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Die SPD-Opposition im Sächsischen Landtag - Eine Untersuchung am Beispiel der Schulpolitik in der dritten Wahlperiode

Title: Die SPD-Opposition im Sächsischen Landtag - Eine Untersuchung am Beispiel der Schulpolitik in der dritten Wahlperiode

Thesis (M.A.) , 2007 , 120 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Robert Fuchs (Author)

Politics - Political Systems - Germany

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Opposition im Landtag ist ein undankbares Geschäft. Was Erhard Eppler bereits in den 80er Jahren in Baden-Württemberg erkennen musste, steht konträr zu den Funktionen, welche die Opposition für demokratische Regierungssysteme erbringt.
In der Sächsischen Verfassung wurde am 27. Mai 1992 das Recht auf Bildung und Ausübung der parlamentarischen Opposition an herausgehobener Stelle festgeschrieben. Nach langen Jahren der Diktatur gewährt die Sächsische Verfassung der Opposition nun das Recht auf Chancengleichheit in Parlament und Öffentlichkeit. Sie bezeichnet das Recht auf Bildung und Ausübung der parlamentarischen Opposition als wesentlich für die freiheitliche Demokratie.
In den Länderparlamenten und im Deutschen Bundestag gibt es meist nicht die Opposition. Es existieren je nach den Wahlergebnissen unterschiedliche Oppositionsfraktionen. Im Sächsischen Landtag waren bisher zwischen zwei und vier Oppositionsfraktionen vertreten. Diese Arbeit widmet sich der SPD-Oppositionsfraktion der dritten Legislaturperiode des Sächsischen Landtages.
Die Betrachtung der SPD-Fraktion in der Zeit von 1999 bis 2004 muss dabei im Kontext der wissenschaftlichen Debatte stehen. Die folgende Arbeit orientiert sich deshalb an einer Studie über kleine Bundestagfraktionen. Im Jahr 1999 erschien die leicht geänderte Dissertation von Uwe Kranenpohl, in der er die kleinen Fraktionen im Deutschen Bundestag untersuchte. Am Ende seiner Analyse regte Kranenpohl die weitere Beschäftigung mit kleinen Fraktionen vor allem in den deutschen Länderparlamenten an. Besonders interessant schien ihm aber die Betrachtung jener Parlamente, in denen eine der Volksparteien nur schwach vertreten ist. Sachsen hob er dabei besonders hervor.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Erkenntnisinteresse

1.2. Aufbau der Arbeit

1.3. Quellenlage und Literaturbericht

2. Kontext – Parlamentarisches Regierungssystem, Oppositionsfunktionen und Länderparlamentarismus

2.1. Regierungsmehrheit und Opposition im parlamentarischen Regierungssystem

2.2. Oppositionsfunktionen

2.3. Kompetenzverteilung im Bundesstaat und Folgen für die Länderparlamente

2.4. Auswirkungen der Unitarisierung auf die Landesopposition

3. Die SPD Sachsen – zwischen Anspruch und Wirklichkeit

3.1. Die SPD in Sachsen – Parteientwicklung und Wahlergebnisse seit 1990

3.2. SPD Sachsen – Kleinpartei oder Großpartei?

4. Arbeitsbedingungen der SPD-Opposition im Sächsischen Landtag

4.1. Opposition als Verfassungsinstitution

4.2. Institutionelle Bedingungen und Mitwirkungsmöglichkeiten

4.3. Finanzielle Ausstattung der Fraktionen im Sächsischen Landtag

5. Thematische Profilbildung der SPD-Opposition – Fokus Schule

5.1. Themenprofile der Fraktionen im Vergleich

5.2. Profilbildung und Fraktionsgröße bei der SPD-Fraktion

6. Willensbildung der kleinen SPD-Fraktion unter besonderer Berücksichtigung der Schulpolitik

6.1. Binnenrecht der SPD-Landtagsfraktion – formelle Arbeitsweise, Gremien und Aufgaben

6.2. Neuorganisation und Ressourcenverlust der SPD-Fraktion

6.3. Die Arbeitskreise der SPD-Oppositionsfraktion

6.4. Fraktionsversammlung als oberstes Beschlussgremium

7. Oppositionelle Einflussnahme der Kleinfraktion SPD am Beispiel Schulpolitik

7.1. Macht vs. Sachpolitik – ein neues Konzept zur Kategorisierung oppositioneller Einflussnahme

7.2. Gesetzesinitiativen in der Schulpolitik – Macht- oder Sachpolitik?

7.3. Anträge in der Schulpolitik – Macht- oder Sachpolitik?

7.4. Aktuelle Debatten in der Schulpolitik – Macht- oder Sachpolitik?

7.5. Anfragen in der Schulpolitik – Macht- oder Sachpolitik?

8. Fraktion und Öffentlichkeit

9. Ergebnisse der Untersuchung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Arbeitsbedingungen und die oppositionelle Einflussnahme der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag während der dritten Legislaturperiode (1999–2004). Im Fokus steht dabei die Frage, wie die kleine Oppositionsfraktion angesichts ihrer geringen parlamentarischen Stärke und struktureller Schwächen des Landesverbandes ihre Arbeit organisierte und in ihrem inhaltlichen Schwerpunkt, der Schulpolitik, Einfluss auf die Regierungsmehrheit ausüben konnte.

