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Dispense der päpstlichen Pönitentiarie

Titel: Dispense der päpstlichen Pönitentiarie

Hausarbeit , 2007 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: BA Axel Huber (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Spätmittelalter war das Leben der Menschen von einer großen Frömmigkeit geprägt. Bis zu 150 Fastentage prägten den Alltag, der von allerlei Vorschriften von kirchlicher Seite geprägt war. Auch die Gesellschaft war ein abgeschlossener Zirkel, in dem es feste Regeln gab. Aber Jesus sagte schon zu seinen Jüngern im Garten Gethsemane: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ (Matthäus 26,41). Kleriker, Adlige und normale Menschen überschritten die Normen. Ehebruch, Bigamie, Betrug, Mord und Totschlag waren streng zu ahndende Überschreitungen, kamen dennoch teils häufig vor. Gerade außerehelicher Geschlechtsverkehr und seine Folgen stellten ein Problem dar. Rolf Sprangel stellte 1986 die Frage, ob es zu hoch gegriffen sei, ein Drittel der Bevölkerung des Spätmittelalters als unehelich geboren anzusehen. Neithard Bulst widerspricht, aber dennoch bleibt eine hohe Zahl von Unehelichen im Raum stehen.1 Nicht nur vom Namen her waren diese Menschen mit einem Geburtsmakel versehen. Kirchliche und weltliche Karrieren waren blockiert, weil die Gesellschaft die Illegitimen ignorierte. Abhilfe konnten Dispense der päpstlichen Pönitentiarie verschaffen. Sie waren ein Mittel, um den Makel abzustreifen. Diese Arbeit wird zeigen, wie sich die Pönitentiarie entwickelte, wie die bewegte Geschichte des sich sammelnden Archivs sich darstellte und wie konkret sich der Geburtsmakel auswirkte. Dabei lässt sich eine kleine Sittengeschichte erkennen, denn Kleriker wie Weltliche waren der Sünde oft allzu gerne näher, als sie es dem Herrn versprochen hatten. Und auch die Dispense der päpstlichen Pönitentiarie waren nicht vom Betrugsversuch gefeit. Aus einer kleinen Liste von verurteilten Fälschern, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, lassen sich drei Straftäter aus der Diözese Konstanz erkennen, die Dispense widerrechtlich angefertigt hatten.2 Dies zeigt zum einen eine kriminelle Energie und zum anderen die Angst vor göttlicher Strafe, die sich mit dem Wunsch nach schneller Befreiung aus Seelenpein und Makeln ergab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemstellung und Ziel der Untersuchung

1.2. Quellenlage

2. Die Sittlichkeit des Klerus im ausgehenden Mittelalter

3. Die Anfänge der Pönitentiarie und ihre Aufgaben

4. Die Struktur der Pönitentiarie-Behörde

5. Die Arbeitsweise der Pönitentiarie-Behörde

6. Der Geburtsmakel

7. Die Quellen für das Bistum Konstanz

8. Ein adliger Geburtsmakel

9. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung der päpstlichen Pönitentiarie als Institution, die durch die Erteilung von Dispensen – insbesondere in Fällen von illegitimer Geburt – maßgeblich zur kirchlichen Laufbahnplanung und zur gesellschaftlichen Integration von Klerikern und Adligen im Spätmittelalter beitrug.

  • Entwicklung und Aufgaben der Pönitentiarie-Behörde
  • Sittlichkeit und Zölibatsvergehen des spätmittelalterlichen Klerus
  • Auswirkungen des Geburtsmakels auf kirchliche Karrieren
  • Die Rolle von Dispens-Suppliken zur Umgehung von Weihehindernissen
  • Fallstudien zum Bistum Konstanz und zum Hause Montfort

Auszug aus dem Buch

1.1. Problemstellung und Ziel der Untersuchung

Im Spätmittelalter war das Leben der Menschen von einer großen Frömmigkeit geprägt. Bis zu 150 Fastentage prägten den Alltag, der von allerlei Vorschriften von kirchlicher Seite geprägt war. Auch die Gesellschaft war ein abgeschlossener Zirkel, in dem es feste Regeln gab. Aber Jesus sagte schon zu seinen Jüngern im Garten Gethsemane: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ (Matthäus 26,41). Kleriker, Adlige und normale Menschen überschritten die Normen. Ehebruch, Bigamie, Betrug, Mord und Totschlag waren streng zu ahndende Überschreitungen, kamen dennoch teils häufig vor. Gerade außerehelicher Geschlechtsverkehr und seine Folgen stellten ein Problem dar.

Rolf Sprangel stellte 1986 die Frage, ob es zu hoch gegriffen sei, ein Drittel der Bevölkerung des Spätmittelalters als unehelich geboren anzusehen. Neithard Bulst widerspricht, aber dennoch bleibt eine hohe Zahl von Unehelichen im Raum stehen. Nicht nur vom Namen her waren diese Menschen mit einem Geburtsmakel versehen. Kirchliche und weltliche Karrieren waren blockiert, weil die Gesellschaft die Illegitimen ignorierte. Abhilfe konnten Dispense der päpstlichen Pönitentiarie verschaffen. Sie waren ein Mittel, um den Makel abzustreifen. Diese Arbeit wird zeigen, wie sich die Pönitentiarie entwickelte, wie die bewegte Geschichte des sich sammelnden Archivs sich darstellte und wie konkret sich der Geburtsmakel auswirkte.

