Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Notwendigkeit der Einführung eines Gesundheitsmanagements (GM) im Unternehmen zu verdeutlichen und die Schritte zur Einführung eines effektiven GMs darzustellen. Die vorliegende Arbeit stellt zunächst die theoretischen Grundlagen des GMs dar, d.h. die Definition der Beg-riffe „Gesundheit“ und „Gesundheitsmanagement“. Daraufhin folgt die Darstellung einiger ausgewählter Instrumente und Maßnahmen des GMs. Der praktische Teil der Arbeit zeigt den Prozess und den Nutzen des GMs anhand eines bereits erprobten Models des Konzerns Volkswagen AG (VW). Anschließend werden die Vor- und Nachteile von einem GM für die Unternehmen, die Mitarbeiter und die Krankenkassen veranschaulicht. Abschließend wird die zukünftige Bedeutung eines GMs in Unternehmen aufgezeigt.
Heutzutage müssen Unternehmen das Ziel Gesundheit in ihre Unternehmensorganisation integrieren und es strategisch steuern; d.h. ein Gesundheitsmanagement einführen. Das GM hat das Ziel durch geeignete Maßnahmen, Krankheiten zu vermeiden, die Gesundheit der Mitarbeiter zu stärken, das Gesundheitspotential zu fördern und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu verbessern.
Der demographische Wandel zeigt, dass der Anteil älterer Beschäftigter in Zukunft zunehmen wird, d.h. die Unternehmen müssen sich und ihre Mitarbeiter frühzeitig auf diese Entwicklung vorbereiten. Das Entstehen moderner Beschäftigungsverhältnisse (wie z.B. befristete Arbeitsverhältnisse, Zeitarbeit, Telearbeit, geringfügige Beschäftigung), die steigenden Arbeitslosenzahlen sowie die Angst vor Arbeitslo-sigkeit führen zu einem starken Druck, Leistungsblockaden, Depressionen, einem schlechtem Betriebsklima und letztendlich zu kranken Mitarbeitern. Der soziale Wandel und die erhöhte psychische Belastung im Privat- wie im Berufsleben führen jedes Jahr zu steigenden psychischen Erkrankungen, die einen immer höher werdenden Kostenfaktor ausmachen. Der Krankenstand in Deutschland sinkt zwar jedes Jahr und ist zurzeit so niedrig wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Die positive Entwicklung des Krankenstandes ist aber weniger auf die zunehmende Gesundheit der Mitarbeiter zurückzuführen, sondern auf die angespannte Lage des Arbeitsmarktes. Dieses Verhalten und die aufgeführten Ursachen führen in Zukunft zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. Jedes Unternehmen sollte deshalb zum Handeln alarmiert werden und mit Hilfe eines GMs dieser Entwicklung entgegensteuern und rechtzeitig eingreifen.
Inhaltsverzeichnis
1. Notwendigkeit der Einführung eines Gesundheitsmanagements in Unternehmen
2. Begriffsdefinitionen:
3. Ausgewählte Instrumente des Gesundheitsmanagements
3.1. Arbeitskreis Gesundheit
3.2. Gesundheitsbericht
3.3. Mitarbeiterbefragungen
3.4. Gesundheitszirkel
4. Maßnahmen des Gesundheitsmanagements
5. Einführung eines Gesundheitsmanagements dargestellt am Beispiel des Unternehmens Volkswagen AG
6. Vorteile und Nachteile des Gesundheitsmanagements
7. Zukünftige Bedeutung des Gesundheitsmanagements
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung eines effektiven Gesundheitsmanagements (GM) in Unternehmen. Dabei liegt der Fokus auf der Darstellung theoretischer Grundlagen, der Analyse relevanter Instrumente sowie der praktischen Anwendung anhand des Modells der Volkswagen AG, um den Nutzen für Organisationen und deren Mitarbeiter aufzuzeigen.
- Notwendigkeit und strategische Bedeutung von Gesundheitsmanagement
- Methoden und Instrumente der gesundheitlichen Bestandsaufnahme
- Differenzierung zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention
- Praxisbeispiel: Gesundheitsmanagement bei der Volkswagen AG
- Kosten-Nutzen-Aspekte und zukünftige Herausforderungen
Auszug aus dem Buch
3.4. Gesundheitszirkel
Der Gesundheitszirkel (GZ) ist das bekannteste Instrument des GMs. Die Informationen der Mitarbeiterbefragungen und des Gesundheitsberichtes bilden die Basis für den GZ und lassen erkennen, in welchen gesundheitlichen Problembereichen erhöhter Handlungsbedarf herrscht. Anlass für die Gründung des GZ kann z.B. bei Abteilungen mit einem hohen Krankenstand oder mit vielen Belastungsfaktoren sein. „Der betriebliche GZ ist als problembearbeitendes, im Idealfall als problemlösendes Instrument zu verstehen“ (Rudow 2004, S. 99).
