Innovationen erfolgreich auf dem Markt zu implementieren ist im heutigen wirtschaftlichen Zeitgeschehen in nahezu allen Unternehmensbranchen von maßgeblicher Bedeutung für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Die wesentlichen Ursachen hierfür sind vor allem immer kürzer werdende Produkt- und Technologielebenszyklen, verschärfter globaler Wettbewerb, Diversifikation sowie die zunehmende Sättigung der traditionellen Märkte eines Unternehmens.
Meist ist der gesamte Innovationsprozess von der Entwicklung bis hin zur Markteinführung einer Innovationen mit einem hohen Grad an Erfolgsunsicherheit verbunden. Nicht selten werden in vielen Unternehmen Summen in Millionenhöhe in eine Innovation investiert, obwohl deren späterer Erfolg nicht vorhersehbar ist. Aus diesem Grund liegt es auf der Hand, dass eine vorausschauende Planung, Steuerung und Kontrolle von Innovationsprojekten also ein Innovationscontrolling unabdingbar ist um größere Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Die Markteinführung einer Innovation ist immer mit Erfolgsunsicherheit und einem hohem Kostenrisiko verbunden. Aus diesem Grund liegt es nahe, nach Mitteln und Wegen zu suchen, welche diese Erfolgsunsicherheit auf ein Minimum begrenzen. Da die Gesamtheit aller Innovationstätigkeiten eines Unternehmens komplex und nur schwer controllbar ist, sollen im Fokus dieser Arbeit verschiedene Instrumente zur Planung, Steuerung und Bewertung von Innovationen aufgezeigt werden, die es ermöglichen, den Innovationserfolg zu erhöhen. Neben der theoretischen Betrachtung dieses Themenkomplexes, soll die praktische Anwendung anhand ausgewählter Instrumente aufgezeigt werden. Schwerpunkte bilden hierbei neben den Instrumenten des strategischen Controllings der Innovationsprozess. Gleichzeitig soll die Bedeutung der einzelnen Controllinginstrumente im Unternehmen durch eine kritische Betrachtung aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitende Betrachtung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Innovationscontrolling
2.1 Definition
2.2 Bedeutung des Innovationscontrollings
2.3 Grenzen des Innovationscontrollings
3 Strategisches Innovationscontrolling
3.1 Definition
3.2 Bedeutung und Aufgabenbereiche
3.3 Methoden und Instrumente
3.3.1 Innovationsportfolio
3.3.2 Innovationscorecard
3.3.3 Innovationsaudit
4 Operatives Innovationscontrolling
4.1 Definition
4.2 Bedeutung und Aufgaben des operativen Controllings
4.3 Der Innovationsprozesses in der Theorie:
4.3.1 Innovationsanstoß
4.3.2 Ideengewinnung
4.3.3 Ideenbewertung
4.3.4 Ideenauswahl
4.3.5 Umsetzung
4.3.6 Markteinführung
4.4 Der Innovationsprozess in der Praxis
Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Komplexität und Erfolgsunsicherheit von Innovationen durch den Einsatz spezifischer Controlling-Instrumente zu reduzieren, um eine effiziente Planung, Steuerung und Bewertung von Innovationsprojekten im Unternehmen zu ermöglichen.
- Methoden des strategischen Innovationscontrollings (z. B. Innovationsportfolio, Innovationscorecard).
- Durchführung und Nutzen eines systematischen Innovationsaudits.
- Analyse des operativen Innovationsprozesses von der Idee bis zur Markteinführung.
- Kritische Würdigung des Spannungsfeldes zwischen betriebswirtschaftlicher Effizienz und notwendigem Freiraum für Kreativität.
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Innovationsportfolio
Das Innovationsportfolio ist ein wichtiges Instrument des strategischen Innovationscontrollings. Durch die aktuelle Position des Produktes im Produktzyklus und der Wettbewerbsposition, kann die strategische Zielrichtung jedes Produktes klassifiziert werden.
