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Schuld und Versöhnung bei Nelly Sachs

Titel: Schuld und Versöhnung bei Nelly Sachs

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefan Grzesikowski (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Versöhnung wird als ein zentraler Begriff in der Dichtung und im Leben der Nelly Sachs gesehen. Nelly Sachs wird der Versuch zu Versöhnen von unterschiedlichen Seiten unterstellt. Es ist schwer zu sagen, inwieweit sie selbst die Rolle als Versöhner zwischen Deutschem und Jüdischem anstrebte. Schwierig ist die Deutung der Person und des Werkes als ‚Symbol der Versöhnung’ auch deshalb, weil dies nicht frei vom Anschein einer Instrumentalisierung der Dichterin durch die deutsche Politik und Gesellschaft zur Beruhigung schlechter Gewissen und zur Verbesserung der deutsch-jüdischen Beziehungen ist.
Ziel dieser Arbeit ist es in einem ersten Schritt, sich ein allgemeines Verständnis von ‚Schuld’ und ‚Versöhnung’ zu verschaffen, um sich mit diesem Grundwissen an die Bedeutung der Begriffe im Leben und in der Dichtung der Nelly Sachs vorzutasten. Dabei wird zu beachten sein, dass Nelly Sachs mit Angaben zu ihrer eigenen Person und zur Entstehung ihrer Dichtung immer recht sparsam umgegangen ist oder aber widersprüchliche Angaben machte, was zur Folge hatte, dass Interpreten und Biographen zum Teil Wissenslücken mit Spekulationen ersetzten. Solchen anscheinend in voller Überzeugung als Fakten präsentierten Halbwahrheiten wird kritisch zu begegnen sein, was angesichts der übersichtlichen Forschungslage nicht immer einfach sein wird.
Relevant für diese Arbeit wird erst ihr Schaffen nach 1943 sein, da Nelly Sachs selbst jegliche Dichtung davor für ungültig erklärt hat und weil ja das Thema dieser Arbeit ‚Schuld und Versöhnung’ ist, wobei eben der Holocaust die schon angesprochene unermessliche Schuld darstellt. Dies macht auch eine weitere Einschränkung notwendig. So wird die späte Dichtung, welche nicht mehr so stark vom Holocaust geprägt ist, weniger intensiv betrachtet werden müssen. Im Zentrum der Betrachtung stehen also die Gedichtbände ‚In den Wohnungen des Todes’ und teilweise ‚Sternverdunkelung’ sowie der dramatische Erstling ‚Eli. Ein Mysterienspiel vom Leiden Israels’. Nach der Betrachtung der Dichtung selbst wird dann mit Blick auf die dafür verliehenen Preise ein Teil der Reaktion der Öffentlichkeit ins Auge gefasst. Abschließend wird dann vielleicht festzustellen sein, inwieweit Sachs mit ihrer Dichtung versöhnt oder warum sie dies eben nicht tut.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Bemerkungen

2. Schuld und Versöhnung

3. Schuld und Versöhnung bei Nelly Sachs

3.1. Dichtung ohne Anklage?

3.2. Das Mysterienspiel Eli und die Eli-Oper

3.3. Sachs als Symbol der Versöhnung

4. Abschließende Bemerkungen

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Thematik von Schuld und Versöhnung im Leben und Werk der Lyrikerin Nelly Sachs. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob ihre Dichtung als Ausdruck von Versöhnung zwischen Deutschen und Juden verstanden werden kann oder ob sie primär ein Gedenken an das Leid der Opfer darstellt. Die Arbeit analysiert dabei, inwieweit die Autorin als Symbolfigur instrumentalisiert wurde und ob ihr Schaffen tatsächlich eine versöhnende Absicht verfolgt.

  • Grundverständnis von Schuld- und Versöhnungsbegriffen
  • Analyse der Täterdarstellung in der Lyrik von Nelly Sachs
  • Untersuchung des Mysterienspiels "Eli" im Kontext von Schuld und Reue
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Instrumentalisierung als "Symbol der Versöhnung"
  • Reflexion über die Intention von Frieden und Neubeginn in der Nachkriegsdichtung

Auszug aus dem Buch

3.1. Dichtung ohne Anklage?

Eine Behandlung von Dichtung nach dem Holocaust ist kaum ohne Adornos Thesen denkbar. Immer wieder wurde folgender Satz aus dem 1951 erschienenen Aufsatz ‚Kulturkritik und Gesellschaft’ zitiert, diskutiert, kritisiert und wohl auch missverstanden: „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben ist barbarisch, und das frißt auch die Erkenntnis an, die ausspricht, warum es unmöglich war, heute Gedichte zu schreiben.“

Dieser oft als Schreibverbot verstandene Ausspruch, sollte wohl nicht wirklich ein solches sein, sondern vielmehr Adornos Misstrauen gegenüber der traditionellen Kunst und Kultur ausdrücken. In seinem Aufsatz ‚Jene zwanziger Jahre’ von 1962 anerkennt er die Notwendigkeit des Fortbestehens der Dichtung, wie folgendes Zitat deutlich machen sollte: „Weil jedoch die Welt den eigenen Untergang überlebt hat, bedarf sie gleichwohl der Kunst als ihrer bewußtlosen Geschichtsschreibung. Die authentischen Künstler sind die, in deren Werken das äußerste Grauen nachzittert.“

