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Verantwortung und Wahrheit

Titel: Verantwortung und Wahrheit

Magisterarbeit , 2007 , 88 Seiten , Note: 1,6

Autor:in: Kai Lehmann (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Es ist Verantwortung, nach welcher wir einerseits gesellschaftliche Akteure beurteilen, andererseits aber auch uns selbst in unserem alltäglichen Umfeld mit unserem Sprechen und Handeln positionieren. Doch Verantwortung ruft ebenso eine Menge wichtiger und zugleich strittiger Fragen hervor. Sie betreffen in irgendeiner Art und Weise unser Verständnis von Verantwortung. In diesem Sinn möchte die hier vorgestellte Arbeit einige grundlegende Aspekte dieses Verständnisses aufzeigen und in erhellender Absicht vertiefen. Im Zentrum steht dabei ein Konzept von Personen, welche für ihre jeweiligen Handlungen Verantwortung zugeschrieben bekommen bzw. sich selbst zuschreiben. Bedeutsam ist dabei, dass diese Zuschreibung bestimmten Bedingungen unterliegt. Ein Ziel dieser Untersuchung ist es nun, diese Bedingungen herauszustellen, wobei gezeigt werden soll, dass die Zuschreibung von Verantwortung insbesondere von einer Voraussetzung bestimmt ist, welche auf Wissen beruht.
Welches Wissen hier gemeint ist und inwiefern Verantwortung davon abhängt, was die betreffende Person wusste, bildet einen wesentlichen Bestandteil der Analyse. Doch damit ist noch nicht alles gesagt, denn Wissen beruht seinerseits wieder auf ganz spezifischen Charakteristika, die in unserem praktischen Umgang miteinander eine grundlegende Rolle spielen. Eines dieser Charakteristika ist der Begriff der Wahrheit. Diese Arbeit leistet zwar nur einen skizzenhaften Einblick in die Bedeutung und Rolle dieses Begriffs mit Hinblick auf Wissen. Dennoch soll ein asymmetrischer Zusammenhang zwischen Verantwortung und Wahrheit deutlich werden. Dieser Zusammenhang ist schließlich die zentrale These dieser Arbeit: Wenn wir uns selbst oder anderen Personen Verantwortung für eine Handlung zuschreiben, dann berufen wir uns immer auch auf ein Wissen. Und es ist die Wahrheit, welche uns als Versicherung für dieses Wissen und als gemeinsamen Bezugspunkt auf dieses Wissen dient.
Letztlich verbindet sich mit diesen philosophischen Gedanken eine praktische Hoffnung, denn es sind reale Personen, die sich tagtäglich über die Verantwortung in ihren und für ihre Handlungen streiten. Wenn wir genauer verstehen lernen, was Verantwortung ist und welche Grundlagen dabei eine Rolle spielen, können wir dadurch vielleicht ein wenig mehr an Souveränität im Umgang gewinnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bestimmung und Struktur des Begriffes Verantwortung

2.1. Einführende Überlegungen

2.2. Zwei begriffliche Verwendungsweisen von Verantwortung

2.2.1. Die konstituierende Bedeutung des Verantwortungsbegriffs

2.2.2. Die evaluierende Bedeutung des Verantwortungsbegriffs

2.3. Der Gegenstand von Verantwortung

2.4. Der Träger von Verantwortung

3. Verantwortung für Handlungen

3.1. Die Bedingung der Freiheit für die Zuschreibung von Verantwortung

3.2. Die Bedingung der Kontrolle für die Zuschreibung von Verantwortung

3.3. Die epistemische Bedingung für die Zuschreibung von Verantwortung

3.3.1. Das Wissen von den Umständen der Handlung

3.3.2. Das Wissen von den Konsequenzen der Handlung

3.3.3. Bewusstheit und Intersubjektivität als Komponenten von Wissen

3.3.4. Rationale Wissenserwartungen

3.4. Exkurs: Die Bedeutung der Person für Verantwortung

4. Wissen und Wahrheit

4.1. Wissen und Skepsis

4.2. Wahrheit und Rechtfertigung

4.3. Bedeutung von Wahrheit

5. Schlussbemerkungen

5.1. Verantwortung und Wahrheit

5.2. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das philosophische Verständnis von Verantwortung und dessen enge Verknüpfung mit Wissen und Wahrheit. Das primäre Ziel ist es, die epistemischen Bedingungen für die Zuschreibung von Verantwortung an Personen zu erhellen und aufzuzeigen, dass verantwortliches Handeln essenziell auf der Wahrheit des beanspruchten Wissens beruht.

  • Struktur und Bestimmung des Begriffs Verantwortung (konstituierend vs. evaluierend).
  • Analyse der Zuschreibungsbedingungen (Freiheit, Kontrolle, Wissen).
  • Die epistemische Bedingung: Wissen als Voraussetzung für verantwortliches Handeln.
  • Das Verhältnis zwischen Wissen und Wahrheit im Kontext moralischer Zurechnung.
  • Die Bedeutung der Person als Träger von Verantwortung.

