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Wenn aus dem X ein U wird - Bildfälschungen in der visuellen Politikvermittlung

Titel: Wenn aus dem X ein U wird - Bildfälschungen in der visuellen Politikvermittlung

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Cornelius Brandt (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bilder genießen im Gegensatz zum Text Priorität bei der Selektion von Reizen. Gleichzeitig sind sie dienlich, Aussagen eines Textes eindeutig zu machen und gedanklich verkürzte Zusammenhänge durch die Kombination Bild-Text zu vermitteln. Basierend auf der Tatsache, daß diese Form der visuellen Kommunikation keiner rationalen, sondern einer stark assoziativen Logik folgt, die Aufmerksamkeit des Rezipienten sich also stärker auf emotional ansprechende, visuelle Signale richtet, ist es nicht verwunderlich, daß dem Medium Bild eine zunehmende Bedeutung gegenüber der sprachlichen Information und deren argumentativer Logik zukommt. So macht es aus Sicht politischer Akteure durchaus Sinn, das "Tagesgeschäft" verstärkt visuell zu vermitteln, etwa durch sog. Schlüsselbilder, die der Komplexitätsreduktion politischer Prozesse dienen, wie das seit Jahren zum Repertoir politischer Berichterstattung gehörende "Shake Hands" zweier Politiker, einer traditionellen, symbolischen Geste der Freundlichkeit, sowie der Vertragsverbindlichkeit. Ob derlei arrangierte Bilder nun einen manipulativen Charakter besitzen oder nicht, kann kontrovers diskutiert werden. Definitiv liegt jedoch eine Manipulation vor, wenn das inszenierte Bild nicht mit der politischen Realität übereinstimmt. Anhand von vier Beispielen, eingeordnet in die Kategorien Material-, Kontext-, sowie Interpretationsfälschung, wird erläutert, wie bewusste oder unbewusste Manipulation, bzw. Falschinterpretation von Bildmaterial die Wahrnehmung politischer Realität verzerren kann: So wurde Leo Trotzki nachträglich von einem Foto einer Rede Lenins in Feinarbeit wegretuschiert, so wurde ein Demonstrant samt seines Transparentes 1998 am Tag des Besuchs des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton im thüringischen Eisenach von einem Foto digital entfernt. So wurde Jürgen Trittin - damals noch Landtagsabgeordneter - vom Boulevardblatt "Bild" mit vermummten, gewaltbereiten Demonstranten in Verbindung gebracht, da die Ränder eines Fotos entfernt wurden, somit nur noch einen Bildausschnitt zeigten, womit der Eindruck erweckt wurde, Trittin gehe mit und nicht neben den Demonstranten an einem Absperrseil entlang, welches - da ja nur ein Bildausschnitt zu sehen war - in der Hand eines Demonstranten als "Schlagstock" bezeichnet wurde. So wurde Angela Merkel "Opfer" einer "Massageattacke" George W. Bushs und löste in den USA eine Diskussion über sexuelle Belästigung aus, während der Vorfall hierzulande kaum Beachtung fand.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

2. Einleitung

3. Warum überhaupt fälschen? Und wie?

3.1 Materialfälschung

3.1.1 Die „analoge“ Methode – Trotzki wird zur Treppe

3.1.2 Die digitale Methode – Der verschwundene Demonstrant

3.2 Kontextfälschung: Jürgen Trittin und die Chaoten

3.3 Interpretationsfälschung: „Grabsch-Gate“

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Mechanismen und Beweggründe von Bildmanipulationen in der modernen visuellen Politikvermittlung. Dabei wird analysiert, wie durch verschiedene Techniken der Bildfälschung – von der analogen Retusche bis zur kontextuellen Umdeutung – politische Realitäten verzerrt oder manipuliert werden, um Aufmerksamkeit zu generieren oder politische Gegner zu diffamieren.

  • Die begriffliche Differenzierung von Bildformen (man-made vs. machine-made images)
  • Methoden der Materialfälschung (historische und digitale Beispiele)
  • Kontextuelle Bildmanipulation am Beispiel politischer Akteure
  • Interpretationsfälschung und die mediale Konstruktion von Ereignissen
  • Die Rolle der Medien als "vierte Gewalt" im Spannungsfeld zwischen Ethik und Auflagenmaximierung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die „analoge“ Methode – Trotzki wird zur Treppe

Am 05. Mai 1920 – zur Zeit des polnisch-sowjetischen Krieges – versammelten sich Einheiten der Roten Armee in Moskau auf dem vor dem Bolschoi-Theater gelegenen Swerdlow-Platz, um eine Rede des Revolutionsführers Wladimir Iljitsch Lenin zu hören: Der Einsatz an der zuvor gefallenen ukrainischen Front stand bevor und Lenins Rede sollte der Mobilisierung der bunt zusammengewürfelten Truppe dienen. Das zu diesem Zeitpunkt geschossene Foto zeigt den auf einem Holzpodium in der typischen Rednerpose stehenden Lenin samt seines politischen Weggefährten Leo Dawidowitsch Bronstein, genannt Trotzki.

