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Der Monolog in Friedrich Schillers: "Willhelm Tell"

Titel: Der Monolog in Friedrich Schillers: "Willhelm Tell"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 35 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Claudia Braito (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Ein Monolog soll die Abwesenheit des vermittelnden Kommunikationssystems, meist
des Erzählers, im Drama kompensieren.
Demnach tritt also eine Figur aus der Handlung heraus und spricht laut mit sich
selbst. Da dies in der Realität kaum der Fall ist, gilt ein Monolog prinzipiell als fiktiv
und stilisiert, artifiziell und unrealistisch. Der Monolog macht den pathologischen
Sonderfall des Selbstgesprächs in der Realität zum konventionellen Normalfall
kommunikativen Verhaltens im Drama.
Ein Monolog soll eine gewisse Zeilenlänge haben, um aus der Handlung
heraustreten zu können. Er vermittelt Gedanken- und Gefühlsketten.
Manfred Pfister, Professor für Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin,
unterscheidet in seinem einschlägigen Werk „Das Drama: Theorie und Analyse“ - im
Sinne einer Abgrenzung zum Dialog - zwischen zwei Formen des monologischen
Sprechens: dem „monologue“ und dem „soliloquy“.
Der „monologue“, als ein strukturelles Kriterium, setzt einen gewissen Umfang und
eine inhaltliche Geschlossenheit (Zusammenhang) einer Replik, die an ein
Gegenüber gerichtet ist, voraus.
Der „soliloquy“ hingegen ist ein situatives Kriterium. Angenommen wird die
Einsamkeit des Sprechers, sei es die physische oder aber auch die psychische
Einsamkeit. Beim „soliloquy“ kann es sich demnach um ein Selbstgespräch oder eine
Rede, die nicht an andere Figuren auf der Bühne gerichtet ist, handeln: „wenn die
Figur allein auf der Bühne ist, sich allein wähnt oder von der Anwesenheit der
anderen Figuren während ihrer Rede keine Notiz nimmt“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Ein-Satz-Monologe?!

Der monologisierende Freiherr von Attinghausen

Freiherr von Attinghausen als verzweifelter Heimatverbundener

Freiherr von Attinghausen als „prophetischer Seher“

Form und Struktur des Monologs

Funktion des Monologs

Der Tell-Monolog

Monolog und Handlung

Form, Aufbau und Struktur

Funktion des Monologs

Rechtfertigung

Figurencharakterisierung

Glanzstück für den Schauspieler

Sprachliche Gestaltung

Die dramaturgische Umsetzung des Monologs - Ein kurzer Vergleich

Figuren des Dramas als Sprachrohr des Autors?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die Funktion und Ausgestaltung dramatischer Monologe in Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie der Autor durch diese Form des Sprechens Charaktereigenschaften verdeutlicht, Spannungen erzeugt und politische sowie moralische Rechtfertigungen für das Handeln seiner Protagonisten liefert.

  • Analyse der Monolog-Formen nach Manfred Pfister
  • Untersuchung des monologisierenden Freiherrn von Attinghausen
  • Detaillierte Analyse des Tell-Monologs in der „hohlen Gasse“
  • Vergleich der dramaturgischen Umsetzung an verschiedenen Spielorten
  • Beleuchtung der Figuren als Sprachrohr der politischen Ansichten Schillers

Auszug aus dem Buch

Der Tell-Monolog

Durch diese hohle Gasse muss er kommen; Es führt kein andrer Weg nach Küßnacht – Hier Vollend ich's – Die Gelegenheit ist günstig. Dort der Holunderstrauch verbirgt mich ihm, Von dort herab kann ihn mein Pfeil erlangen; Des Weges Enge wehret den Verfolgern. Mach deine Rechnung mit dem Himmel, Vogt, Fort musst du, deine Uhr ist abgelaufen.

