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Friedrich von Hausen - Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden

Eine juristische Schulddisputation

Titel: Friedrich von Hausen - Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Carol Szabolcs (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Zwei Arbeiten soll besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden für die (Re-)interpretation des Streitgedichts Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden von Friedrich von Hausen. Otto Ludwigs Aufsatz zur Rolle des Sprechers von 1964 ist in so fern von Bedeutung, als ihm die äußerst juristisch geprägte Form des Streitgedichts auffällt. Leider gelingt ihm keine befriedigende Interpretation, was die vierte Strophe, den Zusammenhang zwischen Strophe und Sprecher, und die juristische Rolle der Sprecher angeht. Eine neuere Interpretation zur Sprecherkonstellation von Anka Fuß, Susanne Kirst und Manfred Günther Scholz von 1997 soll andererseits dazu dienen, dass die eben genannten Punkte in dieser Arbeit neue Berücksichtigung finden. Ihr Beitrag zur Erforschung von Hausens Streitgedicht öffnet mit der Neuverteilung der Sprecherrollen bei Hausen bisher wenig gedachte Interpretationsmöglichkeiten. Trotz ihrer Anerkennung der Bedeutung von Ludwigs juristisch forciertem Forschungsbeitrag wird eine Neuinterpretation der Justizrhetorik nur sehr unzureichend berücksichtigt.

Die enge Verbindung dieser beiden genannten Aufsätze soll das Thema dieser Arbeit besonders stark begleiten, um die juristisch formierte Sprache und Form dieses Streitgedichts deutlich hervorzuheben. Berücksichtigt werden soll zunächst der Aufbau des Streitgedichts und die damit verbundene Strophen- und Personenkonstellation, bevor das zugrunde liegende Rechtssystem und die Justizrhetorik näher beleuchtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Forschungsstand

2 Definitionen

3 Der Aufbau des Streitgedichts

3.1 Die Strophengliederung und die Sprecherkonstellation

3.2 Die Teilnehmer der Verhandlung

3.2.1 daz müet mich iemer sît – Das Opfer klagt

3.2.2 mîn lîp, der treue Zeuge der Anklage

3.2.3 Das Ich und sein reht lebendic man zu sein

3.2.4 mîn herze, der Minne Opfer

4 Der lebendic man im Normenkampf

5 Die Justizrhetorik der Sprecher

6 Abschließende Betrachtung

7 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Streitgedicht „Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden“ von Friedrich von Hausen unter der spezifischen Perspektive einer juristischen Schulddisputation. Dabei wird analysiert, wie durch die Gliederung der Sprecherrollen, die Anwendung antiker rhetorischer Prinzipien und den Konflikt konkurrierender mittelalterlicher Rechtsnormen eine prozesshafte Struktur im Gedicht erzeugt wird, um die Ambivalenz der handelnden Parteien – Ich, Leib und Herz – zu verdeutlichen.

  • Analyse der Strophengliederung und Sprecherkonstellation als Basis einer juristischen Verhandlung.
  • Untersuchung der juristischen Rollenzuweisung der einzelnen Sprecher (Kläger, Zeuge, Angeklagter).
  • Reflexion über den „Normenkampf“ zwischen theologischen Kreuzzugsidealen und gesellschaftlichem Minnedienst.
  • Anwendung der klassischen Rhetorik (narratio, argumentatio, peroratio) auf die Struktur des Gedichts.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Teilnehmer der Verhandlung

Die im Folgenden herangezogene Forschungsliteratur verweist oft auf juristische Begriffe, um die drei hörbaren Sprecher Ich, Herz und Leib zu benennen. So erkennen sie einen Kläger, einen Angeklagten oder gar einen Nebenkläger. Die stillen und unsichtbaren Teilnehmer – das Publikum und der Richter – erhalten indirekt ebenfalls eine nennenswerte Position in der Verhandlung. Doch widersprechen sich diese Rollenzuweisungen nicht selten und sollen entsprechend in Abfolge der einzelnen Strophen revidiert werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung und Forschungsstand: Vorstellung der Gattung des Streitgedichts und kritische Auseinandersetzung mit bestehenden Interpretationsansätzen zur Rollenverteilung und juristischen Form des Werkes.

