Die Hauptwerke Follens
(AUSZUG!!!)
Vor allem bei der Betrachtung der in den Jahren 1818 / 1819 entstandenen Dichtungen Follens äußert sich der Geist, der Charakter und die Ideologie des Burschenschaft - Führers.1 Hier treten seine jugendlichen Denkmodelle noch stärker in den Vordergrund und werden zumindest in Ansätzen klarer.
Allgemein zeichnen sich Follens Werke durch die Verbindung von elitärer Überheblichkeit der eigenen Nation, demokratischer Volksverbundenheit und ekstatischer Schwärmerei für die Wohlfahrt des Gemeinwesens aus. Zur Thematik gehört die Einheit des Vaterlandes, die Freiheit der Nation, die Preisung des politischen Mordes und die Gleichheit im Volk. Einigkeit ist hier das Symbol für die Kommunion mit Gott, Uneinigkeit bedeutet politische Zerstückelung, die mit dem Bösen bzw. dem Gottesfeindlichen gleichgestellt wird. Die nationale Revolution sei eine Pflicht, ihre Durchführung der sittliche Verdienst, der politische (und mittelalterliche) Gedanke der "Ritterschaft als Werkzeug Gottes"2 entsteht.
Inhaltsverzeichnis
1. Karl Follen in Gießen
1.1 Kindheit und Jugend
1.2 Studentenbruderschaft - Ehrenspielgel
1.3 Skizze: der Charakter, die Ideologie und die Denkmodelle Karl Follens
2. Die Hauptwerke Follens
2.1 Der Entwurf einer "Reichsverfassung" (1819)
2.2 Freie Stimmen teutscher / frischer Jugend (1818/1819)
2.3 "Das Große Lied" (1818)
3. Karl Follen in Jena (1818 - 1820)
3.1 Follens Einfluß auf den Attentäter Sand
3.2 Konsequenzen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Biografie und das ideologische Denken von Karl Follen während seiner Zeit im Vormärz, mit einem besonderen Schwerpunkt auf seiner Rolle als führende Persönlichkeit der "Gießener Schwarzen" und seinem Einfluss auf den radikalen politischen Aktivismus dieser Ära.
- Biografische Entwicklung von Karl Follen bis zur Flucht nach Frankreich
- Strukturen und Ideologien der "Gießener Schwarzen"
- Die radikale politische Lyrik und der Entwurf einer "Reichsverfassung"
- Der Einfluss von Follens Ideen auf das Attentat von Karl Ludwig Sand
- Politische Konsequenzen der Burschenschaftsbewegung (Karlsbader Beschlüsse)
Auszug aus dem Buch
1.3 Skizze: der Charakter, die Ideologie und die Denkmodelle Karl Follens
Follen wird im allgemeinen als sehr sittlicher und religiöser Mensch bezeichnet, der jedoch auch sehr subjektiv bezüglich seiner überzeugten Ideologie gewesen sein soll. Das politisch Falsche war für ihn das sittlich Schlechte und mußte daher bekämpft werden. Aus diesem Grund setzte er sich auch für die sittliche und religiöse Erziehung der Studenten ein.
Charakteristisch für Follen war sein starres Festhalten an einer Idee und seine Unbestechlichkeit, die an Robespierre erinnern. Demzufolge war für ihn Mord ein Mittel, mit dem man Schrecken verbreiten mußte, um zum Ziel zu gelangen. Er sah im nationalen und sozialen Befreiungskampf der Franzosen ein Vorbild für die notwendige Befreiung des eigenen Volkes, weshalb Follen die Errungenschaften der Jakobiner würdigte.
