Der Tagungs- und Kongressreiseverkehr nimmt im Rahmen des Geschäftsreiseverkehrs eine wichtige Bedeutung ein. Durch die fortschreitende Globalisierung wird es zunehmend wichtiger, Geschäftspartner zu treffen und Informationen zwischen zwei Unternehmen oder innerhalb international vertretenen Unternehmen auszutauschen. Dafür sind Tagungen und Kongresse eine effektive Möglichkeit.
Im Rahmen dieser Diplomarbeit soll ein Vergleich der Tagungs- und Kongressmärkte Deutschlands und Frankreichs sowie deren Entwicklungen angestellt werden. Dabei liegt der Schwerpunkt der Analyse auf der Tagungshotellerie der beiden Märkte. In Deutschland hat die strukturierte, regelmäßige Erfassung von Tagungs- und Kongressstatistiken erst vor wenigen Jahren begonnen. In Frankreich gibt es zum Tagungs- und Kongressmarkt und zur Tagungshotellerie nur sehr wenige Studien und Statistiken. Nach intensiver Recherche kann an dieser Stelle behauptet werden, dass ein Vergleich beider Länder auf dem Gebiet der Tagungshotellerie bisher noch nicht angestellt wurde. Daher ist das Thema dieser Diplomarbeit von hoher Relevanz und Nützlichkeit für die Weiterentwicklung der Tagungshotellerie innerhalb des Tagungs- und Kongressmarktes. Besonders im Hinblick auf die geographische Nähe, die daraus resultierende direkte Konkurrenz, aber auch enge wirtschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs, ist die Kenntnis der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum jeweiligen Konkurrenz- bzw. Partnermarkt unabdingbar. Diese Informationen soll die vorliegende Diplomarbeit liefern.
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, anhand der Analyse und Auswertung eines selbst erstellten Fragebogens und der vorhandenen Sekundärdaten aufzuzeigen, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf dem deutschen und französischen Markt existieren. Daraus resultierend sollen die Chancen und Risiken herausgearbeitet werden, die sich auf den beiden Tagungsmärkten ergeben. Letztendlich werden Strategien und Maßnahmen entwickelt werden, mit denen diese Chancen genutzt und Risiken vermieden werden können. Der Fokus der Untersuchung liegt dabei auf der Tagungshotellerie Deutschlands und Frankreichs.
Inhaltsverzeichnis
1 Der Tagungs- und Kongressmarkt als Teil des Geschäftsreisemarktes
1.1 Die Einordnung des Tagungs- und Kongressmarktes in den Geschäftsreisemarkt
1.2 Die Anbieter auf dem Tagungs- und Kongressmarkt
1.2.1 Die Tagungs- und Kongressstätten
1.2.2 Tagungshotels als Anbieter auf dem Tagungs- und Kongressmarkt
1.2.3 Die externen Dienstleister
1.3 Die Nachfrager auf dem Tagungs- und Kongressmarkt
1.3.1 Die Veranstalter von Tagungen und Kongressen
1.3.2 Die Stellung von Professional Congress Organizer (PCO) auf dem Tagungs und Kongressmarkt
1.3.3 Die Teilnehmer an Tagungen und Kongressen
1.3.4 Zu den Anforderungen der Nachfrager an Tagungs- und Kongressleistungen unter besonderer Berücksichtigung der Hotelleistungen
2 Zu quantitativen und qualitativen Entwicklungen in der deutschen und französischen Tagungshotellerie
2.1 Ein Versuch der Darstellung von quantitativen Entwicklungen in der Tagungshotellerie
2.2 Die qualitativen Entwicklungen in der Tagungshotellerie
2.2.1 Die in der Tagungshotellerie agierenden Organisationen
2.2.2 Instrumente zur Qualitätssicherung und -Entwicklung in der Tagungshotellerie
3 Chancen und Risiken für Tagungshotels auf dem deutschen und dem französischen Tagungs- und Kongressmarkt
3.1 Chancen für Tagungshotels
3.1.1 Die Öffnung neuer Märkte
3.1.2 Der Beitritt zu Tagungspools
3.1.3 Der Beitritt zu Hotelkooperationen und Hotelketten
3.1.4 Kundenbindungsprogramme in der Tagungshotellerie
3.1.5 Das Preis-Leistungs-Verhältnis deutscher Tagungshotels
3.2 Risiken für Tagungshotels
3.2.1 Die Kosteneinsparungen seitens der Unternehmen
3.2.2 Der Konkurrenzdruck aus Osteuropa
3.2.3 Das Preis-Leistungs-Verhältnis französischer Tagungshotels
3.2.4 Der Pharmakodex
3.3 Strategien und Maßnahmen, die sich für Tagungshotels aus den Chancen und Risken ergeben
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist ein umfassender Vergleich der Tagungs- und Kongressmärkte in Deutschland und Frankreich. Die Forschungsfrage untersucht dabei die quantitativen und qualitativen Entwicklungen, insbesondere innerhalb der Tagungshotellerie beider Länder, um daraus spezifische Chancen, Risiken sowie Strategien für die weitere Marktentwicklung abzuleiten.
