Mit dem Wandel von einer Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft hat die Medienbranche in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung gewonnen. Es entwickelte sich ein eigenständiger Wirtschaftszweig mit einer Vielzahl von Produkten, die heute in einem harten Wettbewerb um die Gunst der Verbraucher stehen. Vor diesem Hintergrund erscheint es notwendig, spezifische Controllingkonzepte zu entwickeln, welche den unterschiedlichen Ansprüchen des jeweiligen Medienunternehmens gerecht werden. Angesichts der Vielfalt von Leistungsfeldern und Anforderungen innerhalb der Branche, soll im Rahmen dieser Arbeit exemplarisch das werbefinanzierte Fernsehunternehmen Gegenstand der Untersuchung sein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Allgemeine Charakterisierung von Medienunternehmen
2.2 Grundlagen des Controllings
3 Charakteristika der werbefinanzierten Fernsehwirtschaft und resultierende Anforderungen an das Controlling
3.1 Ökonomische Charakterisierung der werbefinanzierten Fernsehwirtschaft
3.1.1 Zielsystem
3.1.2 Leistungsfelder und relevante Absatzmärkte
3.1.3 Werbefinanzierte Fernsehsender als Dienstleistungs- und Produktionsbetrieb
3.1.4 Kostenstruktur und Finanzierungsmöglichkeiten
3.2 Anforderungen an das Controlling in der werbefinanzierten Fernsehwirtschaft
4 Einsatz ausgewählter Controlling-Instrumente in der werbefinanzierten Fernsehwirtschaft
4.1 Controllingrelevante Bereiche und geeignete Instrumente
4.1.1 Geschäftssystem des Fernsehsenders RTL
4.1.2 Programm-Controlling
4.1.3 Werbezeiten-Controlling
4.2 Darstellung ausgewählter Controlling-Instrumente
4.3 Deckungsbeitragsrechnung
4.3.1 Grundprinzipien
4.3.2 Einsatz der Deckungsbeitragsrechnung im werbefinanzierten Fernsehunternehmen
4.3.3 Kritische Betrachtung der Deckungsbeitragsrechnung
4.4 Target Costing
4.4.1 Grundprinzipien
4.4.2 Einsatz des Target Costing im werbefinanzierten Fernsehunternehmen
4.4.3 Kritische Betrachtung des Target Costing
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Controlling-Instrumente, die ursprünglich für die Industrie konzipiert wurden, auf die spezifischen Anforderungen werbefinanzierter Fernsehunternehmen übertragbar sind, um eine effiziente Programmplanung und erlösmaximierte Vermarktung zu gewährleisten.
- Analyse der ökonomischen Besonderheiten und Anforderungen der werbefinanzierten Fernsehwirtschaft.
- Untersuchung des Controllings als Instrument zur Koordinations- und Gewinnsicherung.
- Evaluierung der Deckungsbeitragsrechnung als Instrument für operative Programmentscheidungen.
- Analyse des Target Costing zur marktorientierten Kostenplanung und Effizienzsteigerung in der Programmproduktion.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Leistungsfelder und relevante Absatzmärkte
Das Leistungsspektrum von werbefinanzierten Fernsehunternehmen umfasst vier Hauptleistungsfelder (RfStV 1991, § 2):
Programmerstellung bzw. –beschaffung,
Programmplanung,
Technische Distribution,
Programmvermarktung / Verkauf von Werbezeiten.
Über ökonomische Erwägungen hinaus ist jedoch bei der Programmerstellung zu berücksichtigen, dass laut Rundfunkstaatsvertrag neben dem öffentlich-rechtlichen auch der private Rundfunk der freien individuellen und öffentlichen Meinungsbildung und Meinungsvielfalt verpflichtet ist (RfStV 1991, Präambel).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Notwendigkeit spezifischer Controllingkonzepte in der Medienbranche angesichts verschärften Wettbewerbs und Kostendrucks.
2 Grundlagen: Es erfolgt eine Definition von Medienunternehmen sowie eine theoretische Einordnung des Controllings in das Führungssystem einer Unternehmung.
3 Charakteristika der werbefinanzierten Fernsehwirtschaft und resultierende Anforderungen an das Controlling: Dieses Kapitel arbeitet die ökonomischen Besonderheiten von TV-Sendern heraus, wie das Zwei-Märkte-Modell, und leitet daraus spezifische Steuerungsanforderungen ab.
4 Einsatz ausgewählter Controlling-Instrumente in der werbefinanzierten Fernsehwirtschaft: Hier werden die Deckungsbeitragsrechnung und das Target Costing als Instrumente für Programm- und Werbezeiten-Controlling auf ihre Anwendbarkeit und Übertragbarkeit analysiert.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit zieht das Fazit, dass Controlling-Instrumente zur Koordination und Transparenz beitragen, jedoch eine starke Anpassung an die branchenspezifischen Besonderheiten der Medien erfordern.
Schlüsselwörter
Controlling, Medienbranche, Werbefinanziertes Fernsehen, Deckungsbeitragsrechnung, Target Costing, Programmplanung, Werbezeitenvermarktung, Zielkostenmanagement, Zuschauerkontakte, Kostenstruktur, Kostenmanagement, Effizienzsteigerung, Marktorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie etablierte Controlling-Instrumente, die meist aus der Industrie stammen, auf werbefinanzierte Fernsehunternehmen übertragen werden können, um deren spezifische wirtschaftliche Herausforderungen zu meistern.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die ökonomischen Charakteristika des TV-Marktes, insbesondere die Besonderheit der doppelten Absatzmarktorientierung (Zuschauer- und Werbemarkt), sowie die methodische Anwendung von Kostenmanagementsystemen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung der Anwendbarkeit bekannter Controlling-Konzepte auf werbefinanzierte Sender, um die Entscheidungsqualität in der Programmplanung und bei der Werbevermarktung zu erhöhen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und die exemplarische Anwendung betriebswirtschaftlicher Methoden wie der Deckungsbeitragsrechnung und des Target Costing anhand von Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Charakterisierung der Branche, gefolgt von einer detaillierten Analyse und kritischen Betrachtung der Deckungsbeitragsrechnung und des Target Costing im Kontext spezifischer TV-Produktionen.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Kernbegriffe umfassen Controlling, Werbefernsehen, Deckungsbeitragsrechnung, Target Costing, Zielkosten, Programmplanung und Medientechnologie.
Wie trägt das Target Costing zur Effizienz in der TV-Produktion bei?
Target Costing ermöglicht es, Kosten bereits in der frühen Entwicklungsphase einer Sendung (z.B. bei der Drehbucherstellung) marktkonform zu planen, anstatt erst nach der Entstehung auf Kostenabweichungen zu reagieren.
Was ist die größte Schwierigkeit bei der Implementierung dieser Instrumente im TV-Bereich?
Die größte Hürde stellt die Immaterialität der Medienprodukte dar, da es schwierig ist, den wahrgenommenen Nutzen für Zuschauer und Werbekunden präzise zu erfassen und monetär zu bewerten.
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- Dipl. Handelslehrerin Jacqueline Weiler (Author), 2005, Analyse ausgewählter Controlling-Instrumente für die Medienbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/88625