Frauen leben in unserer Gesellschaft ca. 6 Jahre länger als Männer, obwohl das weibliche Geschlecht immer noch stärker durch soziale und wirtschaftliche Benachteiligung betroffen ist. Denn die Faktoren, welche die Lebensdauer begünstigen, wie gesellschaftliche Macht, sozialer Einfluss und wirtschaftlicher Wohlstand treffen eher auf Männer zu (vgl. Hurrelmann, 1997). Wodurch ist also dann der Unterschied begründet? Liegt es an den biologischen Faktoren, dass die Männer in der Lebenserwartung hinterherhinken oder liegt es an dem Verhalten der Männer, dass sich so negativ auf die Lebensdauer auswirkt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHE HINTERGRÜNDE
2.1 Lebenserwartung
2.2 Soziale Determinanten der Lebenserwartung
2.2.1 Der Einfluss der Schichtzugehörigkeit
2.2.2 Der Einfluss des Familienstandes
2.2.3 Kriegseinflüsse
3. STUDIE: MORTALITÄTSANALYSE ANHAND VON KLOSTERDATEN
3.1 Daten
3.2 Erklärungsansätze
3.2.1 Biologische Erklärungen
3.2.2 Verhaltenswissenschaftliche Erklärungen
3.3 Auswertung der Klosterdaten
3.4 Ergebnisse
4. GRÜNDE FÜR DIE SCHLECHTEREN ÜBERLEBENSVERHÄLTNISSE DER MÄNNER
4.1 Die Gesundheitslage bei Männern und Frauen
4.1.1 Im Kindes- und Jugendalter
4.1.2 Im Erwachsenen- und hohem Alter
4.2 Sozialisation
4.3 Körperbewusstsein
4.4 Belastungsverarbeitung
4.5 Inanspruchnahme von Unterstützung
5. SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die geschlechtsspezifische Differenz in der Lebenserwartung, mit der zentralen Forschungsfrage, ob diese Unterschiede primär auf biologische Faktoren oder auf das unterschiedliche Verhalten von Männern und Frauen zurückzuführen sind.
- Analyse der theoretischen Grundlagen der Lebenserwartung
- Einfluss sozialer Determinanten (Schicht, Familienstand, Krieg)
- Vergleichende Mortalitätsanalyse anhand von Klosterdaten (Studie von Marc Luy)
- Untersuchung geschlechtsspezifischer Gesundheitslagen und Sozialisationsmuster
- Bewertung des Risikoverhaltens und der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Daten
Die Studie führt eine Mortalitätsanalyse anhand von Klosterdaten bayrischer Nonnen und Mönche im Zeitraum von 1910 bis 1985 durch und vergleicht diese in einem zweiten Schritt mit der Lebenserwartung der deutschen Allgemeinbevölkerung.
Die Datenbasis beinhaltete 11624 Ordensmitglieder, davon 6154 Nonnen und 5470 Mönche. Die Erhebung wurde direkt in den Klostern durchgeführt. Quellen der Erhebung waren unter anderem Prozessbücher der Klöster, Friedhofsregister und Kongregationsschriften.
Die Klosterdaten sind besonders geeignet, da Nonnen und Mönche eine relativ abgegrenzte Personengruppe darstellen mit typischen definierten Eigenschaften. Sie haben einen einfachen Lebensstil, einen nahezu identischen Lebenslauf, der von Arbeit und Gebet geprägt ist und sie besitzen einen guten und stabilen Gesundheitszustand. Außerdem sind sie kaum gesellschaftlichen Stressfaktoren wie, finanzielle Belastung, Arbeitslosigkeit, Eheprobleme, etc. ausgesetzt und haben annähernd gleiche Wohnverhältnisse, Ernährung und Zugang zu medizinischer Versorgung.
