Anhand des Beispiels der Isar sollen im Rahmen dieser Arbeit die charakteristischen Eigenschaften eines Gebirgsflusses, im besonderen Falle alpiner Prägung, näher beleuchtet werden. Dabei sollen Gestalt des Flusses und sowohl natürliche als auch anthropogene Gestaltungsvorgänge gleichermaßen betrachtet werden wie physikalische, chemische und biologische Eigenschaften. Um dies zu ermöglichen, wird der Blick zuerst auf grundlegende geologische und geomorphologische Aspekte des Einzugsgebietes der Isar gelenkt. Die nachfolgende Betrachtung der Eigenschaften des Flusses schließt eine Auseinandersetzung mit den vielfältigen, im Einzugsgebiet vorhandenen Einflussfaktoren ein, um anschließend vom Menschen ergriffene Maßnahmen zur Beeinflussung des Flusses aus den verschiedenen Beweggründen heraus und die daraus resultierenden Probleme und Konflikte analysieren und beurteilen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlegende Erläuterungen
2.1 Geologische und geomorphologische Betrachtung des Isar-Einzugsgebietes
2.2 Ausbildung der Flussläufe im Isar-Einzugsgebiet
2.3 Feststoffe in alpin geprägten Fließgewässern
3 Daten, Fakten, Wissenswertes
4 Gewässerstruktur
4.1 Obere Isar
4.2 Mittlere Isar
4.3 Untere Isar
5 Gewässergüte
5.1 Obere Isar
5.2 Mittlere Isar
5.3 Untere Isar
6 Abfluss
7 Maßnahmen zur Revitalisierung
8 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die charakteristischen Eigenschaften eines alpinen Gebirgsflusses am Beispiel der Isar. Ziel ist es, sowohl die natürlichen Prozesse als auch die anthropogenen Einflussfaktoren sowie deren ökologische Auswirkungen auf den Flusslauf zu analysieren und den aktuellen Zustand sowie revitalisierende Maßnahmen kritisch zu bewerten.
- Geologische und geomorphologische Grundlagen des Einzugsgebietes
- Physikalische, chemische und biologische Merkmale der Isar
- Anthropogene Eingriffe (Staustufen, Wasserkraftnutzung) und deren Folgen
- Strukturveränderungen im Ober-, Mittel- und Unterlauf
- Revitalisierungsstrategien zur Wiederherstellung naturnaher Lebensräume
Auszug aus dem Buch
2.3 Feststoffe in alpin geprägten Fließgewässern
Im Wasser vorhandene Feststoffe sind ein entscheidendes Merkmal alpin geprägter Fließgewässer und sollen daher an dieser Stelle näher betrachtet werden. Feststoffe werden vom Wasser über kürzere oder längere Strecken durch das Einwirken mechanischer Kräfte mitgeführt. Sie sind nicht mit den im Wasser gelösten Stoffen (Salze etc.) zu verwechseln. Wie weit ein bestimmter Feststoff vom Wasser transportiert werden kann, hängt neben der Fließgeschwindigkeit des Wassers unter anderem mit der Dichte und der Korngröße des Stoffes zusammen.
Es erfolgt daher eine Unterscheidung der Feststoffe in Geschiebe, Schwebstoffe und Schwemmholz. Unter „Geschiebe“ versteht man Feststoffe der Korngrößen Sand, Kies und Block. Geschiebe wird hauptsächlich bei Hochwasser und den daraus resultierenden hohen Fließgeschwindigkeiten transportiert, dabei erfolgt in den meisten Fällen häufiger Kontakt mit der Flusssohle (gleiten, rollen, springen etc.). Im Falle der Isar erfolgt der Geschiebeeintrag durch Erosion oder das Einrutschen von Verwitterungsmaterial in den Fluss. Das Geschiebe spielt eine entscheidende Rolle bei morphologischen Prozessen alpin geprägter Flüsse.
Im Gegensatz zum Geschiebe können Schwebstoffe auch über längere Strecken und bei niedrigeren Fließgeschwindigkeiten vom Wasser transportiert werden. Die Korngröße von Schwebstoffen liegt unterhalb der Korngröße „Sand“, die Körner werden durch vertikalen Kräfte für eine gewisse Zeit entgegen der Gravitation in der Schwebe gehalten. Schwebstoffe gelangen zum Beispiel durch den Abtrag von Böden, der Flusssohle oder von Schuttkörpern mit hohem Feinmaterialanteil genauso wie durch Geschiebeabrieb in das Wasser.