Vor, aber auch noch nach dieser Relativierung, die deutlich macht, dass Adorno nicht jegliche Dichtung verdammt, sondern lediglich solche, welche nicht angemessen der Vergangenheit gedenkt und das Leid reflektiert, verteidigten sich immer wieder Autoren gegen dieses vermeintliche Verbot, Gedichte zu schreiben, wie die Zusammenstellung von Kiedaisch verdeutlicht. Von Autoren wie Enzensberger oder Domin wurde dafür auch immer wieder Nelly Sachs ins Feld geführt. Ihr wird dabei bestätigt, dass die Gratwanderung zwischen der Gefahr der Verharmlosung des Geschehenen und der Erstarrung in Sprachlosigkeit gelungen sei, dass sie also dem Holocaust mit ihrer Dichtung gerecht wird, soweit wie dies überhaupt möglich ist. Enzensberger betont in seinem Aufsatz ‚Die Steine der Freiheit’ von 1959 zudem, dass ihr Werk frei von Hass und Gedanken der Rache gegenüber den Tätern sei, dass sie vielmehr die Opfer sprechen lässt. Pazi zitiert ihn sogar mit den Worten: „Ihr Werk enthält kein einziges Wort des Hasses. Den Henkern und allem, was uns zu Mitwissern und Helfershelfern macht, wird verzeihen und nicht gedroht. Ihnen gilt kein Fluch und keine Rache [...]“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Bemerkungen: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an den Begriffen Schuld und Versöhnung im Werk der Nelly Sachs und grenzt den Untersuchungszeitraum auf das Schaffen nach 1943 ein.

2. Schuld und Versöhnung: Dieses Kapitel erarbeitet ein theoretisches Grundverständnis der Begriffe Schuld und Versöhnung aus ethischer, religiöser und juristischer Sicht.

3. Schuld und Versöhnung bei Nelly Sachs: Der Hauptteil analysiert, wie Sachs in ihrer Dichtung mit den Tätern umgeht, welche Rolle das Mysterienspiel "Eli" einnimmt und wie sie als Symbolfigur wahrgenommen wurde.

4. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit resümiert, dass Sachs nicht zur Versöhnung im Sinne einer Absolution aufruft, sondern das Gedenken an das Opferleid in den Mittelpunkt stellt.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Nelly Sachs, Holocaust, Schuld, Versöhnung, Dichtung, Eli, Erinnerung, Täter, Opfer, Rache, Nachkriegsliteratur, Gedenken, Vergebung, Sühne, Instrumentalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische und literarische Bedeutung von Schuld und Versöhnung im Werk der Lyrikerin Nelly Sachs nach 1943.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen der Umgang mit der Holocaust-Traumatisierung, die Darstellung von Tätern in der Dichtung sowie die kritische Reflexion der Rolle von Nelly Sachs als "Symbol der Versöhnung" in der Nachkriegsgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, ob Nelly Sachs mit ihrem Werk aktiv zur Versöhnung zwischen Deutschen und Juden beitrug oder ob ihr Schaffen eher als ein auf das Gedenken fokussiertes Mahnen zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten (Gedichtbänden und dem Mysterienspiel "Eli") im Abgleich mit biographischen Dokumenten und zeitgenössischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Anklage von Tätern in den Gedichten, der Bedeutung des Mysterienspiels "Eli" als Spiegel der Schuld sowie der Frage, wie politische Institutionen Sachs instrumentalisiert haben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Holocaust, Schuld, Versöhnung, Gedenken und die spezifische Auseinandersetzung mit Nelly Sachs als Autorin charakterisieren.

Wie positioniert sich die Arbeit gegenüber Adornos Diktum "Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben"?

Die Arbeit diskutiert Adornos Thesen als Ausgangspunkt für die Frage, wie Dichtung der Vergangenheit gerecht werden kann, ohne in eine bloße Instrumentalisierung oder Verharmlosung abzugleiten.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Rolle von Nelly Sachs?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Sachs bewusst zur Versöhnung durch das Erinnern aufruft, aber keine billige Vergebung oder Absolution für Täter anbietet.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Schuld und Versöhnung bei Nelly Sachs
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Historischer Augenblick. Begegnungen. Nelly Sachs – Paul Celan – Ingeborg Bachmann
Note
1,0
Autor
Stefan Grzesikowski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V85610
ISBN (eBook)
9783638006712
ISBN (Buch)
9783638914000
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schuld Versöhnung Nelly Sachs Historischer Augenblick Begegnungen Nelly Sachs Paul Celan Ingeborg Bachmann Nobelpreis Literatur Holocaust
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Grzesikowski (Autor:in), 2007, Schuld und Versöhnung bei Nelly Sachs, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/85610
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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