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Rollenklärung im Spannungsfeld des doppelten Mandats

Was kann das Modell vom Inneren Team für die Bewältigung des Rollenkonflikts in der aufsuchenden Sozialarbeit leisten?

Title: Rollenklärung im Spannungsfeld des doppelten Mandats

Diploma Thesis , 2007 , 78 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexander Maier (Author)

Social Work

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Summary Excerpt Details

„Soziale Arbeit – das ist ja die Paradoxie schlechthin“ (Habermas, zit. n. Rauschenbach, 1999, S.174). Diese Aussage des Soziologen Jürgen Habermas bringt die Dramatik der Widersprüchlichkeit innerhalb des doppelten Mandats auf den Punkt. Dieses ergibt sich, da unterschiedliche Erwartungen an die Berufsrolle des Sozialarbeiters gerichtet werden. Einerseits bestehen diese aus gesellschaftlichen Interessen. Im Lauf der Arbeit wird deutlich werden, dass Sozialarbeit ein institutioneller Beruf ist.

Da diese Institutionen „rechtlich und finanziell von der Gesellschaft getragen“ (Lüssi, 1992, S.124) werden, hat die Gesellschaft einen Anspruch auf Berücksichtigung ihrer Interessen. Andererseits hat der Klient auf Grund seiner sozial benachteiligten Situation ein Interesse an unterstützenden Maßnahmen, welches den gesellschaftlichen Erwartungen möglicherweise entgegensteht. Kurzum, es geht um Hilfe und Kontrolle. Diese ungleichen Erwartungen werden an den Streetworker in seiner Berufsrolle herangetragen. Hierdurch ergibt sich für diesen ein Konflikt, mit dem es sich auseinanderzusetzen gilt. Ist diese Auseinandersetzung unzureichend, so besteht die Gefahr, dass die konflikthafte Situation sämtliche Tatkraft bindet, die folglich nicht mehr dem Arbeitsprozess zufließen kann. Dies könnte sich negativ auf das Arbeitsergebnis auswirken. Darüber hinaus dürfte ein gering geklärtes Spannungsfeld eine Ursache für hohe berufliche Frustration darstellen.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Bearbeitung des Rollenkonflikts, für alle am Konflikt Beteiligten – vor allem jedoch für den Streetworker selbst – als besonders lohnenswert.

Die Auswahl des Arbeitsansatzes Streetwork hat zwei Gründe: Aufsuchende Sozialarbeit vollzieht sich im öffentlichen Raum. Da dieser Raum allen Gesellschaftsmitgliedern zur Verfügung steht und von diesen gestaltet werden kann, ist es denkbar, dass die ungleichen Erwartungen des doppelten Mandats dort besonders ausgeprägt an den Streetworker herangetragen werden.
Der zweite Grund ist ein persönlicher. Der Verfasser der vorliegenden Arbeit war eineinhalb Jahre als Streetworker in Brasilien tätig. Die dortige Tätigkeit war von unterschiedlichen Erwartungen an dessen Rolle und verschiedenartigen Versuchen der Konfliktauseinandersetzung geprägt. Die vorliegende Arbeit setzt die Suche nach Möglichkeiten der Bearbeitung des Rollenkonflikts gewissermaßen fort.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fragestellung