Ich lebte still und harmlos – Das Geschoss War auf des Waldes Tiere nur gerichtet, Meine Gedanken waren rein von Mord – Du hast aus meinem Frieden mich heraus Geschreckt; in gärend Drachengift hast du Die Milch der frommen Denkart mir verwandelt, Zum Ungeheuren hast du mich gewöhnt – Wer sich des Kindes Haupt zum Ziele setzte, Der kann auch treffen in das Herz des Feinds.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Der Autor führt in die theoretischen Grundlagen des dramatischen Monologs nach Manfred Pfister ein und erläutert die Abgrenzung zwischen „monologue“ und „soliloquy“.

Ein-Satz-Monologe?!: Kurze, in die Handlung integrierte monologhafte Repliken werden analysiert, wobei festgestellt wird, dass diese die Kriterien eines vollwertigen Monologs nicht erfüllen.

Der monologisierende Freiherr von Attinghausen: Die monologischen Abschnitte des Freiherrn werden als Ausdruck seiner Verzweiflung und seiner prophetischen Visionen untersucht.

Der Tell-Monolog: Das Hauptkapitel widmet sich umfassend der Analyse von Tells Monolog, inklusive dessen Bedeutung für Handlung, Charakterisierung und Bühnenumsetzung.

Figuren des Dramas als Sprachrohr des Autors?: Dieses Kapitel diskutiert die Frage, inwieweit die Figuren im „Wilhelm Tell“ die politische Haltung Friedrich Schillers zur Französischen Revolution und zu den politischen Verhältnissen seiner Zeit widerspiegeln.

Schlüsselwörter

Friedrich Schiller, Wilhelm Tell, Dramenanalyse, Monolog, Soliloquy, Freiherr von Attinghausen, Gessler, Rechtfertigung, Naturrecht, Französische Revolution, Bühnenumsetzung, Figurencharakterisierung, Blankvers, Identifikationsfigur, Polylog.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Funktion und Ausgestaltung von Monologen im Drama „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Neben der literaturwissenschaftlichen Analyse von Monologformen stehen die psychologische Motivierung der Hauptfiguren sowie der historische Bezug zur Französischen Revolution im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schiller Monologe einsetzt, um die Entwicklung seiner Charaktere – insbesondere von Tell und Attinghausen – darzustellen und deren Handlungen moralisch zu rechtfertigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die Dramentheorie von Manfred Pfister und analysiert die Textstellen im Hinblick auf formale Struktur, Inhalt und Funktion innerhalb der Dramenhandlung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf eine tiefgehende Analyse des „Tell-Monologs“ in der hohlen Gasse sowie auf die Rolle des Freiherrn von Attinghausen als Visionär.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Die zentralen Schlagworte sind Wilhelm Tell, Schiller, Monolog, Rechtfertigung, Naturrecht und Dramentheorie.

Wie unterscheidet sich der Monolog Tells von dem des Freiherrn von Attinghausen?

Während Tells Monolog eine Reflexion über den unmittelbar bevorstehenden Mord und eine Rechtfertigung des individuellen Handelns darstellt, zeigt Attinghausens Rede einen eher visionären und prophetischen Charakter.

Welche Rolle spielt die „hohle Gasse“ für den Tell-Monolog?

Der Ort fungiert als entscheidender Schauplatz für die Selbstbesinnung und die letzte Reflexion Tells vor seiner Tat, wobei die räumliche Enge die moralische Zuspitzung unterstützt.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Monolog in Friedrich Schillers: "Willhelm Tell"
Hochschule
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Veranstaltung
Der Monolog im Drama
Note
1,0
Autor
Claudia Braito (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
35
Katalognummer
V85894
ISBN (eBook)
9783638017756
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Monolog Friedrich Schillers Willhelm Tell Monolog Drama
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Claudia Braito (Autor:in), 2005, Der Monolog in Friedrich Schillers: "Willhelm Tell", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/85894
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  35  Seiten
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