Dabei lässt sich eine kleine Sittengeschichte erkennen, denn Kleriker wie Weltliche waren der Sünde oft allzu gerne näher, als sie es dem Herrn versprochen hatten. Und auch die Dispense der päpstlichen Pönitentiarie waren nicht vom Betrugsversuch gefeit. Aus einer kleinen Liste von verurteilten Fälschern, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, lassen sich drei Straftäter aus der Diözese Konstanz erkennen, die Dispense widerrechtlich angefertigt hatten. Dies zeigt zum einen eine kriminelle Energie und zum anderen die Angst vor göttlicher Strafe, die sich mit dem Wunsch nach schneller Befreiung aus Seelenpein und Makeln ergab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der kirchlichen Normen, der Illegitimität im Spätmittelalter und der Funktion der Pönitentiarie als Instanz zur Dispensvergabe.

2. Die Sittlichkeit des Klerus im ausgehenden Mittelalter: Analyse des Zölibatszwangs und der verbreiteten Verstöße gegen die sexuelle Enthaltsamkeit innerhalb der Geistlichkeit.

3. Die Anfänge der Pönitentiarie und ihre Aufgaben: Darstellung der historischen Entwicklung des Amtes und seiner Rolle bei der kirchlichen Heilsvermittlung und dem Erlass kirchlicher Strafen.

4. Die Struktur der Pönitentiarie-Behörde: Erläuterung des administrativen Aufbaus der Behörde sowie der wachsenden Bedeutung des Großpönitentiars.

5. Die Arbeitsweise der Pönitentiarie-Behörde: Beschreibung der bürokratischen Abläufe bei Supplikenanträgen und dem Umgang mit Fehlverhalten durch Delegationsreskripte.

6. Der Geburtsmakel: Untersuchung der sozialen und beruflichen Diskriminierung unehelich geborener Personen und deren Ausgrenzung von kirchlichen Ämtern.

7. Die Quellen für das Bistum Konstanz: Analyse der Fallbeispiele und der Sittengeschichte innerhalb des Konstanzer Diözesanbereichs.

8. Ein adliger Geburtsmakel: Detaillierte Betrachtung des Einzelfalls Wilhelm von Montfort und der Möglichkeiten des Adels, den Geburtsmakel durch Dispense zu überwinden.

9. Schlussbetrachtung: Fazit zur Funktion des Dispenswesens als Instrument, das institutionelle Strenge mit praktischen Realitäten versöhnte und der Kirche sichere Einnahmequellen bot.

Schlüsselwörter

Pönitentiarie, Mittelalter, Dispenswesen, Geburtsmakel, Illegitimität, Klerus, Zölibat, Kirchenrecht, Kurie, Suppliken, Bistum Konstanz, Wilhelm von Montfort, Kirchengeschichte, Seelenheil, Exkommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der päpstlichen Pönitentiarie als Behörde, die im Spätmittelalter Dispense für kirchliche Rechtsverstöße, insbesondere wegen illegitimer Herkunft, erteilte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Spannungen zwischen kirchlicher Sexualmoral (Zölibat), der sozialen Realität spätmittelalterlicher Lebensformen und der Verwaltungspraxis der römischen Kurie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Dispenswesen der Pönitentiarie als notwendiges Instrument fungierte, um sozialen und beruflichen Ausschluss (wegen Geburtsmakel) zu überwinden und die kirchliche Institution funktionsfähig zu halten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Dokumente, insbesondere der Supplikenregister der Pönitentiarie sowie einschlägiger kirchengeschichtlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Struktur der Pönitentiarie, das alltägliche Fehlverhalten von Geistlichen im Bistum Konstanz sowie das Schicksal unehelich Geborener.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pönitentiarie, Geburtsmakel, Dispens, Zölibat, Illegitimität und kirchliche Karrieren.

Welche Rolle spielt das Bistum Konstanz für die Untersuchung?

Konstanz dient als konkretes Fallbeispiel, anhand dessen die Quellenlage und die praktischen Auswirkungen der Dispens-Rechtsprechung für Geistliche und Adlige im Detail nachgewiesen werden können.

Wie beurteilt der Autor den "Geburtsmakel" im historischen Kontext?

Der Autor sieht darin ein soziales Stigma, das durch die päpstliche Gnadenpraxis ökonomisch und familiär abgefedert werden konnte, was insbesondere für den Adel ein wichtiges Instrument zur Sicherung der dynastischen Karrierewege war.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dispense der päpstlichen Pönitentiarie
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,0
Autor
BA Axel Huber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
26
Katalognummer
V82071
ISBN (eBook)
9783638884235
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dispense Pönitentiarie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
BA Axel Huber (Autor:in), 2007, Dispense der päpstlichen Pönitentiarie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/82071
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Leseprobe aus  26  Seiten
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