Überzeugung war für ihn das Schlagwort: "Das gottgetroste Überzeugungshandeln war die Religion jener jungen Männer; der Gott in der eigenen Brust sollte sich durch die That offenbaren." Neben der Tugendlehre, die nach Auffassung Follens ein unbedingtes, alle Privatinteressen hintenanstellendes Eintreten für die Rettung der Gesellschaft "propagierte", waren bei Follen die Begeisterung für urgermanisches Brauchtum und christliches Mittelalter ausgeprägt. Durch sein starkes Sendungsbewußtsein konnte er diese Ansichten in seine Lehren integrieren. (Die persönlich Botschaft für Follen: "Die Deutschheit erhält erst durch Einigung aller Stämme Lebensraum!")
Zusammenfassung der Kapitel
1. Karl Follen in Gießen: Dieses Kapitel beleuchtet die Jugend, die schulische Prägung und die frühen organisatorischen Bestrebungen Follens in studentischen Gruppierungen, die zur Bildung der "Gießener Schwarzen" führten.
2. Die Hauptwerke Follens: Hier werden zentrale Schriften wie der Verfassungsentwurf und das "Große Lied" inhaltlich erfasst, um Follens radikale politische Ziele und seine mystisch-christliche Ideologie zu verdeutlichen.
3. Karl Follen in Jena (1818 - 1820): Dieses Kapitel analysiert Follens Wirken an der Universität Jena, seinen Einfluss auf das Attentat von Karl Ludwig Sand sowie die darauf folgenden polizeilichen Verfolgungen und seine Flucht.
Schlüsselwörter
Karl Follen, Gießener Schwarze, Vormärz, Burschenschaft, Reichsverfassung, Das Große Lied, politischer Mord, Karl Ludwig Sand, August von Kotzebue, Radikalismus, Unbedingte, Nationalismus, deutsche Einheit, Befreiungskrieg, studentische Bewegung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die biografischen Anfänge und die politische Ideologie von Karl Follen im Kontext der Vormärz-Zeit sowie seinen prägenden Einfluss auf die studentische Burschenschaftsbewegung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Entwicklung des studentischen Ehrbegriffs, Follens radikale Vorstellungen von nationaler Einheit und staatlicher Ordnung sowie der Zusammenhang zwischen seinen Schriften und dem Attentat auf Kotzebue.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine historische Aufarbeitung der frühen Jahre von Karl Follen, um zu verstehen, wie seine persönlichen Denkmodelle und Schriften zur Entstehung radikaler politischer Tendenzen innerhalb der "Gießener Schwarzen" beitrugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Quellenanalyse historischer Dokumente, zeitgenössischer Liederbücher und biografischer Aufzeichnungen, um ein Bild der Ideengeschichte Follens zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den "Ehrenspiegel", die "Reichsverfassung" sowie das "Große Lied" und beleuchtet die Verbindung zwischen Follens Lehren und der Tat seines Anhängers Karl Ludwig Sand.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Vormärz, Karl Follen, Burschenschaft, politischer Terrorismus, studentisches Turnen und nationale Einheitsbestrebungen.
Welchen Einfluss hatte Friedrich Gottlieb Welcker auf Follen?
Welcker prägte Follen während seiner Zeit am Gymnasium in Gießen maßgeblich durch die Erziehung zur deutsch-vaterländischen Gesinnung, was Follens spätere politische Ausrichtung wesentlich mitbestimmte.
Warum wurde das "Große Lied" als "Evangelium" der Unbedingten bezeichnet?
Es wurde so bezeichnet, da es den Anhängern Follens als spiritueller und politischer Leitfaden diente, der den Opfertod für die nationale Freiheit und die Tötung von Tyrannen ideologisch rechtfertigte.
Warum beging Karl Follen das Attentat nicht selbst?
Es wird vermutet, dass Follen sich als ideologischer Kopf der Bewegung sah, dessen Überleben für die zukünftige Revolution und Führung der "Unbedingten" notwendig war, anstatt sich selbst als Märtyrer zu opfern.
- Arbeit zitieren
- Stephan Becht (Autor:in), 1996, Lyrik des Vormärz: Die Gebrüder Follen - Teil I: Karl Follens Biographie bis zu seiner Flucht nach Frankreich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/79206