2. Einleitung

Erster Teil – Das Modell vom Inneren Team

1. Schulz von Thun und das Modell vom Inneren Team

2. Innere Pluralität

2.1 Arbeitstechnik des Modells

2.2 Vielfalt der Teammitglieder

2.3 Herkunft der inneren Stimmen

3. Wissenschaftliche Grundlage des Modells

4. Das Oberhaupt und die Aufgaben der inneren Führung

4.1 Die innere Ratsversammlung

4.2 Der Führungsstil

5. Innere Teamkonflikte

5.1 Aufdeckung der Konfliktparteien

5.2 Dialog

5.3 Aussöhnung und Verständigung

6. Aufbau und Entwicklung der Persönlichkeit

6.1 Die Antipoden oder der Gegenpol der Stammspieler

6.1.1 Erste Ausschlussstufe

6.1.2 Zweite Ausschlussstufe

6.1.3 Dritte Ausschlussstufe

6.2 Ausschlussstufe und Abwehrmechanismen

6.3 Stammspieler, Antipoden, Persönlichkeit – ein Fazit

7. Variationen der inneren Mannschaftsaufstellung

7.1 Personenbezogene Grundaufstellung

7.2 Themenbezogene Mannschaftsaufstellung

8. Inneres Team und Gehalt einer Situation

8.1 Wie lässt sich eine Situation erfassen?

8.2 Die Stimmigkeit als Ideal

9. Kritische Auseinandersetzung mit dem Modell

Zweiter Teil – Streetwork

1. Streetwork - eine Einführung

2. Streetwork – Anfänge und Begriffsklärung

3. Gesetzliche Grundlage und Finanzierung

4. Die Zielsetzung von Streetwork

5. Die Zielgruppe von Streetwork

6. Die Arbeitsprinzipien von Streetwork

7. Tätigkeitsbereiche und Angebote von Streetwork

8. Rahmenbedingungen von Streetwork

9. Spannungen zwischen Auftrag und Wirklichkeit

Dritter Teil – Das doppelte Mandat

1. Die soziale Rolle – Erwartungen und Konflikt

2. Das doppelte Mandat in der Sozialen Arbeit

3. Der Auftrag des Arbeitgebers

4. Der Auftrag des Klienten

5. Das doppelte Mandat im Streetwork

Vierter Teil – Rollenklärung mit Hilfe des Modells

1. Klärung des beruflichen Selbstverständnisses mit Hilfe des Modells

1.1 Die innere Ratsversammlung zum beruflichen Selbstverständnis des Streetworkers

1.1.1 Identifikation und Anhörung der Teammitglieder

1.1.2 Brainstorming

1.1.3 Integrierte Stellungnahme

2. Praktischer Nutzen des geklärten beruflichen Selbstverständnisses

2.1 Einfluss des beruflichen Selbstverständnisses auf die Wahl der Arbeitsstelle

3. Mannschaftsaufstellung und situativer Kontext

3.1 Mannschaftsaufstellung im klientenbezogenen Kontext

3.2 Mannschaftsaufstellung im institutionsbezogenen Kontext

3.3 Fazit der Auseinandersetzung mit dem situativen Kontext

1. Abschließende Einschätzungen zur Wirkungsfähigkeit des Modells

2. Persönliches Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Rollenkonflikt, dem Streetworker durch das doppelte Mandat zwischen institutionellen Anforderungen und den Interessen der Klienten ausgesetzt sind. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen des Modells vom Inneren Team nach Friedemann Schulz von Thun als Methode zur Rollenklärung und Bewältigung dieses Konflikts zu prüfen.

  • Rollenkonflikte in der aufsuchenden Sozialarbeit
  • Das Modell vom Inneren Team nach Schulz von Thun
  • Das doppelte Mandat in der Sozialen Arbeit
  • Methoden der Rollenklärung und situative Kontextualisierung
  • Konstruktive Bearbeitung von Spannungsfeldern im Streetwork

Auszug aus dem Buch

1.1 Identifikation und Anhörung der Teammitglieder

Der Humanist: Ganz vorne an der Kontaktlinie ergreift sofort der Humanist das Wort. Dieser ist von einem positiv geprägten Wesen des Menschen überzeugt und macht sich für einen von Menschlichkeit geprägten Umgang stark. Dies beinhaltet gegenseitigen Respekt und Toleranz. Vor diesem Hintergrund soll jeder einzelne die Freiheit haben, seine Persönlichkeit in sozialer Verantwortung frei zu entfalten, was eine Vielfältigkeit an Lebensformen mit sich bringt. Diese Vielfalt erlebt der Humanist als Bereicherung. Der Humanist setzt sich ein, um bestehendes Leid zu minimieren und die Menschenwürde zu wahren (vgl. Möller, 2006, S.1f.).

Der unterstützende Förderer: Diese Stimme im beruflichen Selbstverständnis will den Klienten auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit begleiten. Die Aufgaben und Anforderungen die sich dabei ergeben, sollen durch gezielte Hilfestellung sowie Aufzeigen und Nutzen persönlicher Ressourcen zunehmend selbständig übernommen werden. Der Klient soll in seinen Fähigkeiten gefördert werden, um so die entstandenen Benachteiligungen ausgleichen zu können. Dieses Teammitglied zeichnet sich dem Klienten gegenüber durch eine parteiliche, akzeptierende und vertrauliche Grundhaltung aus.

Der Emanzipationsorientierte: Das Anliegen dieser Stimme liegt darin, den Adressaten von einem Zustand des Angewiesenseins oder gar der Abhängigkeit gegenüber sozialarbeiterischer Unterstützung freizumachen. Bei diesem Prozess steht der Emanzipationsorientierte dem Klienten so lange wie nötig unterstützend zur Seite.

Die systemkritische Interessenvertretung: Das kapitalistische System scheint keinen Platz für all jene zu bieten, die nicht nach den Regeln von Arbeit und Konsum funktionieren. Doch diese sozial benachteiligten „Menschen sind da, ob sie uns passen oder nicht und sie müssen Rechte haben wie alle Bürger der Stadt“ (Disch, 2007, S.21). Tatsächlich haben diese Menschen keine Lobby und keine Stimme in der Öffentlichkeit. Deswegen muss auf die Missstände hingewiesen, für Akzeptanz und Problembewusstsein geworben und die Interessen der Adressaten vertreten werden. Die Forderung nach entsprechenden Maßnahmen muss an bestehende Strukturen herantragen und gegenwärtige, gesellschaftlich bedingte, Defizite ausgeglichen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung: Diese Einführung erläutert die zentrale Fragestellung der Arbeit: Wie kann Schulz von Thuns Modell vom Inneren Team bei der Bearbeitung des Rollenkonflikts in der aufsuchenden Sozialarbeit helfen?

2. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Paradoxie des doppelten Mandats in der Sozialen Arbeit und führt in die Wahl des Arbeitsansatzes Streetwork sowie das persönliche Motiv des Verfassers ein.

Erster Teil – Das Modell vom Inneren Team: Dieser Teil legt die theoretischen Grundlagen des Modells dar, von der inneren Pluralität über die Arbeitstechnik bis hin zu Ansätzen der Persönlichkeitsentwicklung.

Zweiter Teil – Streetwork: Dieses Kapitel definiert den Arbeitsansatz Streetwork, beschreibt dessen gesetzliche Grundlagen, Prinzipien, Zielgruppen und die Spannungen zwischen institutionellem Auftrag und der Realität vor Ort.

Dritter Teil – Das doppelte Mandat: Der dritte Teil analysiert die soziologische Kategorie der sozialen Rolle und konkretisiert das Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle im spezifischen Kontext der aufsuchenden Sozialarbeit.

Vierter Teil – Rollenklärung mit Hilfe des Modells: Im letzten Teil wird die praktische Anwendung des Modells durchgeführt, um das berufliche Selbstverständnis zu klären und Strategien für die Mannschaftsaufstellung in verschiedenen Kontexten zu entwickeln.

Schlüsselwörter

Streetwork, Soziale Arbeit, Doppeltes Mandat, Inneres Team, Friedemann Schulz von Thun, Rollenkonflikt, Professionelles Handeln, Klientenorientierung, Institutionelle Anforderungen, Hilfe und Kontrolle, Persönlichkeitsentwicklung, Mobile Jugendarbeit, Teamentwicklung, Situative Anpassung, Selbstverständnis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Rollenkonflikt von Sozialarbeitern in der aufsuchenden Sozialarbeit (Streetwork), die durch das sogenannte doppelte Mandat – zwischen staatlichen Kontrollinteressen und der Hilfe für Klienten – entsteht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Theorie des Inneren Teams nach Schulz von Thun, die Grundlagen und Prinzipien der Arbeit als Streetworker sowie die soziologische Analyse des doppelten Mandats in der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit das Modell vom Inneren Team dem Streetworker dazu dienen kann, sein berufliches Selbstverständnis zu klären, den Rollenkonflikt zu bearbeiten und eine professionelle Handlungsfähigkeit trotz widersprüchlicher Erwartungen zu bewahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretische Reflexion und die Anwendung des Modells vom Inneren Team auf die spezifische berufliche Praxis. Dabei werden fachwissenschaftliche Literatur und Konzepte der Sozialpädagogik sowie der Psychologie integriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Modells vom Inneren Team, eine detaillierte Betrachtung des Arbeitsfeldes Streetwork und die Analyse des doppelten Mandats, gefolgt von einer praktischen Anwendung der Arbeitstechnik auf den Rollenkonflikt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Streetwork, doppeltes Mandat, Inneres Team, professionelles Selbstverständnis, Hilfe und Kontrolle, Rollenkonflikt und situative Anpassung.

Wie kann ein Streetworker konkret sein Selbstverständnis klären?

Durch die Technik der inneren Ratsversammlung können verschiedene Anteile der Persönlichkeit (z.B. der "Humanist" oder der "Systemkritiker") identifiziert und zu einer integrierten Stellungnahme geführt werden, die dem Sozialarbeiter hilft, eine authentische und begründete Position zu beziehen.

Welche Rolle spielt das "Oberhaupt" in diesem Modell?

Das Oberhaupt fungiert als zentrale Instanz, die eine reflektierende Metaposition einnimmt, um die verschiedenen inneren Stimmen zu moderieren, Konflikte zu managen und eine "Mannschaftsaufstellung" für die jeweilige soziale Situation zu treffen.

Warum ist eine "Mannschaftsaufstellung" im Streetwork notwendig?

Da verschiedene Situationen unterschiedliche Anforderungen an den Streetworker stellen (mal sind eher unterstützende, mal eher kontrollnahe Ansätze gefragt), hilft die flexible Aufstellung des inneren Teams, situationsadäquat und "stimmig" zu handeln.

Kann das doppelte Mandat durch diese Methode komplett aufgelöst werden?

Nein, die Arbeit stellt fest, dass sich der Konflikt als strukturelles Merkmal nicht auflösen lässt. Das Modell hilft jedoch dabei, den Konflikt als "Schaukelpolitik" produktiv zu bearbeiten, anstatt sich einseitig und unreflektiert einer Seite zu unterwerfen.

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Details

Title
Rollenklärung im Spannungsfeld des doppelten Mandats
Subtitle
Was kann das Modell vom Inneren Team für die Bewältigung des Rollenkonflikts in der aufsuchenden Sozialarbeit leisten?
College
Catholic University of Applied Sciences Freiburg
Grade
1,7
Author
Alexander Maier (Author)
Publication Year
2007
Pages
78
Catalog Number
V89133
ISBN (eBook)
9783638025744
Language
German
Tags
Rollenklärung Spannungsfeld Mandats
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Maier (Author), 2007, Rollenklärung im Spannungsfeld des doppelten Mandats, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/89133
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