- Analyse des Tagungs- und Kongressreisemarktes sowie dessen Einordnung in den Geschäftsreiseverkehr
- Vergleichende Untersuchung der Anbieterstrukturen (Tagungshotels, Zentren) in Deutschland und Frankreich
- Evaluierung von Instrumenten zur Qualitätssicherung (Zertifizierungen, Wettbewerbe) in der Tagungshotellerie
- Identifikation von Chancen und Risiken durch Marktveränderungen (Globalisierung, osteuropäische Konkurrenz, Pharmakodex)
- Entwicklung von Strategien zur Stärkung der Marktposition von Tagungshotels
Auszug aus dem Buch
1.2.2 Tagungshotels als Anbieter auf dem Tagungs- und Kongressmarkt
„Unter einem Tagungs- und Kongresshotel ist ein auf die Zielgruppe Tagungs- und Kongressreisende spezialisiertes Hotel zu verstehen, welches sich von anderen Hotels durch sein Leistungsangebot abgrenzt und entsprechend professionell Veranstaltungen unterschiedlicher Art durchführen kann.“
Das Tagungshotel stellt auf dem Tagungs- und Kongressmarkt die wichtigste Tagungsstätte dar. Mehr als 85 % aller Veranstaltungen werden in Hotels abgehalten. Der Grund dafür, dass die Veranstalter meistens Hotels als Veranstaltungsstätten auswählen, ist, dass vom Hotel alle gewünschten Leistungen „unter einem Dach“ angeboten werden. Der Veranstalter hat die Möglichkeit hier sowohl die Beherbergungs- und Bewirtungsleistung für die Tagungsteilnehmer als auch die Tagungsräume mit der benötigten Tagungstechnik zu buchen. Zusätzlich können die Gäste die Sport- und Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbad und Fitness- oder Wellnessbereich des Hotels nutzen. Viele Hotels bieten als zusätzliche Dienstleistung auch die Buchung und Organisation von Rahmenprogrammen an.
Der Veranstalter kann ein so genanntes „Meeting Package“ buchen. Diese Tagungspauschalen sind in unterschiedlichen Ausführungen buchbar, und die einzelnen Elemente sind meist auch kombinierbar.
„Eine Tagungspauschale (Meeting Package) ist ein Angebotspaket, welches verschiedene tagungsspezifische Dienstleistungen des Hotels beinhaltet und zu einem Pauschalpreis angeboten wird. Die Tagungspauschale erlaubt dem Tagungs- und Kongressveranstalter auf den ersten Blick einen Vergleich mit seinem verfügbaren Budget und den Angeboten verschiedener Hotels.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Der Tagungs- und Kongressmarkt als Teil des Geschäftsreisemarktes: Dieses Kapitel definiert den Tagungs- und Kongressmarkt und erläutert die Rollen der verschiedenen Anbieter, insbesondere der Tagungshotels, sowie die Anforderungen der unterschiedlichen Nachfragergruppen.
2 Zu quantitativen und qualitativen Entwicklungen in der deutschen und französischen Tagungshotellerie: Hier werden die quantitativen Marktentwicklungen dargestellt und die verschiedenen Instrumente zur Qualitätssicherung und Standardisierung in der Tagungshotellerie in beiden Ländern analysiert.
3 Chancen und Risiken für Tagungshotels auf dem deutschen und dem französischen Tagungs- und Kongressmarkt: Das letzte Kapitel identifiziert Chancen wie neue Märkte und Kundenbindungsprogramme sowie Risiken wie Kosteneinsparungsdruck und Konkurrenz aus Osteuropa und schlägt strategische Gegenmaßnahmen vor.
Schlüsselwörter
Tagungshotellerie, Kongressmarkt, Geschäftsreisen, Tagungspauschale, Qualitätssicherung, VDR, Zertifizierung, Meeting Package, Deutschland, Frankreich, Marktvergleich, Kundenbindung, MICE, Tagungsstätten, Wettbewerbsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Überblick und der Analyse der Tagungs- und Kongressmärkte in Deutschland und Frankreich mit besonderem Fokus auf die Rolle und Entwicklung der Tagungshotellerie.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?
Zu den Schwerpunkten zählen die Struktur des Anbietermarktes, die Anforderungen der Nachfrager, die Qualitätssicherung durch Zertifikate und Wettbewerbe sowie die Auswirkungen makroökonomischer Trends auf die Branche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Tagungsmarkt aufzuzeigen, um Chancen und Risiken für Tagungshotels zu identifizieren und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus der Auswertung von Sekundärdaten (Branchenstatistiken) und einer eigenen primärstatistischen Befragung mittels Fragebögen, die an PCO, Unternehmen sowie Tagungshotels in beiden Ländern gerichtet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Marktteilnehmer, die quantitative und qualitative Analyse der Branchentrends in Deutschland und Frankreich sowie die Herleitung von Strategien und Maßnahmen zur Wettbewerbsverbesserung.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Tagungshotellerie, Kongressmarkt, Marktvergleich, Qualitätsmanagement und MICE-Industrie beschreiben.
Welche Rolle spielt der Pharmakodex für Tagungshotels?
Der Pharmakodex stellt ein spezifisches Risiko dar, da er die Bedingungen für Veranstaltungen der Pharmaindustrie stark einschränkt, was dazu führt, dass 5-Sterne-Häuser oder Standorte mit hohem Freizeitwert seltener gebucht werden.
Warum ist eine elektronische Datenerfassung für Frankreich wichtig?
Die Autorin argumentiert, dass eine elektronische Datenerfassung (analog zum deutschen "congress.net") essentiell für die Transparenz und Vergleichbarkeit des Marktes ist, um fundierte Strategien zur Marktstärkung entwickeln zu können.
- Quote paper
- Jessica Emde (Author), 2007, Vergleichende Untersuchung zu Entwicklungen auf Tagungsmärkten unter besonderer Berücksichtigung der Tagungshotels, dargestellt am Beispiel von Deutschland und Frankreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/79099