Schwemmholz ist Holz verschiedener Größe, das vom Wasser mitgeführt wird. Aufgrund seiner geringeren Dichte erhält das Holz im Wasser Auftrieb. Von Schwemmholz geht besonders bei Hochwasser eine Große Gefahr aus, da an Bauwerken oder Engstellen Verklausungen entstehen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Zielsetzung, die Isar als Beispiel für alpine Gebirgsflüsse unter Berücksichtigung natürlicher und anthropogener Einflüsse zu betrachten.
2 Grundlegende Erläuterungen: Erläuterung geologischer und geomorphologischer Grundlagen des Isar-Einzugsgebietes sowie die Bedeutung von Feststoffen für alpine Fließgewässer.
3 Daten, Fakten, Wissenswertes: Bereitstellung technischer Basisdaten und Informationen zur anthropogenen Prägung der Isar durch Hochwasser- und Erosionsschutz sowie Energiegewinnung.
4 Gewässerstruktur: Detaillierte Unterteilung in Ober-, Mittel- und Unterlauf, um die unterschiedlichen morphologischen Eigenschaften und menschlichen Eingriffe zu veranschaulichen.
5 Gewässergüte: Analyse der physikalischen, chemischen und biologischen Qualität des Flusswassers, differenziert nach den drei Flussabschnitten.
6 Abfluss: Beschreibung des Abflussregimes und der Einflüsse durch Stauseen, Umleitungen und die natürliche Speicherkapazität der Umgebung.
7 Maßnahmen zur Revitalisierung: Diskussion über Möglichkeiten zur naturnahen Gestaltung und zum Management des Geschiebehaushalts, unter Abgrenzung zur Renaturierung.
8 Zusammenfassung und Fazit: Rückblick auf die Entwicklung des Flusses vom alpinen Wildfluss zur anthropogen geprägten Wasserstraße mit einem Ausblick auf den Erfolg aktueller Schutzmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Isar, Gebirgsfluss, Einzugsgebiet, Geschiebe, Schwebstoffe, Gewässerstruktur, Gewässergüte, Anthropogene Prägung, Staustufen, Wasserkraft, Revitalisierung, Renaturierung, Ökologie, Auwald, Hochwasserschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den charakteristischen Eigenschaften der Isar als alpin geprägter Gebirgsfluss und analysiert deren Wandel durch natürliche und vor allem menschliche Einflüsse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Gewässermorphologie (Struktur), die Wasserqualität (Gewässergüte), der Feststofftransport sowie die Auswirkungen von wasserbaulichen Maßnahmen wie Stauungen und Uferbefestigungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die physikalischen, chemischen und biologischen Veränderungen des Flusses zu dokumentieren und die Möglichkeiten sowie Grenzen von Revitalisierungsmaßnahmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer fachgeographischen Zusammenführung von Daten, Fakten und morphologischen Analysen, die durch Literaturquellen und Kartenmaterial belegt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Ober-, Mittel- und Unterlauf der Isar detailliert strukturell und qualitativ analysiert, gefolgt von einer Untersuchung des Abflussregimes und konkreten Revitalisierungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Isar, Geschiebe, Gewässerstruktur, anthropogene Prägung, Revitalisierung, Gebirgsfluss und ökologische Durchgängigkeit.
Wie wirkt sich die Staustufe bei Krün auf das Flussbett aus?
Die Staustufe führt zu einem Geschiebemangel unterhalb des Wehrs, was Verlandungen sowie eine künstliche Verengung des Flussbettes zur Folge hat und die natürliche Verzweigungsstruktur beeinträchtigt.
Warum ist eine vollständige Renaturierung der Isar laut Autor unmöglich?
Der Autor argumentiert, dass durch den Menschen verursachte Eingriffe, wie tiefgreifende Sohleingrabungen und irreversible Absenkungen des Grundwasserspiegels, eine Rückführung in den ursprünglichen Zustand nicht mehr realisierbar ist.
Welche Rolle spielt das Schwemmholz bei Hochwasserereignissen?
Schwemmholz stellt eine erhebliche Gefahr dar, da es an Bauwerken oder engen Flussstellen Verklausungen bilden kann, die den Abfluss behindern und somit Hochwasserrisiken verschärfen.
- Arbeit zitieren
- Andreas Trabert (Autor:in), 2008, Flusseinzugsgebiete und ihre Charakteristik - Die Isar, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/88932