Bevor die Subprime-Krise die Titelzeilen der Immobilienfachmedien beherrschte, gab es fast nur ein Thema im Jahr 2007: der G-REIT.
Der Real Estate Investment Trust, welcher am 1. Januar diesen Jahres in Deutschland eingeführt wurde, nachdem er sich bereits in vielen anderen Ländern etablieren konnte, war das Thema Nr. 1 in der Immobilienbranche. Das neue Anlageinstrument, welches indirekte Anlagen im Immobilienbereich ermöglichen soll war auch insbesondere deshalb Thema, weil noch niemand genau vorher sagen kann, wie es sich auf den, seit langem etablierten, deutschen offenen Immobilienfonds und die anderen indirekten Immobilienanlageprodukte auswirken wird. Doch nicht nur die deutschen Fonds stehen in Konkurrenz zum G-REIT, sondern auch die internationalen Möglichkeiten der indirekten Immobilienanlage.
Um die neue Konkurrenzsituation, die durch die Einführung des G-REITs entstanden ist, besser zu verstehen, muss man sich zunächst mit den bereits bestehenden Anlageprodukten, insbesondere den deutschen offenen und geschlossenen Immobilienfonds, auseinandersetzen.
In der nachfolgenden Arbeit sollen deshalb hauptsächlich die deutschen Konkurrenten näher betrachtet werden. Am Ende der Arbeit werden die Zusammenhänge und Unterschiede der einzelnen Anlageprodukte aufgezeigt und eine Aussicht auf die Auswirkungen der Einführung des G-REITs auf den deutschen Immobilieninvestmentmarkt gegeben, was bis jetzt leider nur Annahmen sind, da, obwohl die Möglichkeit der Auflegung eines G-REITs theoretisch seit 1.1.2007 besteht, der erste deutsche REIT erst am 11. Oktober 2007 von der Alstria Office AG, die nun unter dem Namen Alstria Office REIT-AG firmiert, ins Handelsregister eingetragen wurde.
Gliederung
1. Einleitung
2. Offene Immobilienfonds
2.1 Definition
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.3 Steuerliche Aspekte
2.4 Chancen & Risiken
3. Geschlossene Immobilienfonds
3.1 Definition
3.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.3 Steuerliche Aspekte
3.4 Chancen & Risiken
4. Internationale Anlageformen
4.1 Offenartige Anlageformen
4.2 Geschlossenartige Anlageformen
5. Zusammenfassung und Vergleich
Zielsetzung und Themen
Das primäre Ziel der Arbeit ist es, die bestehenden indirekten Immobilienanlageprodukte, insbesondere deutsche offene und geschlossene Immobilienfonds, im Kontext der neu eingeführten G-REITs zu analysieren, um die Konkurrenzsituation und die Unterschiede der verschiedenen Anlageformen aufzuzeigen.
- Grundlagen und Funktionsweise offener Immobilienfonds
- Struktur und rechtliche Rahmenbedingungen geschlossener Immobilienfonds
- Vergleich der verschiedenen steuerlichen Aspekte
- Analyse internationaler offener und geschlossener Anlageformen
- Einordnung der Marktveränderungen durch die Einführung von G-REITs
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition
Ein offener Immobilienfonds ist ein Anlageprodukt, welches zu den indirekten Immobilienanlagen gezählt wird. Genauer gesagt ist ein offener Immobilienfonds ein rechtlich unselbstständiges Immobiliensondervermögen, das von einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG) treuhänderisch verwaltet wird.
„Offen“ steht im Zusammenhang mit Immobilienfonds für das Open-End-Prinzip. Dies beinhaltet die unbegrenzte Anzahl an Anlegern (durch eine unbegrenzte Anzahl an Anteilen), die unbegrenzte Anzahl an Immobilien, in die investiert wird, die unbegrenzte Laufzeit der Anlage und die Möglichkeit seine Anteile jederzeit zum tagesaktuellen Anteilspreis zurückzugeben.