  • Strukturelle Rahmenbedingungen der Landesopposition im deutschen Föderalismus
  • Parteientwicklung und Wahlerfolge der sächsischen SPD seit 1990
  • Einfluss der Fraktionsgröße auf Willensbildung und parlamentarische Arbeitsweise
  • Konzeptualisierung von machtpolitischer und sachorientierter Opposition
  • Analyse oppositioneller Instrumente am Beispiel der Schulpolitik

Auszug aus dem Buch

7.1. Macht vs. Sachpolitik – ein neues Konzept zur Kategorisierung oppositioneller Einflussnahme

STEINACK unterscheidet in ihrer aktuellen Studie zur Opposition im bayrischen Landtag mehrere Strategien und Ebenen der oppositionellen Einflussnahme.190 Für die Analyse der Oppositionspolitik der kleinen SPD-Fraktion im 3. Sächsischen Landtag, welche nun am Beispiel der Schulpolitik und damit des Hauptschwerpunktes der SPD-Fraktion in der dritten Legislaturperiode durchgeführt werden soll, eignet sich dieses Konzept aus mehreren Gründen. Zum einen handelt es sich bei der Untersuchung STEINACKS um ein Landesparlament, zum anderen ähneln sich auch die parteipolitischen Zusammensetzungen vor allem im Hinblick auf eine dominante Regierungspartei, welche mit absoluter Mehrheit regiert.

Vor der Anwendung am Beispiel der SPD-Schulpolitik muss dieses Konzept vorgestellt werden: STEINACK konnte anhand des bayrischen Landtages zeigen, dass auch in einem stark von einer Partei geprägten Parlament oppositionelle Einflussnahme auf der sachpolitischen Ebene erkennbar ist. Hintergrund dieser Versuche ist es, zumeist in Detaillfragen fachlich motiviert an der Verbesserung der Mehrheitsvorlagen mitzuarbeiten. Diese Mitwirkung äußert sich sachlich in Änderungsanträgen. Bei dieser Durchsetzung oppositioneller Änderungsanträge spielen vor allem informelle Gespräche zwischen Vertretern der Regierungsmehrheit und der Opposition eine große Rolle.

Die wichtigsten Parameter sind dabei einerseits die Art der Änderung: Die Chance einer Übernahme der Änderung steigt, wenn diese sachlich plausibel ist und bei der konkreten Formulierung Kompromissbereitschaft besteht. Weiterhin spielt die Qualität der persönlichen Beziehungen zwischen den Vertretern eine große Rolle. Förderlich sind dabei fachliche oder individuelle Sympathien sowie eine längere und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Als dritten wichtigen Einflussfaktor wertet STEINACK die Wahl des richtigen Zeitpunktes: Die Kritik und die Darstellung der Alternative muss vor der Ausschusssitzung erfolgen, damit interne langwierige Abstimmungsprozesse bei der Regierungsmehrheit noch vor der Ausschusssitzung ablaufen können.

Hinzu kommt, dass die Abstimmung im Stillen ablaufen sollte, damit ein Gesichtsverlust der Mehrheitsfraktion erspart werden kann. Für die Opposition hat dies allerdings Nachteile: der errungene Erfolg lässt sich nach außen hin nur schwer vermarkten. Andererseits ist die Opposition auf das Wohlwollen der Mehrheit angewiesen. Will diese keine Zugeständnisse machen, kommt es auch nicht zu einer sachpolitischen Einflussnahme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der "undankbaren" Rolle der Opposition in einem Landesparlament ein und definiert das Erkenntnisinteresse an der SPD-Fraktion im 3. Sächsischen Landtag.

2. Kontext – Parlamentarisches Regierungssystem, Oppositionsfunktionen und Länderparlamentarismus: Es werden die theoretischen Grundlagen des parlamentarischen Systems sowie die spezifischen Oppositionsfunktionen und die Herausforderungen des föderalen Systems für Landesparlamente dargelegt.

3. Die SPD Sachsen – zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Das Kapitel beleuchtet die Parteientwicklung der sächsischen SPD seit 1990 und prüft die Einordnung des Landesverbandes als Klein- oder Großpartei.