2 Definitionen: Erläuterung des Streitgedichts als ein in Reim- und Strophenform ausgetragener Disput, der eine rechtskundige Ausdrucksweise im Sinne einer genus iudicale aufweist.

3 Der Aufbau des Streitgedichts: Detaillierte Untersuchung der Strophenstruktur sowie der Rollen von Ich, Leib und Herz in ihrer Funktion als juristische Prozessbeteiligte.

4 Der lebendic man im Normenkampf: Analyse der im Gedicht aufeinanderprallenden Rechtsnormen, insbesondere des theologisch motivierten Kreuzzugsgelübdes gegenüber dem höfischen Minnedienst.

5 Die Justizrhetorik der Sprecher: Anwendung der klassischen rhetorischen Gliederung (narratio, argumentatio, peroratio) auf das Gedicht zur Aufdeckung der juristischen Argumentationsstruktur.

6 Abschließende Betrachtung: Synthese der Ergebnisse über die Verbindung von juristischer Schulddisputation und lyrischem Handwerk bei Friedrich von Hausen.

Schlüsselwörter

Friedrich von Hausen, Streitgedicht, Schulddisputation, Minnesang, Sprecherkonstellation, Justizrhetorik, Normenkampf, Kreuzzug, Recht, Mittelalter, Ich, Herz, Leib, Gerichtsrede, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Friedrich von Hausens Streitgedicht „Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden“ als eine juristische Schulddisputation, in der die Sprecher in einem prozesshaften Rahmen ihre jeweiligen Positionen vertreten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Strophengliederung, der Sprecherkonstellation, der Rhetorik der Gerichtsrede sowie den divergierenden Rechtsnormen des Mittelalters.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, durch eine Neubetrachtung der Rollenverteilung und der juristischen Sprache zu belegen, dass das Gedicht als komplexes Rechtsverfahren interpretiert werden kann, das über eine bloße Selbstreflexion hinausgeht.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt eine mediävistische Textanalyse, ergänzt durch rechtshistorische Ansätze zur Normenbildung und klassisch-rhetorische Analysestrukturen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des strukturellen Aufbaus, der Definition des Rechtskontextes, der detaillierten Rollenanalyse der Sprecher sowie der rhetorischen Gestaltung des Disputs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die zentralen Begriffe sind Recht, Normenkampf, Justizrhetorik, Minnedienst, Kreuzzug und Schulddisputation.

Wie unterscheidet sich die Rolle des „Leibes“ von der des „Ichs“?

Während das Ich die Rolle des klagenden Opfers einnimmt, agiert der Leib als wohlwollender Zeuge, der versucht, seine eigene Unschuld zu betonen und sich vom Vorwurf der Mitschuld reinzuwaschen.

Welche Funktion hat die Figur Gottes im Gedicht?

Gott fungiert als der unsichtbare Richter, Gesetzgeber und Vollstrecker, an den sich die Klage richtet, wobei seine Anwesenheit für den Prozessverlauf als zwingend, aber indirekt definiert wird.

Warum wird die Vierte Strophe als Besonderheit hervorgehoben?

Die vierte Strophe gilt als rhetorischer Bruch, in dem das Herz durch ein Schlussplädoyer versucht, die Schuld von sich zu weisen und sich selbst als Opfer der Minne zu stilisieren.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Friedrich von Hausen - Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden
Untertitel
Eine juristische Schulddisputation
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Körper und Seele. Wahrnehmung und Erfahrung als Thema der mittelalterlichen Literatur
Note
1,7
Autor
Carol Szabolcs (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V83490
ISBN (eBook)
9783638899994
ISBN (Buch)
9783638905497
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedrich Hausen Körper Seele Wahrnehmung Erfahrung Streitgedicht Leib Herz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Carol Szabolcs (Autor:in), 2007, Friedrich von Hausen - Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/83490
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Leseprobe aus  18  Seiten
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