In der Literatur haben sich folgende Modelle herauskristallisiert: das „Berliner“ und das „Düsseldorfer“ Modell. Das „Berliner“ Modell setzt sich aus Beschäftigten derselben Hierarchie-Ebene zusammen. Während das „Düsseldorfer“ Modell aus mehreren Beschäftigten, den Fachleuten, dem Betriebsrat und den Vorgesetzten besteht. In der Praxis hat sich der „Düsseldorfer“ Zirkel durchgesetzt, da sich bei dieser Variante das Erfahrungswissen der Mitarbeiter, gesundheitsbezogenes Expertenwissen unmittelbar mit dem Wissen entscheidungsbefugter Führungskräfte verbindet. Eine schnellere und wirtschaftliche Umsetzung der Vorschläge ist bei diesem Modell die Folge (vgl. Rudow 2004, S. 100; Demmer 1995, S. 28f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Notwendigkeit der Einführung eines Gesundheitsmanagements in Unternehmen: Dieses Kapitel erörtert die Gründe für den gestiegenen Bedarf an Gesundheitsförderung in der modernen Arbeitswelt, wie demografischen Wandel und psychische Belastungen.
2. Begriffsdefinitionen:: Es werden zentrale Begriffe wie Gesundheit und Gesundheitsmanagement definiert, um eine theoretische Basis für die weiteren Ausführungen zu schaffen.
3. Ausgewählte Instrumente des Gesundheitsmanagements: Die wichtigsten Werkzeuge der Analyse und Kontrolle, wie Arbeitskreis, Gesundheitsbericht, Mitarbeiterbefragungen und Gesundheitszirkel, werden detailliert vorgestellt.
4. Maßnahmen des Gesundheitsmanagements: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen zur gesundheitsgerechten Gestaltung von Arbeit.
5. Einführung eines Gesundheitsmanagements dargestellt am Beispiel des Unternehmens Volkswagen AG: Anhand der Volkswagen AG wird der praktische Prozess und die Strukturierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements veranschaulicht.
6. Vorteile und Nachteile des Gesundheitsmanagements: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der Chancen und Herausforderungen, die ein systematisches Gesundheitsmanagement für alle Beteiligten mit sich bringt.
7. Zukünftige Bedeutung des Gesundheitsmanagements: Abschließend wird ein Ausblick auf die steigende Relevanz des Gesundheitsmanagements im Kontext der zukünftigen Arbeitswelt gegeben.
Schlüsselwörter
Gesundheitsmanagement, Betriebliche Gesundheitsförderung, Prävention, Arbeitswelt, Volkswagen AG, Mitarbeiterbefragung, Gesundheitszirkel, Verhaltensprävention, Verhältnisprävention, Demografischer Wandel, Arbeitsbelastung, Leistungsfähigkeit, Betriebsklima, Humankapital, Fehlzeiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Bedeutung und der praktischen Implementierung eines Gesundheitsmanagements in Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der gesundheitlichen Bestandsaufnahme, dem Einsatz spezifischer Instrumente, der Unterscheidung zwischen verschiedenen Präventionsformen sowie dem wirtschaftlichen Nutzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit von Gesundheitsmanagement zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie ein effektiver Einführungsprozess gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die durch ein konkretes Praxisbeispiel der Volkswagen AG ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Instrumente wie Gesundheitszirkel und Mitarbeiterbefragungen erläutert sowie Maßnahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Gesundheitsmanagement, Prävention, Fehlzeiten, Leistungsfähigkeit und betriebliche Gesundheitsförderung.
Warum ist das "Düsseldorfer Modell" für Gesundheitszirkel laut Autor bevorzugt?
Da es das Erfahrungswissen der Mitarbeiter mit dem Expertenwissen und dem Wissen der entscheidungsbefugten Führungskräfte direkt verbindet.
Welche Rolle spielen die Krankenkassen im Gesundheitsmanagement?
Sie unterstützen Unternehmen bei der Analyse, etwa durch die Erstellung von Gesundheitsberichten, und beraten bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen.
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- Maria Kasemir (Author), 2004, Gesundheitsmanagement in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/79329