Anhand von ausgewählten Beispielen aus verschiedenen Filmen Stanley Kubricks soll in dieser Arbeit die Thematik der Zeichen und Symbole in seinen Filmen beleuchtet werden. Um die Bedeutung der Begriffe zu klären und abzugrenzen, wird im ersten Teil auf die allgemeine Bedeutung der Zeichen und Symbole eingegangen. In den dann folgenden Kapiteln 3 und 4 wird sich mit einigen Bedeutungsebenen anhand von Beispielen auseinander gesetzt, angefangen mit der Interpretation der Filmtitel bis hin zu der Bedeutung der Symbole und Zeichen innerhalb der Filme. Im Kapitel 5 folgt dann ein kritisches Resümee der Ausführungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Ziel der Arbeit
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Begriffsdefinition „Zeichen“
2.2 Begriffsdefinition „Symbol“
3. Zeichen und ihre Bedeutung
3.1 Filmtitel
3.2 Sprache, Codes, Namen, Zahlen und Daten
4 Symbolik
4.1 Symbol Doppelgänger
4.2 Eros und Thanatos
4.3 Symbol Phallus
4.4 Symbol Auge und Blick
4.5 Symbol Kreis vs. Viereck
4.6 Symbol Dreieck
4.7 Symbol Badezimmer
4.8 Dualismus Apollon vs. Dionysos
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe Verwendung von Zeichen und Symbolen im filmischen Werk von Stanley Kubrick. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kubrick durch gezielte visuelle, auditive und narrative Elemente Bedeutungsebenen schafft und das Publikum konfrontiert.
- Grundlagen der Zeichentheorie und Symbolik
- Interpretation von Filmtiteln als Ausgangspunkt für den Zeichengebrauch
- Die psychologische Bedeutung des Doppelgängers und das Motiv von Eros und Thanatos
- Geometrische Symbole wie Kreis, Quadrat und Dreieck als Gestaltungselemente
- Das Auge als zentrales, gefährliches Symbol und Instrument
Auszug aus dem Buch
4.1 Symbol Doppelgänger
Die Konfrontation des Zuschauers mit verschiedenen Bedeutungsebenen setzt sich in der Rolle des Doppelgängers in Stanley Kubricks Filmen fort. Sie stellt das Motiv des narzisstischen Menschen dar, der nicht den Anderen sieht, sondern sich selbst, wie beispielsweise in „2001:A Space Odyssee“. Die beiden Astronauten Bowman und Poole, die sich auf einer Mission zum Jupiter befinden, spiegeln sich nicht nur in den Bildschirmen wieder, sie wirken zudem wie Spiegelungen ihrer selbst. Dies wird durch ihre ähnliche Kleidung und ihr antagonistisches Verhalten unterstrichen. Der eine joggt, der andere malt. Die Dopplung ist ebenfalls ein Symbol für das Alter Ego. Die Persönlichkeitsspaltung tritt in „Full Metal Jacket“ innerhalb der gleichen Person zu Tage und verdeutlicht sich durch den Gegensatz zwischen dem Peace-Zeichen auf der Uniform und der Helmbeschriftung Born to kill des gleichen Protagonisten.
Der Begriff Alter Ego kommt aus dem Lateinischen und bedeutet das andere Ich. Dieser Dualismus projiziere sich in Kubricks Filmen häufig auf eine zweite angenommene Persönlichkeit des Protagonisten, wie beispielsweise in „The Shining“, Grady und Jack, in „A Clockwok Orange“, Alex und Mr. Alexander oder in „Barry Lyndon“, Barry und Bullingdon, führt Kirchmann dazu aus. Die Tiefenpsychologie nach Sigmund Freud bezeichnet mit Alter Ego das Triebhafte und ordnet diesen Begriff dem Es zu. Carl Gustav Jung nennt es den Schatten oder die Personifikation von verdrängten psychischen Themen. Psychologisch wird somit das zweite Ich als eine multiple Persönlichkeitsstörung gesehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ziel der Arbeit: Einleitung in die Thematik der Zeichen und Symbole in Filmen Kubricks und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.
2 Begriffsdefinitionen: Erläuterung der theoretischen Grundlagen von Zeichen und Symbolen unter Rückgriff auf semiotische und philosophische Ansätze.
3. Zeichen und ihre Bedeutung: Analyse der Bedeutungsebenen anhand von Filmtiteln sowie die Untersuchung von Sprache, Codes, Namen und Zahlen.
4 Symbolik: Detaillierte Betrachtung verschiedener Symbole wie Doppelgänger, Eros und Thanatos sowie geometrische Formen und deren psychologische Wirkungsweise.
5 Resümee: Abschließende Zusammenfassung der zentralen Beobachtungen und Erkenntnisse zur Symbolik in Kubricks Werk.
Schlüsselwörter
Stanley Kubrick, Zeichentheorie, Symbolik, Filmwissenschaft, Psychoanalyse, Doppelgänger, Eros und Thanatos, Phallus, Auge, Geometrische Formen, Semiotik, Filmanalyse, Apollon, Dionysos, Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die systematische Verwendung von Zeichen und Symbolen als erzählerisches und bedeutungstragendes Mittel in den Filmen von Stanley Kubrick.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören die Zeichentheorie, die Rolle von Symbolen in der Narration, tiefenpsychologische Aspekte wie der Doppelgänger sowie die Bedeutung geometrischer Formen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Es soll belegt werden, dass Kubrick jedes visuelle und inhaltliche Detail gezielt einsetzt und seine Filme eine bewusste sowie komplexe Symbolsprache verwenden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu semiotischen und psychologischen Theorien, die auf konkrete Filmbeispiele Kubricks angewendet werden.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Im Hauptteil werden zunächst Filmtitel, Sprache und Codes analysiert, gefolgt von einer eingehenden symbolischen Untersuchung von Motiven wie dem Auge, dem Phallus und mythologischen Gegensätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Semiotik, Psychoanalyse, Symbolik, Doppelgänger, Kubrick, Eros und Thanatos sowie verschiedene geometrische und mythologische Symbole.
Warum ist das Symbol des Auges laut der Autorin besonders relevant?
Das Auge wird als das gefährlichste Organ in Kubricks Filmen identifiziert, welches als Waffe und Symbol fungiert, das den Zuschauer oft selbst in die Rolle eines Voyeurs drängt.
Welche Bedeutung kommt dem Doppelgänger-Motiv zu?
Der Doppelgänger symbolisiert laut der Arbeit die psychische Zerrissenheit und das narzisstische Motiv, bei dem der Protagonist nicht den Anderen, sondern sich selbst in seinem Gegenüber spiegelt.
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- Dipl. Medienwirtin Simone Drott (Author), 2006, Zeichen und Symbole in Stanley Kubricks Filmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/87524