Auszug aus dem Buch

3.3. Die epistemische Bedingung für die Zuschreibung von Verantwortung

Während die bisher skizzierten Überlegungen zu den Zuschreibungsbedingungen für Verantwortung vor allem dem angesprochenen Aspekt der Freiwilligkeit bei Handlungen Rechnung getragen haben, soll nun eine Bedingung in das Zentrum dieser Arbeit rücken, die ein anderes wesentliches Moment unseres menschlichen Handelns in den Blick nimmt. Zentral wird dieses Moment durch den Fokus dieser Arbeit, Wahrheitsimplikationen in unserem Verständnis von Verantwortung darzustellen. Nicht zuletzt aus diesem Grund soll die sogenannte epistemische Bedingung für die Zuschreibung von Verantwortung nachfolgend eine eingehendere Betrachtung erfahren.

Vergegenwärtigen wir uns einleitend zwei Behauptungen: A) Wer nicht wusste, was er tat, kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden. Der Kern dieser Aussage liegt dabei in der intuitiven Vorstellung, jemand müsse ‚wissen, was er tat‘, damit er auch dafür verantwortlich sein kann. Damit ist zunächst nur gemeint, eine handelnde Person besitze bei der Ausführung ein bestimmtes Wissen über die Art und die Folgen seiner Handlung, und dieses Wissen sei eine notwendige Voraussetzung für eine entsprechende Verantwortung in Bezug auf diese Handlung. In diesem Sinne soll untersucht werden, welche Art von Wissen hier möglicherweise gemeint ist und inwiefern dieses Wissen als eine Bedingung für die Zuschreibung von Verantwortung gelten kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwart von Verantwortungsfragen im gesellschaftlichen Diskurs und führt die zentrale These ein, dass Verantwortung untrennbar mit Wissen und Wahrheit verbunden ist.

2. Bestimmung und Struktur des Begriffes Verantwortung: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen einer konstituierenden und einer evaluierenden Bedeutung von Verantwortung und analysiert Gegenstand sowie Träger von Verantwortung.

3. Verantwortung für Handlungen: Hier werden die Bedingungen für die Zuschreibung von Verantwortung – Freiheit, Kontrolle und Wissen – detailliert untersucht, wobei der Schwerpunkt auf der epistemischen Bedingung liegt.

4. Wissen und Wahrheit: Dieses Kapitel erörtert die erkenntnistheoretischen Aspekte von Wissen und Wahrheit, um zu zeigen, warum Wahrheit ein notwendiger Bestandteil von Wissen ist.

5. Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die Argumente zusammen und konkretisieren den asymmetrischen Zusammenhang zwischen Verantwortung und der Wahrheit des Wissens.

Schlüsselwörter

Verantwortung, Wahrheit, Wissen, Handlungen, Zuschreibung, Freiheit, Kontrolle, epistemische Bedingung, Person, moralischer Akteur, Rechtfertigung, Zurechenbarkeit, Wahrheitstheorie, Intentionalität, Rationalität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das philosophische Konzept der Verantwortung und arbeitet heraus, unter welchen Bedingungen wir Menschen für ihre Handlungen verantwortlich machen können, wobei ein besonderer Fokus auf dem Wissen des Handelnden liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die begriffliche Struktur von Verantwortung, die Analyse der Bedingungen für verantwortliches Handeln (Freiheit, Kontrolle, Wissen) und die erkenntnistheoretische Verknüpfung von Wissen und Wahrheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die epistemische Bedingung für die Zuschreibung von Verantwortung zu erhellen und zu belegen, dass verantwortliches Handeln auf einer wahren Wissensgrundlage basiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt ein systematisches, philosophisch-analytisches Vorgehen, das zentrale Begriffe definiert, Bedingungen strukturiert und sich in der Auseinandersetzung mit klassischer und moderner philosophischer Literatur bewegt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Bestimmung von Verantwortung, die Analyse der Zuschreibungsbedingungen (Freiheit, Kontrolle, epistemische Komponente) sowie die Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Wissen und Wahrheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Verantwortung, Wissen, Wahrheit, moralische Zurechnung, Handlung, Freiheit, Kontrolle und der Begriff der Person.

Welche Rolle spielt der Begriff der "Person" in der Arbeit?

Der Autor argumentiert, dass Personen in der Regel die primären Träger von Verantwortung sind, da sie über spezifische Fähigkeiten zur rationalen Begründung ihres Handelns und zur Teilnahme an sozialen, normativen Interaktionen verfügen.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Arten von Verantwortung?

Die Arbeit differenziert zwischen einer konstituierenden Verantwortung (Zurechnungsfähigkeit als notwendige Bedingung) und einer evaluierenden Verantwortung (moralische Bewertung des Handelns).

Ende der Leseprobe aus 88 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verantwortung und Wahrheit
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Philosophie)
Note
1,6
Autor
Kai Lehmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
88
Katalognummer
V80135
ISBN (eBook)
9783638821810
ISBN (Buch)
9783638832717
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verantwortung Wahrheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kai Lehmann (Autor:in), 2007, Verantwortung und Wahrheit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/80135
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Leseprobe aus  88  Seiten
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