1) Einleitende Betrachtung und Klärung wichtiger Begriffe
1.1) Einleitung
Nichtstaatliche Organisationen in der Umweltpolitik – ob Greenpeace, WWF (World Wide Fund For Nature), der Naturschutzbund (NABU), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Robin Wood oder auch Untergruppen von „attac“, nahezu täglich können wir zumindest von einigen dieser Organisationen lesen, hören und/oder sehen – wenn auch mit z.T. stark schwankender Ausführlichkeit.
Zu überwiegenden Teilen geht es in diesen Meldungen, Anmerkungen und Berichten nämlich nicht um groß-angelegte, besonders öffentlichkeitswirksame Aktionen oder Blockaden. Diese gibt es zwar weiterhin (so ist z.B. jede Atommüll-Bewegung mit Protesten verbunden), jedoch drängt sich hierbei der Eindruck auf, dass diese Tatsache schon fast als Normalität angesehen und entsprechend abgetan wird.
Vielleicht ist dieser Umstand ja wirklich auch auf eine Art „Gewöhnungsmentalität“ zurückzuführen, vielleicht ist es aber auch der Wandel hin zu einer schnelllebigen und komplexer werdenden Informationsgesellschaft, welche mit ihrer schier unendlich-wirkenden Vielfalt von mehr oder minder wertvollen Informationen den Umweltschutzanliegen Konkurrenz macht. Umweltschutz – so scheint es – gerät angesichts manch sicherheits- und weltpolitischer Meldung oftmals ins Hintertreffen.
Mangelt es aber wirklich an Interesse für umweltpolitische Themen?
Die Betrachtung auf nationaler Ebene könnte diesen Anschein durchaus erwecken. Bei nicht gerade wenigen Menschen gilt Ökologie als „Job- und Konjunkturkiller“ und z.B. die ökologische Stromerzeugung allein schon als unwirtschaftlich. Wirtschaftlichkeit – in Zeiten von schwächerem Wachstum und globaler Konkurrenz erscheint sie vielen als Hauptaugenmerk, dem möglichst vieles untergeordnet werden sollte.
Demgegenüber stehen jedoch z.B. verschärftere umweltpolitische Gesetze und Auflagen, das seit etlichen Jahren etablierte (wenn auch z.T. mit großen Lücken behaftete) Mülltrennsystem und neuerdings sogar eine „Bio-Welle“ bei Lebensmitteln. Es gibt also durchaus Bewegung im ökologischen Denken, welche sich wahrscheinlich immer dann beschleunigt, wenn sich Menschen von Umweltauswirkungen oder –folgen beeinflusst oder bedroht sehen.
So erscheint uns heute das Wort „Globalisierung“ nicht mehr so fern, geschweige denn als ein Fremdwort. Auch der „Klimawandel“ oder auch „globale Erwärmung“ ist derzeit in aller Munde und in allen Medien – ja hier macht [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitende Betrachtung und Klärung wichtiger Begriffe
- Einleitung
- Was versteht man eigentlich unter „Nichtstaatlichen Organisationen“?
- Das Entstehen von Umweltbewusstsein und Umweltpolitik - Darstellung der Grundlagen für Nichtstaatliche Organisationen
- Vorbetrachtung bis 1969 – Von den Anfängen des Naturschutzes
- 1969 bis 1974 – Die Etablierung des Umweltbegriffs und seine Folgen
- 1974 bis 1979 – Abschwung in der Umweltpolitik, Aufschwung bei den NGOs
- 1980 bis 1985 – Konsolidierung in der Umweltpolitik, neue NGOs und Parteien
- 1986 bis 1989 – Super-GAU und Modernisierung
- 1990 bis 1998 - Modernisierung und/oder Nachhaltigkeit?