Dadurch konnten folgende sterblichkeitsbeeinflussende Faktoren ausgeschlossen werden: Müttersterblichkeit, Säuglings- und Kindersterblichkeit, unterschiedliche gesundheitsgefährdende Lebensweisen, Arbeitsbedingungen, Ernährungsunterschiede, Schichtzugehörigkeit und der Einfluss des Familienstandes. Man kann also sagen, dass Nonnen und Mönchen nahezu identische Umweltdingungen haben und gleiche Verhaltensweisen an den Tag legen.
Ziel der Klosterstudie ist es herauszufinden ob die geschlechtsspezifischen Mortalitätsunterschiede auf biologische Faktoren zurückzuführen sind oder ob verhaltens und umweltbedingte Einflussfaktoren der Grund für die Unterschiede sind. Wenn bei dem Vergleich der Kloster- und Allgemeinbevölkerung die gleiche geschlechtsspezifische Differenz in der Lebenserwartung herauskommt, bedeutet dies, dass biologische Faktoren die Ursache sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der Lebenserwartungsunterschiede zwischen den Geschlechtern und Vorstellung des methodischen Vorgehens anhand einer Vergleichsstudie.
2. THEORETISCHE HINTERGRÜNDE: Definition der Lebenserwartung sowie Darstellung relevanter sozialer Determinanten wie Schicht, Familienstand und historische Kriegseinflüsse.
3. STUDIE: MORTALITÄTSANALYSE ANHAND VON KLOSTERDATEN: Vorstellung einer Studie, die durch den Vergleich von Ordensmitgliedern mit der Allgemeinbevölkerung verhaltensbedingte von biologischen Einflussfaktoren trennt.
4. GRÜNDE FÜR DIE SCHLECHTEREN ÜBERLEBENSVERHÄLTNISSE DER MÄNNER: Analyse geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Gesundheit, Sozialisation und dem individuellen Umgang mit dem Körper sowie der Inanspruchnahme medizinischer Hilfe.
5. SCHLUSS: Zusammenfassende Erkenntnis, dass die Unterschiede der Lebenserwartung maßgeblich auf verhaltensbedingte Faktoren zurückzuführen sind, was Präventionsansätze für Männer unterstreicht.
Schlüsselwörter
Lebenserwartung, Mortalität, Geschlechtsunterschiede, Klosterdaten, Sozialisation, Risikoverhalten, Gesundheitsvorsorge, Schichtzugehörigkeit, Familienstand, Biologische Faktoren, Protektionseffekt, Sterbetafel, Mortalitätsrisiko, Gesundheitsbewusstsein, Prävention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Ursachen für die statistisch belegte Differenz in der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der medizinischen Mortalitätsstatistik, soziologischen Sozialisationsmustern und dem Einfluss von Lebensstilentscheidungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, ob die höhere Sterblichkeit von Männern genetisch determiniert ist oder auf ein gesundheitsschädlicheres Verhalten und soziale Bedingungen zurückzuführen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Auswertung einer empirischen Vergleichsstudie (Klosterdaten), um externe Störfaktoren auszuschließen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine empirische Analyse mittels Klosterdaten und eine detaillierte Ursachenforschung zu männlichem Gesundheitsverhalten.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Lebenserwartung, geschlechtsspezifische Mortalität, Sozialisation, Risikoverhalten und Gesundheitsvorsorge.
Welche Rolle spielt die Studie von Marc Luy in der Arbeit?
Die Studie dient als zentrales Instrument, um durch den Vergleich von Nonnen und Mönchen biologische Ursachen von umwelt- und verhaltensbedingten Einflüssen auf die Lebenserwartung zu isolieren.
Was ist das Ergebnis der Analyse bezüglich der Männergesundheit?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Rückstand der Männer in der Lebenserwartung hauptsächlich durch ein riskanteres Verhalten und eine geringere Inanspruchnahme medizinischer Vorsorge begründet ist.
- Arbeit zitieren
- Anna Schulze (Autor:in), 2007, Die Unterschiede in der Lebenserwartung bei Männern und Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/85689