Im Rahmen dieser Arbeit wird ausschließlich PPP im öffentlichen Hochbau betrachtet. Besonders in der jüngeren Vergangenheit hat dieser Teilbereich auf bundes- und landespolitischer Ebene sehr viel Unterstützung gefunden. So wurden in den Finanzministerien Kompetenzteams eingerichtet und eine Vielzahl von unterstützendem und begleitendem Material zur Verfügung gestellt. Dies liegt vor allem an dem erheblichen Potential, welches in diesem Bereich vermutet wird. Bestätigt wird diese Tendenz durch das beim Hauptverband der deutschen Bauindustrie erwartetem Investitionsvolumen von 6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2009 – seit 2002 sind schon 800 Millionen Euro in den öffentlichen Hochbau mittels PPP investiert worden (Stand August 2006). Vor dem Hintergrund eines derart zunehmenden Marktes sind viele Beteiligte vor Euphorie kaum noch zu bremsen. Gleichwohl gibt es kritische und mahnende Stimmen, die zur Vorsicht und Zurückhaltung aufrufen. Sind diese Leute bloß Pessimisten, die sich vor dem Fortschritt fürchten und neue Entwicklungen scheuen oder sind es die Einzigen, die bei dem ganzen Enthusiasmus einen kühlen Kopf bewahren? Eine Beantwortung dieser Frage ist zurzeit schwer möglich, aber eine Analyse der finanztheoretischen Aspekte bei der Implementierung von PPP an einem deutschen Standort (Projekt Bismarckschule in Leverkusen) kann dazu dienen, der Antwort ein Stück näher zu kommen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Inhaltliche Einführung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Problemstellung und Relevanz
2.1 Problemdefinition
2.1.1 Definition von Public Private Partnership
2.1.2 Historischer Hintergrund von Public Private Partnership
2.1.3 Ansprüche an Public Private Partnership
2.2 Relevanz und Motivation von Public Private Partnership in der heutigen Gesellschaft
2.3 Methodologien
2.3.1 Angewandte Sekundärquellen
2.3.1.1 Angewandte Literatur
2.3.1.2 Untersuchte und Entwickelte Daten
2.3.2 Entwickelte Primärquellen
2.3.2.1 Geführte Interviews
2.3.2.2 Statistische Erhebung
3 Theorien
3.1 Relevante Theorien
3.1.1 Neoinstitutionelle Theorien
3.1.1.1 Hintergrund zu den Neoinstitutionellen Theorien
3.1.1.2 Die Transaktionskostentheorie
3.1.1.3 Prinzipal-Agenten-Theorie
3.1.1.4 Property Rights-Theorie
3.1.2 Projektfinanzierungsmodelle
3.1.3 Allgemeine Beschreibung von Projektrisiken
3.2 Ausgewählte Theorieelemente
3.2.1 Ausprägungen der Prinzipal-Agenten-Theorie
3.2.2 Relevante Projektfinanzierungsmodelle
3.2.3 Relevante Projektrisiken
4 Das Public Private Partnership – Projekt Bismarckschule
4.1 Darstellung des Projektes Bismarckschule
4.2 Anwendung der Theorieelemente
4.2.1 Elemente der Prinzipal-Agenten-Theorie
4.2.2 Elemente der Projektfinanzierungsmodelle
4.2.3 Elemente der Risikobetrachtung
4.3 Interpretation der Methodologie
4.4 Falllösung des Public Private Partnership – Projektes Bismarckschule
5 Fazit, Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert finanztheoretische Aspekte bei der Implementierung von Public Private Partnership (PPP)-Projekten an einem deutschen Standort. Ziel ist es, anhand des Praxisbeispiels "Bismarckschule Leverkusen" zu prüfen, ob die hohen Erwartungen und Ansprüche, die in Deutschland mit PPP-Projekten verbunden werden, in der praktischen Umsetzung aufrechterhalten werden können.