Jedoch führten die Unvereinbarkeiten Trotzkis politischer Zielsetzung – seine Idee einer permanenten, sich auf andere Länder ausbreitenden Revolution – mit dem Programm des Generalsekretärs der kommunistischen Partei Josef Stalins, nämlich dem „Aufbau des Sozialismus in einem Land“ und dessen Politik der Damnatio memoriae, der „'Auslöschung der Erinnerung' an das politische Wirken andersdenkender“ dazu, daß Trotzki von besagtem Foto retuschiert und durch fünf Holzstufen ersetzt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Die Einleitung führt anhand des fiktiven Beispiels „Bert is evil“ in die Thematik der visuellen Manipulation ein und verdeutlicht die ubiquitäre Präsenz manipulierter Bilder in modernen Medien.

3. Warum überhaupt fälschen? Und wie?: Dieses Kapitel beleuchtet die strategischen Gründe für Bildmanipulation in der Politik und differenziert zwischen Material-, Kontext- und Interpretationsfälschung anhand konkreter Fallstudien.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bildfälschungen in Zeiten digitaler Bearbeitungsmöglichkeiten zunehmen und eine kritische Auseinandersetzung des Rezipienten mit Bildmaterial zwingend erforderlich machen.

Schlüsselwörter

Bildmanipulation, Politikvermittlung, Materialfälschung, Kontextfälschung, Interpretationsfälschung, visuelle Kommunikation, Medienethik, Bildbearbeitung, digitale Retusche, politische Propaganda, vierte Gewalt, Massenmedien, Täuschung, Wahrheitsgehalt, Bildpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Bildmanipulation im Bereich der politischen Kommunikation und analysiert, wie durch verfälschtes Bildmaterial politische Realitäten bewusst gesteuert werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Methoden der Bildfälschung (Material, Kontext, Interpretation), ihre historische Einordnung sowie die ethische Verantwortung der Medien bei der Verwendung von Bildmaterial.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, mit denen politische Akteure und Medien visuelle Signale manipulieren, und die daraus resultierende Gefahr für eine objektive Berichterstattung zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt die qualitative Analyse von Fallbeispielen, um durch den Vergleich von Original-Bildmaterial mit den manipulierten Versionen die Funktionsweise von Bildfälschungen systematisch darzulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Materialfälschung (am Beispiel von Trotzki und eines Clinton-Fotos), die Kontextfälschung (Fallbeispiel Trittin) sowie die Interpretationsfälschung (Fallbeispiel "Grabsch-Gate").

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildmanipulation, Kontextfälschung, visuelle Kommunikation, Medienethik und die Rolle der Massenmedien als Akteure der politischen Wahrnehmungslenkung.

Warum wurde das Beispiel "Bert is evil" zur Illustration gewählt?

Es dient als Einstieg, um zu zeigen, wie fiktive Bilder durch mediale Verbreitung und neue Kontexte eine eigene Realität entwickeln können, was die psychologische Wirkung auf den Betrachter verdeutlicht.

Wie unterscheidet sich die "analoge" von der "digitalen" Methode der Bildfälschung?

Während die analoge Methode auf physischen Eingriffen wie Retusche oder Montage mit Skalpell und Tusche basierte, erlauben heutige digitale Methoden hochpräzise Manipulationen mit wenigen Klicks, was die Identifikation für Laien massiv erschwert.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der "vierten Gewalt"?

Der Autor konstatiert, dass die Medien, obwohl sie eine neutrale Kontrollfunktion ausüben sollten, durch Boulevardisierung und Schwarz-Weiß-Malerei oft selbst zur Manipulation durch Bebilderung beitragen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wenn aus dem X ein U wird - Bildfälschungen in der visuellen Politikvermittlung
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Institut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Die Macht der Bilder revisited. Visuelle Kommunikation in der Medienrepublik
Note
1,0
Autor
Cornelius Brandt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
21
Katalognummer
V89803
ISBN (eBook)
9783638035408
ISBN (Buch)
9783638935326
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildfälschungen Politikvermittlung Macht Bilder Kommunikation Medienrepublik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cornelius Brandt (Autor:in), 2008, Wenn aus dem X ein U wird - Bildfälschungen in der visuellen Politikvermittlung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/89803
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Leseprobe aus  21  Seiten
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