- ab 1998 - Ökosteuer, Klimawandel und Globalisierung – Rück- und Ausblicke
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Entstehung von Umweltbewusstsein und Umweltpolitik in der Bundesrepublik Deutschland und untersucht dabei die Rolle Nichtstaatlicher Organisationen (NGOs) in diesem Prozess. Ziel ist es, die Anfänge, Verläufe und Zielsetzungen von NGOs im Umweltbereich zu beleuchten und deren Bedeutung für die Entwicklung der Umweltpolitik aufzuzeigen.
- Die Bedeutung von NGOs für die Entstehung von Umweltbewusstsein und Umweltpolitik in Deutschland
- Die Entwicklung von Umweltbewusstsein und Umweltpolitik in verschiedenen Phasen der deutschen Geschichte
- Die Herausforderungen und Chancen für NGOs im Umweltbereich
- Die Rolle von NGOs im Kontext von Globalisierung und Klimawandel
- Die Bedeutung von Freiwilligenarbeit und Spendenbereitschaft für die Arbeit von NGOs
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt zunächst den Begriff der "Nichtstaatlichen Organisationen" (NGOs) dar und erläutert die Rolle dieser Organisationen in der Umweltpolitik. Im weiteren Verlauf werden die Anfänge des Naturschutzes bis 1969 beleuchtet, wobei die Gründung der ersten "Natur- Landschafts- und Heimatschutzverbände" als bedeutender Meilenstein hervorgehoben wird.
Die Kapitel 2.2 bis 2.7 analysieren die Entwicklung von Umweltbewusstsein und Umweltpolitik in Deutschland von 1969 bis 1998. In diesem Zeitraum erfolgte die Etablierung des Umweltbegriffs, die Einführung von Umweltgesetzen und die Gründung zahlreicher NGOs im Umweltbereich. Die einzelnen Kapitel beleuchten wichtige Meilensteine dieser Entwicklung und die Rolle von NGOs in diesen Prozessen.
Schlüsselwörter
Nichtstaatliche Organisationen, Umweltbewusstsein, Umweltpolitik, Naturschutz, Nachhaltigkeit, Globalisierung, Klimawandel, Freiwilligenarbeit, Spendenbereitschaft, Bundesrepublik Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Was sind Nichtstaatliche Organisationen (NGOs) im Bereich der Umweltpolitik?
NGOs sind Organisationen wie Greenpeace, WWF, NABU oder BUND, die unabhängig vom Staat agieren, um Umweltinteressen zu vertreten, Bewusstsein zu schaffen und politischen Einfluss auszuüben.
Wie hat sich das Umweltbewusstsein in Deutschland historisch entwickelt?
Die Entwicklung verlief in Phasen: Von den Anfängen des Naturschutzes vor 1969 über die Etablierung des Umweltbegriffs in den 70ern bis hin zur Modernisierung und dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Klimawandel ab den 90ern.
Welchen Einfluss hatte der Super-GAU von Tschernobyl auf die NGOs?
Ereignisse wie der Super-GAU (1986-1989) führten zu einer Modernisierung der Umweltpolitik und gaben NGOs sowie ökologischen Parteien massiven Aufschwung durch gesteigertes öffentliches Interesse.
Warum wird Ökologie manchmal als "Jobkiller" bezeichnet?
In Zeiten schwachen Wachstums befürchten Kritiker, dass strenge Umweltauflagen die Wirtschaftlichkeit und globale Wettbewerbsfähigkeit gefährden, obwohl Trends wie die "Bio-Welle" das Gegenteil beweisen können.
Welche Bedeutung haben Spenden für die Arbeit von Umwelt-NGOs?
Spendenbereitschaft und Freiwilligenarbeit sind die finanziellen und personellen Grundlagen, die es NGOs ermöglichen, unabhängig von staatlichen Geldern Kampagnen und Naturschutzprojekte durchzuführen.
- Quote paper
- Ludwig Finster (Author), 2007, Das Entstehen von Umweltbewusstsein und Umweltpolitik als Grundlagen Nichtstaatlicher Organisationen (NGO), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/82788