Die vorliegende Arbeit soll sich mit der Sexualität im Alter beschäftigen. Um sich einen Einblick über dieses Thema verschaffen zu können, wurde nach geeigneten Studien in Datenbanken und nach vorhandener Fachliteratur recherchiert. Die Autoren wählen für dieses Projekt also die Methode der Literaturanalyse.
Über die Sexualität im Alter wird in der Öffentlichkeit nur relativ selten gesprochen und die Vorurteile der Gesellschaft sind immer noch sehr starr, doch ist altern und Sex haben nicht die natürlichste Sache der Welt? Aus diesem Grund haben sich die Autoren dieser Arbeit für dieses Thema entschieden.
Insgesamt zeigt die vorliegende Arbeit, dass die Sexualität allgemein, aber auch bei älteren Menschen mit bestimmten Erkrankungen bis ins höchste Alter ein relevantes Thema ist.
Wie bei jüngeren Menschen bleibt auch im Alter das Erleben von befriedigender Sexualität ein wichtiger Aspekt des körperlichen und psychischen Wohlbefindens.
Alter und Sexualität war und ist allerdings ein schwieriges Thema. Mittlerweile darf darüber gesprochen werden, und das ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung, weil es Licht ins Dunkel der sexuellen Bedürfnisse bringt und so etliche persönliche Hemmungen und Fehleinschätzungen ausschalten wird. Dennoch herrschen im Umgang mit dem Thema noch viele Unsicherheiten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Forschungsstand
3 Allgemeiner Pflegerischer Umgang mit der ATL Sexualität
4 Kontinuität oder Veränderung der Sexualität im Alter
4.1 Vorstellungen und Wünsche
4.2 Sexuelles Interesse
4.3 Erotik im Alter
4.4 Sexuelle Aktivität
4.5 Sexuelle Zufriedenheit
4.6 Körperliche Veränderungen
4.7 Erektionsstörung
4.8 Krankheiten, die das Sexualleben im Alter beeinflussen
4.9 Weitere Einflussfaktoren
4.10 Zuletzt drei Wünsche
5 Sexualität und Alzheimer
6 Sexuelle Beziehungen bei Personen mit Demenz und ihren Partner
7 Sexuell unangemessenes Verhalten bei Personen mit Demenz
8 Homosexualität im Alter
8.1 Begriffserklärung und allgemeine Informationen
8.1.1 Vorkommen – bei Frauen:
8.1.2 Vorkommen – bei Männern:
9 Anders alt werden – Die Lebenssituation von „alten Schwulen und Lesben“
9.1 Altershomosexualität
9.2 Vorteile für Schwule und Lesben im Alter:
10 Wohnprojekte für Homosexuelle
10.1 „Gay and Gray“
10.2 Das Wohnprojekt „Anders leben in Ehrenfeld“ (Köln)
10.3 Der Berliner „Sonntags-Club“ 40 plus
10.4 Das AltenpfleGayheim
10.5 Verein Village
10.6 Pflegedienst „von gleich zu gleich“
10.7 Besuchs- und Begleitdienste
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Projektarbeit untersucht den Einfluss von Faktoren wie Alter, Krankheiten und gesellschaftliche Tabus auf das Sexualverhalten älterer Menschen sowie die Auswirkungen dieser Dynamiken auf die pflegerische Versorgung. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wodurch wird das Sexualverhalten älterer und alter Menschen beeinflusst und welche Auswirkungen hat dies auf die Pflege?“
- Sexualität als lebenslanges Bedürfnis im Alter
- Einfluss von Demenzerkrankungen auf das sexuelle Verhalten
- Herausforderungen der Pflege im Umgang mit intimen Patientenbedürfnissen
- Lebenssituation von alten Schwulen und Lesben
- Angebote und Wohnprojekte für homosexuelle Senioren
Auszug aus dem Buch
3 Allgemeiner Pflegerischer Umgang mit der ATL Sexualität
Nach und nach setzt in der Pflege beim Umgang mit der ATL Sexualität (Aktivitäten des täglichen Lebens) ein Umdenken ein, z.B. soll die strikte Geschlechtertrennung in Pflegeeinrichtungen schrittweise aufgelöst werden. Ältere Personen verdienen die gleiche Achtung vor ihrer Geschlechtlichkeit und ihrer Intimität wie jüngere Menschen unserer Gesellschaft.
In der Ausübung der täglichen Pflege wird zwar versucht auf dieses Problem Rücksicht zu nehmen, doch ist es auch für Pflegende oft nicht einfach, dieses in ihre Arbeit zu implementieren. Jenes beginnt bereits bei Entscheidungen, die gegenüber der täglichen Körperpflege vom Personal übernommen werden müssen. So zeigt sich noch oft, dass Pflegende sich selbst, bei der Aufgabe des Waschens, einem gleichgeschlechtlichen Patienten einer anderen Altersstufe zuordnen. Dementsprechend werden z.B. jüngere Patienten häufiger von gleichgeschlechtlichen Pflegenden gewaschen als ältere. Warum ist das eigentlich so (vgl. Pflege Heute, S. 300 – 301)?
„Pflegen heißt berühren und sich berühren lassen, bedeutet nah, aber nicht distanzlos zu sein“ (Zitat: Pflege Heute, S. 302).
