Derzeit dominieren mit an oberster Stelle in der politischen und wirtschaftlichen Tagesordnung sowie in den unterschiedlichsten Informationsmedien die Themen Klimaveränderung und globale Erderwärmung. Um diesen klimatischen Veränderungen entgegenzuwirken, wurde im Januar 2005 in der Europäischen Union der Zertifikate-handel eingeführt, auf internationaler Ebene ist die Einführung für das Jahr 2008 geplant. Der Hauptgrund für die Auswahl des Themas lag darin, herauszufinden, ob es in der heutigen Zeit möglich ist, internationalen Umweltschutz und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Staaten der Erde in Einklang zu bringen und somit auch die internationale Zusammenarbeit zu fördern und zu stärken. In der vorliegenden Seminararbeit soll dem Leser zuerst die Entwicklung von der Klimaahmenkonvention im Jahr 1992 hin zum Zertifikatehandel aufgezeigt werden, bevor ich die drei verschiedenen flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls in ihrer Un-terschiedlichkeit sowie das europäische Handelssystem erläutere. Anschließend folgen die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die drei verschiedenen Allokationsmethoden, auf deren Grundlage der Staat die Emissionszertifikate an die Anlagenbetreiber zuteilen kann. Der Handel mit Emissionsberechtigungen an der Energiebörse in Leipzig bildet den Schwerpunkt meiner Seminararbeit, die mit unterschiedlichen Kritikpunkten verschiedener Wirtschaftsexperten abschließt.
Inhaltsverzeichnis
1 Die historische Entwicklung hin zum Zertifikatehandel
2 Die Funktionsweise der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls
2.1 Joint Implementation (JI)
2.2 Clean Development Mechanism (CDM)
2.3 Emissionshandel
2.4 Emission Trading Scheme (ETS)
3 Gesetzliche Rahmenbedingungen
3.1 Zielsetzung des Zertifikatehandels in der Europäischen Union
3.2 EU-Emissionshandelsrichtlinie
3.3 Nationalen Allokationspläne
3.3.1 Makroplan
3.3.2 Mikroplan
3.3.3 Nationaler Allokationsplan für die Handelsperiode 2005 – 2007
3.3.4 Nationaler Allokationsplan für die Handelsperiode 2008 – 2012
4 Der Handel mit Emissionszertifikaten
4.1 Zuteilung und Ausgabe der Emissionszertifikate
4.1.1 Grandfathering
4.1.2 Benchmarking
4.1.3 Auktionierung
4.2 Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt)
4.3 Handel mit EU-Emissionsrechten an der EEX in Leipzig
5 Kritik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit staatlicher Lenkungsmaßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen, mit einem besonderen Fokus auf das europäische System des Zertifikatehandels. Ziel ist es, die Funktionsweise der flexiblen Mechanismen sowie deren praktische Umsetzung und Kritikpunkte kritisch zu beleuchten.
- Historische Genese des Zertifikatehandels (Kyoto-Protokoll)
- Funktionsweise der Mechanismen (JI, CDM, ETS)
- Gesetzliche Rahmenbedingungen und Allokationspläne
- Zuteilungsverfahren für Emissionszertifikate
- Handel an der Energiebörse (EEX) und kritische Würdigung des Systems
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Grandfathering
Nach dieser Zuteilungsmethode werden die Berechtigungen zum Ausstoß von Treibhausgasen auf Basis vergangener Emissionen zugeteilt, und in der Regel erfolgt die Allokation unentgeltlich. Die Emissionen der entsprechenden Anlagen wurden bereits in dem geeigneten Basisjahr 1990 erfasst. Von dieser Emissionsmenge wird die prozentual zu erbringende Reduktionspflicht abgezogen und die entsprechende Menge an Emissionsberechtigungen den Betreibern der Anlagen zugeteilt. Die Allokationsbehörde erkennt bereits vor dem Basisjahr 1990 vorgenommene und belegbare Emissionsminderungen an und berücksichtigt diese bei der Allokation der Zertifikate. Falls die Situation der Datenlage in den Betrieben keine Informationen über den Ausstoß im Basisjahr erlaubt, werden Rückschlüsse auf Grundlage aktueller Daten vorgenommen. Dies hat allerdings zur Folge, dass nicht mehr zwischen effizienten und weniger effizienten Anlagen unterschieden werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Die historische Entwicklung hin zum Zertifikatehandel: Das Kapitel erläutert die Entstehung des internationalen Klimaschutzes von der Klimarahmenkonvention 1992 bis hin zum Kyoto-Protokoll.
2 Die Funktionsweise der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls: Hier werden die Mechanismen JI, CDM und Emissionshandel als Instrumente zur globalen Effizienzsteigerung bei der Emissionsminderung beschrieben.
3 Gesetzliche Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel behandelt die EU-Richtlinien und die Methodik der nationalen Allokationspläne zur Verteilung der Emissionsbudgets.
4 Der Handel mit Emissionszertifikaten: Fokus auf die Zuteilungsverfahren (Grandfathering, Benchmarking, Auktionierung), die Rolle der DEHSt und den Börsenhandel an der EEX.
5 Kritik: Abschließende kritische Analyse des Zertifikatehandels hinsichtlich Überangebot, Opportunitätskosten und politischer Kontrollschwierigkeiten.
Schlüsselwörter
Zertifikatehandel, Kyoto-Protokoll, CO2-Emissionen, Emissionsrechte, Allokationsplan, Grandfathering, Benchmarking, Auktionierung, DEHSt, Energiebörse, EEX, Klimaschutz, Treibhausgase, Handelsperiode, Umweltpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert staatliche Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Ausstößen durch das Instrument des Zertifikatehandels innerhalb der Europäischen Union.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, die verschiedenen Zuteilungsverfahren für Emissionsrechte und die praktische Abwicklung des Handels an der Energiebörse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie internationaler Umweltschutz und wirtschaftliche Zusammenarbeit durch Zertifikatehandel in Einklang gebracht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Berichte, EU-Richtlinien und wirtschaftlicher Analysen den Stand der ersten Handelsperioden bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der gesetzlichen Grundlagen, die spezifischen Allokationspläne Deutschlands sowie die detaillierte Beschreibung des Auktions- und Handelsverfahrens an der EEX.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Emissionshandel, Kyoto-Protokoll, Zuteilungsverfahren und Klimaschutzpolitik beschreiben.
Wie unterscheidet sich das Grandfathering-Verfahren vom Benchmarking?
Während beim Grandfathering Zertifikate auf Basis historischer Emissionen unentgeltlich zugeteilt werden, basiert Benchmarking auf einem Leistungsvergleich und einem spezifischen Emissionswert pro Output.
Warum wird der Handel an der EEX kritisch betrachtet?
Die Kritik bezieht sich insbesondere auf die kostenlose Zuteilung (Grandfathering), die als Opportunitätskosten genutzt wurde, um Produktpreise zu erhöhen, sowie auf die anfängliche Überausstattung mit Zertifikaten.
- Arbeit zitieren
- Kathrin Schäferling (Autor:in), 2007, Staatliche Lenkungsmaßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes, dargestellt am Beispiel des Zertifikatehandels, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/87946