- Grundlagen von Public Private Partnership und deren historische Entwicklung
- Anwendung neoinstitutioneller Theorien (insb. Transaktionskosten- und Prinzipal-Agenten-Theorie)
- Analyse von Projektfinanzierungsmodellen und Risikostrukturen bei PPP
- Kritische Fallanalyse der Sanierung der Bismarckschule in Leverkusen
- Methodische Bewertung von PPP-Projekten unter Einbeziehung von Primär- und Sekundärquellen
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definition von Public Private Partnership
Der Begriff PPP wird ungefähr seit den Neunziger Jahren regelmäßig in Deutschland verwendet. Für ihn gibt es in der Literatur eine Vielzahl von Definitionen, aber keinem dieser Ansätze ist es gelungen, sich als allgemeingültig durchzusetzen. Dies hängt zum einen mit den vielseitigen Variationsmöglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen privatem und öffentlichem Sektor zusammen, zum anderen mit den unterschiedlichen Standpunkten der jeweiligen Betrachter, die versuchen einen für ihren Interessenbereich passenden Definitionsversuch zu finden. Das erklärt auch, warum in der Praxis viele unterschiedliche Projekte aus unterschiedlichsten Bereichen und mit stark variierendem Umfang unter dem Begriff PPP subsumiert werden. Diese Verwendung birgt die Gefahr, dass wenn der Begriff für jedwede Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor benutzt wird, dieser an Klarheit verliert. Damit dies nicht in dieser Arbeit passiert, soll sich der relevanten Abgrenzung insofern genähert werden, als dass die einzelnen Merkmale von PPP, wie sie in der gängigen Literatur beschrieben sind, einzeln vorgestellt werden. Daraus werden dann die Charakteristika bestimmt, die wesentlich für die Abgrenzung von PPP-Projekten sind.
Für alle Definitionen gilt zunächst die Interaktionen zwischen öffentlicher Hand und Akteuren aus dem privaten Sektor als Basis für die weitere Beschreibung. Einer der meist zitierten Ansätze, verfasst von Budäus et allie, verlangt darüber hinaus die Erschließung komplementärer Ziele und von Synergiepotentialen, dass die Zusammenarbeit (gesellschafts-) vertraglich formalisiert ist und die Identität und Verantwortung der Partner intakt bleiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Thema Public Private Partnership und Erläuterung des Aufbaus der Arbeit.
2 Problemstellung und Relevanz: Definition und historische Einordnung von PPP sowie Darstellung der methodischen Vorgehensweise.
3 Theorien: Theoretische Fundierung durch die Neue Institutionenökonomie, Projektfinanzierungsmodelle und eine allgemeine Systematik von Projektrisiken.
4 Das Public Private Partnership – Projekt Bismarckschule: Anwendung der theoretischen Grundlagen auf das konkrete Praxisbeispiel der Sanierung der Bismarckschule in Leverkusen.
5 Fazit, Kritische Würdigung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse sowie ein Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von PPP in Deutschland.
Schlüsselwörter
Public Private Partnership, PPP, Projektfinanzierung, Neoinstitutionelle Theorien, Transaktionskostentheorie, Prinzipal-Agenten-Theorie, Property Rights-Theorie, Risikomanagement, Forfaitierung, Investition, Öffentlicher Hochbau, Leverkusen, Bismarckschule, Leverage-Effekt, Effizienzgewinn
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Anwendung von Public Private Partnership-Modellen bei kommunalen Bauprojekten, insbesondere unter dem Fokus finanztheoretischer Aspekte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder sind die Definition und Abgrenzung von PPP, die theoretische Fundierung durch die Neue Institutionenökonomie sowie die praktische Analyse von Finanzierungs- und Risikomodellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung, ob die in der Theorie und Politik formulierten Ansprüche an Effizienz und Synergien bei PPP-Projekten in der praktischen Umsetzung, exemplarisch an der Bismarckschule Leverkusen, tatsächlich realisiert werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es wird eine Kombination aus Literaturanalyse (Sekundärquellen), Experteninterviews mit Projektbeteiligten sowie einer eigenen statistischen Erhebung unter PPP-Fachleuten verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Institutionenökonomie und Projektfinanzierung sowie einen Praxisteil, der diese Theorien auf das Fallbeispiel "Bismarckschule" anwendet.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Public Private Partnership, Prinzipal-Agenten-Theorie, Risikoverteilung, Forfaitierung und Effizienzsteigerung geprägt.
Welche Rolle spielt der Denkmalschutz beim Projekt Bismarckschule?
Der Denkmalschutz stellte eine zentrale Herausforderung dar, da er einer kostengünstigen Standardsanierung entgegenstand und zur Wahl komplexer, individueller Sanierungslösungen zwang.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Risikoverteilung?
Der Autor stellt fest, dass in der untersuchten Praxis kein umfassender Risikotransfer stattfindet, da die Kommune bei der Forfaitierung wesentliche Risiken (z.B. Baukostenrisiko) behält.
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- Dipl. Kaufmann (FH) Malte Kemp (Author), 2006, Implementierung eines PPP-Projektes an einem deutschen Standort unter besonderer Berücksichtigung finanztheoretischer Aspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/88545