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Zur Shop-Startseite › Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Ruled Britannia und Fait Accompli - Mögliche Invasionsszenarien in der britischen 'speculative novel' mit besonderer Berücksichtigung des Deutschlandbildes

Titel: Ruled Britannia und Fait Accompli - Mögliche Invasionsszenarien in der britischen 'speculative novel' mit besonderer Berücksichtigung des Deutschlandbildes

Hausarbeit , 2004 , 42 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: M. A. Andreas Wutz (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bedingt durch tiefgreifende politische Umwälzungen entsteht ab dem letzten Drittel des 19. Jhdts. eine Flut prophetischer Geschichten über den zukünftigen Konflikt zwischen Briten und Deutschen, die in den Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg einen ungeheueren Einfluss entfalteten. Die Autoren dieser Utopien vereinte ein gemeinsames Ziel: Sie sahen es als ihre Pflicht an, den nachfolgenden Krieg, der ihrer Überzeugung nach früher oder später zwischen den europäischen Großmächten ausbrechen würde, literarisch vorwegzunehmen und seine Ursachen und weitreichenden Folgen zu beschreiben. Der „Gedanke einer Invasion von draußen [entwickelte] einen morbiden Reiz“, da England, durch seine Insellage isoliert, von Okkupationen fremder Truppen seit der Eroberung durch William the Conqueror im Jahr 1066 verschont geblieben ist und das Königreich durch die Jahrhunderte hindurch seine Souveränität und Unabhängigkeit gewahrt hat. Zwischen 1871 und 1914 wurde England in der Literatur von 21 deutschen Invasionen heimgesucht und allein im Rekordjahr 1907 mussten die Briten vier Angriffe des kriegslüsternen Preußens hinnehmen.
Ziel dieser Arbeit ist, einen Überblick über die Bandbreite möglicher Invasionsszenarien und den damit verbundenen Deutschlandbildern zu geben. Neben den bekannteren englischsprachigen Klassikern des Genres speculative novel wie The Battle of Dorking, The Riddle of the Sands oder When William Came werden kursorisch auch die deutschen Pendants, die heute völlig in Vergessenheit geraten sind, gestreift. Der teilweise sehr unterschiedliche Umfang der einzelnen Kapitel erklärt sich zum einen aus der differierenden Bedeutung und Nachwirkung der Werke, ist aber auch der sehr heterogenen Forschungslage geschuldet. Die speculative novel fristet in der Literaturforschung im Schatten des weitaus populäreren britischen Spionageromans ein vernachlässigtes Dasein, das sich an einer nur äußerst sporadischen wissenschaftlichen Beschäftigung mit ausgewählten und für kanonisch erklärten Autoren wie Le Queux oder Chesney ablesen lässt. Sekundärliteratur zu diesem Themenkomplex existiert kaum. Monographien über den Spionageroman setzen meist mit Erskine Childers ein und widmen der speculative novel bestenfalls ein paar Seiten. Sekundärliteratur zu deutschen Autoren konnte ich nicht ausfindig machen und selbst der Zugang zu den originalen Primärtexten, die oftmals keine Neuauflagen bzw. Nachdrucke erlebt haben, gestaltet sich schwierig.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Vorüberlegungen

2.1 Definition der speculative novel

2.2 Ansätze zur Definition literarischer Stereotype in ästhetischer und psychologischer Hinsicht

III. Zeitgeschichtlicher und politischer Hintergrund: Reichsgründung, Flottenrivalität und der Wandel des Deutschlandbildes

IV. Das Spektrum britischer Invasionsphantasien von 1871 – 1910

4.1 Die Planung der Invasion: Der Wolf im Schafspelz: Vom German Cousin zum Ränkeschmied

4.1.1 Erskine Childers: The Riddle of the Sands

4.1.2 William Le Queux: Spies of the Kaiser

4.2 Die Durchführung der Invasion: Einfall der Deutschen in England

4.2.1 George Tomkyns Chesney: The Battle of Dorking

4.2.2 William Le Queux: The Invasion of 1910

4.3 Die gelungene Invasion: Leben im besetzten England nach dem “fait accompli”

4.3.1 Saki (= Hector Hugh Munro): When William Came

V. Deutsche Invasionsphantasien: Der unvermeidliche Krieg mit England

VI. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bandbreite britischer Invasionsszenarien in der speculative novel zwischen 1871 und 1910, wobei der Fokus auf dem Wandel des Deutschlandbildes und der propagandistischen Funktion dieser Literatur liegt.

  • Analyse des Einflusses politischer Umwälzungen auf die literarische Produktion.
  • Untersuchung der Definition und Funktion von Stereotypen in den Invasionsromanen.
  • Vergleich britischer und deutscher Perspektiven auf den antizipierten Krieg.
  • Aufzeigen der Wechselwirkung zwischen fiktionaler Literatur und realer Geheimdiensttätigkeit.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Erskine Childers: The Riddle of the Sands

Der Roman spielt im Spätsommer des Jahres 1904. Flottenaufrüstungen in England und Deutschland werfen den Schatten des Ersten Weltkrieges voraus. Carruthers, Beamter des britischen Außenministeriums, erhält eine Einladung seines alten Studienkommilitonen Davies, mit ihm einen Segeltörn entlang der schleswig-holsteinischen Küste zu unternehmen und im friesischen Watt auf Entenjagd zu gehen. Um der stickigen Enge des Molochs London zu entkommen nimmt Carruthers, der im Gegensatz zum nautischen Fachmann Davies nur über rudimentäre Segelkenntnisse verfügt, das Angebot an. Mit einer schmucklosen aber stabilen Nussschale namens „Dulcibella“ schippern sie im Wattenmeer zwischen Elbe- und Emsmündung und den Gewässern um Ostfriesland herum, bis Davies auf Norderney den betuchten Kaufmann Dollmann, vorgeblich Schwede, kennen lernt.