4. Arbeitsbedingungen der SPD-Opposition im Sächsischen Landtag: Hier stehen die verfassungsrechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen der Oppositionsarbeit sowie deren finanzielle Ausstattung im Vordergrund.

5. Thematische Profilbildung der SPD-Opposition – Fokus Schule: Anhand einer quantitativen Analyse der Fraktionsinitiativen werden die inhaltlichen Schwerpunkte der Fraktionen untersucht.

6. Willensbildung der kleinen SPD-Fraktion unter besonderer Berücksichtigung der Schulpolitik: Die interne Organisation der Fraktion, insbesondere die Rolle von Arbeitskreisen und die Auswirkungen der reduzierten Fraktionsstärke, wird hier analysiert.

7. Oppositionelle Einflussnahme der Kleinfraktion SPD am Beispiel Schulpolitik: Dieses Kapitel verortet die Oppositionsarbeit anhand des Konzeptes von Steinack im Politikfeld Schule und unterscheidet zwischen machtpolitischer und sachorientierter Strategie.

8. Fraktion und Öffentlichkeit: Es wird analysiert, wie die SPD-Fraktion versucht, trotz der Dominanz der Regierung in den Medien ihre Positionen und Konzepte gegenüber der Öffentlichkeit zu vermitteln.

9. Ergebnisse der Untersuchung: Die zentrale Erkenntnis der Arbeit wird zusammengefasst, wobei die besonderen Bedingungen und Grenzen der Kleinfraktion SPD reflektiert werden.

Schlüsselwörter

Sächsischer Landtag, SPD, Opposition, kleine Fraktionen, Schulpolitik, parlamentarische Kontrolle, Föderalismus, Landtagswahlen, Fraktionsarbeit, politische Profilbildung, Regierungsmehrheit, öffentliche Wahrnehmung, Landespolitik, Minderheitenrechte, parlamentarische Instrumente.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Tätigkeit und die Arbeitsbedingungen der SPD-Oppositionsfraktion im Sächsischen Landtag während der dritten Wahlperiode (1999-2004), insbesondere vor dem Hintergrund ihrer Rolle als "kleine Fraktion".

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Zentrale Themen sind die Rolle der Opposition im Föderalismus, die spezifische Situation der sächsischen SPD, die interne Willensbildung bei reduzierten Ressourcen sowie die Möglichkeiten oppositioneller Einflussnahme am Beispiel der Schulpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, unter welchen Voraussetzungen die SPD-Fraktion in ihrer Funktion als Opposition operierte und wie sie es schaffte, im Politikfeld Schule trotz struktureller Nachteile parlamentarisch zu wirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Kombination aus politikwissenschaftlicher Literaturanalyse, der quantitativen Auswertung parlamentarischer Initiativen sowie qualitativen Experteninterviews mit Fraktionsangehörigen.

Was ist der Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die institutionellen Arbeitsbedingungen, die interne Organisation der Fraktion, die strategische Profilbildung durch Themenkonzentration und die Anwendung oppositioneller Instrumente wie Anträge, Anfragen und Debatten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sächsischer Landtag, Opposition, SPD, kleine Fraktionen, Schulpolitik, parlamentarische Einflussnahme und Föderalismus.

Welche Rolle spielt die Fraktionsgröße für die SPD in Sachsen?

Die geringe Abgeordnetenzahl führte zu einem Ressourcenverlust und notwendigerweise zu einer starken thematischen Konzentration auf wenige Kernbereiche wie die Bildungspolitik, was wiederum die interne Willensbildung und Arbeitsteilung prägte.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen machtpolitischer und sachorientierter Einflussnahme?

Machtpolitische Einflussnahme dient der Konfrontation im Plenum und der öffentlichen Profilbildung, während sachorientierte Einflussnahme meist informell und in Ausschüssen stattfindet, um in Detailfragen Verbesserungen an Regierungsvorlagen zu erreichen.

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Details

Title
Die SPD-Opposition im Sächsischen Landtag - Eine Untersuchung am Beispiel der Schulpolitik in der dritten Wahlperiode
College
Dresden Technical University  (Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1,3
Author
M.A. Robert Fuchs (Author)
Publication Year
2007
Pages
120
Catalog Number
V80356
ISBN (eBook)
9783638837262
Language
German
Tags
SPD-Opposition Sächsischen Landtag Eine Untersuchung Beispiel Schulpolitik Wahlperiode
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Robert Fuchs (Author), 2007, Die SPD-Opposition im Sächsischen Landtag - Eine Untersuchung am Beispiel der Schulpolitik in der dritten Wahlperiode, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/80356
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