Ein offener Immobilienfonds ermöglicht es Anlegern bereits mit verhältnismäßig geringen Beträgen in Immobilien zu investieren. Diese Einlagen werden hauptsächlich in Immobilien und immobiliengleiche Rechte investiert, aufgrund der ständigen Zu- und Abflüssen von liquiden Mitteln durch die Anleger ist aber immer auch immer ein Teil der Einlagen als liquide Mittel vorhanden. Diese so genannte Liquiditätsreserve muss mindestens 5% des gesamten Fondsvermögens betragen, darf aber 49% des Fondsvermögens nicht überschreiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Aufkommen der G-REITs im Jahr 2007 und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf bestehende indirekte Immobilienanlageprodukte.
2. Offene Immobilienfonds: Dieses Kapitel definiert offene Immobilienfonds, erläutert deren rechtliche Struktur, steuerliche Behandlung sowie die spezifischen Chancen und Risiken.
3. Geschlossene Immobilienfonds: Hier werden geschlossene Fonds als Anlageinstrument beschrieben, inklusive ihrer Finanzierungsmethoden, der rechtlichen Anforderungen an Prospekte und steuerlicher Besonderheiten.
4. Internationale Anlageformen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über internationale Pendants zu deutschen Immobilienfonds, unterteilt in offenartige und geschlossenartige Modelle.
5. Zusammenfassung und Vergleich: Das abschließende Kapitel setzt die Anlageformen in Beziehung zum G-REIT und bewertet das zukünftige Konkurrenzverhältnis am Markt.
Schlüsselwörter
Offene Immobilienfonds, Geschlossene Immobilienfonds, G-REIT, Immobilienwirtschaft, Kapitalanlagegesellschaft, Immobilienmarkt, indirekte Immobilienanlage, steuerliche Aspekte, Liquiditätsreserve, Publikumsfonds, Spezialfonds, internationale Anlageformen, Rendite, Investment, Immobilieninvestmentmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Struktur und Funktionsweise von offenen und geschlossenen Immobilienfonds in Deutschland im Vergleich zu internationalen Anlageformen sowie dem neu eingeführten G-REIT.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen, steuerliche Behandlung, Chancen und Risiken der genannten Anlageklassen sowie deren Rolle im Markt der indirekten Immobilienanlagen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel besteht darin, die Zusammenhänge und Unterschiede zwischen den Anlageprodukten aufzuzeigen und zu untersuchen, wie sich die Einführung des G-REITs auf den deutschen Immobilieninvestmentmarkt auswirken könnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse der rechtlichen Grundlagen, Prospektvorgaben und bestehender Literatur zur Strukturierung von Immobilienfonds.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung von Definition, Recht, Steuern und Chancen/Risiken für offene und geschlossene Immobilienfonds sowie eine Analyse der internationalen Varianten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Immobilienfonds, G-REIT, Kapitalanlage, Rendite, Diversifikation und indirekte Immobilienanlage beschreiben.
Welche Bedeutung hat die Liquiditätsreserve für einen offenen Immobilienfonds?
Sie dient dazu, die tägliche Rückgabe von Anteilen durch Anleger abzusichern, wobei sie gesetzlich zwischen 5% und 49% des Fondsvermögens liegen muss.
Warum sind geschlossene Immobilienfonds für Anleger interessant?
Sie bieten neben der Sachbeteiligung oft spezifische steuerliche Vorteile und können inflationsgeschützte Zusatzeinkommen durch indexierte Mietverträge generieren.
Gibt es eine Konkurrenz zwischen G-REITs und klassischen Immobilienfonds?
Nach Einschätzung der Arbeit ist keine direkte Konkurrenz zu erwarten, da sie sich an unterschiedliche Anlegergruppen (Privat- vs. institutionelle Investoren) richten und unterschiedliche Risikoklassen abdecken.
- Arbeit zitieren
- Matthias Mager (Autor:in), 2007, Offene und geschlossene Immobilienfonds und ihre internationalen Pendants, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/87016