Bestimmte Signale bei Körperkontakt oder liebevolle Gesten von Trost können von Patienten mitunter auch mal missverstanden werden. Es bedarf viel Fingerspitzengefühl, um die feinen Unterschiede der verschiedensten Berührungen beachten und zwischen Zärtlichkeit und Hilfestellung unterscheiden zu können. Folglich werden in unserer Gesellschaft, je nach Beziehung dem anderen Menschen gegenüber, bestimmte Abstandsstufen eingehalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Sexualität im Alter ein und begründet die Wahl der Literaturanalyse als Methode zur Untersuchung dieses tabuisierten Themas.
2 Forschungsstand: Das Kapitel beleuchtet die bisherige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Sexualität in der zweiten Lebenshälfte und zeigt Mängel in der bisherigen Datenlage auf.
3 Allgemeiner Pflegerischer Umgang mit der ATL Sexualität: Hier wird der professionelle Umgang mit Intimität und Berührungen in der Pflege thematisiert, wobei Abstandsstufen und der respektvolle Umgang im Zentrum stehen.
4 Kontinuität oder Veränderung der Sexualität im Alter: Dieses Kapitel analysiert hormonelle, psychologische und körperliche Einflüsse auf das Sexualverhalten sowie die Bedeutung von Partnerschaft und Erotik.
5 Sexualität und Alzheimer: Die Auswirkungen von Demenz auf das sexuelle Interesse und die Herausforderungen für Pflegende im Umgang mit der Krankheit werden hier detailliert erörtert.
6 Sexuelle Beziehungen bei Personen mit Demenz und ihren Partner: Fokus liegt auf den spezifischen Konflikten, die in Partnerschaften entstehen, wenn ein Teil an Demenz erkrankt und die sexuelle Intimität belastet wird.
7 Sexuell unangemessenes Verhalten bei Personen mit Demenz: Dieses Kapitel diskutiert Strategien zur Deeskalation und den Umgang mit aggressivem oder unangemessenem Verhalten im Pflegekontext.
8 Homosexualität im Alter: Grundlagen und Begriffsdefinitionen zur Homosexualität sowie deren historische Verfolgung bilden den inhaltlichen Kern dieses Kapitels.
9 Anders alt werden – Die Lebenssituation von „alten Schwulen und Lesben“: Beleuchtet wird die soziale Situation und die spezifischen Herausforderungen homosexueller Senioren in einer oft heteronormativ geprägten Altenpflege.
10 Wohnprojekte für Homosexuelle: Vorstellung konkreter Initiativen und Wohnkonzepte, die den Bedürfnissen homosexueller Menschen im Alter gerecht werden wollen.
Schlüsselwörter
Sexualität im Alter, Pflege, Demenz, Alzheimer, Homosexualität, Altenpflege, Intimität, Lebensqualität, Beziehungsgestaltung, Sexualverhalten, Wohnprojekte, Altershomosexualität, sexuelle Funktionsstörung, Pflegewissenschaft, soziale Unterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Sexualität im Alter unter Berücksichtigung von körperlichen, psychischen und gesellschaftlichen Einflüssen gestaltet und welche Herausforderungen dies für die tägliche Pflegearbeit mit sich bringt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem allgemeinen Pflegerischen Umgang mit Sexualität, den Auswirkungen von Demenzerkrankungen auf das Sexualleben, sowie der besonderen Lebenssituation von älteren homosexuellen Menschen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Faktoren auf das Sexualverhalten alter Menschen zu analysieren und aufzuzeigen, welche Konsequenzen dies für eine würdevolle pflegerische Versorgung hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Autoren nutzen die Methode der Literaturanalyse, um bestehende Studien und Fachliteratur zum Thema Sexualität im Alter auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Kontinuität der Sexualität im Alter, den Umgang mit Demenz, sexuell unangemessenem Verhalten bei Erkrankten sowie die Lebenssituation und Unterstützungsmöglichkeiten für homosexuelle Senioren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sexualität im Alter, Pflegewissenschaft, Demenz, Intimität und Altershomosexualität geprägt.
Wie geht die Arbeit mit dem Thema sexuell unangemessenem Verhalten bei Demenz um?
Es werden verschiedene Ansätze zur Identifikation der Ursachen und Strategien zum Umgang mit diesem Verhalten beschrieben, darunter Ablenkungsmethoden, Strukturierung des Pflegealltags und als letzte Instanz medikamentöse Therapieoptionen.
Welche Bedeutung haben Wohnprojekte für homosexuelle Senioren?
Wohnprojekte dienen als Schutzräume, in denen Bedürfnisse nach Gemeinschaft und Geborgenheit innerhalb der eigenen Bezugsgruppe ohne Angst vor Ausgrenzung oder Diskriminierung gelebt werden können.
Warum wird die Sexualität im Alter oft tabuisiert?
Die Arbeit verweist auf veraltete gesellschaftliche Vorstellungen, die Sexualität als Privileg der Jugend oder rein reproduktive Funktion betrachten, was zu einem verzerrten Bild des „asexuellen Alters“ führt.
- Quote paper
- A. Mewitz (Author), E. Knaute (Author), S. Hennig (Author), N. Berger (Author), 2007, Wodurch wird das Sexualverhalten älterer und alter Menschen beeinflusst und welchen Einfluss hat dies auf die Pflege?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/78864