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Zur Shop-Startseite › Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Einzelaspekte der Gedankenwelt - Hannah Arendts als Impuls zum Philosophieren mit Kindern

Ein motopädagogischer Feldversuch auf der BUGA 2005 in München mit besonderer Berücksichtigung theoretischer Grundlagen

Titel: Einzelaspekte der Gedankenwelt - Hannah Arendts als Impuls zum Philosophieren mit Kindern

Hausarbeit , 2005 , 48 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: M. A. Andreas Wutz (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der in der Wirtschaft weit verbreitete und meines Erachtens etwas unglücklich gewählte Terminus Soft Skills ist letzten Endes nichts anderes, als der Versuch etwas zu kategorisieren und begrifflich verfügbar zu machen, was sich einer allumfassenden Definition und Evaluation entzieht. Ungeachtet dieser Schwierigkeiten scheint jedoch gesellschaftlicher Konsens über das erstrebenswerte Ziel ganzheitlicher Bildung zu herrschen. Doch worin besteht dann das Dilemma? Das Problem ist, dass ein solches Unterfangen, Kindern eine moralisch-ethische Orientierung zu geben, im Grunde „quer zum Schulbetrieb“ gelagert ist, der nicht auf die Erörterung ungelöster Fragen ausgelegt ist. Einen Ausweg aus dieser Aporie sucht das an der Universität Regensburg unter der Leitung von Roswitha Wiesheu und Prof. Dr. Karlfriedrich Herb im Jahr 2005 gestartete Pilotprojekt Kinder philosophieren. Es verfolgt das ehrgeizige Ziel, die „Philosophie in den Dienst demokratischer Wertebildung für Kinder und Jugendliche zu stellen“ und als „umfassendes Erziehungs- und Unterrichtsprinzip“ zu etablieren. Jenseits bloßer Lippenbekenntnisse bleibt das Konzept nicht bei einer reinen Zielbeschreibung stehen, sondern umfasst gleichzeitig eine interdisziplinär erarbeitete Methodik, welche zum einen das theoretische Gerüst liefert, zum anderen aber ganz konkrete Maßnahmen und Handlungsanweisungen, z.B. zur Schulung der Lehrer, gibt. Im Rahmen dieser Initiative fand auf der BUGA vom 10. – 12.08.2005 ein Projekt statt, welches kinderphilosophische Ansätze mit motopädagogischen Konzepten verbindet und in dieser Form etwas völlig neues darstellt. Die vorliegende Arbeit befasst sich ausführlich mit den theoretischen Hintergründen, sowohl der Philosophie als auch der Motopädagogik und versucht, die gesammelten Ergebnisse trotz der mangelhaften empirischen Basis zumindest soweit in einen größeren Kontext einzuordnen, dass Tendenzen erkennbar werden. Um die Lücke zwischen dem Philosophieren mit Kindern und den motopädagogischen Ansätzen zu schließen, werden auch verschiedene Kindheits- und Sozialisationskonzepte in aller Kürze erörtert. Besonders viel Raum gewährt die Arbeit der deutsch-jüdischen Philosophin Hannah Arendt, aus deren Werk einige zentrale Aspekte zum Philosophieren mit Kindern herausgegriffen wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Zentrale Aspekte der Philosophie Hannah Arendts