Der lotst mit seiner Yacht „Medusa“ Davies Boot bei rauer See durch das Wattenmeer. Sie erleiden Schiffbruch, und Davies verliert um Haaresbreite das Leben. Der mysteriöse Dollmann sucht das Weite. Carruthers und Davies vermuten einen vorsätzlichen Mordversuch. Bald entdecken sie, dass Dollmann in Wahrheit Engländer ist, vormals sogar Offizier der Royal Navy war. Die Hinweise, dass Dollmann ein Verräter in deutschen Diensten ist, verdichten sich. Als blinder Passagier auf einem Schlepper wird Carruthers Zeuge eines geheimen Seemanövers der Kaiserlichen Marine. Die Deutschen proben die Invasion in England. Carruthers und Davis stellen Dollmann in seiner Villa zur Rede und bieten ihm diplomatische Immunität an. Zusammen mit ihm und seiner Tochter Clara fliehen sie vor den Deutschen. Auf offener See stürzt sich Dollmann unbemerkt in die reißenden Fluten. Die Suche nach seiner Leiche bleibt erfolglos und Carruthers und Davies schiffen sich nach London ein, um den Behörden die vertraulichen Informationen zu überbringen. An dieser Stelle endet der Roman abrupt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den literaturgeschichtlichen Kontext prophetischer Geschichten über einen zukünftigen Konflikt zwischen Briten und Deutschen vor dem Ersten Weltkrieg.

II. Vorüberlegungen: Dieses Kapitel definiert die speculative novel und den Spionageroman sowie die methodischen Ansätze zur Analyse literarischer Stereotype.

III. Zeitgeschichtlicher und politischer Hintergrund: Reichsgründung, Flottenrivalität und der Wandel des Deutschlandbildes: Hier wird der historische Kontext der deutsch-britischen Beziehungen von der Reichsgründung 1871 bis zur Flottenrivalität analysiert.

IV. Das Spektrum britischer Invasionsphantasien von 1871 – 1910: Das Hauptkapitel analysiert ausgewählte Romane, die Invasionsszenarien in der Planung, Durchführung und im besetzten Zustand behandeln.

V. Deutsche Invasionsphantasien: Der unvermeidliche Krieg mit England: Dieses Kapitel beleuchtet den angriffslustigeren Ton deutscher Kriegsutopien und deren Rechtfertigung durch den Weltmachtanspruch.

VI. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, wie Fiktion gezielt als Propagandainstrument genutzt wurde, um politische Forderungen nach militärischer Aufrüstung zu untermauern.

Schlüsselwörter

Invasionsroman, speculative novel, Deutschlandbild, Spionageroman, Kriegsliteratur, Stereotype, Flottenrivalität, preußischer Militarismus, Propaganda, Kriegsprophetie, Reichsgründung, 1871-1910, britische Außenpolitik, Geheimdienst, Realitätsfiktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung fiktiver deutscher Invasionen in England im Zeitraum zwischen 1871 und 1910 und deren propagandistische Wirkung auf die britische Öffentlichkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das wandelnde Deutschlandbild, die Instrumentalisierung von Angst für militärpolitische Reformen und die Gattungsmerkmale der speculative novel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die Bandbreite dieser Invasionsphantasien zu geben und deren Rolle als zeitgeschichtliches Dokument und Propagandamaschine zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt literaturwissenschaftliche Analyseformen, wobei der Fokus auf der Verknüpfung von Primärtexten mit historischen und soziologischen Kontexten liegt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Planung, der Durchführung und der Folgen von Invasionen in verschiedenen britischen Romanen sowie einen Vergleich mit deutschen Kriegsutopien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Invasionsroman, speculative novel, Deutschlandbild, Propaganda, Spionageroman und nationale Stereotype.

Warum spielt die Rolle der Presse in der Arbeit eine so große Rolle?

Die Presse, insbesondere durch Zeitungen wie die Daily Mail, war entscheidend an der Serialisierung dieser Geschichten beteiligt, um die öffentliche Meinung gezielt für Aufrüstung und Misstrauen zu manipulieren.

Wie unterscheidet sich die deutsche von der britischen Perspektive in diesen Romanen?

Während sich die britischen Autoren in der Rolle des Opfers sehen, das auf ein preußisches Bedrohungsszenario reagiert, rechtfertigen deutsche Autoren ihre Utopien oft mit der historischen Notwendigkeit eines machtvollen Preußen und einem berechtigten Weltmachtanspruch.

Was bedeutet der Begriff "fait accompli" im Kontext der Arbeit?

Er beschreibt die nach dem Krieg euphemistisch gewählte Bezeichnung der Oberschicht für die vollendete Tatsache der Besatzung, um sich mit den neuen Gegebenheiten zu arrangieren.

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ruled Britannia und Fait Accompli - Mögliche Invasionsszenarien in der britischen 'speculative novel' mit besonderer Berücksichtigung des Deutschlandbildes
Hochschule
Universität Regensburg  (Institut für Germanistik)
Note
1,1
Autor
M. A. Andreas Wutz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
42
Katalognummer
V81607
ISBN (eBook)
9783638862769
ISBN (Buch)
9783638869393
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ruled Britannia Fait Accompli Mögliche Invasionsszenarien Berücksichtigung Deutschlandbildes
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M. A. Andreas Wutz (Autor:in), 2004, Ruled Britannia und Fait Accompli - Mögliche Invasionsszenarien in der britischen 'speculative novel' mit besonderer Berücksichtigung des Deutschlandbildes , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/81607
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Leseprobe aus  42  Seiten
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