Das Innovationsportfolio besteht aus einem Koordinatenkreuz, bei dem auf der Abszisse die Wettbewerbsposition des Produktes und auf der Ordinate die aktuelle Position im Lebenszyklus eingetragen wird. Jedes Produkt wird durch einen Kreis im Koordinatensystem dargestellt. Zusätzlich kann durch verschieden große Durchmesser der Kreise beispielsweise der Umsatz des Produktes dargestellt werden. Je stärker die Wettbewerbsposition eines Produktes und je weiter der Produktlebenszyklus eines Produktes fortgeschritten ist, um so mehr ist der Kreis von dem Nullpunkt des Koordinatensystems entfernt.
In periodischen Abständen werden alle Produkte eines Unternehmens in das Innovationsportfolio eingetragen. Produkte, die eine sehr starke Wettbewerbsposition haben, aber schon sehr weit in ihrem Produktlebenszyklus fortgeschritten sind, sollten durch eine Innovation verbessert werden. In Produkte mit schwacher Wettbewerbsposition, die sich in der letzten Phase des Produktzyklusses befinden, sollte nicht mehr investiert werden. Sie werden vom Markt genommen, sobald sie nicht mehr rentabel sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitende Betrachtung: Einführung in die Problemstellung der Erfolgsunsicherheit bei Innovationen und Definition des Ziels, geeignete Controlling-Instrumente aufzuzeigen.
2 Innovationscontrolling: Begriffliche Einordnung des Innovationscontrollings sowie Erläuterung seiner Bedeutung für die Effizienzsteigerung und Grenzen bei komplexen, individuellen Prozessen.
3 Strategisches Innovationscontrolling: Detaillierte Vorstellung von Instrumenten zur langfristigen Ausrichtung und Bewertung, inklusive Innovationsportfolio, Innovationscorecard und Innovationsaudit.
4 Operatives Innovationscontrolling: Fokus auf die Planung und Steuerung des Innovationsprozesses sowie eine kritische Betrachtung der Phasen von der Ideengewinnung bis zur Markteinführung.
Schlüsselwörter
Innovationscontrolling, Strategisches Controlling, Operatives Controlling, Innovationsprozess, Innovationsportfolio, Innovationscorecard, Innovationsaudit, Erfolgsunsicherheit, Produktlebenszyklus, Wettbewerbsposition, Innovationsfähigkeit, Planung, Steuerung, Bewertung, Innovationsstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Bestandsaufnahme des Innovationscontrollings und der Entwicklung einer praxisorientierten Anwendung zur Unterstützung von Innovationsprozessen in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen das strategische Innovationscontrolling zur langfristigen Ausrichtung und das operative Innovationscontrolling zur Steuerung des konkreten Innovationsprozesses.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, Instrumente aufzuzeigen, mit denen Unternehmen ihre Innovationsfähigkeit planen, steuern und bewerten können, um die Erfolgsunsicherheit zu minimieren und Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Controlling-Methoden wie das Innovationsportfolio, die Innovationscorecard und das Innovationsaudit vorgestellt und deren theoretische sowie praktische Anwendung analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse strategischer Controlling-Instrumente sowie eine detaillierte Betrachtung der operativen Phasen eines Innovationsprozesses, von der Ideengewinnung bis hin zur Markteinführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Innovationscontrolling, Innovationsstrategie, Innovationsprozess, Risikomanagement und Messbarkeit von Innovationstätigkeiten.
Warum ist eine kritische Betrachtung des Spannungsfeldes zwischen Kreativität und Controlling nötig?
Da zu strikte Controlling-Vorgaben die für Innovationen notwendige Kreativität hemmen können, ist ein Balanceakt erforderlich, um sowohl betriebswirtschaftliche Ziele als auch schöpferische Freiräume zu bewahren.
Wie unterscheidet sich der reale Innovationsprozess von der theoretischen Darstellung?
In der Realität verläuft der Prozess selten linear; Phasen können parallel ablaufen, ineinander übergehen, übersprungen oder durch externe Einflüsse wie Kunden oder Wettbewerber dynamisch verändert werden.
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- Stephanie Paul (Author), 2007, Innovationscontrolling. Theoretische Bestandsaufnahme und Entwicklung einer praxisorientierten Anwendung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/88079