1.1 Vorbemerkungen zu Hannah Arendt

1.2 Der arendtsche Handlungsbegriff

1.2.1 Ideengeschichtliche Wurzeln

1.2.2 Versprechen und Verzeihen in Arendts Handlungstheorie

1.2.3 Die Bedeutung des Handeln in der Vita activa und die besondere Rolle von Natalität und Pluralität

1.2.4 Die Stellung des Handelns in der Trias Arbeiten, Herstellen, Handeln

1.3 Die Domänen in der Vita activa: polis und oikos

2 Philosophieren mit Kindern

2.1 Terminologie

2.2 Wegmarken des Philosophierens mit Kindern

2.3 Kritik am Philosophieren mit Kindern

2.4 Das sokratische Gespräch

2.5 Konzepte der Kindheit

2.6 Bemerkungen zur Sozialisation

3 Das Projekt Kinder philosophieren auf der BUGA in München

3.1 Bewegungspädagogik nach Kükelhaus

3.2 Erfahrungsbericht

3.2.1 Zielsetzung und Beschreibung der Spirale

3.2.2 Vorüberlegungen und erste Erfahrungen

3.2.2 Ergebnisse der Dialoge mit den Kindern

Schluss

Anhang

Gesprächsprotokolle

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Pilotprojekt "Kinder philosophieren", das im Jahr 2005 an der Universität Regensburg initiiert wurde, um die Potenziale von philosophischer Bildung für Kinder im Grundschulalter zu erschließen. Im Zentrum steht die Verknüpfung von Hannah Arendts Handlungstheorie mit motopädagogischen Konzepten von Hugo Kükelhaus, um durch körperbasierte Erfahrungen (ein Feldversuch auf der BUGA in München) demokratische Wertebildung und kritisches Denken bei Kindern zu fördern.

  • Hannah Arendts Philosophie (Handlungsbegriff, Pluralität, Natalität)
  • Methodik des Philosophierens mit Kindern (sokratisches Gespräch)
  • Körpererfahrung und Bewegungspädagogik nach Hugo Kükelhaus
  • Empirische Untersuchung von Dialogen mit Kindern
  • Bedeutung von Freundschaft und Verzeihen für die Sozialisation

Auszug aus dem Buch

1.2 Der arendtsche Handlungsbegriff

Für Arendt ist die Grundbestimmung aller Freiheit, das Moment des ‚etwas Neues anfangen können‘. So sieht sie in Augustinus den „ersten christlichen Philosophen“, den „einzigen Philosophen, den die Römer je hatten“, welchem sich die ursprüngliche Kraft des Wortes Beginn oder Anfang (initium) voll erschließen konnte. Durch die Vorgabe von Ort und Zeit der Gründung bedingt sich aber noch keine Relativität der Spontaneität. Auch wenn sich der Mensch mit der Geburt oder seiner ersten Handlung in einem bereits bestehenden Raum-Zeit Gefüge befindet, bleibt die Spontaneität unseres Handeln dennoch absolut, da der Mensch in seinen Handlungen frei ist und somit auch die Möglichkeit besitzt, Handlungen zu unterlassen. Da nur im Handeln Sinn erfahrbar wird, stellt es in der arendtschen Trias aus Arbeiten, Herstellen und Handeln die höchste aller menschlichen Tätigkeiten dar. Der arendtsche Handlungsbegriff kann sich auf griechische Wurzeln berufen, doch entspringt die spezifische Gefährlichkeit des Handelns biblischen Quellen. In einem Vortrag vom 3. Januar 1957 führt Arendt hierzu aus: „Zweifellos ist die Fähigkeit zu handeln die gefährlichste aller menschlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten.“ So wird die menschliche Freiheit als innerzeitliche Schöpfung aus dem Nichts verstanden. Das Handeln des Menschen ist nicht in Isolierung möglich, sondern setzt immer ein soziales Umfeld voraus, die Mitwelt. Diese Erkenntnis beinhaltet zugleich zwei Komponenten: eine aktive, gestaltende und eine passive, erduldende.

„Der Mensch initiiert seine Geschichte selbst, aber keineswegs selbstbestimmt. Handeln stiftet Beziehungen und verhilft dazu, lebensweltliche Schranken zu durchbrechen.“

Davon zeugen die erzählbaren Geschichten, die nur durch menschliches Handeln hervorgebracht werden können. Da auch die Freiheit aus dem Nichts kommt, ergibt sich keine kausale Erklärung, weder durch Ursachen noch durch Gründe. Das „Ereignis“ freier Aktivitäten ist deshalb „unerwartet“ und völlig „unerrechenbar“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zentrale Aspekte der Philosophie Hannah Arendts: Dieses Kapitel erläutert den zentralen Handlungsbegriff Arendts, die Bedeutung von Pluralität und Natalität sowie die Abgrenzung der drei Tätigkeitsformen Arbeiten, Herstellen und Handeln.

