Niklas Luhmann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der funktionalen Differenzierung gesellschaftlicher Systeme, der Funktion des Geldes sowie der Rolle von Religion in einer säkularisierten Umwelt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Wirtschaft und Religion als autopoietische Systeme ausdifferenziert haben und wie sie wechselseitig aufeinander einwirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die systemtheoretische Analyse, ergänzt durch historische Vergleiche und die Auseinandersetzung mit soziologischen Klassikern wie Max Weber und Emile Durkheim.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung der Differenzierung, die Analyse des Geldes als Medium sowie die Untersuchung der Religion als System, welches auf Transzendenz Bezug nimmt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe sind Systemtheorie, funktionale Differenzierung, Kommunikation, Geld und Transzendenz.

Wie unterscheidet sich Luhmanns Ansatz von der Rational-Choice-Theorie?

Während Rational-Choice-Theorien das Individuum als rationalen Nutzenmaximierer ins Zentrum stellen, fokussiert Luhmann auf die Kommunikation und die systemeigenen Logiken.

Warum ist Religion laut der Arbeit in der Moderne nicht verschwunden?

Luhmann argumentiert, dass Religion nicht einfach entfällt, sondern sich durch die funktionale Differenzierung in die Privatsphäre verschiebt und sich im Zuge gesellschaftlicher Reaktionen, wie etwa durch Fundamentalismus, neu formiert.

Excerpt out of 21 pages  - scroll top

Details

Title
Religion und Ökonomie bei Niklas Luhmann
College
University of Luzern
Grade
Sehr gut
Author
Francis Müller (Author)
Publication Year
2008
Pages
21
Catalog Number
V89958
ISBN (eBook)
9783638067904
ISBN (Book)
9783638953641
Language
German
Tags
Religion Niklas Luhmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Francis Müller (Author), 2008, Religion und Ökonomie bei Niklas Luhmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/89958
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