1. Einleitung
Négritude, Antillanité und Créolité sind gesellschaftliche Strömungen, die in Deutschland eher unbekannt sind und uns sehr fremdartig und exotisch vorkommen. In Frankreich sieht dies jedoch schon ganz anders aus, denn beispielsweise der Begriff „Négritude“ betrifft viele Völker, die nur aufgrund ihrer Hautfarbe zu „Schwarzen“ zusammengefasst werden.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich versuchen, eine dieser Strömungen, die Négritude, näher vorzustellen. Diese Bewegung kann allerdings nicht losgelöst von ihrem historischen Hintergrund betrachtet werden, weshalb ich zunächst auf die Situation der Schwarzen während der Sklaverei und Kolonisation und in diesem Zusammenhang dann auf die Négritude eingehen werde.
Ich werde dabei die wichtigsten Persönlichkeiten kurz darstellen, die diese Bewegung entscheidend geprägt haben.
Dabei möchte ich aufzeigen, inwiefern die koloniale Vergangenheit Einfluss auf die Négritude hat, um mich anschließend kritisch mit der heutigen Bedeutung dieser Bewegung auseinanderzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Situation während der Sklaverei
3. Kreol
4. Die Négritude – eine Bewegung entsteht
4.1 Léopold S. Senghor
4.2 Aimé Césaire
4.3 Léon Gontran Damas
4.4 Frantz Fanon
5. Négritude als Antwort auf den Kolonialismus
6. Integrationsversuche
7. Kritik an der Négritude
8. Die Négritude aus heutiger Sicht
9. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Négritude als historische und kulturelle Antwort auf die Auswirkungen von Kolonisation und Sklaverei. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der identitätsstiftenden Ansätze der Bewegung sowie der kritischen Auseinandersetzung mit ihrem Anspruch und ihrer heutigen gesellschaftlichen Bedeutung.
- Historischer Kontext der Sklaverei und Entstehung kreolischer Sprachen
- Die Entstehung der Négritude-Bewegung und ihre Hauptvertreter (Senghor, Césaire, Damas, Fanon)
- Négritude als Konzept der kulturellen Selbstbehauptung gegenüber dem Kolonialismus
- Kritische Analyse der Assimilations- und Integrationsversuche
- Diskurs über das koloniale Erbe und die aktuelle Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents
Auszug aus dem Buch
4. Die Négritude – eine Bewegung entsteht
Das politische Denken und Handeln herausragender afrikanischer Führungspersönlichkeiten hat die Entwicklung des südlichen Teils Afrikas schon bereits vor der Entkolonialisierung stark beeinflusst. Dieser Prozess der Entkolonialisierung wurde dabei zum größten Teil von Afrikanern getragen, die einen längeren Aufenthalt in europäischen Metropolen hinter sich hatten und danach voller Idealismus und Engagement in ihre Heimat zurückkehrten (vgl. KOPFMÜLLER, 35).
Obwohl die Négritude sich als eine internationale Bewegung bezeichnete, tendierte sie nach Frankreich. Sie war überwiegend frankophon und hatte ihren Mittelpunkt in Paris, was in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts mehr als andere europäische Hauptstädte empfänglich für außereuropäische Einflusse war (vgl. SÉPHOCLE, 3).
Doch trotz der frankophonen Verwurzelung der Bewegung, gibt es einige nicht frankophone Vorgängerentwicklungen, wie zum Beispiel auf Haiti (Indigenismus), auf Kuba (Negrismo) und in Amerika (Negro Renaissance) (vgl. SÉPHOCLE, 4).
So entstand dann die Négritude, als eine Bewegung afrikanischer Intellektueller, die durch ihre europäische Sozialisation einerseits ihrer ursprünglichen Kultur entfremdet waren, andererseits jedoch ein starkes politisches Bewusstsein entwickelt hatten. Neben der Suche nach einer eigenen Identität, war es ihr Bestreben, die noch vorhandenen kolonialen Strukturen aufzubrechen und als ungerecht und unmenschlich anzuprangern (vgl. KOPFMÜLLER, 35).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Négritude und Erläuterung des historischen Zusammenhangs mit Sklaverei und Kolonialismus.
2. Situation während der Sklaverei: Darstellung der Lebensbedingungen der Sklaven und der fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten, die den Aufbau einer eigenen Identität erschwerten.
3. Kreol: Analyse der Entstehung von Kreolsprachen als Mittel zur Identitätsfindung und als Ausdruck des Anpassungsprozesses in der kolonialen Gesellschaft.
4. Die Négritude – eine Bewegung entsteht: Vorstellung der Entstehungsgeschichte der Négritude sowie ihrer wichtigsten Vertreter wie Senghor, Césaire, Damas und Fanon.
5. Négritude als Antwort auf den Kolonialismus: Untersuchung der Négritude als Konzept der kulturellen Selbstbehauptung und Suche nach Identität gegen ein fremdbestimmtes Dasein.
6. Integrationsversuche: Diskussion der Assimilationsbestrebungen in den französischen Überseegebieten und deren Scheitern an gesellschaftlichen Strukturen.
7. Kritik an der Négritude: Zusammenstellung kritischer Stimmen, die unter anderem einen Realitätsverlust und die Gefahr eines „umgekehrten Rassismus“ bemängeln.
8. Die Négritude aus heutiger Sicht: Betrachtung der aktuellen Bedeutung der Bewegung und der weiterhin bestehenden Diskrepanzen in der Wahrnehmung afrikanischer Kulturen.
9. Zusammenfassung: Resümee über die Stellung der Négritude als Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Selbstverständnis der schwarzen Bevölkerung.
Schlüsselwörter
Négritude, Kolonialismus, Sklaverei, Identität, Assimilation, Kreol, Léopold S. Senghor, Aimé Césaire, Frantz Fanon, Entfremdung, kulturelle Selbstbehauptung, Antillanité, Afrika, Rassismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Négritude, einer kulturellen und politischen Bewegung, die als Reaktion auf die Kolonialisierung und die damit verbundene Entfremdung der schwarzen Bevölkerung entstanden ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die historische Identitätsfindung, das koloniale Erbe, sprachliche Identität durch das Kreolische sowie die philosophischen Entwürfe führender Intellektueller zur Selbstbehauptung afrikanischer Werte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Négritude in ihrem historischen Kontext zu verorten, ihre wichtigsten Vertreter zu würdigen und die Bewegung kritisch in Bezug auf ihren Erfolg und ihre heutige Relevanz zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, um die ideengeschichtliche Entwicklung der Bewegung sowie die kritischen Diskurse rund um die Négritude zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse der historischen Hintergründe, die Vorstellung der Hauptakteure wie Senghor und Césaire, die Kritik an der Assimilation sowie die kritische Reflexion des Konzepts der Négritude selbst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Négritude, Kolonialismus, Identität, Assimilation, kulturelle Selbstbehauptung und Entfremdung.
Wie bewerten die Autoren der Négritude das Verhältnis zu Frankreich?
Die Ansätze sind vielfältig: Während beispielsweise Senghor den Dialog suchte, betonte Césaire stärker die Ablehnung kultureller Assimilation und den Stolz auf die eigene afrikanische Herkunft.
Warum wird die Négritude heute teils als überholt angesehen?
Kritiker bemängeln, dass das Bild des „afrikanischen Menschen“ innerhalb der Bewegung oft idealisiert oder mythisch überhöht wurde und die Bewegung die Vielfalt der heutigen Realitäten nicht ausreichend abbildet.
- Arbeit zitieren
- Franziska Hupe (Autor:in), 2007, Die Négritude - eine Antwort auf Kolonisation und Sklaverei, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/87340