2 Philosophieren mit Kindern: Dieser Teil befasst sich mit der methodischen Einordnung des Philosophierens mit Kindern, der sokratischen Gesprächsführung sowie kritischen Debatten zur intellektuellen Reife von Kindern.

3 Das Projekt Kinder philosophieren auf der BUGA in München: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Motopädagogik nach Kükelhaus mit der konkreten Durchführung und den Ergebnissen des Feldversuchs auf der BUGA in Beziehung gesetzt.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Kinderphilosophie, Philosophieren mit Kindern, Sokratisches Gespräch, Motopädagogik, Hugo Kükelhaus, Vita activa, Handlungsbegriff, Natalität, Pluralität, Sozialisation, Freundschaft, BUGA 2005, Wertebildung, Charakterbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Hintergründen und der praktischen Anwendung des Pilotprojekts "Kinder philosophieren", das Ansätze der politischen Philosophie von Hannah Arendt mit motopädagogischen Konzepten kombiniert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die politische Theorie Hannah Arendts, die Didaktik des Philosophierens mit Kindern, die Motopädagogik nach Kükelhaus sowie Fragen der kindlichen Sozialisation und Freundschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, das Projekt "Kinder philosophieren" theoretisch zu fundieren und durch einen Feldversuch auf der BUGA zu evaluieren, inwieweit philosophische Impulse und Körpererfahrungen die Wertebildung und Denkfähigkeit von Kindern unterstützen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die theoretische Analyse politischer und pädagogischer Literatur mit einem qualitativ ausgerichteten Erfahrungsbericht auf Basis von Gesprächsprotokollen verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der arendtschen Philosophie, die methodische Einordnung der Kinderphilosophie (insb. das sokratische Gespräch) sowie den konkreten Erfahrungsbericht vom BUGA-Projekt, inklusive der Analyse von Kinder-Interviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hannah Arendt, Kinderphilosophie, Sokratisches Gespräch, Motopädagogik, Natalität, Handlungsbegriff und Sozialisation charakterisiert.

Wie korrespondieren Arendts Kategorien mit der kindlichen Lebenswelt im BUGA-Projekt?

Die Arbeit zeigt, dass die kindliche Erfahrung des "Neuanfangs" beim Balancieren auf der Spirale eine direkte Parallele zum arendtschen Konzept der Natalität darstellt, welche den Menschen als Handelnden immer wieder neu in die Welt treten lässt.

Welche Rolle spielt die Motopädagogik im Kontext der Philosophie?

Die Motopädagogik dient als Brücke, um über die materielle Welt und die körperliche Selbsterfahrung einen Zugang zu philosophischen Begriffen wie Freiheit, Gleichgewicht und Verantwortung zu finden, die rein verbal oft zu abstrakt für Kinder wären.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einzelaspekte der Gedankenwelt - Hannah Arendts als Impuls zum Philosophieren mit Kindern
Untertitel
Ein motopädagogischer Feldversuch auf der BUGA 2005 in München mit besonderer Berücksichtigung theoretischer Grundlagen
Hochschule
Universität Regensburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
1,3
Autor
M. A. Andreas Wutz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
48
Katalognummer
V81611
ISBN (eBook)
9783638862783
ISBN (Buch)
9783638869423
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einzelaspekte Gedankenwelt Hannah Arendts Impuls Philosophieren Kindern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. A. Andreas Wutz (Autor:in), 2005, Einzelaspekte der Gedankenwelt - Hannah Arendts als Impuls zum Philosophieren mit Kindern , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/81611
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Leseprobe aus  48  Seiten
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